i: m. r ; I' i k (; i’' r v' ivpf NH Jahrbuch der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt nnd Bergakademie Berlin für das Jahr 1897. Band XVIIl. Berlin. Im Vertrieb bei der Simon ScHROPp’schen Hof- Landkartenhandlung (J. H. Neumann). 1898. tu !l Inhalt. I. Mittheilungen aus der Anstalt. Seite 1. Bericht über die Thätigkeit der Königl. geologischen Landesanstalt im Jahre 1897 . vii 2. Arbeitsplan für die geologische Landesaufnahme im Jahre 1898 . xx 3. Mittheilungen der Mitarbeiter der Königl. geologischen Landesanstalt über die Ergebnisse der Aufnahmen im Jahre 1897 xxvii H. Loretz: Bericht über die Ergebnisse der geologischen Auf- nahmen 1897 in der Gegend von Iserlohn und Hagen . xxvji A. Leppla: Bericht über die Aufnahmen im Bereich der Blätter Neumagen und Wittlich während des Sommers 1897 . . xxxv W. Frantzen: Mittheilung über die Aufnahme des Blattes Treffurt xxxix H. Schröder: Bericht über die Aufnahme der Blätter Mohrin und Soldin und über Bereisung des diluvialen Mietzel- Thaies xlv P. Krüsch: Bericht über die Aufnahmearbeiten auf den Blättern Schönfliess N. M. und Wartenberg ........ XLix C. Gagel: Bericht über die Aufnahmearbeiten auf den Blättern Uchtdorf und Wildenbruch lii R. Michael: Bericht zu Blatt Schwochow und Beyersdorf ... lv G. Müller: Mittheilungen über seine Aufnahmen im Sommer 1897 auf den Blättern Wartenburg und Mensguth Lxri C. Gagel: Bericht über die Aufnahmearbeiten auf den Blättern Reusch Werder und Muschacken Lxvii 4. Personal -Verhältnisse . lxxiii II. Abhandlungen von Mitarbeitern der Königl. geologischen Landesanstalt. Die Granite der Gegend von Aachen. Von Herrn A. Dannenberg und E. Holzapfel in Aachen 1 Eine grosse Felis -Art aus märkischem Diluvium. Von Herrn Henry Schröder in Berlin 20 Seite Maasse einiger Kentliierstangen aus Wiesenkalk. Von Herrn Alfred Jentzsch in Königsberg in Pr 28 Ueber zwei anscheinend bearbeitete Gesteinsstücke aus dem Diluvium. Briefliche Mittheilung des Herrn G. Maas an Herrn W. Hauchkcorne 32 Bemerkungen zur Gliederung des Senon am nördlichen Harzrande. Von Herrn Gottfried Müller in Berlin 36 Neuere Forschungen auf dem Gebiete der Glacialgeologie in Norddeutsch- land erläutert an einzelnen Beispielen. Von den Herren G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe. (Tafel I— IV.) . . 42 Abhandlungen von ausserhalb der Königl. geologischen Landesanstalt stehenden Personen. Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser und den angren- zenden Gebieten der Werra und Fulda. Von Herrn F. Kinne in Hannover 3 Zwei isolirte Tertiär -Vorkommen im Röth auf Blatt Wilhelmshöhe bei Cassel. Von Herrn Max Blanckenhorn in Erlangen 103 Der Muschelkalk auf Blatt Wilhelmshöhe bei Cassel und seine Lagerungs- verhältnisse. Von Demselben 109 Tektonische Störungen der triadischen Schichten in der Umgebung von Kahla. Von Herrn Ernst Naumann in Jena. (Tafel V u. VI.) . . 130 Sach-Kegister 160 Orts-Register . 166 Druckfehler und Berichtigungen 178 I. Mittheilungen aus der Anstalt. 1. Bericht über die Thätigkeit der Königlichen geologischen Landesanstalt im Jahre 1897. I. Die Aufnahmen im Gebirgsiande. Im Mittel harz setzte Landesgeolo^e Dr. Koch die Aufnahme des Blattes Elbingerode (G. A. 56; 15) fort und führte zur Er- mittelung der Altersstellung der kalkreichen Schieferzonen bei Wernigerode Begehungen im westlichen Theil des Blattes Wer- nigerode aus (G. A, 56; 9). Im Oberharz wurde von demselben der ihm zur Aufnahme überwiesene südöstliche Theil des Blattes Zellerfeld (G. A. 56; 7) kartirt und im nördlichen Theil dieses Blattes die Aufnahme der Devonablagerungen am Adenberg bei Oker in Gemeinschaft mit Bezirksgeologen Dr BeüSHAusen einer Schlussrevision unterzogen. Bezirksgeologe Dr. BeüSHAUSEN kartirte auf Blatt Zellerfeld (G. A. 56; 7) das Culmgebiet zu beiden Seiten der Oker nördlich des Schulenberger Gangzuges und brachte darauf durch eine Schlussbegehung des Devons den ihm übertragenen Theil des Blattes zum Abschluss. Sodann begann er die Revision des Blattes St. Andreasberg (Braunlage) (G. A. 56; 14). Professor Dr. Klockmann brachte die Revision der ihm über- tragenen Antheile der Blätter Zellerfeld und Riefensbeek sowie des südlich des Lautenthaler Gangzuges liegenden Theiles des Blattes Seesen zum Abschluss (G. A. 56; 7, vs. 55; 12). Landesgeologe Professor Dr. Ebert setzte die Aufuahme des Blattes Osterwieck fort (G. A. 56; s). .. Der H VIII Geheimer Bergrath Professor Dr. von Koenen beendigte die Revision der Blätter Gr. Freden, Einbeck und Jühnde (G. A. 55; 4, 10, 33), bei dem erstgenannten in Gemeinschaft mit dem Bezirks- geologen Dr. Müller, brachte diejenige des Blattes Dransfeld (G. A. 55 ; 27) dem Abschluss nahe und setzte die Aufnahme der Blätter Salzhemmendorf, Gronau, Sibesse, Hardegsen, Alfeld und Lamspringe fort (G. A. 41; 56, 57, 58. 54; 21, 3, 5). 2. Thüringen. Professor Dr. Scheibe förderte die zur Erläuterung des Blattes Brotterode (G. A. 70; 7) noth wendigen Begehungen im krystallinischen Grundgebirge soweit, dass sie im nächsten Jahre abgeschlossen werden können. Durch eine mit Professor Dr. Bücking gemeinsam unter- nommene Begehung des Grenzgebiets der Blätter Schmalkalden und Brotterode (G. A. 70; 13, 7) wurde der Anschluss letzterer sichergestellt und Uebereinstimmung in der Auffassung und Dar- stellung des Gneisses im nordwestlichen Thüringer Wald erzielt. Bezirksgeologe Dr. Zimmermann beendete die Aufnahme des Blattes Lehesten (G. A. 71; 31) und führte diejenige der Blätter Lobenstein und Hirschberg (G. A. 71; 32, 33) soweit, dass sie im nächsten Jahre wird abgeschlossen werden können. Derselbe führte die Untersuchung der Aufschlüsse an der Eisenbahnlinie Camburg-Zeitz aus. Bergrath Frantzen setzte die Aufnahme der Blätter Treffurt und Langula fort (G. A. 55; 54. 56; 49). 3. Die Provinz Professor Dr. Beyschlag beendete die Aufnahme der Blätter Hessen-Nassan. uud Obcrkaufungen (G. A. 55; 38, 44) und führte diejenige des Blattes Wilhelmshöhe (G. A. 55; 37) in Gemeinschaft mit Dr. Blanckenhorn ihrem Abschlüsse nahe. Bezirksgeologe Dr. Denckmann brachte im Gebiete des Kellerwaldes die Aufnahme des Blattes Rosenthal (G. A. 68; 4) zum Abschluss und diejenige der Blätter Kellerwald und Gilserberg (G. A. 54; 59. 68; 5) der Abschliessung nahe. Major a. D. Dr. von Seyfried begann die Aufnahme des Blattes Schlüchtern (G. A. 69 ; 38). IX Professor Dr. Holzapfel führte die Aufnahme der Blätter 4 St. Goar, St. Goarshausen, Caub-Bacharach und Pressberg (G. A. 67 ; 51, 57, 58) vorbehaltlich einer Schlussrevision zu Ende. Derselbe setzte die Aufnahmearbeit in der Gegend von Aachen fort. ■ Landesffeoloo^e Grebe führte die Aufnahme der Blätter Ö O St. Vith und Recht (G. A. 65; 47, 4i) weiter. Bezirksgeologe Dr. Leppla schloss die Revision der Blätter Wittlich und Neumagen ab (G. A. 80; 4, 10), und untersuchte die neueren Aufschlüsse im Saargebiete. Landesgeologe Dr. Loretz führte die Kartirung der Blätter Iserlohn (G. A. 53; 39) und Hagen (G. A. 53; 37) weiter und begann sie innerhalb der Blätter Schwerte und Menden (G. A. 53; .32, 33). Ausserdem wurden von demselben, zur Vergleichung der mittel- und oberdevonischen Schichten im Kartirungsgebiete mit ihrem Verhalten weiterhin, eine Reihe von Excursionen im an- schliessenden Verbreitungsgebiete der genannten Schichten nament- lich im westfälischen Sauerlande ausgeführt. Landesgeologe Dr. Dathe vollendete die Aufnahme des Blattes Wünscheiburg (G. A. 76; 25), brachte das Blatt Neurode (G. A. 76; 26) dem Abschluss nahe und revidirte die älteren Auf- nahmen des Rothliegenden und Carbons mit Rücksicht auf deren Neugliederung auf den Blättern Rudolfswaldau und Langeubielau. II. Die Aufnahmen im Flachiande. Geheimer Bergrath Professor Berendt setzte in der von Re- visionsreiseu nicht beanspruchten Zeit die Aufnahme des Blattes Zehden fort und brachte dasselbe unter Benutzung der die West- hälfte des Blattes umfassenden Probeaufnahme des Dr. KoRN zum Abschluss. Ausserdem stellte derselbe das schon früher mit Hülfe des Dr. Gagel aufgenommene Blatt Wölsickendorf nunmehr druck- fertig (G. A. 45; 12, 16). Bezirksgeologe Dr. Schröder beendete die Aufnahme des Blattes Mohrin und begann sodann ein aus 6 Blättern bestehendes Die Rhein- provinz. 5. Provinz Westfalen. 6. Provinz Schlesien. 7. Provinz Brandenburg. X 8. Provinz Pommern. 9. Provinz Posen. Arbeitsgebiet in der Soldiner Gegend mit der Bearbeitung des Blattes Soldin, welches dem Abschluss nahe gebracht wurde (G. A. 46; 7, 4). Hülfsgeologe Dr. Krusch stellte das Blatt Schöofliess fertig und begann sodann die Aufnahme der Blätter Schildberg und Wartenberg (G. A. 46; 2, 8 und s). Hülfsgeologe Dr. Michael setzte die Aufnahme der im Vor- jahre begonnenen Blätter Schwochow und Beyersdorf fort und stellte dieselben fertig (G. A. 29; 51, 57). Kulturtechniker Dr. WöLFER brachte die Aufnahme des Blattes Tamsel dem Abschlüsse nahe und führte einen Theil der Schlussbegehung der Blätter Bärwalde, Fürstenfelde und Quartschen aus (G. A. 46; 13, 14, 20, 21). Dr. Korn nahm zunächst die Westhälfte des Blattes Zehden als Probearbeit auf (siehe oben G. A. 45; 12) und ging sodann auf Blatt Vietz über, das zur Hälfte fertig gestellt wurde (G. A. 46; 22). Bezirksgeologe Dr. Schröder ftihrte in Gemeinschaft mit Dr. WöLFER eine Begehung der Terrassen und Beckensande zwischen Soldin, Landsberg a/W. auf den in Arbeit befindlichen Blättern aus. Landesgeologe Dr. Keilhack nahm eine Schlussbegehung der Blätter Münchendorf und Gollnow vor, durch welche die Terrassen- verhältnisse klar gestellt wurden und bearbeitete die Blätter Pölitz und Gr. Stepenitz (G. A. 29; 21, 27, 20, 26). Hülfsgeologe Dr. Schmidt brachte die Aufnahme des Blattes Schwessow zum Abschluss, begann und vollendete sodann diejenige der Blätter Paulsdorf und Pribbernow und ging schliesslich auf das Blatt Gülzow über (G. A. 29; 11, 14, 15, 10). Landesgeologe Professor Wahkschaffe beendete die Aufnahme der Blätter Obornik und Lukowo (G. A. 48; 21, 22) und führte in Gemeinschaft mit Dr. Kühn und Dr. Maas eine Schlussbegehung der sämmtlichen abgeschlossenen Blätter der Umgegend von Posen aus (G. A. 48 ; 27, 28, .S3, 84, 39, 4o). Hülfsgeologe Dr. Maas beendete die Aufnahme des Blattes XI Gurtschiu und stellte durch eine Schlussbegehung das Blatt Dom- browka druckfertig (G. A. 48; 40, 39). Hülfsgeologe Dr. Kühn führte, nach einer Schlussbegehung des bereits im Stich befindlichen Blattes Posen (G. A. 48; 34), die Aufnahme der Blätter Lukowo und Murowana-Goslin zu Ende und brachte diejenige des Blattes Schocken dem Abschlüsse nahe (G. A. 48; 22, 23, 29). Geheimrath Berendt und Professor Wahnschaffe stellten durch eine gemeinschaftliche Bereisung des Warthe- und Netze- Thales die hier zu unterscheidenden Terrassen fest. An derselben nahmen längs des unteren Flusslaufes bis in die Gegend von Wronka und Kol mar Dr. Schröder, oberhalb genannter Orte Dr. Kühn und Dr. Maas Theil. Professor Dr. Jentzsch bearbeitete die Blätter Stadt Graudenz und Okonin und begann nach Fertigstellung derselben die Auf- nahme des Blattes Linowo (G. A. 33; 33, 34, 35). Professor Dr. Grüner begann im Monat August die Bear- beitung des Blattes Briesen, stellte dasselbe fertig und begaun die Aufnahme des Blattes Gollub, dessen südliche Hälfte bis auf eine Schlussbegehung fertig gestellt wurde (G. A. 33; 46, 53). Hülfsgeologe Dr. Zeise brachte die im Vorjahre begonnenen Blätter Oliva und Weichselmünde zum Abschluss (G. A. 16; 32, 39). Dr. WoLFF führte zunächst als Probearbeit die Aufnahme der Nordhälfte des Blattes Pranst aus und brachte dasselbe durch Bearbeitung auch der Südhälfte sodann zum Abschluss (G. A. 16; 44). Hülfsgeologe Dr. Maas begann und vollendete die Aufnahme des Blattes Tuchei (G. A. 32; 2s). Professor Dr. Klees vollendete die Aufnahme des Blattes Gr. Schöndamerau, begann und beendete diejenige des Blattes Gr. Schiemanen und stellte durch Schlussbegehungen die 11 öst- lichen Blätter des Orteisburger Arbeitsgebietes Gr. Schöndamerau, Theer wisch, Babienten, Orteisburg, Olschienen, Schwentainen, Gr. Schiemanen, Lipowitz, Liebenberg, Willenberg und Gr. Leschi- nen druckfertig (G. A. 35; 22/24, 28/30, 34/36, 40/41). 10. Provinz Westpreussen. 11. Provinz Ostprenssen. XII Stand der Publicationen. Sodann untersuchte er die neuen Aufschlüsse in den Ein- schnitten der Eisenbahnlinien Rothfliess-Rudczany und Sensburg- Rastenburg. Hülfsgeologe Dr. Schulte begann die Aufnahme der Blätter Steinort und Kutten und brachte ersteres dem Abschluss nahe (G. A. 19; 51, 52). Hülfsgeologe Dr. Kaünhowen stellte durch eine Schlussrevision das Blatt Babienten druckfertig und begann die Aufnahme des Blattes Rosengarten (G. A. 35; 24 und 19, 5o). Bezirksgeologe Dr. Müller stellte durch eine Schlussbegehung Blatt Gr. Bartelsdorf druckfertig, vollendete die Aufnahme des Blattes Mensguth und begann diejenige des Blattes Wartenburg (G. A. 35; 15, 16, 9). Hülfsgeologe Dr. Gagel bearbeitete die Blätter Muschaken und Reuschwerder, stellte letzteres fertig und brachte ersteres dem Abschlüsse nahe (G. A. 35; 38, 39). Im Laufe des Jahres sind zur Publication gelangt: A. Karten. 1. Lief. LXHI , enthaltend die Blätter Schön- berg, Morscheid, Oberstein, Buhlenberg . . 4 Blätter. 2. Lief. LXXIV. Gegend von Pollnow. Die zu dieser Lieferung gehörenden bisher noch nicht gedruckten Bohrkarten sind fertig ge- stellt und publicirt. 3. Lief. LXXVII, enthalten die Blätter Wiu- decken, Hüttengesäss, Hanau, Gr. Krotzen- burg 4 » 4. Lief. LXXXIH, enthaltend die Blätter Lan- zig, Vitte, Saleske, Rügenwalde, Grupenhagen, Peest 6 » 5. Lief. LXXXVHI, enthaltend die Blätter Wargowo, Owinsk, Sady, Posen .... 4 » Latus 18 Blätter. XIII Transport 1 8 Blätter. 6. Lief. LXXXIX, enthaltend die Blätter Grei- fenhagen, Wohin, Fiddichow, Bahn ... 4 » zusammen 22 Blätter. Es waren publicirt 394 » Mithin sind im Ganzen 416 Blätter publicirt. In der 2. Auflage ist ferner das Blatt Gera fertig ge- stellt und publicirt worden. Was den Stand der noch nicht publicirten Kartenarbeiten betrifft, so ist derselbe gegenwärtig folgender: 1. In der lithographischen Ausführung sind nahezu beendet: Lief. LXIV, Gegend von Ilmenau . . 6 Blätter. Lief. LXVII, Gegend von Stettin ... 6 » Lief. LXXVI, Gegend von Angermünde 6 » Lief. LXXX, Gegend von Oderberg . . 6 » Lief. LXXXV, Gegend von Freystadt (Westpr.) 4 » zusammen 28 Blätter. 2. In der lithographischen Ausführung begriffen sind: Lief. LII, Gegend von Halle a/S. ... 7 Blätter. Lief. LXIX, Gegend von Kyritz ... 6 » Lief. LXXIX, Gegend von Bernkastel . 6 » Lief. LXXXI, Gegend von Freienwalde 5 » Lief. LXXXIV, Gegend von Orteisburg 6 » Lief. LXXXVI, Gegend von Garnsee . 4 » Lief. LXXXVII, Gegend von Woldegk- Gandenitz 5 » zusammen 1. u. 2. 67 Blätter. 3. In der geologischen Aufnahme fertig, jedoch noch nicht zur Publication in Lieferungen abgeschlossen 131 » 4. In der geologischen Bearbeitung begriffen . 168 » Es sind mithin einschliesslich der publicirten Blätter in der Anzahl von 416 » im Ganzen 782 Blätter zur Untersuchung gelangt. 1. Neue Folge. B. Abhandlungen. Heft 22. E. Dathe, Das Schlesisch-sudetische Erdbeben vom 11. Juni 1895. Mit 1 Karte. 2. Neue Folge. Heft 26. K. Keilhack, E. Zimmermann und R. Michael, Verzeichniss von auf Deutschland bezüglichen geologischen Schriften- und Karten-Verzeichnissen. 3. Neue Folge. Heft 27. R. Wagner, Der Muschelkalk von Jena. 4. Neue* Folge. Heft 28. Gr. Berendt und F. Kaunhowen, Der tiefere Untergrund Berlins. Ausserdem sind noch folgende Abhandlungen im Druck und in der Lithographie befindlich: 1. Neue Folge. Heft 9. Beyschlag und Potonie, Ueber das Rothliegende des Thüringer Waldes. Theil I : Zur Geologie des Thüringer Rothliegenden von F. Beyschlag. 2. Neue Folge. Heft 18. H. Schröder, Die Säugethierfauna des Mosbacher Sandes. 3. Neue Folge. Heft 24. A. von Koenen, Die Mollusken des Norddeutschen Neocom. 4. Neue Folge. Heft 25. G. Müller, Die Mollusken des Unter- Senon von Braunschweig und Ilsede. C. Jahrbuch der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt und Berg- akademie für das Jahr 1896. Nach dem Berichte für das Jahr 1896 betrug die Gesammt- zahl der im Handel debitirten Kartenblätter . . 35520 Blätter. Im Jahre 1897 wurden verkauft: von Lief. I, Gegend von Nordhausen . 32 Bl. » » II, » » Jena . . . 45 » » » III, >' » Bleicherode . 37 » 114 Blätter. Latus 35 634 Blätter. XV Transport 35 634 Blätter. von Lief. IV, Geg. von Erfurt 16 Bl. » » V, » » Petersberg . 16 » » » VI, » » Saarbrücken I. Theil . . 35 » » » VII, » » Saarbrücken II. Theil . . 53 » » » VIII, » » Riechelsdorf 51 » » » IX, » des KyflPhäusers 86 » » » X, » von Saarburg 14 » » » XI, » » Nauen . . . 5 » » » XII, » . » Naumburg a. S. 35 » » » XIII, » » Gera .... 46 » » » XIV, » » Berlin NW. . 6 » » » XV, » » Wiesbaden . . 33 » » » XVI, » » Mansfeld . . 21 » » » XVII, » » Triptis . 19 » » » XVIII, » » Eisleben . 44 » » » XIX, » » Querfurt 69 » » » XX, » » Berlin S. 21 » » » XXI, » » Frankfurt a. M. 25 » » » XXII, » » Berlin SW. 9 » » » XXIII, » » Ermschwerdt . 35 » » » XXIV, » » Tennstedt . 8 » » » XXV, » » Mühlhausen 3 » » » XXVI, » » Berlin SO. . 17 » » » XXVII, » » Lauterberga. H. 21 » » » XXVIII, » >; Rudolstadt . 21 » » » XXIX, » » . Berlin NO. . 14 » » » XXX, » » Eisfeld in Thür. 31 » » » XXXI, » » Limburg 19 » » » XXXII, » » Gardelegen . 16 » » » XXXIII, » » Schillingen . . 19 » » » XXXIV, » » Nassenheide 1 » 809 Blätter. Latus 36 443 Blätter. XVI Transport 36443 Blätter. von Lief. XXXV, Geg. von Rathenow . 9 Bl. » » XXXVI, » » Hersfeld . 109 » » » XXXVII, » » Meiningen . . 52 » » » XXXVIII, » » Stendal . . . 2 » » » XXXIX, » » Gotha 28 » » » XL, » » Saalfeld i. Thür. 15 » » » XLI, » » Selters 48 » » » XLIl, » » Taugerinünde . 16 » » » XLIII, » » Marienwerder . 3 » » » XLIV, » » Ems .... 25 » » » XLV, » » Melsungen . 56 » » » XLVI, » » Birkenfeld . . 16 » » » XLVII, » » Heilsberg . . 10 » » » XLVIII, » » Burg .... 4 » » » XLIX, » » Bieber . . . 25 » » » h, » » Trier .... 19 » » » LI, » » Oberweiss 13 » » » LIII, » » Eberswalde . 1 » » » LV, » » Schwarzburg 44 » » » LVI, » » Hildburghausen 26 » » » LVII, » » Greiz .... 16 » » » LVIII, » » Templin . . . 24 » » » LIX, » » Neustettin . . 1 » » » LX, » » Heldburg 12 » » » LXI, » » Bartenstein . . 15 » » » LXII, » » Göttingen 53 » » » LXVI, » » Prenzlau . . . 316 » » » LXVIII, » » Wilsnack . . 8 » » » LXXI, » » Nörten 78 » » » LXXII, » » Coburg 5 » » » LXXIII, » » Müncheberg 10 » » » LXXIV, » » Bu blitz . . 3 » (und ausserdem 28 Bohr- karten besonders.) 1062 Blätter. Latus 37 505 Blätter. XVII Transport 37 505 Blätter. von Lief. LXXV, Geg. von Rössel . . . 219 Bl. » » LXXXII, » » Scblawe ... 162 » » » LXXXIII, » » Rügeuwalde . 135 » 516 Blätter, so dass ini Ganzen dnreli den Verkauf debitirt sind: 38 021 Blätter. Von den Abhandlnngen zur geologischen Specialkarte etc. sind verkauft worden: Band I, Fleft 1. (Eck, Rüdersdorf und LTingegend) 2 Exeinpl » » » 4. (Meyn, Insel Sylt) 5 » » n, » 1. (Weiss, Steinkohlen -Galainarien I) 1 » » » » 2. (Orth, Rüdersdorf und LTmgegend) 5 » » » » 4. (Kayser, Devon-Ablagerungen) 2 » » 111, » 1. (Weiss, Flora des Rothliegenden von Wünschendorf) 1 » » » » 2. (Läufer n. Wahnschaffe, Boden- Untersuchungen) 5 » » » » 3. (Meyn, Schleswig -Holstein) . 4 » » » » 4. (Schütze, Niederschles. Steinkohlen- becken) 3 » » IV, » 1. (Schlüter, Echinideu) .... 2 » » » » 4. (Speyer, Bivalven des Casseler Ter- tiär) . 3 » » V, » 1. (Roemer, Die geologischen Verhält- nisse von Hildesheiin) .... 1 » » » » 2. (Weiss, Steinkohlen-Calamarien II) 1 » » » » 3. (Läufer, Die Werder’scheu Wein- berge) 2 » » » » 4. (Liebe, Ostthüriugen) 3 » » VI, » 1. (Beushausen, Spiriferensandsteiii) . 4 » » » » 2. (Blankenhorn, Trias der Eifel) . 2 » » Vll, » 1. (Wahnschaffe, Uingegend von Magdeburg) 6 » Jahrbuch 1897, b XVIII Bd. VII, Heft 2. (Berendt, Märkisch -Pommersclies Tertiär) 4 Exeinpl » VIII, » 1. (Berendt und Dames, Umgegend von Berlin) G » » » » 4. (Schlüter, Anthozoen) .... 1 » » IX, » 1. (Ebert, Echiniden) 2 » » » » 3. (Frech, Aviculiden) 2 » » » » 4. (Kinkelin, Wette rau) 3 » » X, » 1 — 7. (von Koenen, Unter- Oligocän) 7 » Neue Folge. lieft 1. (Kayser, Ilauptquarzit) . 1 Exemp » » » 2. (Sterzel, Sigillarieu) . 1 » » » » 5. (Schlüter, Echiniden) 1 » » » » 7. (Uthemann , Braunkohlen - Lagerstätten am Meissner) 2 » » » » 8. (von üeinaCH , Das Roth- liegende in der Wetterau) 8 » » » » 11. (WöLFER, Geolog. Special- karte u. Bodeneinschätzung) 10 » » » » 12. (Bücking, Der nordwestliche Spessart) 7 » » » » 13. (Dathe, Umgegend von Salz- hrunn) 10 » » » » 14. (Keilhack , Zusammenstel- lung von geolog. Schriften) 3 » » » » 16. (Holzapfel, Mitteldevon im rheinischen Gebirge) 2 » » » » 17. (Beushausen, Lamellibran- chiaten) 3 » » » » 19. (Ebert, Tiefbohrungen in Oberschlesien) .... 7 » » » » 20. (Wahnschaffe, Umgegend von Buckow) . . . . . 4 » » » » 21. (POTONIE, Floristische Glie- derung des deutschen Car- bon und Perm) .... 3 » » » » 22. (Dathe, Das schlesisch-sude- tische Erdbeben) .... 44 » xlx Neue Folge. Heft 26. (Keilhack und Michael, Geologisches Literatur-Ver- zeicliniss) 41 Exempl. » » » 27. (Wagner, Muschelkalk von Jena) 39 » » » » 28. (Berendt, Der tiefere Unter- grund Berlins) .... 41 » Von den Jahrbüchern der geologischen Landes- anstalt und Bergakademie wurden verkauft ... 60 » Von den sonstigen Karten und Schriften wurden verkauft: Höhenschichtenkarte des Harzgebirges 4 Exempl. Geolos^ische Uebersichtskarte des Harz^ebirp:es . . 12 » Weiss, Flora der Steinkohlenformation 35 » Lossen und Dames, Karte der Umgegend von Thale 8 » Geologische Karte der Stadt Berlin 15 » Höhenschichtenkarte des Thüringer Waldes ... 13 » Geologische Uebersichtskarte des Thüringer Waldes 102 » t XX 2. Arbeitsplan der Königliclieii geologischen Landesanslalt für das Jahr 1898. I. Die Aufnahmen im Gebirgslande. I. Der Harz und seine Umgebung. Landostjeoloofe Dr. Koch wird in Ge mein sch aft mit dem Be- zirksgeologen Dr. Beushausen den südöstlich des Brnchberg- Acker- berges liegenden Antheil des Blattes Riefensbeek aufnehmen (G. A. 56; 13) D- Ausserdem wird er die Altersstellung der in der Nähe der Grenze der Blätter Zellerfeld und Harzburg (G. A. 56; 7, s) auftretenden Diabase, insbesondere durch Untersuchungen am Spitzenberge auf letzterem Blatte, zu bestimmen suchen. Professor Dr. Klockmann wird in dem Blatte Seesen (G. A. 55; 12) die Aufnahme des nördlich des Lautenthaler Gangzuges liegenden Theiles zum Abschluss bringen und ausserdem die Be- arbeitung des ihm übertragenen Theiles des Blattes Osterode (G. A. 55; 18) zu Ende führen. Bezirksgeologe Dr. Beushausen wird nach Beendigung der mit Landesgeologen Dr. Koch zu bewirkenden Aufnahme in Blatt Riefensbeek und Ergänzung einiger kleiner Lücken auf Blatt Zellerfeld (G. A. 56; 7) die Revisionsarbeiten in Blatt Andreas- berg (früher Braunlage) (G. A. 56; m) weiterführen. b Gradabtheilung 56, Blatt 13. XXI Von dem Blatte Osterode, welches mit den Blättern Seesen, Zellerfeld und Riefensbeek in diesem Jahre fertiggestellt werden soll, wird Hülfsgeologe Dr. Zeise nach Beendigung des Blattes Danzig die Qiiartärbildungen in dem westlichen und südwestlichen nicht hercynischen Theil des Blattes bearbeiten (G. A. 55; is). Im nördlichen Vorlande des Harzes wird Landesgeologe Professor Dr. Ebert die Aufnahme des Blattes Osterwieck ab- schliessen (G. A. 56; s). Westlich des Harzes wird Geheimer Bergrath Professor von Koenen die Aufnahme des Blattes Dransfeld beenden (G. A. 55; 27) und die der Blätter Salzhemmendorf, Gronau, Sibesse, Bockeuem, Alfeld, Lamspringe, Dassel und Hardegsen fortsetzen (G. A. 41; 56, 57, 58, 59. 55; 8, 5, 9, 2l). 2. Thüringen. Professor Dr. Scheibe wird die Revision des Blattes Brotterode beenden und dasselbe druckfertig hersteilen (G. A. 70; 7). Professor Dr. Beyschlag wird eine Revision des Blattes Schwarza (G. A. 70; 20) und des Grenzgebietes der Blätter Salzungen und Brotterode (G. A. 69; 12. 70; 7) vornehmen. Bezirksgeologe Dr. Zimmermann wird die Blätter Lehesten, Lobenstein und Hirschberg (G. A. 71; 3i, 32, 33) druckfertig her- steilen und eine Revision des mit diesen zusammen zu veröfient- licheuden Blattes Schleiz (G. A. 71; 27) ausführen. Derselbe wird die Aufschlüsse in den neuen Eisenbahnlinien Naumburg-Deuben und Deuben-Corbetha untersuchen. Bergrath Frantzen wird die Aufnahme der Blätter Treffurt und Langula zum Abschluss bringen (G. A. 55; 54. 56; 49). 3. Provinz Hessen -Nassau. a. Regierungsbezirk Cassel. Professor Dr. Beyschlag wird die Blätter Wilhelmshöhe und Besse in der Aufnahme vollenden und sie sowie die angrenzenden Blätter Cassel und Kaufungen (G. A. 55 ; 37, 38, 43, 44) druckfertig herstellen. XXII Bezirksgeologe Dr. Denckmann wird im Kellerwaldgebiete das Blatt Frankeuau (G. A. 54; 5s) abschliessen und alsdann durch eine Schlussrevision die mit diesem zusammen zu verööent- lichenden Blätter Kellerwald, Kosenthal und Gilserberg zum Drucke fertigstellen (G. A. 54; 59. 68; 4, 5). Major a. D. von Seyfried wird die Aufnahme des Blattes Schlüchtern weiterführen (G. A. 69; 38). b. Begierungsb ezirk Wiesbaden. Professor Dr. Kayser wird die Aufnahme der Blätter Dillen- burg und Tringenstein zum Abschluss zu bringen suchen (G. A. 67; 18. 68; 13). Professor Dr. Holzapfel wird die Aufnahme der Blätter Merenberg, Weilburg, Braunfels, Wetzlar und Weilmünster (G. A. 67; 30, 36. 68 ; 25, 26, 3i) weiterführen. 4. Die Rheinprovinz. Landesu-eoloffe Grebe wird die Aufnahme der Blätter Recht O O und Set. Vith im Kreise Malmedy (G. A. 65; 4i, 4?) beenden. Bezirksgeologe Dr. Leppla wird nach Beendigung der Unter- suchungen im oberen Oderstromgebiet die Aufnahme der Blätter Gemünden, Kirn und Baumholder im Nahe -Gebiet beginnen (G. A. 81 ; 7, 13, 19). Professor Dr. Holzapfel wird die Aufnahme der Blätter Herzogenrath, Aachen, Stolberg und Eupen weiterführen (G. A. 65; 11, 17, 18, 23). 5. Provinz Westphalen. Tjandesgeologe Dr. IvORETZ wird die Arbeiten im Mitteldevon- gebiet der Lenne-Gegend von Iserlohn aus (G. A. 53; 39) fort- setzen und die dazu erforderlichen Vergleichsbegehungeu ausführen. 6. Provinz Schiesien. Landesgeologe Dr. Dathe wird die Aufnahme der Blätter Rudolfswaldau, Langenbielau, Wüuschelburg und Neurode druck- fertig herstellen (G. A. 76; 19, 20, 25, 26). XXIII Bezirksgeologe Dr. Leppla wird in dem oberen Oderstroingebiet geologische Untersuchungen zur Vorbereitung von Kegulirungs- arbeiten ausführen. II. Die Aufnahmen im Flaclilande mit besonderer Berücksichtigung der agronomischen Verhältnisse. 7. Hannover. Landesgeologe Dr. Schröder wird unter Hülfeleistung des neu eintretenden Dr. Monke ein aus den Messtischen Stade, Hagen und Horneburg und dem linkselbischen Thcile des Blattes Uetersen bestehendes Aufnahmegebiet in Angriff nehmen (G. A. 24; 19, 20, 25, 26). Bezirksgeologe Dr. Müller wird nach Abschluss seiner Aufnahmen in Ostpreussen ein neues Arbeitsgebiet mit der Aufnahme der Blätter Artlenburg, Lauenburg und Lüneburg be- ginnen (G. A. 25; 67, 38, 43). 8. West-Priegnitz. Landesgeologe Professor Dr. Wahnschaffe wird ein aus 6 Blättern bestehendes Arbeitsgebiet in der Gegend von Lenzen an der Elbe in Angriff nehmen (G. A. 26; 49/51 55/57 ein- schliesslich des preussischen Antheils der Blätter 44/45). 9. Neumark. Landesgeologe Dr. Schröder wird Blatt Soldin zum Ab- schluss bringen (G. A. 46; 4) und dabei den neu eintretenden Dr. Monke in die Aufnahmearbeit einführen. Sodann wird er ein neues Arbeitsgebiet in Hannover beginnen (siehe oben). Hülfsgeologe Dr. Krusch wird zunächst das Blatt Warten- berg fertigstellen und sodann auf Blatt Rosenthal übergehen (G. A. 46; 8, 9). Hülfsgeologe Dr. Michael wird von dem ihm im Vorjahre überwiesenen Arbeitsgebiete zunächst die Blätter Lippehne und Schönow in Angriff nehmen (G. A. 29; 58, 59). XXIV Kulturtecbniker Dr. Wölfer wird zunächst die 6 Blätter seiner Aufnahme durch eine Schlussheffehuno: druckfertis: stellen (G. A. 46; 13/15 19/21) sowie die in den anstossenden Blättern Neu-Lewin, Freienwalde und Oderberg nöthige Begehung der Schlickgehiete ausführen (G. A. 45; 18, n, 11) und sodann die Aufnahme des Blattes Tamsel vollenden (G. A. 46; 21). Dr. Korn wird nach Fertigstellung des Blattes Vietz die Aufnahme des Blattes Massin bewirken (G. A. 46; 22, le). Hülfsgeologe Dr. Schulte wird die Aufnahme des Blattes Stafielde ausführen (G. A. 45; 10). 10. Provinz Posen. Hülfsgeologe Dr. Kühn wird die Aufnahme des Blattes Schocken zu Ende führen (G. A. 48; 23) und sodann in das Danziger Arbeitsgebiet übergehen. II. Provinz Pommern. Landesgeologe Dr. Keilhack wird Blatt Moratz fertigstellen und sodann Blatt Gr. Sahow bearbeiten (G. A. 29; 16, is). Die etwa noch bleibende Zeit wird derselbe auf Fertigstellung von Blättern des Greifenberger Kreises verwenden. Hülfsgeologe Dr. Schmidt wird nach Vollendung des Blattes Gülzow die Aufuahme des Blattes Zickerke bewirken (G. A. 29; 10, 17). Geheimer Bergrath Professor Dr. Berendt wird in der durch Kevisionsreisen in andre Arbeitsgebiete nicht in Anspruch ge- nommenen Zeit die Aufnahme des Blattes Langenhagen zu Ende führen und sodann ein neues Arbeitsgebiet in der Frankfurter Gegend in Angriff nehmen (G. A. 46; 31/33, 37/39, 43/45). 12. Westpreussen. Professor Dr. Jentzsch wird die Aufnahme des Blattes Liuowo fortsetzen und nach Fertigstellung desselben einen bis zur südlichen Gradabtheilungsgrenze reichenden Streifen von 2 Mess- tischbreiten mit der Bearbeitung der Blätter Schwetz und Sarto- witz beginnen (G. A. 33 ; 35, 31, 32). XXV Professor Dr. Grüner wird nach Vollendung des Blattes Gollnp (G. A. 33; 5.-]) die Anfnalnne des Blattes Bahrendorf und des südlichen Grenzstreifens (Blatt Szewo) bewirken (G. A. 33; 47, 58). Ilülfsgeologe Dr. Zeise wird Blatt Danzig (G. A. 16; 8s) fertigstellen und sodann in ein andres Arbeitsgebiet übergehen. Hülfsgeolof>:e Dr. Kühn wird nach Abschluss seiner Arbeiten iin Poseu’schen die Anfnahme der Blätter Nickelswalde und Karthaus nördliche Hälfte beginnen (G. A. 16; 40 und G. A. 15; 42). Dr. Wolfe wird die Aufnahme des an das bearbeitete Blatt Pranst anstossenden Messtisches Trntenaii aiisführen (G. A. 16; 4ö) lind sodann auf Blatt Karthaiis südliche Hälfte übergehen (G. A. 15; 42). Ilülfsgeologe Dr. Maas wird im Anschluss an Blatt Tuchei die Anfnahme der Blätter Reetz, Woziwoda, Jehleuz, Moukowarsk und Klonowo beginnen (G. A. 32; 21/22. 27; 33/34). Geheimrath Berendt und Professor Jentzsch werden zu geeigneter Zeit eine Bereisung des Weichselgebietes bis zur russischen Grenze oberhalb Thorn behufs Feststellung der zu unterscheidenden Thalterrassen ausführen, wie solches im Warthe= und Odergebiete bereits geschehen ist. 13. Ostpreussen. Professor Dr. Klees wird neben einer speciellen Leitung der Aufnahmearbeiteu im Angerburger Kreise die Bearbeitung des aus 6 Blättern bestehenden Sensburger Gebietes in Angrifi* nehmen (G. A. 35; 5/6, 11/12, 17/18). Derselbe wird ausserdem die neu eintretendeu Geologen Dr. Klautzsch und Dr. Krause in die Aufnahmearbeit eiuführen und von den Genannten in der FoDe unterstützt werden. Ilülfsgeologe Dr. Kaunhowen wird die im Vorjahre be- gonnenen Blätter Rosengarten und Stürlack zum Abschluss bringen bezw. auf Blatt Drengfurth übergehen (G. A. 19; 50, ög, 44). Ilülfsgeologe Dr. Gagel wird nach Fertigstellung des Blattes M uschaken (G. A. 35; 38) die Aufnahme der Blätter Lötzen und XXVI Kruglanken westliche Hälfte sowie den Abschluss des von Dr. Schulte im Vorjahre bearbeiteten Blattes Gr. Steinort bewirken (G. A. 19; 57, 58, 5l). Bezirksgeologe Dr. Müller wird zunächst das im Vorjahre begonnene Blatt Wartenburg, sowie durch eine Schlussbegehung die Blätter Gr. Bartelsdorf und Meusgnth druckfertig stellen (G. A. 25; 9, 15/16) und sodann ein neues Arbeitsgebiet in Hannover beginnen. Anderweitige Arbeiten. Behufs der Einführung der zu einem Ausbildungskursus bei der Geologischen Landesanstalt einberufenen 4 Lehrer landwirth- schaftlicher Schulen in die geologisch-agronomische Aufnahme werden die Landesgeologen Dr. Keilhack und Dr. Schröder, der Bezirksgeologe Dr. Müller und der Hülfsgeologe Dr. Gagel mit diesen während 14 Tagen Aufnahmearbeiten in dem Blatte Seelow (G. A. 46; 25) ausführen und dabei zugleich die neu ein- getretenen Geologen Dr. Klautzsch und Dr. Krause anleiten. Landesgeologe Dr. Dathe wird auf das an die Geologische Landesanstalt gerichtete Ersuchen des Königlichen Oberbergamtes in Breslau eine geologische Untersuchung der Quellenverhältnisse des Bades Landeck ausführen. XXVII 3. Mittheilungeil der Mitarbeiter der Königlichen geologischen Landesanstalt über Ergebnisse der Aufiiahinen im Jahre 1897. H. Loretz: Bericht über die Ergebnisse der geolo- gischen Aufnahmen 1897 in der Gegend von Iserlohn und Hagen. Auf dem Blatte Iserlohn wurde die Specialkartirung be- sonders im nordöstlichen Theile weitergeführt und auf die an- grenzenden Theile der benachbarten Blätter Menden (im Norden) lind Balve (im Osten) ausgedehnt. Es kommt hier die Schich- tenfolge vom Mitteldevon bis zum Carbon (Lenneschiefer bis Flötz- leerer Sandstein) in Betracht. Im Lenneschiefer ist in dem Gebirgstheil südlich von den Ortschaften Westig, Sundwig und Deilinghofen die Lagerung im Ganzen ziemlich regelmässig, das Einfallen der Schichten ist meisthin nördlich mit 30^ bis 20^, hier und da noch flacher, selten steiler. Ostwärts (zwischen Deilinghofen, Brockhausen und dem Balver Wald) ist die Fällrichtung mehr nordöstlich. Das Gestein ist der ziemlich düunbankige bis -plattige, zum Theil etwas uneben oder flach wellig geschichtete, graue bis schmutzig grau- grünliche Grauwackenschiefer, wie er auch näher bei Iserlohn und an anderen Stellen den hängendsten Theil des Lenneschiefer- Gebirges bildet; hier und da wird er etwas kalkhaltig und dann leicht mürbe und bröcklig. Versteinerungen kommen hier und da XXVIII vor. Die härteren Lagen unterscheiden sich übrigens petrogra- |)hisch kaum von den zum Theil etwas quarzitischen Grauwacken- sand s te i n bänken der älteren Theile dieses Gebirges und schliessen, wie diese, undeutliche vegetabilische Reste ein. Das in meiner vorigen Mittheilung schon erwähnte Kalk- zwischenlager des Lenneschiefers mit Cyathophyllum quadrigeniinum Goldf. und anderen Versteinerungen, welches vom Lennethal unterhalb Nachrodt ostwärts über Pillingsen und Lössel zieht, ist auf Blatt Iserlohn zunächst dessen Westgrenze in der Nähe der Häusergruppe Bühr in Form von Kalkbänkchen mit viel Crinoiden- stieltrümmern und anderen Versteinerungen (z. B. Aulopora repens) und von unreinen kalkigen Schiefern oder Grauwackensandsteinen, begleitet von weichen, leicht zu gelblichem Boden verwitternden Thonschiefern zu erkennen. Ebendahin gehören ferner etwas nord- östlich von da die Kalkblöcke mit der genannten Cyathophyllum- Art im Aus^ano^e des Seitenthals bei der Ruine Frauenstuhl im Thal der Grüne. Zwischen dieser Stelle und dem Thale des Westiger Baches, weiter östlich, ist es, obwohl gewisse Terrain- verhältuisse das Durchziehen einer leichter zerstörbaren Schichten- folge anzudeuten scheinen, nicht gelungen ein kalkiges Zwischen- lager im Zusammenhänge nachzuweisen ^). An der Ostseite des genannten Thaies jedoch, besonders am Waldwege nach Fröns- berg, sind Kalkzwischenbänke mit Cyathophyllum quad^dgeminum (daneben auch mit Cyathophylluvi caespitomni^ Favositen, Stromato- poren wuchs und Crinoidenstieltrümmern) theils anstehend, theils in ihren Bruchstücken, leicht zu beobachten; und wahrscheinlich ist es wieder derselbe Horizont, der im nächsten Thale ostwärts, zwischen Grünthal und Winterhof durchstreicht, obwohl auch hier b Dieses Jalirhiich für 1896, S. LII. b Nur bei Frauzoseuliohl und im Hintergründe des Wermingser Thals, un- weit der daselbst befindlichen Stadt- Teiche giebt sich etwas kalkiges Material ohne Schwierigkeit zu erkennen. — Soweit nicht compacte Kalkbänke, sondern nur unreine kalkige Schiefer und Grauwacken vorliegen, ist es übrigens selbst- verständlicli, dass diese durch Verwitterung streckenweise völlig zerstört werden können und sich dann der Beobachtung entziehen. So ist es auch äusserst schwierig, die in dem Stollen der Iserlohner Wasserleitung nachgewiesenen kal- kigen Bänke an der Oberfläche aufzufinden. XXIX in der waldigen Zwiselienstrecke der Zusammenhang kaum zu er- kennen ist. Das in der vorigen Mittheil iing ebenfalls bereits erwähnte oberste Kalkzwischenlager im Lenneschiefer konnte so gut wie zusammenhängend über die ganze Breite von Blatt Iserlohn nach- o-ewiesen werden. Bei Deilin<^hofen durch Gebirj^sschutt aller- diugs zugedeckt, kommt es doch bei Brockhausen so eben wieder zum Vorschein und steht vor Bäingsen (Blatt Balve) felsbildend und über 10 Meter stark an. CyatJiophijUuni quadrigeminum wurde in diesem Lager nicht beobachtet, wohl aber, neben Stromatoporen und Favositen Cgathophyllum caespitosum^ scheint auch, doch nicht häufig, eine Actinocystis-Kvi darin vorzukommen. Im Verlaufe des nördlichen Randes des Lenneschiefergebirges, an welchem Rande der Elberfelder Kalk beginnt, machen sich bei Westig, Sundwig und Deilinghofen verschiedene, quer oder schräg zum Streichen des Schiefers gerichtete Verwerfungen geltend. Die Störung der Lagerung greift hier weiter nördlich aus und bewirkt einen sehr unregelmässigen Grenzverlauf zwischen oberst^un Mitteldevon und Oberdevon. Das Vorkommen von verkieseltem Kalk und Schiefer etwa 2 Kilometer südöstlich von Deilinghofen, innerhalb des Lenneschiefergebiets, dürfte an eine dieser Störungs- spalten gebunden sein, welche in entgegengesetzter Richtung in das bekannte Sundwiger Felsenmeer (im Gebiete des Elberfelder Kalkes) trifft. Nach der Lage der Stellen, wo Amphipora ramosa im Elber- felder Kalke dieser Gegend beobachtet wurde, scheint diese Ver- steinerung in verschiedenen Horizonten wiederzu kehren. Die in der vorij^en Mittheiluno: Seemächten Anoeaben über die Schichtenfolge und die Gesteine des hiesigen Oberdevon und seine Grenze zum Culm treffen auch für den nordöstlichen Theil von Blatt Iserlohn und weiter bis zum Ilönnethal (Blatt Balve) durch- aus zu. Bei Oese greift das Oberdevon etwas auf das nördlich angrenzende Blatt Menden über. Es bestätigt sich hier‘^), dass b A. a. 0. S. L oben, und LT unten, b Vergl. a. a. 0. S. LIX, Anm. 2. XXX im obersten Oberdevon sandig -f>:limmeri2re Schichten zwischen o O weicherem Schiefer und kalkigen Laoten bis sranz nah an die Gulm- grenze herangehen. Man sieht das z. B. gut in einem alten, kleinen Steinbruche an der Strasse in Oese, wo solche sandig- glimmerige, leicht zerfallende Bänke und Bänkchen mit Pflanze n- spuren ganz nahe an den untersten Culmkieselschiefern liegen; im Wechsel und in Verwachsung mit ihnen stehen plattig-knollige Kalklagen an, von dichter Structur, innen grau, aussen gelblich- braun, mit deutlichen Spuren von Gon iatiten; also ein sehr rascher Wechsel der Ablao^erungsbedinguugen. Die Culmschichten sind bei Hemer und Oese in verschiede- nen, grösseren Steinbrüchen aufgeschlossen, welche besonders die den Kieselschiefern und weicheren schwarzen Schiefern zwischen- geschalteten Kalk- und Kieselkalkbänke zum Gegenstand der Ge- winnung haben. Im dritten dieser Steinbrüche unterhalb Oese finden sich dünne Lagen mit Posiclonia Bechen und andere mit plattgedrückten Goniatiten (^striatus z. Th.). In einem der Brüche nördlich von Hemer ist eine kalkige Lage aufgeschlossen, welche viele Exemplare von Goniatites sphaericus Phill. und Orthoceras sp. enthält. Nicht weit davon ist an der Grenze der Culmschiefer zu der Gruppe des Flötzleeren Sandsteins an einem Waldweg (bereits auf Blatt Menden) soviel deutlich zu sehen, dass diese Grenze nicht ganz ohne Wechsellagerung ist, indem hier eine, vielleicht mehrere Meter starke F olge grauwackenartiger Schichten nochmals von kohlschwarzen, etwas kieseligen Schiefern überlagert wird. In der einförmigen Schichtengruppe des Flötzleeren Sand- steins, welche nordwärts von Iserlohn auf den Blättern Schwerte und Menden grosse Flächen einnimmt, lässt sich vielleicht die- jenige Partie kartographisch aussondern, in der bei Westhofen u. s. w. in vielen Steinbrüchen ein recht brauchbarer fester Bau- und Werksandstein gewonnen wird; doch legen sich auch zwischen diese Bänke stärkere Folgen weicher, sandiger und schiefer- thoniger Schichten, zum Theil mit undeutlichem, schwarzen, vege- tabilischen Detritus erfüllt, ein, ganz so wie sie im weiteren Bereiche des Flötzleeren allenthalben verbreitet sind. XXXI Auf dem Blatte Hagen ist besonders der Abschnitt des Lennescbiefergebirges begangen worden, der sieb nach Sndosten au den mit Verwerfung absclmeidenden Rand längs der Enneper- Strasse anscbliesst, und etwa zwischen den Ortschaften Gevels- berg, Milspe, Altenvörde, Vörde, Selbecke, Kükelbausen und Haspe gelegen ist. Es besteht liier ganz vorwaltend südöstliches bis südsüdöstliches Einfallen der Schichten, allerdings unter ziem- lich verschiedenen Winkeln und mit einzelnen Abweichungen nach Südwesten, sowie einigen Umkehrungen nach Nordwesten, die vielleicht auf untergeordnete Muldenbildungen schliessen lassen. Nach dem Volmethal hin, zunächst oberhalb Hagen, ändert sich die Fallrichtung und wird nordöstlich. Die bezeichnete Gebirgsmasse wird, wie das sonstige Lenne- schiefergebirge, gebildet von Grauwackensandsteinbänken mit leich- ter verwitternden Zwischenlagen von glimmerigem Grauwacken- schiefer und Thonschiefer. Kalkeinlagerungen treten hier sehr zurück. Petrographische Aehnlichkeit mit dem Lenneschiefer der Gegend bei Iserlohn, welcher, wie wir gesehen haben, dem jüngsten Theile dieser grossen Schichtenreihe angehört, ist zwar vorhanden, wird sogar an einzelnen Stellen resp. in gewissen Schichten aujÖPällig; im Ganzen jedoch bieten jene Gehirgsschichten südwestlich von Hagen dem Auge einen etwas abweichenden Ha- bitus dar. Die Grauwackensandsteinbänke, welche hier in vielen Steinbrüchen zu Bruchsteinen, Pflastersteinen und Kleinschlag ge- wonnen werden, sind meist stärker und in grösserer Menge vor- handen; ihnen wie nicht minder den dünnen Zwischenlagen kommt im frischen Zustande in grosser Verbreitung eine in’s Grünliche ziehende Färbung zu, welche jedoch in ebenso weiter Verbreitung durch Verwitterung in Roth umsetzt, und dies besonders bei den dünnen, weicheren Schichten, zum Theil aber auch bei den Grau- wackensandsteinbänken, indem hierbei zunächst nur einzelne Theile der Lagen und Bänke von der Röthung ergriffen werden, zuletzt aber die ganze Masse. So sieht man an Steinbruchswänden manchmal die obersten 3, 4, 5 Meter des aufgelockerten Gesteins völlig geröthet, die tieferen Theile jedoch nur hier und da. Es scheint, dass die erste Veranlassung der Röthung in mechanischen XXXII Vorgängen, insbesondere der transversalen Scliiefernng zn suchen ist, und demgemäss macht sich die Erscheinung auch in den für diese mechanische Wirkun<2!: leichter zno'äimlichen Schichten stärker geltend als in den weniger zugänglicheu, starken, harten Bänken, so dass also übereinander liegende Schichten verschieden stark geröthet sein können. Doch kommt ohne Zweifel auch die ur- sprüngliche petrographisch- chemische Zusammensetzung des Ge- steins, insbesondere die Anwesenheit des die grünliche Färbung l)edingenden Bestandtheils in Betracht, um diese secnudäre Röthung eintreten zu lassen. Wo dieselbe nicht Platz greifen konnte, ist die Verwitte- ruimsfarbe des Granwackensandsteins und -Schiefers ANNENBKRG und E. HoLZAPFEL, Die Granite Das Bezeichnendste ist die starke Abnahme des Kalkgehaltes, während diese bei den Alkalien nur sehr unbedeutend ist (I und II haben fast gleichen Alkaligehalt). Ferner tritt eine deutliche Zunahme bei der Thonerde hervor im Verhältniss von (rund) 15:18:19. Freilich sind die beiden Vorkommen trotz ihrer weitgehenden üebereinstimmung nicht bis in’s kleinste Detail direct vergleichbar. Das zeigt namentlich der Unterschied im Si02- Gehalt, der bei dem frischen Granit vom Herzogenhügel schon beträchtlich höher ist als bei dem stark zersetzten Lammersdorfer, während man doch eher das Gegentheil erwarten sollte. Dem gegenüber muss aller- dings hervorgehoben werden, dass der Granit des Hillthales bei der Zersetzung zunächst eine procentische Verminderung seines Kieselsäuregehaltes erleidet: Herr Schmitz fand in verwittertem Gestein nur 68,98 pCt. Si02l 2. DasNebengestein. Bei Besprechung des Lammersdorfer Granites betont v. Lasaulx, dass in den umgebenden Gesteinen keinerlei Contactwirkuimeu nachzuweisen seien. Die leichten Ver- änderungen dieser Gesteine, die vielleicht doch als solche au Zusehen sind, haben bereits im vorhergehenden Abschnitt Würdigung gefunden. Die mikroskopische Untersuchung vermag hier kaum weiteren Aufschluss zu o;eben. Demo^egenüber ist nun die Beobach- tung von Interesse, dass in der Nähe des Herzogenhügels Gesteine auftreten, welche z. Th. solchen der bekannten typischen Granit- contactzonen , speciell den Knotenschiefern gleichen. Die in Betracht kommenden Gesteine sind, ausser den eigentlichen Knoten- schiefem, gelbe phyllitische Gesteine und Quarzite. Quarzit aus der Nachbarschaft des Granites zeigt sich aus unregelmässigen, aber stets rundlichen Quarzkörnchen zusammen- gesetzt. Dazwischen zieht sich zuweilen ein fast zusammenhän- gendes Netzwerk aus feinen Schüppchen hin, die einen deutlichen, aber nicht besonders kräftigen Pleochroismus (gelbbraun || der fasrigeu Spaltbarkeit, sehr hellgelb J_ dazu), lebhafte Polarisations- farben und gerade Auslöschuug zeigen, also wohl als ein biotit- ähnliches Glimmermineral aufzufassen sind. Andere, daneben oft reichlich auftretende Blättchen zeigen blaugrüne Farbentöne und der Gegend von Aachen. 15 schwache Doppelbrechung. In ihnen wird man ein Chloritmineral zu sehen haben. Doch sind die winzigen völlig unregelmässigen Schüppchen und Fäserchen für eine genauere Bestimmung kaum geeignet. In anderen Fällen tritt der dunkle Glimmer zurück und wird zum Theil durch Muskowit ersetzt. Ein etwas abweichen- des Bild zeigt der Quarzit aus der Nähe des Lammersdorfer Granites: seine Körner sind nicht rundlich, sondern deutlich ge- streckt, wodurch eine Art Parallelstructur der ganzen Masse ent- steht. Jedes einzelne Quarzkorn ist zudem von einer sehr feinkörnigen trüben Zone umgeben, die den Eindruck macht, als sei sie durch Zerdrückung der Randtheile der grossen Körner entstanden. Glimmerartige Schüppchen finden sich hier nur ganz vereinzelt. Wir sehen also hier zwar deutliche Spuren dynamischer Einwirkung aber keine Neubildungen, die etwa auf den Einfluss des benachbarten Granites zurückgeführt werden könnten. Solche sind allerdings bei reinem Quarzit auch nicht zu erwarten, wie auch V. Lasaülx bei Besprechung der Lammersdorfer Verhältnisse betont. Etwas anders liegt zwar die Sache im Hillthal, wo wir es, wie gezeigt, nicht mit reinen Quarziten zu thun haben. Doch deutet nichts in der Art des Auftretens der erwähnten Glimmer- minerale darauf hin, dass sie als ein Product des Granitcontactes aufzufassen wären. Unter den schiefrigen Gesteinen interessiren uns in erster Linie die schon erwähnten Knoten schiefer. Die makro- skopische Betrachtung lässt erkennen, dass wir es hier nur mit dem ersten Stadium dieser typischen Umwandlungsform zu thun haben. Die Knötchen sind sehr klein, oft undeutlich, dicht gedrängt, von gelblich -grauer Farbe, also heller als die schwarze oder dunkelgraue Schiefergrundmasse. Auch ist eine Härtung des Gesteins, wie sie bei einem etwas höheren Grade dieser Metamor- phose eintritt, hier noch nicht zu bemerken. Unter dem Mikroskop kehrt sich das Farbenverhältniss der Knötchen zur Grundmasse um. Man erkennt in jenen die charakte- ristischen Anhäufungen dunklen Pigmentes von unregelmässig elliptischem Querschnitt, umgeben von einem gelben (? Limonit-) 10 A. Dannenberg und E. Holzapp’el, Die Granite Saum. Diese gelbe Hülle ist es otFenbar, die die helle Farbe der Knötchen im Handstück hervorbringt. Die helle Grundmasse zeigt sich wesentlich aus sehr feinen Quarzkörnchen und Muskowit- schüppchen zusammengesetzt. Das Ganze erscheint durchaus ähnlich einem typischen Knotenschiefer von Andlau. Neben den genannten Hauptbestandtheilen beobachtet man Kryställchen von Turmalin und grünliche Schuppen wahrscheinlich chloritischer Natur. Reichlicher als diese ist ein anderer accessorischer Be- standtheil vorhanden, dessen Natur kaum mit Sicherheit zu be- stimmen ist. Es sind fast undurchsichtige, im durchfallenden Licht daher beinahe schwarz erscheinende, im auffallenden Lichte aber hellgelbe Körnchen. Bei Anwendung stärkster Vergrösse- rungen erkennt man eine stark licht- und doppelbrechende Substanz von orelbbrauner Farbe. Die scheinbare Undurchsichtigkeit rührt o o offenbar von der Totalreflexion an den Rändern der winzigen, jedes einzelne Körnchen zusammensetzenden Krystallelemente her. Die angeführten Eigenschaften würden am besten auf Rutil passen. Herr Geheimerath Zirkel hatte die Freundlichkeit, sich auf meine Bitte über diese Objekte zu äussern. Er hält sie für allerfeinste, sagenitische Rutilaggregate und ist geneigt, in dieser Zusammen- ballung der Titansäure eine Contactwirkung zu sehen. Die Auf- fassung würde eine gewisse Bestätigung durch die Beobachtung erhalten, dass unveränderte Thonschiefer dieser Gegend, z. B. auch von Lammersdorf, einen grossen Reichthum au winzigen Rutil- kryställchen von gerundeter, keulen- oder wurstartiger Form enthalten. Trotz ihrer sehr geringen Dimensionen übertreffen sie doch die bekannten »Thonschiefernädelchen« bedeutend an Grösse. Bei Anwendung starker Vergrösserung ist daher ihre gelbbraune Farbe, sowie die lebhafte Doppelbrechung und gerade Auslöschung gut zu erkennen. In Verbindung mit diesen dunklen Knotenschiefern tritt ein hellgelbes Schiefergestein auf, das sich unter dem Mikroskop als Phyllit erweist. Quarz, reichlicher Muskowit, weniger Chlorit sind seine Hauptbestandtheile. Pyrit ist stellenweise reichlich vorhanden. Das dunkle Pigment fehlt vollkommen. Kleine Turmalinkryställchen sind ziemlich häufig, auch treten die soeben der Gegend von Aachen. 17 erwähnten gelben Körnchen, also wahrscheinlich Sagenitklümpchen, sehr reichlich auf. Von diesen abgesehen aber fehlt jedes Anzeichen von Contactwirkung. Die mit feinen Knötchen bedeckten Schiefer aus dem Bereiche des Lammersdorfer Granites zeigen unter dem Mikroskop nichts Bemerkenswerthes. Das dichte schwarze Pigment ist höchstens etwas wolkig vertheilt, die kaum auflösbare Grundmasse scheint aus Quarz mit etwas Muskowit zu bestehen. Die zuweilen massen- haft den Schiefer erfüllenden Pyritwürfelchen besitzen stets auf zwei entgegengesetzten Seiten bartartige Ansätze von faserigem Quarz. Ein besonderes Interesse hinsichtlich der Contactwirkung des Granites vom Herzogenhügel versprachen einige Gesteinsproben, die im Bette eines links in die Hill mündenden Rinnsales in unmittelbarer Berührung mit dem Granit gefunden wurden. Es sind glimmerreiche schiefrige Quarzite bezw. Quarzitschiefer von grauer und gelber Farbe. Die Hauptbestandtheile sind Quarz und Muskowit, letzterer meist sehr reichlich und in ziemlich grossen Blättchen; ferner auffallend viel Rutil meist in kleinen knäuel- förmigen Gruppen (ganz verschieden von den ? Sagenitklümpchen des Knotenschiefers und Phyllites), seltener in einzelnen Kryställchen oder als knieförmige Zwillinge. Neben diesen Bestandtheilen aber bemerkt man Blättchen eines anderen, ebenfalls meist farblosen Glimmers, der sich von dem Muskowit durch seine schwache Doppelbrechung unterscheidet und hierin dem gebleichten Biotit des Granites gleicht, ja man findet sogar solche Blättchen, die noch Reste» der ursprünglichen braunen Färbung und damit den charakteristischen Pleochroismus bewahrt haben. Um die Uebereinstimmimg vollkommen zu machen, finden sich auch noch die pleochroitischen Höfe in genau derselben Form, wie im Biotit des Granites selbst. Nach alle dem kann man wohl nicht bezweifeln, dass diese Biotitblättchen aus dem Granit stammen und durch dessen Zertrümmerung in das Nebengestein gelangt sind. Letzteres müsste also jüngerer Bildung sein als der Granit. Zu dieser Auffassung passt auch die Abwesenheit aller Contacterscheinungen bei diesen in unmittelbarer Berührung stehen- den Gesteinen. Um so grösser wird die Schwierigkeit, dies 2 Jahrbuch 1897. A. Dannenberg und E. Holzapfel, Die Draniie Verhalten mit dem Auftreten der Knotenschiefer in Einklang zu bringen. Vielleicht lässt sich dieser augenscheinliche Widerspruch in der Weise lösen, dass mau die Entstehung der Knotenschiefer nicht auf den am Herzogenhügel anstehenden Granit, sondern auf eine andere, vielleicht in geringer Tiefe verborgene Masse zurückführt. Dadurch würde sich auch das Fehlen der inneren Zonen der normalen Contacthöfe an der Oberfläche erklären. Jeden- falls enthält die Annahme noch weiterer zu Tage tretender oder verdeckter Granitmassen, deren Spuren ja in Sediment — und Eruptivgesteinen verschiedentlich nachgewiesen sind, nichts Un- mögliches oder Widersinniges. Vielleicht erbringt die genaue Kartirung hierfür noch eine thatsächliche Bestätigung. Der in losen Blöcken bei Cornelimünster und Vicht gefundene Granit erweist sich bei mikroskopischer Untersuchung als ein normaler Biotitgranit, der den vorstehend beschriebenen, anstehend bekannten Gesteinen augenscheinlich ,sehr nahe steht. Er ist im Allgemeinen noch etwas grobkörniger als das Vorkommen am Herzogenhügel, doch wurde auch ein feinkörniges Stück gefunden, dass dem letzteren in Korngrösse und Structur völlig gleicht. Die Ausbildung der einzelnen Gemengtheile ist wesentlich dieselbe wie am Herzogenhügel und bietet somit nur zu wenigen Bemerkungen Anlass. Das Gestein der Findlinge ist verhältnissmässig sehr frisch. Dies zeigt sich am auffälligsten an den kräftigen Farbentönen des Biotits, der hier noch fast gar keine Bleichung oder sonstige Umwandlung erlitten hat und daher aueh die Erscheinung der pleochroitischen Höfe in hervorragender Schönheit aufweist. Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass als Kern solcher Höfe — falls überhaupt ein sicher erkennbares Mineral vorliegt — neben Zirkon hier ziemlich häufig auch Apatit und zwar in relativ grossen Kryställchen auftritt. Von den Feldspathen ist der Orthoklas auch hier schon ziemlich zersetzt, unter starker Kaolin- und Muskowitbil- dung. Dermehr automorphePlagiok las ist durchschnittlich weniger verändert, oft sogar fast völlig frisch. Den vorwiegend geringen der Gegend von Aachen. 19 Auslöschungsschiefeu zufolge muss er zumeist dem Oligoklas angehören, abgesehen von den bei deutlich zonarem Bau gelegentlich vorhandenen basischen Kernen, in denen die Schiefe der Auslöschung auf 20^ steigt. lieber den Quarz ist nichts Besonderes zu sagen. Muskowit wurde nicht beobachtet; auch accessorische Ge- mengtheile treten nicht hervor. 2* Eine grosse Felis-Art aus märkischem Diluvium. Von Herrn Henry Schröder in Berlin. Im Jahre 1895 erhielt ich nebst mehreren anderen, nur frag- mentarisch erhaltenen Knochen aus den Kiesgruben am Bahnhof Oderberg-Bralitz das Metacarpale eines carnivoren Säugethiers, dessen Grösse nicht zu den beiden bis jetzt aus märkischem Diluvium bekannten Carnivoren, Canis lupus und Ursus sp., passte. Es lag nahe, den Knochen als zu Felis gehörig zu betrachten; die vermuthete Beziehung stellte sich bei einem Vergleich mit dem orleichen Knochen des lebenden Löwen und den Abbildungen o O der Felis spelaea als richtig heraus Durch die Gestalt der proximalen Gelenkfläche und die des Proximal - Endes der Diaphyse erweist sich der Knochen als ein zweites rechtes Metacarpale. Da der Knochen sehr stark abge- rieben ist, lässt sich ein specieller Vergleich der einzelnen Arti- culationsflächen desselben mit denen des recenten Felis leo nicht durchführen, jedoch ist in den allgemeinen Umrissen eine voll- ständige Uebereinstimmung vorhanden, die Herr Prof. Nehring mit mir an dem recenten Material der landwirthschaftlichen Hoch- schule feststellte. In der folgenden Tabelle gebe ich in der ersten Columne die Maasse des Oderberger Metacarpale. Die 4 anderen Columnen enthalten die auf Meter umgerechneten Angaben von Dawkins und Sanford. 9 Dawkins und Sanford, Pleistoc. Mamm. p. 137, PI. XIX, fig. 6 und PI. XXI, fig. 2. Henry Schröder, Eine grosse Felis- Art aus märkischem Diluvium. 21 Felis leo var. spelaea Felis leo W. A. S. Oderberg Sanford Hill Ilford Brickearth Br. Museum Felis tigris Br. Museum Grösste Länge .... 0,105 0,107 0,107 0,090 0,102 0,095 Kleinster Umfang . . 0,046 0,056 0,048 0,034 0,039 0,039 Querdurchmesser der proximalen Articu- lation 0,021 0,025 0,021 0,018 0,020 0,020 Vertical- Durchmesser 0,028 0,030 0,028 0,024 0,025 0,027 Querdurchmesser der distalen Articulation 0,021 0,027 0,020 0,016 0,019 0,019 Vertical-Durchmesser ? 0,049 0,038 0,033 0,039 0,040 Der Vergleich ergiebt eine ausgezeichnete Uebereinstimmung in den Grössenverhältnissen; namentlich gleicht das Oderberger Metacarpale dem Englischen aus den Ilford Brickearths. Selbst- verständlich lässt sich an der Hand dieses Knochens über die Be- ziehuDg der diluvialen grossen Katzenart zu Felis leo und tigris Nichts sagen. Da die neueren Untersuchungen die Identität der Felis spelaea mit Felis leo wahrscheinlich machen, stehe ich nicht au, den vorliegenden Knochen als Felis leo zu bezeichnen. Ich bemerke, dass das Vorkommen des Löwen in Norddeutschem echt- glacialem Diluvium meines Wissens bisher nur durch NehrinG be- kannt geworden ist; in dem Bericht des Westpreussischen Pro- vinzial-Museums 1895, S. 16, erwähnt Conwentz »die vordere Partie des zweiten Backzahns aus dem rechten Unterkiefer des Höhlenlöwen, Felis spelaea Goldf. aus der Kiesgrube Gross- Waplitz, Kreis Stuhm«. Die Farbe des Knochens ist die für diluviale Reste allge- gemeine: eine graubraune; sein sonstiger Erhaltungszustand ist in- sofern abweichend, als alle Kanten und Ecken deutlich eine ge- wisse Rundung aufweisen, welche nur auf eine Abrollung in stark bewegtem Wasser zurückzuführen ist. Ebenso sind die übrigen mir übergebenen Knochenfragmente von Elephas sp., Bos sp. und Cervus sp. an den Bruchstellen sämmtlich kanten- und ecken-gerundet. Dies Verhalten veranlasst mich, auf die geologische Zu- 22 Henry Schröder, Eine grosse Felis- Art aus märkischem Diluvium. sammensetzung der die Lagerstätte der Knochen bildenden Schichten hier näher einzugehen. Es kann hiernach keinem Zweifel unterliegen, dass diese Säugethiere nicht an Ort und Stelle gestorben sind, wo ihre Knochen jetzt gefunden werden. Es sind zwei Möglichkeiten vorhanden, entweder wurden die Knochen noch in frischem Zu- stande nach dem vollständigen Zerfall des Cadavers von Wasser stark hin und her bewegt, zwischen Blöcken und Geröllen zerbrochen und dann im Kies eingebettet, oder sie waren bereits fossilisirt, als neu einbrechende Finthen die sie einschliessenden Schichten zerstörten, die Knochen zerbrachen, deren Bruchflächen abgerollt wurden, und sie an anderer Stelle wieder ablagerten. Für die letztere Annahme spricht nun die geologische Zu- sammensetzung der Gegend von Oderberg, indem sich namentlich in den Gruben am Oderberger Bahnhof, aber auch an vielen anderen Stellen, der Nachweis führen lässt, dass hier thatsächlich eine Zerstörung diluvialer Schichten zu diluvialer Zeit statt- gefunden hat. Ich habe die Grandgruben von Bahnhof Oderberg -Bralitz mehrere Jahre hinter einander besucht und die dort anstehenden Schichten, namentlich die tieferen, sehr verschieden gut auf- geschlossen gefunden. Die nachstehende Beschreibung ist aus der Combination dieser mehrfachen Beobachungen entstanden. Von oben nach unten sind vorhanden: Das Thalsand bis 2 Meter mächtig, mittelkörnig, mit ein- zelnen grösseren und kleineren Geschieben, die sich z. Th. in Lagen ordnen und im Liegenden stellen- weise zu Da Gl einer bis 0,5 Meter mächtigen Blocklage mit sandigem Bindemittel zusammenschliessen. Darunter folgt dSi u. dgi Grand und Spathsand mit Geröll-Lagen nach NO. bis 10 Meter mächtig, ausgezeichnet diagonal geschichtet, sonst aber horizontal gelagert. In den liegendsten Partien dieser Ablagerung kommen die Säuge- thierreste vor. Der Grand geht in d G2 Blockpackung bis 0,5 Meter Mächtigkeit über. Meistens Henkv Schrödei!, Eine grosse Felis-Ait aus märkischem Diluvium. 23 ist dieselbe jedoch nur eine Blocklage, deren Blöcke z. Th. in d m Geschiebemergel stecken, der, soweit es in der Grube zu beobachten ist, bis 1 Meter Mächtigkeit erreicht. Darunter folgt dh ein röthlicher, fein geschichteter Thoninergel, in dieser Grube nur 0,2 Meter mächtig, darunter dS2 mittelkörniger Spathsand nicht durchsunken. Die tiefere Blocklage (d G2), der Geschiebemergel (d m) und der Thonmergel (dh) nehmen nach NO. zu an Mächtigkeit ab, dm und dh keilen sich in derselben Richtung bald vollständig aus, so dass nur noch die Blocklage die hangenden Sande und Grande (dSi u. dgO von den liegenden Sanden (dS2) trennen; auch sie verschwindet nach NO. zu vollständig, so dass dSi u. dQi direct auf d$2 liegt. An Stelle der Blöcke treten nun zahlreiche Gerölle von Geschiebemergel und Thonmergel von rundlicher oder brod- laibartiger Form und häufig mehreren Decimetern Durchmesser. Das Material dieser Gerölle — namentlich die des Thonmergels, gleichen dem dicht dabei Anstehenden in der eigenthttmlich blassröthlichen Farbe und Schichtung — stammt jedenfalls von den weiter südwestlich beobachteten zusammenhängenden Geschiebe- mergel- und Thonmergelbänken her und es kann wohl kein Zweifel obwalten, dass wir in den Geröllen das durch Wasser- gewalt zerstörte Anstehende vor uns haben, dessen gröbstes Ma- terial, die Geschiebe der Grundmoräne, in der Form der Block- packung (082) zurückgeblieben ist. Solche Gerölle, namentlich von Geschiebemergel, sind mir von mehreren Stellen bekannt: von Liepe und Oderberg aus f*lateaudiluvium, vom südlichen Rand der Hohensaathener Terrasse zwischen Oderberg und Hohensaathen und namentlich aus der Schwedter Terrasse, wo sie mit Blockpackung verknüpft sind und in solcher Grösse Vorkommen , dass man bei flüchtiger Be- trachtung glaubt, einen steinigen Geschiebemergel vor sich zu haben. Derartige Gerölle von Geschiebemergel und Thonmergel kenne ich ausserdem aus Ostpreussen , von wo sie auch von 24 Henry Schröder, Eine grosse Felis- Art aus märkischem Diluvium. Klebs erwähnt werden. G. Müller fand sie bei Gross-Freden, Prov. Hannover. Zeise i) beobachtete sie im Grünenthaler Ein- schnitt des Nord-Ostsee-Canals und nimmt für sie fluviatile Ent- stehung an, wie sie auch Joseph Lomes ^), entgegen den An- schauungen von Mellard Heade^), nach welchem sie nur an einer See mit Ebbe und Fluth entstanden sein können, für englische Vorkommnisse behauptet. In dem vorliegenden Fall ist eine marine Entstehung vollkommen ausgeschlossen und ausserdem die Be- ziehung zu dem Anstehenden völlig klar. Die aus dem anstehenden Geschiebemergel und Thonmergel Geröll-formenden Kräfte sind augenscheinlich dieselben, wie die- jenigen, welche die Säugethierknochen abgerollt, die geringe Mäch- tigkeit des Geschiebemergels und die über ihm befindliche Block- lage (dGs) veranlasst und die Ablagerung der groben Sande und Grande (dSi) und (dgi) verursacht haben. Die Zeit der Ent- stehung der letzteren ist entscheidend für die Beurtheilung der ganzen Lagerstätte. In ihrer petrographischen Zusammensetzung hat man zunächst keinen Anhalt für ihr Alter, ob sie alt-, inter- oder jungglacial oder bereits der Zeit der Thalbildung angehören. Die Lage der Grande und Sande innerhalb der Neuenhagen-Bra- litzer Terrasse, das Vorkommen der Geschiebemergel-Gerölle und der sie begleitenden Blockanhäufungen in der Hohensaathener und Schwedter Terrasse^) legt ein sehr spätglaciales Alter nahe. Erstens widerspricht jedoch dieser Annahme der Umstand, dass die geringe Mächtigkeit des Geschiebemergels, die ja auf die gleichen Ursachen zurückzuführen ist, und ebenso Grand- und Gerölllager mit Geschiebemergelgeröllen auch an anderen Stellen, z. B. direct gegenüber Bralitz bei Oderberg, in zweifellosem Plateau -Diluvium beobachtet und also auf thalbildende Ablation nicht zurückzuführen sind. Zweitens lassen die Verhältnisse am 1) Neues Jahrb. 1895, II. p. 472, und 1896, I. p. 458. 2) An ancient glacial shore. Geolog. Mag. 1894, p. 222 u. 223. 2) An ancient glacial shore. Geolog. Mag. 1894, p. 76, 77. Die durch Berendt, Krause, Kemele bekannt gewordenen Fundpunkte diluvialer Säugethiere der näheren und weiteren Umgebung von Eberswalde liegen zum Theil auch in den Terrassen. Die Fundstellen sind mir durch Augen- schein leider nicht bekannt. Henry Schröder, Eine grosse Felis-Art aus märkischem Diluvium. 25 Bahühof Oderberg-Bralitz eine derartige Deutung aus nachfolgen- den Gründen nicht zu. Die Sande und Grande (dSi und dfli), welche an ihrer Basis die Säugethiere führen, sind nämlich, wie oben bereits gesagt, an mehreren Stellen von einer bis 0,5 Meter anschwellenden Block- lage (da Gl) bedeckt, über welcher dann noch bis 2 Meter Sande (Bas) von mittlerem Korn und meistens undeutlicher Schichtung lagern. Derartige Blockanhäufungen in hohem Niveau (nicht zu verwechseln mit dG‘2) finden sich häufig innerhalb der Neuen- hagener Terrasse nördlich der Dörfer Neuenhagen, Alt - Glietzen und Neu-Glietzen. Sie sind auch hier unterlagert von Granden, wie zahlreiche, nach Ausbeutung der Blöcke wieder verfallende Gruben beweisen. Unter diesen ist dann auch wieder in einem tieferen Aufschluss am Gr.- Krebs-See wenig über dessen 2,2 Meter Meereshöhe betragendem Niveau Geschiebemergel beobachtet worden, der sich östlich bis Neu-Glietzen weiter verfolgen lässt und dessen Stellung als altglacial in den Aufschlüssen am gegenüberliegen- dem Ufer der Neuen Oder westlich Alt-Küstrinchen durch Erosion des Plataurandes unzweifelhaft ist. Zwischen Neuenhagen und Alt-Glietzen sinkt der Obere Ge- schiebemergel, z. Th. bedeckt von den Thonmergeln des Neuen- hagener Staubeckens, von der Höhe der Endmoräne nach N. herab in das Thalniveau, dessen Meereshöhe hier wenig unter 20 Meter liegt. Dieser Umstand zwingt zu der Annahme, dass die ungefähr in gleicher Höhe oder wenig darunter befindliche obere Blockpackung (daGi) das Residuum der zur Zeit der Thal- bilduug zerstörten jungglacialen Grundmoräne ist. In Folge dessen ist der Grand, Geschiebemergel und Blockpackung im Liegenden derselben unterdiluvial im BERENDT’schen Sinne. Die Frage, ob die Entstehung der Blockpackung und der Grande alt-, inter- oder jungglacial ist, lässt sich, glaube ich, durch fol- genden Schluss beantworten. Da der Geschiebemergel in den Bralitzer Gruben nach Obigem der ersten Vergletscherung ange- hört uüd die Säugethiere sich an anderen Stellen zweifellos auf primärer Lagerstätte über demselben befinden und damit inter- glacial sind, so bleibt für die Grande der Oderberger Gruben j^ur interglaciales oder jungglaciales Alter übrig. 26 Henry Schröder, Eine grosse Felis- Art aus märkischem Diluvium. Sie siüd entweder in interglacialen Strömen oder beim Vor- rücken der zweiten Vergletscherung von deren vor oder unter dem Eise befindlichen Gletscherströmen abgelagert. Eine Ent- scheidung darüber, ob die Grande noch interglacial oder schon jungglacial sind, ist nicht zu treffen; jedoch dürfte man zu letz- terem neigen, da die Anwesenheit des Inlandeises grössere, mit starker Strömung versehene Wassermassen bedingt und damit den Absatz grosser Grandmassen leichter verständlich macht. Das gleiche Agens bewirkte die Zerstörung der Sängethier-führenden Interglacial-Schichten, rollte deren Säugethierreste, trug die alt- glaciale Grundmoräne (dm) theilweise ab und hinterliess als deren Rest Geschiebemergel-Gerölle und Blockpackung (dG2); an anderen Stellen griff die Zerstörung noch tiefer, die Grundmoräne ver- schwand vollständig, und aus den darunter liegenden Thonmergeln entstanden ebenfalls Gerölle, ja, es mögen noch die Sande tiefster Stufe (dS2) in Mitleidenschaft gezogen sein. Ich bin mit Wahnschaffe der Ansicht, dass die beschriebene Zerstörung interglacialer Schichten durch jungglaciale i) Wasser- massen an zahleicheren Punkten in unserem Diluvium vorkommt, als man glaubt und mit ein Grund der ausserordentlichen Selten- heit interglacialer Schichten ist. Als einen solchen Punkt möchte ich die jüngst von Wahnschaffe-) beschriebenen Thongruben von Halbe ansehen; die dort beobachtete Steinsohle, die Wahn- schaffe als den Rückstand eines ausgeschlämmten Geschiebe- mergels ansieht, zwischen dem Thon und dem Sande, das Vor- kommen einer Torfscholle in dem Sande und die deutliche Ab- rollung des Schädelfragmentes von Ursus sp. sprechen dafür. Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich hier noch der üeberzeugung Ausdruck geben, dass an vielen der bekannten Punkte interglacialer Säugethierfauna sich die Ueberreste an ursprüng- licher Lagerstätte befinden, denn die Erhaltung einzelner, leicht zerbrechlicher Stücke widerlegt eine gegentheilige Ansicht. Jedoch glaube ich, dass anscheinend in demselben stratigraphischen Niveau 1) Vergl. auch Jentzsch, dieses Jahrb. 1893, S. LV. 2) Dieses Jahrb. 1896, S. 126—135. Hknby Schrödkr, Eine grosse Felis- Art aus märkischem Diluvium. 27 — mangels jeden Merkmales, das eine Unterscheidung intergla- cialer und glacialer Sande und Grande gestattet — primär ab- gelagerte und secundär abgerollte Stücke nicht weit von einander Vorkommen können, je nachdem die Zerstörung durch jüngere Wassermassen mehr oder weniger tief in’s Liegende eingegriffen hat. So ist wohl kein Zweifel , dass ein grosser Theil der Säugethierreste in Rixdorf sich auf primärer Lagerstätte befindet, obwohl mir mehrere Mammuthzähne mit dem Fundort Rixdorf, die eine deutliche Abrollung aufweisen, vorliegen. Maasse einiger Renthiersiangen aus Wiesen- kalk. Von Herrn Alfred Jentzsch in Königsberg in Pr. Gelegentlich der Beschreibung einer diluvialen Renthierstange von Halbe hat Herr F. Wahnschaffe i) dieselbe zwar — ebenso wie Herr Dames die Rixdorfer Funde — zum hocharktischen Renthier (Rangifer grönlandicus) gestellt, aber auch mit Recht darauf hingewiesen, dass im Alluvium Renthiergeweihe von ähnlicher Grösse verkommen. Da das Ostpreussische Provinzial- museum — neben den von mir zuerst gefundenen frühglacialen Renthierresten der Elbinger Haffziegeleien — auch eine Anzahl alluvialer Reste von solchen enthält, so schien es mir nützlich, die grösseren unserer Exemplare zu messen. Des Vergleichs wegen füge ich unter No. 1 und 2 die Maasse eines recenten schädelechten Renthiergeweihes bei, welches unser Museum direct aus Norwegen erhalten hat. No. 4 — 12 stammen aus Wieseu- kalk bezw. aus dem Untergrund von Torflagern Ost- und West- preussens, und zwar No. 4 von Zöpel bei Maldeuten , Kreis Mohrungen (G. A. 34, 9), Section XXI, Elbing der geolo- gischen Karte der Provinz Preussen. » 5 von Stawisken, Kreis Berent (G. A. 15, 59). » 6 von Wokellen bei Pr.-Eylau (G. A. 18, 38). » 7 von Garbnicken bei Wildenhof Kreis Pr.-Eylau (G. A. 18, 37). *) Dieses Jahrbuch für 1896, S. 126 — 135. Ale’ked Jentzsch, Maasse einiger Kenthierstangen aus Wiesenkalk. 29 No. 8 von Kalgen bei Königsberg, Kreis Fischhausen (G. A. 18, 19). » 9 aus der Nähe von Lenzen, Kreis Elbing (G. A. 17, 43). » 10 u. No. 11 von Streitswalde , Kreis Heiligenbeil (G. A. 17, 34). » 12 aus »Ostpreussen«. Dagegen ist » 3 bei Nidden (G. A. 3, 46), auf der Kurischen Neh- rung gefunden und gehört wohl dem dortigen »alten Waldboden« an, ist mithin geologisch jünger als No. 4 — 12. Vergleichshalber stelle ich daneben (nach Conwentz) 13. die Maasse des grössten westpreussischen Stückes aus Wiesenkalk von Remboschewo, Kreis Carthaus (G. A. 15, 4?), und (nach Wahnschaffe) 14. die Maasse des grössten aus dem norddeutschen Diluvium gemessenen Stückes von Halbe (G. A. 45, 5o). Dabei messe ich, soweit möglich, a) die volle Länge im Bogen entlang der äusseren Wölbung; soweit die Spitze abgebrochen, deute ich das durch -f- an; b) Die Sehnenläuge, geradlinig von der Wurzel bis zur Spitze (aus dem Verhältniss von a:b ergiebt sich die Krümmung); c) Die Länge der Eissprosse von ihrer Abzweigung gerechnet; d) Den Abstand von der Eissprosse zur Hintersprosse (der kleinen, zunächst der Eissprosse folgenden Sprosse) von Mitte zu Mitte der Abzweiguugsstellen geradlinig ge- messen; e) Den Abstand von der Hintersprosse bis zur 1 . Endsprosse von Mitte zu Mitte der Abzweigungsstellen gemessen; f) Den Umfang der Stange an der dünnsten Stelle zwischen Augen- und Eissprosse; g) Desgl. etwa 100 Millimeter über der Eissprosse; h) Desgl. etwa 40 Millimeter über der Hintersprosse. Durch die Vergleichung dieser Maasse kommen sowohl die Grössenverhältnisse der Geweihe an sich, als auch deren Unter- 3Ö Alfred Jentzsch, Maasse einiger Renthierstangen aus Wiesenkalk. schiede nach rechts und links, nach dem Geschlecht und ihrer Variabilität hervor. ' Das Stück No. 4 habe ich zwar bereits abgebildet. [Da diese Abbildunsc aber in Fachkreisen nicht hinreichend bekannt zu sein scheint, möge sie hier wiedergegeben werden.] In seinen Grössenverhältnissen, insbesondere in der bedeuten- den Entwicklung der Eissprosse, schliesst sich das Renthier der nordostdeutschen Wieseukalke, gleich dem diluvialen, der hoch- arktischen Varietät an, was vortrefflich zu dem Florenbilde unseres Wiesenkalks passt, welches durch Dryas octopetala^ Salix polaris und Betula nana auf baumarme Einöden deutet, die der späteren Bewaldung unseres Landes vorangingen. Folgende Tabelle zeigt dies im Einzelnen. üebersicht der Geologie Ost- und Westpreussens, Führer durch die geolog. Sammlungen des Provinzialmuseums. Königsberg 1892, S. 23. Alfred Jentzsch, Maasse einiger Renthierstangen aus Wiesenkalk. ^ I — Länge Abstand Umfang Volle Länge a Sehnen - länge b der Eis- sprosse c Eissprosse Hintersprosse bis bis Hintersprosse 1. Endsprosse d 1 e über der Augen- sprosse f über der Eis- 1 sprosse g 1 über der Hinter- sprosse h recent 1. rechts 1058 803 362 213 365 120 105 94 2. links 1100 724 381 238 305 120 103 97 Waldboden 3. links 455 -h 380 -h 150 -h 175 175 80 56 56 Wiesenkalk 4. rechts 1355 770 483 345 375 115 122 5. » 885 738-1- 354-f- 445 — 126 119 126 6. » 500-1- 450-1- 200-1- 255 — 140 72 80 7. » 405 350-1- 75 4- 195 100 75 58 68 8. » 915 600 280 180 365 98 94 90 9. links 1182-1- 870-h — ca. 360 560 — 126 127 10. » 610-h 530-1- 180 4- Hintersprosse ist nicht entwickelt — 90 72 — 11. » 495-+- 420-+- 180 4- 210 — 85 64 60 12. » 455 -L 425-1- 277 -1- 260 160 100 60 65 13. » 1100 1010 480 — — 154 130 — Diluvium 14. rechts ca. 940 -+- 0 850-1- 482 ca. 2801) j 500 4- 1) 138 130 128 Die fett gedruckten Zahlen sind die beobachteten Maxim alwerthe. Man sieht sofort, dass jenes grösste diluviale Stück von Halbe übertroffen wird in der vollen Länge und in der Länge der Eissprosse durch das abgebildete Stück No. 3 von Zölp; in der Sehnenlänge und im Umfange über der Eissprosse durch das Stück No. 13 von Remboschewo, in der Entfernung zwischen Eis- und Hintersprosse durch No. 4 von Stawisken, in der Entfernung zwischen Hintersprosse und erster Endsprosse durch No. 8 von Lenzen. Auch der Umfang desselben über der Eissprosse wird von No. 13 erreicht und von No. 8 nahezu erreicht; der Umfang über der Hintersprosse ist nur 1 Milli- meter grösser als bei No. 8, welcher Unterschied innerhalb der Beobachtungsfehler liegt. Die Mannichfaltigkeit der in obiger Tabelle niedergelegten Maasse wird gestatten, auch Bruch- stücke von Renthierstangen nach ihrer Grösse annähernd zu schätzen. Dabei ist indess zu be- rücksichtigen, dass die Hintersprosse sehr variabel ist und dass der Umfang über der Augensprosse wenig Anhalt gewährt, da bisweilen die Eissprosse so nahe an die Augensprosse rückt, dass zwischen beiden die Stange nicht Raum hat, sich zu runden. Im Gegensätze zu diesem Wieseukalk-Ren ist das Wald-Ren der Kurischen Nehrung mit viel kleinerem Geweihe ausgerüstet gewesen. 0 Von mir nach der Zeichnung gemessen. lieber zwei anscheinend bearbeitete Gesteins- stücke aus dem Diluvium. Briefliche Mittheilung des Herrn G. Maas an Herrn W. Hauchecome. Den von P. G. Krause und W. Dames beschriebenen Spuren menschlicher Thätigkeit aus dem Diluvium Norddeutschlands scheint sich ein neuer Fund anzureihen, welcher bei den geologischen Aufnah me- Arbeiten dieses Jahres in der Umgehend von Posen gemacht wurde, die abgebildeten beiden Feuersteinsplitter. Der grössere derselben (Fig. la, Ih), ein aus hellgrauem Feuer- stein bestehendes dreiseitiges Prisma, hat eine Länge von 38 Milli- meter, eine Breite von K) Millimeter und eine Dicke von 3 Milli- meter. Während das eine Ende eine unzweifelhaft natürliche Bruch- fläche darstellt, zeigen sich an dem anderen Ende (Fig. Ib) folgende Eigenthümlichkeiten. Die völlig glatte Endfläche zeigt eine leichte Wölbung und geht allmählich in die breite Prismenfläche über, indem die zwischen den beiden Flächen befindliche Kante deutlich abgeschlifien ist. Auch die zwischen den beiden schmalen Prismen- flächen liegende Kante ist an diesem Ende durch eine kleine, völlig glatte und nicht den muscheligen Bruch des Feuersteines zeigende, dreieckige Fläche abgestumpft. Das kleinere der beiden Stücke (Fig. Ic), welches die Gestalt einer Pfeilspitze besitzt, besteht aus graubraunem Feuerstein und hat eine flach convexe Unterseite und eine aus vier flach concaven Flächen bestehende Oberseite. Seine Länge beträgt 19 Millimeter, die grösste Breite, 11 Millimeter hinter der Spitze, 17 Millimeter G. Maas, Ueber zwei anschemend bearbeitete Gesteinsstiicke etc. 33 und die Dicke an dieser Stelle, von wo sie bis zum hinteren Ende sich nicht ändert, 4,7 Millimeter. Besonders fällt an diesem Stücke Fig. 1. a b c neben der Gestalt die feine Zähnung der die Spitze bildenden Kanten der Unterseite auf. Herr Prof. Dr. Voss, Director im Königlichen Museum für Völkerkunde zu Berlin, welcher auf meine Bitte die beiden Stücke gütigst einer Untersuchung unterzog, gab über dieselben das Ur- theil ab, »dass das eine Peuersteinstück, ein sogenanntes pris- matisches Messer, wohl unzweifelhaft als menschliches Artefact angesehen werden kann, das andere Stück scheint allerdings auch von Menschenhand seine jetzige Form erhalten zu haben, indess ist dies doch nicht so sicher als bei dem Messer«. Es lässt sich allerdings nicht bestreiten, dass Formen wie die der aufgefundenen Stücke auch auf natürliche Weise entstehen können, durch Aneinanderschlagen beim Fall oder in sehr stark strömendem Wasser oder durch Insolation. Doch müssen dann die Verhältnisse, unter denen die Stücke gefunden wurden, diese Möglichkeit wahrscheinlich erscheinen lassen. Die beiden Feuersteinstücke fanden sich in der grossen Kies- grube am Schilling bei Posen, westlich der nach Naramovice führenden Chaussee, in der sich das in der Abbildung 2 wieder- gegebene Profil (nach einer Photographie des Verfassers) zeigt. Die Oberfläche besteht aus einer etwa 2 Meter mächtigen Decke von oberem Geschiebemergel mit seiner Verwitterungsrinde. Dar- unter treten in der abgebauten bis zum oberen Grubenrande Jahrbuch 1897. 3 34 G"* Maas, lieber zwei anscheinend 7 Meter hohen Wand geschichtete Spathsande des unteren Dilu- viums hervor, welche eine Gesammtmächtigkeit von etwa 1 0 Meter Fig. 2. X bezeichnet die Fundstelle. besitzen, da der untere Geschiebeinergel erst in einer Tiefe von 5 Meter unter der Grubensohle erbohrt wird. In den gröberen Sanden, welche hier in häufigem Wechsel mit feinkörnigen auf- treten, finden sich die Reste einer Süsswasserfauna, bestehend aus Valvata piscinalis Müll., Planorbis marginatus Drap., Bithynia tentaculata L. und Pisidium amnicum Müll. Ausserdem ist diese Kiesgrube ein Fundort für diluviale Säugethierreste, von denen hier Elephas prhnigenius Blümb., Bison priscus H. v. Mey. und Equus caballus L. genannt seien. An der in der Abbildung bezeichneten bearbeitete Gesteinsstücbo ans dem Diluvium. 35 Stelle, etwa 2 Meter über der Gmbensohle, fanden sich nun die beiden Feuersteinstücke, welche in feinkörnigen, deutlich geschich- teten Sanden als einzige grössere Gesteinsstücke etwa 10 Centimeter von einander entfernt lagen. Die Sandschichten stiessen zunächst an den in sie eingebetteten Fremdkörpern ah und wölbten sich erst all- mählich über dieselben, was nur dadurch zu erklären ist, dass die Stücke bereits während der Ablagerung der sie umgebenden Sande an ihrer späteren Stelle lagen. Die geschilderten Lagerungsverhältnisse in näherer und grösserer Entfernung von den Feuersteinstücken lassen die Annahme, dass die Stücke erst später an die Stelle gelangten, an welcher sie aufgefunden wurden, unmöglich er- scheinen. Befanden sich die Stücke aber auf ihrer ursprünglichen Lagerstätte, so stösst ihre Erklärung als natürliche Bildungen auf grosse Schwierigkeiten. Da es sich, wie die Schalenreste deutlich beweisen, um Ablagerungen aus fliessendem Wasser handelt, so ist ein Absplittern der Stücke durch Insolation völlig ausgeschlossen. Die Gewässer, welche die Sande in unmittelbarer Umgebung der Feuersteiusplitter ablagerten, können keine solche Stromgeschwindig- keit besessen haben, dass sie die Splitter durch Anprall an einen harten Widerstand von anderen Gesteinsstücken abzusprengen ver- mochten. Ueberhaupt stösst die natürliche mechanische Entstehung der Stücke an der Fundstelle auf die grosse Schwierigkeit, dass sich ausser den beiden Splittern in den ganzen umgebenden Sandmassen kein einziges grösseres Gesteinsstück auffinden liess. Entstanden die Stücke aber an einer anderen Stelle, so ist die Annahme aus- geschlossen, dass dieselben etwa durch fliessendes Wasser trans- portirt wurden, denn einmal fehlen ihnen alle Spuren eines der- artigen Transportes, Abrollung oder dergl. , und zweitens konnte eine Umlagerung durch die Gewässer nicht bewirkt werden, welche die feinkörnigen Sande der Fundstelle zur Ablagerung brachten. Unter Berücksichtigung aller dieser Verhältnisse dürfte dem- nach die Annahme gerechtfertigt erscheinen, dass die beiden Feuersteinsplitter in der That menschliche Artefacte darstellen, die, wie ihr Zustand begreiflich macht, unbrauchbar geworden waren und deshalb fortgeworfen wurden. 3 Bemerkungen zur Gliederung des Senon am nördlichen Harzrande. Von Herrn Gottfried Müller in Berlin. Im Archiv für Anthropologie und Geologie Schleswig-Holstein’s Bd. II, Heft 2, bringt E. Stolley eine neue Gliederung des nord- deutschen und baltischen Senon , bei deren Begründung er auch des öfteren auf zwei von mir in diesem Jahrbuch veröffentlichte Arbeiten zurückkommt ^). Seine abweichenden Ansichten kommen hierbei mehrfach in einer Weise zum Ausdruck, dass ich noth- gedrungen auf einige derselben eingehen muss, schon um bei den der Materie fernerstehenden Fachgeuossen nicht die Meinung auf- kommen zu lassen, dass ich Stolley’s Aussetzungen als berechtigt anerkenne. In meiner Erstlingsarbeit bemühte ich mich nachzuweisen, dass die von Schlüter auf Grund seiner exacten palaeontologischen und stratigraphischen Untersuchungen aufgebaute Gliederung des westfälischen Senon schwer in Einklang zu ' bringen sei mit der von Ewald in seiner geognostischen Karte zum Ausdruck ge- brachten Eintheilung der subhercynischen Oberkreide, was der Hauptsache nach auf die von Ewald zu wenig beachtete grosse facielle Verschiedenheit der senonen Ablagerungen im Osten und Westen zurückzuführen ist. Dass sich Ewald trotz alledem ein bleibendes Denkmal gerade mit seiner geognostischen Karte gesetzt b Beitrag zur Kenntniss der Oberen Kreide etc. 1887. Die Rudisten der Oberen Kreide etc. 1889. Gottfried Müller, Bemerkungen zur Gliederung des Senon etc. 37 hat, will ich hier nicht weiter ausführen, zumal dies auch schon an anderer Stelle genügend hervorgehoben ist. Stolley hat die Belemneen bei seiner Gliederung zu Grunde gelegt und kommt in Folge dessen naturgemäss zu anderen Er- gebnissen als wie Schlüter und diejenigen Autoren, die Schlüter gefolgt sind, ohne jedoch wesentlich Neues zur Kenntniss der Schichtenfolge beizutragen. Ob jedoch eine Form wie Actinocamax granulatus^ die nach Stolley sowohl zu Act. quadratus als auch zu Act. westfalicus Uebergänge zeigt (siehe Seite 238: y>Act. gra- rmlatus leicht zu A. westfalicus hinneigend«; y>Act. granulatus z. Th. zu A. westfalicus neigend«; ferner Seite 285, Taf. 2, Fig. 22, 23, wo Uebergangsformen zwischen A. quadratus und A. granulatus beschrieben und abgebildet werden u. s. f.) geeignet ist, eine be- sondere »Granulatenkreide« auszuscheiden, erscheint mir mehr als zweifelhaft. Diese Frage dürfte erst genügend gelöst werden können, wenn die subhercynische Kreide neu geologisch aufgenommen ist, und die Faunen der EwALD’schen bezw. ScHLÜTER’scheu Horizonte bearbeitet vorliegen. Hierzu reicht weder das Besichtigen von Sammlungen? noch der einmalige Besuch einzelner Lokalitäten aus, vor allem bei den complicirten Verhältnissen (rascher Wechsel der Facies und Störungen) des in Frage kommenden Gebietes. Es möge je- doch nicht unerwähnt bleiben, dass Stolley Act. granulatus vom Petersberge bei Goslar anführt, wo von den senonen Schichten nur Mergel (Paradiesgrund) erschlossen sind, die das Gonglomerat im Eisenbahneinschnitt zum Hangenden haben, also nur zum Emscher gerechnet werden können, was von Schlüter und mir längst festgestellt ist, und auch von Stolley an einer anderen Stelle nochmals hervorgehoben wird. E. Stolley fällt jedoch auch Urtheile über die Lagerungs- verhältnisse von Aufschlüssen, die er gar nicht gesehen hat bezw. gesehen haben kann, da sie inzwischen vollkommen der Beobachtung entzogen sind. Es sind dies die Zillyer Aufschlüsse. Seit einer Reihe von Jahren sind die dortigen Phosphoritgräbereien von den betreffenden Firmen aufgegeben, und in Folge dessen ausser einer Halde und einer Sandgrube nichts mehr zu sehen. Trotzdem 38 Gottfried Müller, Bemerkungen zur Gliederung des Senon kommt E. Stolley ausschliesslich auf Grund seines Studiums der HAENLEiN’schen Sammlung zu dem Resultat, dass die bezeichneten Emscher Formen aus dem Mergel im Liegenden des Sandsteins stammen, obwohl ich ausdrücklich und wiederholt hervorgehoben hatte, dass die liegenden, grauen Mergel keine einzige der von ZiLLY aufgezählten Formen geliefert haben, sondern dass diese sämmtlich aus dem Sandstein bezw. dem Phosphoritconglomerat stammen, welche über den grauen Mergel liegen. Letztere sind auf den ehemals belgischen Gruben überhaupt nicht, in denen auf der sog. Trift nur hie und da bei Versuchsarbeiten biosgelegt worden. Im Frühling 1891 fand ich jedoch in einer Mergelgrube auf dem Frohmissenberg bei Berssel (nach Ewald im Heimburggestein angelegt) Ammonites westfalicus v. Strome. Da jedoch dort bis jetzt nicht die Phosphoritconglomerate festgestellt sind, so ist die Beziehung dieser grauen Mergel zu dem Conglomerat noch nicht festgestellt. Und selbst wenn die Mergel am Frohmissenberg älter sind als die Sandsteine und Phosphoritconglomerate mit thonigem, thonigsandigem und reinsandigem Bindemittel, was ich für wahr- scheinlich halte, so würde der Fund nur beweisen, dass dieselben zum Emscher zu rechnen sind und sich nicht nur petrographisch, sondern auch faunistisch von dem liegenden Cuvieri-Pläner trennen lassen. Auf Seite 232 schreibt Stolley: Ich stelle nun zunächst Müller und Dames gegenüber Folgendes fest: »In den Conglo- meraten von ZiLLY tritt der echte Actinocamax westfalicus auf, wie eine Anzahl von Exemplaren in der Sammlung des Herrn Rittmeister VON Haenlein beweist, die unzweifelhaft aus den Conglomeraten stammen«. Das Gegentheil habe ich nie behauptet, wenn mir auch die betreffenden Exemplare entgangen sind, die vielleicht erst später von Herrn VON Haenlein erworben sind. In seinen weiteren Ausführungen stellt sich Stolley dann auf den von mir vertretenen Standpunkt, dass die sandigen Conglomerate zum Emscher zu rechnen sind. 9 Neues Jahrbuch für 1890, Bd. II: Das Alter der glaukonitischen Sand- steine und Conglomerate von Zilly. Briefliche Mittheilung. am nördlichen Harzrande. 39 Bezüglich der Stellung der Stapelburger Rudistenkalke hebt E. Stolley seine abweichende Ansicht in folgender Weise hervor: »G. Müller neigt entschieden dazu, das den Ilsenburgmergel überlagernde Stapelburger Conglomerat in ein höheres Niveau als das der Quadratenkreide zu stellen und es der unteren Mucro- natenkreide zu parallelisiren. Ich halte letzteres nicht für angängig, denn darauf, dass Jasche die Belemnitella mucronata vom Burgberge bei Stapelberg anführt, darf man nicht das ge- ringste Gewicht legen, zweitens kommt in den Trümmerkalken der Umgegend von llsenburg, wie oben erwähnt, Act. quaclratus vor, und schliesslich könnte der von G. Müller mit Recht heran- gezogene Vergleich der Stapelburger Trümmerkalke mit denjenigen der schwedischen Mammillaten-Kreide ebenfalls nur für ein der Quadratenkreide entsprechendes Alter der ersteren sprechen, da die Mammillaten-Kreide Schonen’s der deutschen Qua- dratenkreide entspricht und nicht, wie Müller annimmt, über derselben liegt. Es scheint mir diese letztere Auffassung Müller’s auf die Darstellung Moberg’s zurückzuführen zu sein, der von einer schwedischen Quadratenkreide unter der Mammillaten- kreide spricht. Die Stapelburger Trümmerkreide muss man ent- schieden noch zur Quadratenkreide ziehen; es liegt nicht einmal der Beweis dafür vor, dass sie deren höchste Schichten repräsentirt, wenn auch die Möglichkeit zugegeben werden muss, dass sie am Harzrande deren jüngste Bildung darstellt.« Wozu diese Auseinandersetzungen Stolley’s dienen sollen, ist mir unerfindlich, und werden sie jedem sein, der meine Bemerkungen über das Alter der Stapelburger Trümmerkalke liest, die ich hier auszugsweise bringen will: »Da diese Rudisten -Arten nach Angabe von Lündgren nur in dem Ignabergakalk oder der Zone mit Act. mammillatus Nilss. in Schweden (nach Schlüter synchronistisch mit der deut- schen Quadratenkreide) verkommen, so liegt ein Vergleich des Trümmerkalks von Stapelburg mit dem schwedischen »Grus- oder Trümmerkalk« sehr nahe. . . . Allerdings fehlt bei uns Act. mammillatus Nilss., der zur Zeit mit Sicherheit nur aus der bal- tischen Kreide bekannt ist. Von den sonst für die Bestimmung 40 Gottfried Müeeer, Bemerkungen zur Gliederung des Senon des Horizonts so wichtigen Cephalopoden habe ich nur unbestimm- bare Bruchstücke von Belemnitiden gefunden. Jedoch zählt J ASCHE Belemnitella mucronata Schloth. vom Burgberg bei Stapelburg auf, wo dieselben Schichten wie in der Wiese nördlich von Stapelburg aufgeschlossen sind. Nach den Angaben Griepenkerl’s findet man in der oberen Quadratenkreide der Umgebung von Königslutter Act. quadratus und Belemnitella mucronata neben ejn- ander vor, und zwar so, dass unten A. quadratus.^ nach oben hin B. mucronata in überwiegender Menge auftritt. Wenn nun auch somit das Vorkommen von B. mucronata Schloth. kein be- stimmter Beweis dafür ist, dass der Trümmerkalk von Stapelburg als untere Mucronatenkreide zu deuten ist, was ich früher als möglich angesehen hatte, so bilden die Stapelburger Kalke jedenfalls die jüngsten Bildungen der oberen Qua- dratenkreide am nördlichen Harzrande. Dies würde jedoch nicht mit der Annahme in Widerspruch stehen, dass die Entstehung der Stapelbuiger Trümmerkalke und der Ignabergakalke mit Act. mammillatus gleichzeitig vor sich gegangen ist, da letztere un- mittelbar unter der typischen Mucronatenkreide und über der Quadratenkreide folgen.« Ueber die Stellung der Mammillatenkreide bitte ich Stolley’s Auseinandersetzungen auf S. 249 nachzulesen ^). Jeder Un- 9 Diese führen bekanntlich auch Bel. mucronata neben Act. mammillatus. (Siehe Lundgren: Ofversigt af Sveriges Mesozoiska Bilduingar. Lund 1888.) Für diejenigen, welche nicht im Besitz der SroLLEY’schen Arbeit sind, lasse ich an dieser Stelle in einem Auszug seine Bemerkungen über die Kreide von Lägerdorf folgen: »An der oberen Grenze der Quadratenkreide tritt in Läger- dorf auch Act. mammillatus Nilss. auf, wie ich früher schon hervorgehoben habe, und zwar scheint das Verhältniss so zu sein, dass man nicht von einer eigenen Zone des Act. mammillatus sprechen kann, sondern dass in dem Grenz- niveau zwischen der Quadraten- und der überlagernden Mukronaten- kreide alle drei Formen neben einander auftreten Ganz ent- sprechend wie in Schweden der unterste Theil der Mammillaten-Zone auf Ifö und bei Rödmölla vereinzelt den quadratus enthält, und nach oben Act. mammillatus und Bel. mucronata sich mischen, tiitt also in Lägerdorf in den obersten Schichten der Quadraten -Kreide vereinzelt der Act. mammillatus auf und tritt einerseits mit Act. quadratus., andererseits mit Bel. mucronata in Berührung.« Diese Erörteruugen Stolley’s scheinen meiner Ansicht nach auch die von Stolley als fraglich hingestellte Anschauung zu stützen, dass die Stapelburger Trümmerkalke die jüngsten Bildungen der Quadratenkreide über- haupt repräsentiren. am nördlichen Harzrande. 41 befangene wird sich dann fragen, wie Stolley ans meinen obigen Ausführungen mir die Neigung unterlegen kann, die Stapel- burger Rudistenkalke mit der unteren Mucronatenkreide zu pa- rallelisiren. Da ich nie in Schweden war, habe ich mir natur- gemäss die Ansicht der schwedischen Autoren zu eigen gemacht, sowie des besten Kenners der deutschen Oberen Kreide, welcher die Mammillatenkreide für synchronistisch mit der deutschen Qua- dratenkreide erklärt. Ich hatte keine Veranlassung, mich über Lagerungsverhältnisse in weitschweifiger Weise auszulassen, die ich nie gesehen. Vielmehr ist dem Schlusssatz meiner Abhandlung etwa derselbe Werth beizumessen, wie dem Theil von Stolley’s Schema, wo er die baltische Quadratenkreide folgendermaassen abfertigt: Quadratenkreide von Lägerdorf, zu oberst mit Act. mam- millatus etc. Trümmerkreide von Schonen, Holland und Bleckinga mit Act. mammillatus.^ zu unterst mit Act. quadratus. Als Beweis für seine Ansicht, dass die Stapelburger Trümmer- kalke zur Quadratenkreide zu ziehen seien, was ich, um dies noch- mals hervorzuheben, auch nicht bestritten habe, führt Stolley einen A. quadratus von Eckerburg zwischen Ilsenburg und Harz- burg au. Der Fundort >?Eckerburg« ist mir nicht bekannt, es ist wohl der Trümmerkalk östlich Eckerkrug an der Chaussee nach Stapelburg. Stolley bringt jedoch nicht den Beweis, dass dieser Kalk gleichaltrig mit dem von Stapelburg ist. Der Fundort liegt noch etwa 2,5 Kilometer südlich vom Burgberg bei Stapelburg. Mit demselben Recht dürfte Stolley die Stapelburger Kalke parallelisiren mit • den Conglomeraten des Sudmerbergs und des Butterbergs bei Harzburg und die Stapelburger Rudistenkalke zur »Granulatenkreide« rechnen. Hätte E. Stolley die Arbeiten genauer durchgelesen, deren Ergebnisse er polemisch erörtert, so würde er, trotz seiner aus- gesprochenen Neigung nach dieser Richtung hin, es wohl unter- lassen haben, Gegensätze zwischen seiner Auffassung und der früherer Autoren so in den Vordergrund zu stellen, um daun schliesslich der Hauptsache nach doch zu denselben Resultaten wie jene zu gelangen. Neuere Forschungen auf dem Gebiete der Glacialgeologie in Norddeutschland erläutert an einigen Beispielen zugleich erschienen als Führer für die Excursionen der deutschen ^geologischen Gresellschaft in das norddeutsche Flachland vom 28. September bis 5. October 1898. Von den Herren G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. WahnschafTe in Berlin. (Hierzu Tafel I — IV.) I. Die Einwirkungen des Inlandeises auf den Untergrund und die erodirende Thätigkeit der von ihm ausgehenden Schmeizwasser. F. W. Nachdem im Jahre 1875 Otto Torell durch eine Ver- gleichung der skandinavischen und norddeutschen Quartärbildun- gen, sowie durch Auffindung der GlacialschliflPe auf den Schichten- köpfen des Rüdersdorfer Muschelkalkes die Inlandeistheorie für Norddeutschland zuerst aufgestellt und daselbst eiugeführt hatte, sind durch die von diesem Standpunkt ausgehenden For- schungen der norddeutschen Geologen so viele Beweise für die Richtigkeit dieser Theorie erbracht worden , dass die ehemalige Inlandeisbedeckung Norddeutschlands gegenwärtig als eine fest- stehende geologische Thatsache angesehen werden kann. Eine G. Berendt, K, Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe etc. 43 besondere Aufmerksamkeit hat man den dynamischen Erscheinun- gen des Inlandeises gewidmet, zu denen vor allen Dingen die Einwirkungen des sich fortbewegenden Eises auf den Untergrund und die erodirende Thätigkeit der von ihm ausgehenden Schmelz wasser gehören. Von den Erscheinun- gen der erstgenannten Art sollen hier die Glacialschrammen und -schliffe auf dem anstehenden Gestein, die Bildung der Localmoränen, und die Schichtenstörungen durch den Druck des vorrückenden Eises besprochen werden, von denjenigen der letzteren Art die Strudellöcher oder Rieseutöpfe, die Strudel- seen, die Schluchtenbildung, sowie überhaupt die Entstehungs- weise des ganzen Reliefs der glacialen Erosionslaudschaft. Alle diese Erscheinungsformen glacialer Thätigkeit sollen durch Beispiele, die Rüdersdorf, Finkenwalde, Buckow und schliesslich auch Falkenberg und Freienwalde a/0, bieten, erläutert werden. Letzgenannte Gegend wird dann auch Gelegenheit bieten das hiesige Tertiär in einigermaassen ungestörter Lagerungsfolge auf längere Erstreckung nachzuweisen. Rüdersdorf. Was zunächst die Schrammen und Schliffe auf dem an- stehenden Gestein betrifft, so sind dieselben, besonders dann, wenn andere, den glacialen Ursprung bestätigende Erscheinungen hinzukommen, stets als die besten Beweise für ehemalige Glet- scherbedeckung angesehen worden. Rüdersdorf bildet in dieser Hinsicht einen klassischen Punkt, weil die Auffindung der Gletscherschrammen auf dem dortigen Muschelkalk für die ganze Entwickelung der Glacialgeologie eine hohe Bedeutung erlangt hat. Bereits im Jahre 1836 erwähnte der schwedische Geolog Sefström auf Grund einer Mittheilung Gustav Rose’s, dass nach Aussage des Verwalters der Rüders- dorfer Kalkbrüche der Kalkfelsen unter der Dammerde abgenutzt oder geschliffen gefunden worden sei, mit deutlichen Riefen darauf. Als Rose daraufhin eine Excursion nach Rüdersdorf unternahm, waren die Schichten bereits abgesprengt, sodass er selbst nichts davon gesehen hat. Sefström erklärte damals die Erscheinungen 44 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, in Rüdersdorf, sowie auch die bereits in Skandinavien bekannten FelsschliflPe und Schrammen durch eine grosse petrodilaunische Fluth, die sich in ganz ähnlicher Weise, wie dies früher Leopold VON Buch angenommen hatte, über Skandinavien durch die Ost- see bis nach Norddeutschland fortgewälzt und durch die mit- geführten Gerolle und Geschiebe das anstehende Gestein ge- glättet und geschrammt haben sollte. Im Jahre 1867 wurde die Aufmerksamkeit auf die Sef- STRÖM’sche Mittheilung durch von Helmersen gelenkt, der zuerst die Ansicht aussprach, dass die Rüdersdorfer Schrammen als Glet- scherschliffe gedeutet werden könnten. Diese Bemerkung fand da- mals unter den deutschen Geologen, die fast ausnahmslos zu den An- hängern der LvELL’schen Drifttheorie gehörten, wenig Beachtung. Auch Eck, dem wir die eingehende Monographie über die Rüdersdorfer Trias verdanken, hat bei seinen Untersuchungen die Schrammen daselbst nicht beobachtet, auch spricht er sich gegen die Auffassung von Helmersen’s aus. Erst Torell, der auf Grund der SEFSTRÖM’schen Mittheilung in Begleitung von G. Berendt und A. Orth am 3. November 1875 eine Excursion nach Rüdersdorf unternahm, gelang es, im östlichen Theile des Alvenslebenbruches auf den durch sorgfältige Abräumung des Oberen Geschiebemergels soeben entblössten Schichtenköpfen des dort im Abbau befindlichen Schaumkalkes die Schrammen und Schliffe in deutlichster Weise ausgeprägt und in einer Länge von 2 — 3 Meter über die ganze Fläche fortsetzend von Neuem aufzu- finden. Noch an demselben Abend hielt Torell in der Sitzung der deutschen geologischen Gesellschaft unter Vorlage von ge- schrammten Muschelkalkplatten von Rüdersdorf einen Vortrag, in welchem er ausführte, dass hier echte Gletscherschrammen vor- lägen und dass der über den Schichtenköpfen lagernde und im ganzen norddeutschen Flachlande ebenso wie in Dänemark und in Südschweden verbreitete Geschiebemergel nur als die Grund- moräne eines von Skandinavien ausgehenden Inlandeises zu er- klären sei. Diese Ansicht, welche namentlich zu Anfang von Seiten der älteren Geologen lebhaften Widerspruch erfuhr, hat wie ein zündender Funke gewirkt, sodass in schneller Folge durch Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 45 die gemeinsame Arbeit der in dem nordeuropäischen Glacialgebiete thätigen Geologen die Inlandeistheorie fest begründet und weiter ausgebaut wurde. Im Jahre 1880 wurden auf Torell’s Anregung von G. DE Geer und dom Verfasser, der damals mit der geologisch-agrono- mischen Aufnahme des Messtischblattes Rüdersdorf beschäftigt war, die dortigen Schrammen einer genauen Untersuchung und Messung unterzogen. Dabei stellte es sich heraus, dass auf den zur Zeit entblössten Schichtenköpfen und Schichtoberflächen zwei sich kreuzende Schrammen Systeme von verschiede- nem Alter vorhanden waren. Das ältere System, welches nur wenig tief eingeritzte, meist vereinzelt auftretende und oft völlig abgeschliffene, aber noch deutlich erkennbare Schrammen zeigte, hatte im Mittel die Richtung von Nordnord west nach Südsüdost, das jüngere, oft nur allein vorhandene, mit sehr deutlichen und oft tief eingeritzten Schrammen die Richtung Ost -West. Es ist die Vermuthung ausgesprochen worden, dass die älteren Schrammen mit der Richtung Nordnord west-Südsüdost von der ersten Ver- eisung, die als Grundmoräne den Unteren Geschiebemergel ab- setzte, herrühren, während die jüngeren Schrammen offenbar durch die letzte Vereisung -bewirkt worden sind. Für diese Ansicht lässt sich der Umstand geltend machen, dass in dem Unteren Geschiebemergel, der südlich von dem Rüdersdorfer Muschelkalk am östlichen Ufer des Kalksees zu Tage tritt und von dort am Ostgehänge des Kalkgrabens bis zu den Grandgruben am Schulzen- berge verfolgt werden kann, Muschelkalkbruchstücke zahlreich als Geschiebe verbreitet sind. Oberhalb des grossen Röthaufschlusses am Abhange des Schulzenberges bildet der Untere Geschiebe- mergel die Basis der dort im Abbau befindlichen interglacialen Sande und Grande und in einem Hohlwege, der in die Grube hineinführt, konnte man früher beobachten, dass der Untere Geschiebe- mergel ganz mit Muschelkalkgeschieben erfüllt war, darunter zahlreiche geschrammte und geschlifPene Stücke von den früher im Krienbruch abgebauten harten Bänken mit Ceratites nodosus. Seit dem Jahre 1875 Hessen sich die Schrammen in Rüders- dorf beim Fortschreiten des Abbaus nach Osten zu stets in aus- 46 Gr. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, gezeichneter Ausbildung im Alvenslebenbruche beobachten. Sie zeigten sieb überall dort, wo der Obere Geschiebemergel die mit 20 — 30^ nach Nord einfallenden Schichten unmittelbar bedeckte, wo dagegen Sande oder Grande unter dem Geschiebemergel auf- traten, war niemals Schrammung oder Politur auf den Sebiebten- köpfen vorhanden, sondern dieselben besassen dann die stumpfen, abgerundeten Oberflächenformen, wie sie fliessendes Wasser, wenn dasselbe Sand und Geröll zu transportiren hat, hervorruft. Ver- schiedentlich konnten in gleicher K-ichtimg fortsetzende Schrammen von 10 — 20 Meter Länge beobachtet werden. Sehr deutlich war an den geglätteten und oft ausgekehlten Schichtenköpfen das Phä- nomen der Stoss- und Lee-Seite zu sehen, sodass wohl, entgegen meinen früheren, wesentlich auf de Geer’s Beobachtungen sich stützenden Auffassungen vom Jahre 1881 1), die Schrammung durch eine Bewegung des Inlandeises von Ost nach West hervorgerufen worden ist. Leider wird es bei dem Fortschreiten des Abbaus im Alvenslebenbruch nicht möglich sein, die geschrammten Schichten- köpfe in einer kleineren Partie an Ort und Stelle zu erhalten, sodass schon in allernächster Zeit dieses wichtige Glacialphänomen nicht mehr in Rüdersdorf zu beobachten sein wird. Nach Auffindung der Schrammen in Rüdersdorf sind diese unmittelbaren Spuren eines sich fortbewegenden Inlandeises an ver- schiedenen Stellen nachgewiesen worden. In grösserer Anzahl fanden sich diese Punkte im Randgebiete des norddeutschen Flach- landes, namentlich im Königreich Sachsen, wo ältere Gesteinskuppen häufiger unter dünner quartärer Decke zu Tage treten. Eine Uebersicht über sämmtliche bekannt gewordene Fuudpunkte von Glacialschrammen und -schliffen auf anstehendem Gestein inner- halb des norddeutschen Flachlandes hat der Verfasser in seinem Aufsatze: »lieber Glacialerscheinungen bei Gommern unweit Magdeburg« (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. Bd. XXXV, S. 831 bis 848) und in der Schrift: »Die Ursachen der Oberflächengestaltung des norddeutschen Flachlandes«. Stuttgart 1891, S. 62 — 72) ge- geben. Hinzuzufügen ist noch das Vorkommen von Glacial- b Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. XXXIII, 1881, S. 710. Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 47 schrammen auf den Kalken des weissen Jura beim Dorfe Kroto- schin unweit der Stadt Bartschin in Posen, auf einer Basaltkuppe westnordwestlich von Jauer in Schlesien und auf der Culmgrau- wacke von Hundisburg bei Magdeburg. Wenn das von dem Inlandeise überschrittene anstehende Gestein dem Eisdruck ausreichenden Widerstand entgegengesetzte, so wurden die Schichten abgeschliffen, abgehobelt und rundhöcker- artig umgestaltet, war jedoch das Gestein schon vorher durch die Verwitterung und den Spaltenfrost gelockert und in Folge dessen nicht genügend widerstandsfähig, so wurden die oberen Lagen auf- gebogen, zertrümmert, in den unteren Theilen des Eises mit fort- geschleppt und zum Theil auf’s Innigste mit dem Material der nordischen Grundmoräne vermischt. Auf diese Weise entstand die sogenannte Localmoräne, oder die Localfacies des Ge- schiebelehms, wie sie von H. Credner bezeichnet worden ist. In Rüdersdorf war eine derartige Localmoräue früher an der Ost- und Südseite des Alvenslebenbruches in ausgezeichneter Weise zu beobachten, doch sind diese Stellen leider dem fortschreitenden Abbau zum Opfer gefallen. Die seiner Zeit vom Verfasser ge- zeichneten Profile mögen diese Verhältnisse näher veranschaulichen. Die Profile zeigen, wie sich die Localmoräne gebildet hat. Offenbar war es hier der von oben wirkende Druck des Eises, der die Schichten zertrümmerte, faltete, stauchte und den Geschiebe- mergel sackartig zwischen die umgebogenen, bereits in einzelne Bruchstücke aufgelösten Schichten hineinpresste. Nordische Ge- schiebe fanden sich zuweilen bis auf einen Meter tief in der Localmoräne, oder auch zwischen die aufgebogeuen Schichten ein- gekeilt. In Fig. 2 sieht man eine losgerissene Muschelkalkscholle rings von unregelmässigen Kalkbruchstücken umgeben, und aus der Biegung und Spaltung der Scholle ergiebt sich, dass die Ab- lagerung fortbewegt worden ist. Der Rüdersdorfer Localmoräne völlig analoge Bildungen sind zuerst von H. Credner am Aus- gehenden der Grauwacke von Klein-Zschocher, sodann vom Ver- fasser bei Velpke, Danndorf und Gommern, von Sauer auf der Grauwacke von Otterwisch, von Geinitz im mecklenburgischen Kreidegebiete, von Haas im Miocängebiet des östlichen Schleswig- 48 G-. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Holstein, auf der senonen Kreide von Lägerdorf-Scbinkel, auf dem Segeberger Gypsberg, von Keilhack vom Koschenberg bei Senften- berg, von Berendt am Rande des Warmbrunner Thaies in den Vorbergen des Riesengebirges und von G. Müller nördlich von Dortmund im Canaleinschnitt bei Holthausen auf der Kreide be- schrieben worden. Noch ein drittes Glacialphänomen ist von Rüdersdorf zu be- sprechen, das zwar nicht durch die unmittelbare Einwirkung Fig. 1. Fig. 1 uud 2. Profile von der Ostseite des Alvenslebenfiruches bei Rüdersdorf senkrecht gegen das Streichen des Muschelkalkes. L* i Oberen Dilurialmergel gehörig. UM Localmoräne. K Schichtenköpfe des Muschelkalkes, in Fig. 1 am Aus- gehenden gebogen und gestaucht. Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 49 des Inlandeises, sondern durch die von der Oberfläche desselben in Spalten herabstürzenden Schmelzwasser entstanden ist. Es sind dies die auf den ausgehenden Schichtenköpfen des Schaum- kalkes im Alvenslebenbruche nachgewiesenen Gletschertöpfe oder Riesen kesse 1. Dieselben wurden zuerst von Dames bei einem geologischen Ausfluge, den derselbe mit seinen Zuhörern unternahm, aufgefunden, während sein Schüler Noetling sie ein- gehend untersucht und beschrieben hat. Im Querschnitt zeigen sie an der Oberfläche eine kreisförmige oder längliche Form und sind kesselförmig in den Muschelkalk eingesenkt. Zuweilen sind Fig. 3. Profil von der Südseite des Alvenslebenbruches im Streichen des Muschelkalkes. LS Lehmiger Sand ) . , , .... ° > zum Oberen Diluvialmergel gehörig. K Muschelkalkbänke mit Schichtenstörungen. zwei Kessel mit einander verschmolzen, sodass ihre Oeffnung dann die Gestalt einer Lemniscate besitzt. Der Durchmesser schwankt zwischen 0,5 — 1,5 Meter und die Tiefe beträgt 1 — 6 Meter. Mehrfach ist die Entstehung der Kessel durch herabstür- zendes Schmelzwasser in Zweifel gezogen worden. Es ist das auf den Umstand zurückzuführen, dass in Rüdersdorf oflPenbar zwei verschiedene Bildungen neben einander und mit ein- ander vergesellschaftet Vorkommen, nämlich echte Gletscher- töpfe und geologische Orgeln. Man beobachtet bei ver- schiedenen Kesseln, dass deren Wände mit einem zähen, roth- brauen Lehm bedeckt sind, der ein wesentlich anderes Aussehen besitzt, wie der durch Entkalkung des Oberen Geschiebeniergels entstandene Lehm. Der braune Lehm, der keine Spur von nor- 4 Jahrbuch 1897. 50 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschafee, dischem Material, wohl aber noch ungelöste kleine Muschelkalk- Stückchen enthält, ist olffenbar das thonige Residuum des durch kohlensäurehaltige Sickerwässer aufgelösten Kalksteines. Daneben finden sich aber auch solche Einsenkungen, deren Wände glatt sind und deren Ausfüllungsmasse aus reinem, nordischen Sande besteht. In diesen waren, wie Noetling gezeigt hat, völlig abgerundete Reibsteine von verschiedener Grösse eingebettet. Diese letzteren sind als echte Strudellöcher anzusehen. Durch die Bildung der geologischen Orgeln, die erst nach der Ent- stehung der Riesenkessel eingetreten ist, sind viele der letzteren verändert, ihre Wandungen angegriffen und dadurch auch ihre regelmässigen Kesselformen umgestaltet worden. An den längst dem Abbau anheimgefallenen Stellen, wo einst Noetling die Riesenkessel untersucht hat, war die Oberfläche des Muschel- kalkes nur mit einer dünnen Grundmoräne bedeckt, die zum grossen Theil bereits durch die Atmosphärilien entkalkt und in einen sandigen Lehm umgewandelt war. Diese kohlensäure- haltigen Sickerwasser haben, nachdem sie den Lehm durchdrangen, auch den Kalk angegriffen und die Orgelbildung veranlasst. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gletschertopf bildung mit der tiefen Auswaschungsrinne in Zusammenhang zu bringen ist, die neuerdings durch den Abbau im Alvenslebenbruche blossgelegt wurde und vielleicht die subglaciale Erosionsrinne der Abffuss- wasser der Gletschermühlen darstellt. In der Umgebung dieser Rinne waren im Herbst 1898 Dank der Königlichen Berginspection zu Rüdersdorf mehrere echte Riesenkessel freigelegt, die nicht mit dem braunen Verwitterungs- lehm ausgekleidet, sondern mit grobem nordischen Sand und Grand nebst schönen gerundeten Reibsteinen von 1 — 3 Decimeter Durchmesser erfüllt waren. Ihre Innenwände zeigten typische Abschleifungsformen, wie sie Sand und Geröll transportirendes Wasser hervorruft. Da der Muschelkalk hiei mit 20 — 25^ nach Nord einfällt und von Klüften durchsetzt ist, so wurden natur- gemäss bei der Entstehung der Riesenkessel durch die herab- stürzenden Gletscherschmelzwasser Stücke des Kalkes losgerissen, sodass die Wände, obwohl sie überall deutlich geglättet sind, Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 5 1 nicht glatte Flächen bilden, sondern balkonartige Vorsprünge besitzen. Die Entstehung der tiefen von N. nach S. verlaufenden Aus- waschungsrinne ist wahrscheinlich auf eine in der Praeglacialzeit bereits vorhandene Kluft zurückzuführen, die von den Gletscher- schmelzwassern mit Sand und grobem Geröll ausgefüllt wurde. Die Glättung der Schichtenköpfe durch das strömende Wasser und die halbkreisförmigen Nischenbildungen waren an den Wänden der Rinne vorzüglich zu beobachten und deuteten auf ein Strömen des Wassers von N. nach S. Die unmittelbaren Einwirkungen des vorrückenden Inlandeises auf seinen Untergrund sind nicht nur in der Schrammung und Abschleifung des festen anstehenden Gesteins zu erkennen, son- dern machen sich auch in oberflächlichen Schichtenstö- rungen bemerkbar, die in lockeren, wenig widerstandsfähigen Bil- dungen durch den Eisschub hervorgerufen sind. Schon 1879 legte Berendt in der Februarsitzung der deutschen geologischen Ge- sellschaft Profilzeichnungen solcher Störungen der ursprünglichen Lagerung aus verschiedenen Gegenden des norddeutschen Dilu- vialgebietes vor, die jedoch nicht veröffentlicht worden sind. Sodann hat H. Credner im Jahre 1880 oberflächliche Schichten- störungen im Untergründe des Geschiebelehms an Beispielen aus dem nordwestlichen Sachsen und angrenzenden Landstrichen ein- gehend erläutert und auf den Eisdruck zurückgeführt. Ganz ana- loge Erscheinungen und Aufpressungen beschrieb der Verfasser im Jahre 1882 von verschiedenen Punkten des norddeutschen Flachlandes, und seitdem sind durch van Calker, E. Geinitz, Haas, Jentzsch, Schröder, Zeise und andere derartige glaciale Störungen in grösserer Zahl bekannt geworden. Auch tiefer greifende Schichtenstörungen, die namentlich das T ertiär, sowie auch die Kreide betreffen, sind als glacial angesprochen worden. Nachdem Behrens 1878 die bedeutsamen Störungen der Kreideablageruugeu der Insel Wohin unter Beru- fung auf JoHNSTRUP als Wirkungen der dislocirenden Kraft des Inlandeises erklärt hatte, sind auch durch Berendt, Jäkel und VON Rosenberg- Lipinski die gestörten Lagerungsverhältnisse in 4* 52 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, den Braunkohlenbildimgen der Mark, im nördlichen Schlesien und in" Posen als dynamische Wirkungen des Gletscherdruckes be- trachtet worden. Die Kreidegruben bei Finkenwalde. Durch die ausgedehnten Tagebaue in den Kreidegruhen von Finken Walde bei Stettin sind bedeutende Lagerungsstörungen der Kreide, des Tertiärs und Diluviums bekannt geworden, die G. Berendt 1884 beschrieb und als Wirkungen des Inlandeises erklärte. Es handelt sich nach ihm bei diesen Störiinscen um eine grossartige, zur Diluvialzeit entstandene Emporpressung und Fal- tung des Kreide- und Tertiärgebirges, bei der die Falten über- kippten und zum Theil weit über ältere Diluvialsande hinge- schoben wurden. Verfasser, der Blatt Podejuch 1889 und 1890 kartirte und im Juli dieses Jahres die Finken walder Kreide- gruben noch mehrmals besichtigt hat , theilt diese Ausicht Berendt’s und hat im Verlaufe des fortschreitenden Abbaus die gestörten Glacialbildungen zu gliedern versucht, die in der Arbeit Berendt’s als Ganzes zusammengefasst worden sind. In der der Stettiner Cementfabrik in Züllchow gehörigen Kreide- 2;rube Katharinenhof bei Finkenwalde ist die Kreide bereits in bedeutendem Maasse abgebaut. Durch den in den letzten acht Jahren besonders weit nach Süden zu vorgerückten, terrassenförmigen Abbau ist es möglich geworden, auch die glacialen Ablagerungen eingehender zu untersuchen und die zum Theil sehr verwickelten Lagerangsstörungen derselben mit der Kreide und dem Tertiär in nähere Beziehung zu bringen. Beim Eintritt in die Grabe von Norden her sieht man gegenwärtig bis zu der durch den Abbau des Septarienthous entstandenen Schlucht (vergl. Fig. 4) am westlichen Stoss den bläulichen und nur in den oberen Partien zuweilen gelblich gefärbten Unteren Geschieh emergel in wechselnder Mächtigkeit die Kreide unmittelbar überlagern und sackartig in dieselbe eindringen. Diese untere Moräne zeichnet sich durch höheren Thongehalt, reichliche Geschiebeführuug, so- wie dadurch aus, dass viele dieser Blöcke deutliche Glacial- schrammen und -schliffe besitzen. Darüber folgt geschichteter 57 Meter Neuere Forschungen auf d Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 53 Fig. 4. Westlicher Stoss der Kreidegrube Katharinenhof. Höhe : Länge = 1:1. öm Oberer Geschiebemergel, ds Unterer Diluvialsand, dg Unterer Diluvialgrand, bomh Mittteloligocäner Septarienthon. eso Obersenone Mucronaten - Kreide. Diluvi al Sand, der nach der Schlucht zu mit dem Unteren Geschiebemergel ansteigt, üeberlagert wird derselbe durch einen mehr sandig ausgebildeten gelblichen Oberen Geschiebemergel, dessen Mächtigkeit in südlicher Richtung mehr und mehr ab- nimmt, sodass am Südstosse der Grube nur noch eine ganz dünne Schicht den Unteren Diluvialsand überlagert oder das frühere Vor- handensein desselben nur noch durch das Auftreten grösserer Blöcke angedeutet wird. In den oberen Geschiebemergel sind mehrfach fetzen artige Partien des darunter liegenden Diluvial- sandes eingewalzt worden. Diese Fetzen sind oft schweifartig ausgezogen, gekrümmt und am östlichen Stosse mit deutlichen Biegungen der Schichtung versehen. Im weiteren Verlauf der westlichen Grubenwand sieht man vom Boden der Schlucht aus, welche durch die ehemalige Alaunthongrube entstanden ist, den schwärzlichen Septarienthon als eine schmale, steil aufgerich- tete Partie in die Kreide eingepresst. Er reicht bis auf die untere 54 G. Bekendt, K. Keiehack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Fördersohle herab und stand in Zusammenhang mit dem Sep- tarienthone, den man noch jetzt am östlichen Stosse die Kreide überlagern sieht. Von dem Septarienthon aus ziehen sich, wie Fig. 4 zeigt und auch in der Sohle der unteren Grube der Ce- mentfabrik Stern zu beobachten ist, Apophysen in die Kreide hinein. Weiter südlich von dieser Septarienthonpartie ist die Kreide bereits so weit abgebaut, dass die unter ihr liegenden Grande mit gebogenem Schichtenbau sichtbar geworden sind. Man er- kennt hier, dass die Kreide ein steiles, ungefähr nordöstliches Fallen besitzt und dass zwischen ihr und dem Grand noch ein feiner grünlicher Sand von nur wenigen Centimetern Mächtigkeit eingeschaltet ist. An der Grubenwand sieht man nach oben zu steil aufgerichtete Diluvialsande die Kreide unmittelbar über- lagern. Hier tritt im Liegenden der Kreide wieder eine Sep- tarienthonpartie auf, die eine scharfe Umbiegung zeigt und schweif- artig ausgezogen ist. Darunter liegt Unterer Geschiebe- mergel, der eine liegende Falte zu bilden scheint, weil er nach West zu von convex gebogenen Sanden und Granden um- geben ist. Der südliche Stoss der Grube, welchen Fig. 5 darstellt, scheint einen etwas schrägen Schnitt zum Streichen der Falte zu bilden. Man sieht hier eine schmale steil aufragende Kreide- zunge, die auf beiden Seiten von Geschiebemergel umgeben ist. Darauf legen sich grobe Grande und Saude, die mit dem Ge- schiebemergel eine starke Biegung nach unten machen und mit einer liegenden Falte von Diluvialsand in Verbindung stehen, die in den Geschiebemergel und in die Kreide eingefaltet zu sein scheint. Diese Sande treten hier im Hangenden einer sehr blockreichen Grandschicht auf und werden vom Oberen Geschiebe- mergel überlagert. Der Oststoss der Grube zeigt nachstehende Schichtenfolge: Am nördlichen Eingänge in die Grube liegt auf der Kreide der schon erwähnte Septarienthon, welcher etwa bis zur Mitte der Grube zu verfolgen ist. Auf demselben folgt der Untere Ge- schiebemergel, der weiter nach Süden zu die Kreide unmittelbar Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glaclalgeologie in Norddeutschland. 55 Fig. 5. Südlicher Stoss der Kreidegrube Katharinenhof. c) m Oberer Geschiebemergel, ds Unterer Diluvialsand, dg Unterer Diluvialgrand, dm Unterer Geschiebemergel. bomB- Mitteloligocäner Septarienthon. C80 Obersenone Mucronaten - Kreide. überlagert. Auf diesem Geschiebemergel liegen geschichtete Di- luvialsaude, die am Eingang in die Grube im Streichen geschnitten sind und aus diesem Grunde horizontale Bankung zeigen. Die ungefähr in der Mitte der Grube zwischen den beiden Grund- moränen zu beobachtenden Sande sind steil aufgerichtet und fallen unter 70^ nach Südwest. lieber diesen Sanden ist eine kleine, das Diluvium durchsetzende Verwerfung zu beobachten. Eine Bohrung in der untersten Fördersohle hat ergeben, dass dort noch 26 Meter Kreide anstehen. Darunter folgt zunächst grün- licher und dann weisser Sand. 52,5 Meter 56 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Figur 6 giebt ein schematisches Profil durch die untere Grube der Cementfabr ik Stern. Am Eingang in die Grube Fig. 6. Schematisches Profil durch die untere Grube der Cementfabrik »Stern «. NO. SW. Höhe : Länge = 1 : 1. 9s Oberer Diluvialsand. Mächtigkeit 9m Oberer Geschiebemergel. der unter der untersten ds Unterer Diluvialsand. Abbausohle aufgeschlossenen dm Unterer Geschiebemergel. Schichten : a...b Knollensteine (Unteroligoeän?). ds = 0,40 Meter b 0 m & Mitteloli gocäner Septarienthon. dm= 1,50 » eso Obersenone Mucronaten - Kreide. ds = 31,0 Meter -}- sieht man am Nordoststoss den Unteren Geschiehemergel sich auf die Kreide auf legen und dann allmählich sich auskeilen. Darüber folgen mächtig entwickelte Untere Diluvialsande, die am Abhano;e zunächst bis an die Oberfläche treten und weiter südlich vom Oberen Geschiebemergel überlagert werden. In der Sohle der Grube tritt unter der Kreide der Septarienthon hervor und hebt sich am Südweststoss steil unter der Kreide her- aus. Zwischen Septarienthon und Kreide bemerkt man hier feine grünliche Sande, in deneu Knollensteine liegen. Es sind die- selben mit Wurzelresten durchsetzten Quarzite, die früher auf der höchsten Kuppe der Kreide in grosser Zahl zu beobachten waren und von Berendt zum Uuteroligocän gestellt worden sind. Auch bei den neuesten Abräumungsarbeiten sind die Knollen- Neuei-e Forschungen auf d. Gebiete d. Glanalgeologie in Norddeutschland. 57 0 steine in unmittelbarer Auflagerung auf die Kreide wieder in grosser Zahl gefunden worden und an einer Stelle, die Fig. 6 der Deutlichkeit halber in stark übertriebener Grösse darstellt, Hess sich noch ein Fetzen Septarienthon in ursprünglicher Lagerungs- folge über dem Knollensteinhorizonte beobachten. In der Sohle der Grube war beim Besuch der Mitglieder der Deutschen geologischen Gesellschaft am 2. October 1898 unter dem die Kreide unterteufenden Septarienthone zunächst eine dünne Schicht Unteren Diluvialsandes und darunter Unterer Geschiebe- mergel von geringer Mächtigkeit aufgeschlossen. Eine an dieser Stelle angesetzte Bohrung war unter dem Unteren Geschiebemergel bis zu 31 Meter Tiefe im Unteren Diluvialsande stecken o-eblieben. o Es ist dadurch bewiesen, dass hier, wie dies schon Berendt aus- sprach, eine weit überkippte Falte vorliegt. In der oberen Grube der Cementfabrik Stern ist die Kreide abgebaut. Sie lag hier ebenfalls in steiler Schichtenstellung auf dem Septarienthon und darunter folgendem Diluvialsand. Bei dem weit vorgeschrittenen Abbau in dieser Grube ist gegenwärtig nur der Septarienthon unter dünner diluvialer Decke aufgeschlossen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Lagerungsstörungen, welche Kreide, Tertiär und Diluvium betrofien haben, auf einen ffewaltiofen seitlichen Druck zurückp:eführt werden müssen. Die der obersenonen Mucronaten- Kreide angehörigen Kreidemergel sind völlig zerdrückt, sodass ihre Schichtung fast gänzlich ver- loren gegangen ist und die darin vorkommenden Belemnitellen in einzelne Bruchstücke zertrümmert worden sind. Ebenso zeigt auch der Septarienthon die Spuren starker Zusammenpressung und A"er- drückung durch glänzende Ablösungsflächen. Der Druck, durch welchen die Schichten gestört worden sind, hat ungefähr von Norden oder Nordosten her gewirkt, weil die Kreide auf die tertiären und diluvialen Schichten in südlicher Richtung, wie die Aufschlüsse deutlich erkennen lassen, aufgeschoben worden ist. Da der Untere Geschiebemergel und der ihn überlagernde Diluvialsand mit überschoben worden sind, so muss die Hauptstörung zur Ablagerungszeit des oberen Diluviums erfolgt sein. 58 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Dass die emporgepressten und überkippten Falten durch das über sie binwegschreitende Inlandeis noch mannichfach gestört und verdrückt wurden, wodurch Specialfaltungen und -Störungen entstanden, zeigen die Aufschlüsse der Grube Katharinenhof sehr deutlich. Die Finkenwalder Buchheide. Die geologischen Aufnahmen, die der Verfasser in der Finken- walder Gegend auf den Blättern Podejuch und Alt-Damm aus- führte, haben ergeben, dass in dem ganzen Finkenwalder Höhen- zuge, der sogenannten Buchheide (höchster Punkt 135,7 Meter über Normalnuil), der sich als ein schmaler, 3-4 Kilometer breiter Rücken vom rechten Oderthalgehänge nach Südost zu erstreckt, die Lagerungsverhältnisse ausserordentlich gestört sind. Der Kern der Buchheide besteht, soweit sich dies aus den vorhandenen Auf- schlüssen erkennen Hess, aus Septarienthon, oberoligocänen Glimmer- sanden und Quarzsanden der miocänen Braunkohlenformation, die verschiedentlich zu Tage treten, jedoch der Hauptsache nach von Diluvialsand bedeckt sind. Als das Inlandeis diesen Höhenrücken überschritt, hat es die diluvialen und tertiären Schichten zu Falten aufgestaut, sodass man fast nirgends innerhalb der Buchheide die Schichten in ursprünglicher Lagerung, sondern stets nur in auf- gerichteter Stellung sieht. Die Schmelzwasser des Inlandeises haben auf diesen Kamm und seine steilen Schichtflächen sehr energisch eiogewirkt und senkrecht zu seinem Streichen tiefe Rinnen eingegraben. Dadurch, dass dieselben zahlreiche Neben- thälchen besitzen, welche oft dicht neben denjenigen der Nachbar- rinne verlaufen, ist der ganze Höhenrücken in ein complicirtes System schmaler, neben einander verlaufender Kämme und Hügel zerschnitten worden. Die Aufschlüsse zeigen, dass der Schichten- bau nirgends der Oberfläche conform ist und dass diese nur der Erosion ihre Entstehung verdanken kann. Die auf den höchsten Punkten der Buchheide sich findenden grossen Geschiebe, sowie vereinzelte Fetzen von Geschiebemergel zeigen, dass das Eis den Rücken überschritten haben muss, dass jedoch durch die Schmelz- wasser eine bedeutende Aufbereitung und Fortführung des Grund- Neuere Eorschimgen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 59 moränenmaterials stattgefunden hat. Während die Buchheide ein sehr typisches Beispiel einer Erosionslandschaft mit tiefen Schluchten und steilen Abhängen darbietet, zeigt das sich im Süden anschliessende, aus Oberem Geschiebemergel bestehende Gebiet bei Colow und Binow mit seinen vielen Seen und der un- regelmässig kuppigen Oberflächengestalt den Charakter der Grund- moränenlandschaft in ausgezeichneter Weise. Quellungserscheinungen bei Pölitz und Messenthin. Als Beispiele dafür, dass neben den echten auf Eisdruck zu- rückzulührenden Glacialstörungen auch solche Vorkommen, die mit den Wirkungen des Inlandeises nichts zu thun haben, mögen die Quellungserscheinungen bei Pölitz und Messenthin hier erwähnt werden, die Keilhack beobachtet hat und folgendermaassen beschreibt: »In die Rubrik der Lageruugsstörungen gehören auch die am Ufer der unteren Oder zwischen Kratzwiek und Pölitz vorkom- menden Quellungserscheinungen des Septarienthons. In diesem Gebiete lehnt sich an das linke Oderufer, welches in der Haupt- sache aus Septarienthon mit eingefalteten Stettiner Sanden besteht, in kleinen Lappen eine oberdiluviale Schichteufolge an, die nur aus zwei Gliedern besteht, einem fluvio-glacialen, horizontal ge- schichteten Sande und einem ihn überdeckenden Oberen Geschiebe- mergel. Diese beiden Schichten, die ursprünglich wahrscheinlich entlang der gauzen Strecke das Ufer begleiteten, sind durch die Erosion in eine Reihe von einzelnen Stücken aufgelöst; es zeigt sich nun, dass der Septarienthon, an den diese Schichten sich an- lehnen, vom Gehänge herab, in der Richtung auf das Thal zu, sich in Bewegung gesetzt und dies diluviale Profil mehr oder weniger überquollen hat. Die Intensität der Ueberquellung nimmt nach Süden hin mit der zunehmenden Höhe und Steilheit des Ufers zu, sodass dort das ganze diluviale Ahschnittsprofil vollständig in den Septarienthon eingehüllt erscheint, während nach Norden hin die Mächtigkeit der Bedeckung allmählich abnimmt. In der Ka- velwischer Ziegeleigrube ist der Obere Geschiebemergel noch von Thon überquollen und verhüllt, nördlich vom Parke dagegen liegt 60 Gr- Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschafee, zwar noch übergequollener Thon auf dem Geschiebemergel, aber das Abschnittsprofil selbst liegt bereits frei zu Tage. Eine ganz ähnliche Erscheinung aus einer etwas älteren Periode zeigt der grosse Eisenbahneinschnitt beim Dorfe Messenthin. Hier ist unter den Thalsanden der obersten Hafflerrasse ein dunkler Thon ange- schnitten, der petrographisch vollkommen mit dem Septarienthon übereinstimmt, aber nach Ausweis einer lieihe von Bohrungen überall in einer Tiefe von 14 — 16 Meter von diluvialen Granden unterteuft wird. Zwischen Thon und Thalsand schiebt sich Geschiebemergel ein, der im östlichen Theile des Einschnittes als solcher, im westlichen dagegen nur als Steinsohle entwickelt ist und oberdiluviales Alter besitzt. Da nun südlich von dem Einschnitte in 200 Meter Entfernung die Thalsandterrasse sich an ein aus Septarienthon bestehendes Plateau anlehnt, so ist die Ver- muthung begründet, dass in der Interglacialzeit hier ein ähnliches Herausquellen des Thones aus dem Plateau stattgefunden hat, wie in postglazialer Zeit am Oderufer.« Buckow. Nachdem Berendt durch die Ergebnisse zahlreicher Tief- bohrungen den Nachweis geliefert hatte, dass die märkische Braun- kohlenformation über dem mitteloligocänen Septarienthon und dem oberoligocänen Glimmersande zur Ablagerung gelangt und demnach zum Miocän zu rechnen sei, war die richtige Deutung der Lagerungsverhältnisse in der Buckower Septarienthongrube erst möMich. Es handelt sich hier um eine Ueberschiebung des Mitteloligocäns ■ auf das Miocän. Die gestörten Lagerungsverhält- nisse in der Buckower Thongrube sind schon durch Berendt als glaciale Druckwirkungen gedeutet worden, eine Auffassung, für die alsdann durch die vom Verfasser ausgeführte Kartirung jenes Gebietes und durch den fortschreitenden Abbau der Schichten die Beweise erbracht worden sind. Die Buckower Thongrube zeigt von Ost nach West nach- stehende Schichtenfolge: Am Eingänge des zur Grube führenden Ö o o Hohlwegs beobachtet man den Unteren Geschiebemergel, der sich den Abhang hinaufzieht und die tertiären, unter 170 Neuere Forscliungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 61 nach Nordost einfallenden Schichten discordant überlagert. Das darunter folgende Tertiär besteht zunächst aus Glimmersanden, die wegen der petrographischen Uebereinstimmung mit den von Berendt im Liegenden der märkischen Braunkohlenformation nachgewiesenen oberoligocänen Meeressanden zum Oberoligocän gestellt worden sind. Darunter liegen die zum Mitteloligocäu gehörigen glaukonitischen Stettiner Sande mit den eingelagerten Thoneisensteinschichten. Diese bilden das Hangende des im Ab- bau befindlichen m itteloLigocänen S eptari entho n s. Im Lie- genden des Septarienthones wurden am westlichen Stoss der Grube ein kleines verdrücktes Braunkohlenfl ö tzchen und Quarzsande aufgeschlossen, während darunter gelblichweisser feiner Glimmer- sand von unbekanter Mächtigkeit erbohrt worden ist. Diese Braun- kohle muss einem sehr starken Druck ausgesetzt gewesen sein, denn man beobachtet häufig an den Ablösungsflächen der härteren Stücke stark spiegelnde Harnische. Von besonderem Interesse war aber die von mir gemachte Beobachtung, dass unmittelbar in der Berührungszone des Septarienthones mit den Braunkohlen- schichten vereinzelt nordische Geschiebe sich fanden. Ein grösserer Gueissblock war gespalten und die beiden Hälften um einige Centimeter gegen einander verschoben. Der Untere Ge- schiebemergel und die aufgerichteten Schichten des Tertiärs werden von horizontal geschichtetem Unteren Diluvialsande discordant überlagert. Dieser Sand lässt sich weiter nach Westen zu ver- folgen, wo er unter den Oberen Geschiebe mergel der dilu- vialen Hochfläche untertaucht. Es sind daher nach meiner An- sicht die Lagerungsstörungen in der Buckower Thongrube während der Ablagerung des Unteren Geschiebemergels entstanden und auf den Schub des von Nordost her sich fortbewegenden Inlandeises zurückzuführen. Auch die Störungen in den von Nordwest nach Südost strei- chenden Bildungen der märkischen Braunkohlenformation, deren Lagerungsverhältnisse durch den Grubenbetrieb bei Bellersdorf bekannt geworden sind, finden nach meiner Ansicht ebenfalls durch die aufpressende und zusammenschiebende Thätigkeit des vor- rückenden Inlandeises ihre beste Erklärung. 62 • Gr. Behrndt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahxschaffe, Die stark kuppige Oberflächenbescliaffenheit der Pritzhagener Forst bei Buckow, sowie des sich südlich anschliessenden Gebietes mit seinen zahlreichen Seen ist nicht, wie es nach den Ober- flächenformen scheinen könnte, eine Grundmoränenlandschaft mit aufgestauchten und emporgepressten Schichten, sondern verdankt ihre Entstehung der erodirenden Thätigkeit der vom nördlich gelegenen Inlandeise ausgehenden Schmelzwasser. Durch dieselben wurde die Decke des Oberen Geschiebemergels zum grössten Theile fortgeführt, sodass er nur noch in Fetzen auf einzelnen Kuppen erhalten geblieben ist. Die darunter liegenden leicht zer- störbaren Unteren Sande wurden von den Schmelzwassern durch- furcht und zu Kuppen umgestaltet, die im Innern horizontalen Schichtenbau zeigen. Zahlreiche zum Theil wasserleere Schluchten, die die Pritzhagener Forst durchziehen, bezeichnen die ehemaligen Schmelzwasserrinnen, in denen das Wasser von Nord nach Süd von dem höher gelegenen Diluvialplateau des Blattes Möglin in die Buckower Einsenkung strömte. Wo diese Wasser mit starkem Gefall herabstürzten, entstanden Ausstrudelungsseen (Evorsions- seen), zu welcher Kategorie der Kleine und Grosse Tornow-See gehören. Auch der Schermützel-See zeigt die Einwirkung von stark strömendem Wasser in seinem nördlichen Theile, wo gerade an der Einmündung des vom Poetensteig durchzogenen Thaies die grösste Tiefe des Sees 44,6 Meter erreicht, während sie von dort sehr bald abnimmt und in der südlichen Hälfte nur 12,6 — 15,7 Meter beträgt. Falkenberg und Freienwalde a/0. G. B. Hierzu Tafel I. Genau so wie Wahnschaffe soeben die erodirende Thätigkeit des Schm elz wassers in der Pritzhagener Forst bei Buckow beschrieben hat, ist dieselbe auch in der ausgedehnten Cöthener Forst und der Freienwalder Stadtforst zu beobachten. Die Decke des Oberen Geschiebemergels ist, wie auch das beigegebene Specialkärtchen erkennen lässt, nur noch in Fetzen auf den zwischen den zahlreichen Abflussrinnen stehen geblie- Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 63 benen Graten und Einzelbergen (Mierenberge , Scbmiedeberg und Karlsburg in Falkenberg) erhalten geblieben. Der Unter- schied ist hier nur der, dass die Schmelzwasser hier bereits in rückläufiger Richtung von S. nach N. bezw. von SW. nach NO., anfangs wohl noch sogar unter dem Eise, zu dem sie sammelnden breiten Eberswalder Hauptthale hinabflossen. Da sie hierhin mit starkem Gefälle hinabstürzten, so konnten zwar keine Ausstrude- lungsseen entstehen oder richtiger die entstandenen konnten nicht bestehen bleiben, weil sie sofort ihren Abfluss zu dem immer noch tieferen und sich stetig vertiefenden Hauptthale fanden; deutlich aber erkennt man diese Ausstrudelung in der kurzen und verhältnissmässig breiten Form dieser, auch hier z. Th. jetzt wasserleeren Nebenthäler; ich möchte sie Thalzwerge nennen. Unter ihnen ist geradezu des Besuches werth ein ausgeprägter Circus, der in geradliniger Richtung des Falkenberger Thaies von seiner Mündung nach SW. unmittelbar neben dem an seinem Gehänge hervortretenden Oberoligocäu und Miocän gewisser- maassen als einer der Thalanfäuge auch in dem Kärtchen sichtbar wird. Wie letzteres des weiteren erkennen lässt, ist dieser Thal- anfang hernach nur durch die rechts und links gleichzeitig ent- standenen Thalrinnen, deren westliche aber auch schon unmittelbar jenseit des Kartenrandes stumpf abschneidet, an seinem weiteren Einschneiden nach rückwärts verhindert worden. Im übrigen ist die Gegend von Freienwalde a/0, eine der wenigen Stellen in der Mark Brandenburg, wo das Tertiär auf längere Erstreckung, von Hohen-Finow im Westen über Falken- berg und Freien Walde bis Alt-Ranft, also auf ungefähr U/2 Meile einigermaassen regelmässig in seiner Altersfolge gelagert zu beobachten ist. Zwar kommen auch hier Punkte vor, an denen, wenn günstige Aufschlüsse vorhanden sind, in Folge von Aufpressung vor dem Eisrande und demnächstiger Ueberkippung durch den folgenden Eisschub mitteloligocäner Septarienthon und darüber folgender oberoligocäner Sand in einer liegenden Falte auf Diluvial- sand aufgeschoben zu beobachten sind, gerade so wie solches Eingangs in der Gegend von Finkenwalde bei Stettin von Kreide und Oligocän beschrieben worden ist; immerhin ist aber die regel- 64 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschapfe, rechte Folge des Tertiärs unter dem Diluvium der vorherrschende Charakter der Gegend. Vertreten sind von dem märkischen Tertiär als ältestes noch zu Tage tretendes Glied der mitteloligocäne Septarienthon, zum Theil bedeckt von mitteloligocänem Stettiner Sand und Thon- eisenstein-Nieren oder Bänkchen; darüber der marine oberoligo- cäne Meeressand und ein ihm gleichaltriger, zuweilen etwas kaolin- haltiger gröberer Quarzsand, wie er auch in der Stettiner Gegend beobachtet wird, ein Vertreter der durch Flaschenthon und Kaolin- sand in der Lausitz charakterisirten subsudetischen Braunkohlen- bildung, welche ich als schliessliche Randbildung des Oberoligocän- meeres betrachte, sowie endlich die bereits dem Miocän angehörige märkische Braunkohlenbildung mit dem früher besonders abge- bauten und verwertheten Alaunerz. Der mitteloligocäne Septarienthon bildet in dem durch die vorhin genannten Orte bezeichneten westöstlichen, genauer Westnordwest zu Ostsüdost gerichteten Streichen des Steilrandes der Hochfläche zum alten diluvialen Eberswalder Hauptthale bezw. zum jetzigen Oderthaie einen flachen Sattel, welcher in der Gegend des Hammer- und des Marienthaies, halbwegs zwi- schen Falkenberg und Freienwalde, leicht oder garnicht bedeckt von Diluvium, zu 35 ja 60 Meter über die Sohle des Oderthaies auf- steigt, östlich wie westlich aber sofort unter dem jüngeren Tertiär verschwindet, sodass er in Freienwalde in dem Bohrloch Scheck (Weinbergstrasse) erst in 64 Meter Tiefe, also etwa 50 Meter unter Oderthalsohle, getroffen wurde. Hammer- wie Marienthal bilden ziemlich rechtwinklig zum Oderthalrau de verlaufende Erosions- riunen und lassen den Sattel als solchen auch in dieser Richtung erkennen, indem, beispielsweise im Marienthale, sowohl einige hundert Meter nördlich wie südlich der den Septarienthon ab- bauenden Kirchenziegelei, dieser unter oberoligocänem Sande ver- schwindet. Hier ist es auch, am südlichen Ende der Kirchenziegelei- Grube, wo, wenn die Aufschlüsse günstig sind — ein vor 2 Jahren mittelst Photographie aufgenommenes Bildchen des Lagerungsver- hältnisses zeigt Fig. 7 — die Zusammenstauchuug des überliegenden ■T Neuere Forschungen auf d. Gebiete d.Glacialgeologie in Norddeutschland. 05 Jahrbuch 1897. 5 omU Mitteloligocäner Septarienthon. 00a Oberoligocäner Meeressand, ds -}- dg Diluvialer Spathsand und Grand. 66 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Oberoligocän- Sandes bezw. die Hineinpressung und Ueber- schiebnng des Septarienthones in nordnordöstlicher zu süd- südwestlicher, also mit dem diluvialen Eisschiibe übereinstimmender Richtung zu beobachten ist. Die Aufschlüsse des Septarienthones im Marien- wie im Hammerthal sind ziemlich bedeutend und zeigen Steilwände des Thones von 20 — 30 Meter. Die ihm eigenthümliche hinlänglich bekannte Fauna findet sich verhältnissmässig spärlich und ist wie an andern Orten auf einzelne Bänke beschränkt. In der grossen Thongrube bei der nordwestlichen, der sogen. Ilaths-Ziegelei, wo sein unmittelbares Hangendes in einer kleinen Nebengrube noch gegen- wärtig gut aufgeschlossen ist, zeigt dasselbe, ganz übereinstimmend mit den in der Literatur seit langem bekannten Aufschlüssen des Septarienthones am Schermützel-See bei Buckow, als Vertreter des Stettiner Sandes wenig mächtige glaukonitische Sande mit eingelagerten Bänkchen von Braun- oder Thoneisenstein-Nieren Auch an der spitzen Ecke zwischen Marienthal und Chaussee war bis vor 2 Jahren dieser Stettiner Sand, von dem blendend weissen Sande des Oberoligocäns bedeckt, in spitze Falten zusammengeschoben und bis zu 3 Meter über die Wegehöhe emporgepresst zu beobachten. Wählt man einen geeigneten Punkt am Westrande der vorgenannten grossen Thongrube, so hat man durch die perspectivische Hintereinanderfolge mehrerer Aufschlüsse ein grossartiges einheitliches Profil durch Septarienthon, Stettiner Sand, ober oligocänen Glimmer- und Quarz- sand bis in’s Diluvium mit leider an dieser Stelle noch fehlendem Miocän. Der oberoligocäne Meeressand, ein feiner Glimmer- bis Quarzsand, der sich, wie schon erwähnt, im Osten des Septarien- thonsattels, beiderseits der Mündung des Marienthaies dem Sep- tarienthon auf legt, tritt auf dem Westflngel des Sattels, auf der ganzen Strecke vom Hammerthal bezw. vom Klingenden Fliess über Falkenberg bis Hohen - Finow vielfach zu Tage, wie solches das Kärtchen am besten erkennen lässt. Zwei Stellen unter diesen, die eine im Hintergründe des Falkenberger Thaies, die andere an seiner Mündung bezw. am Ostausgange des Dorfes, lassen Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glaclalgeologie in Norddeutschland. 67 die Lagerung der Sande zur Braunkohlenbildung klar erkennen. Hier zeigen am letztgenannten Punkte die beiderseitigen Gräben eines kleinen Chausseeeinschnittes die weissen feinen Sande des Oberoligocän, während darüber, im Gehänge der Karlsburg bezw. über der hier am Fusse liegenden Schmiede, Sande, Letten und Braunkohle des Miocän deutlich unter dem die Kuppe selbst bil- denden Diluvium hervortreten. Diese einfach als märkische bekannte Braun kohlen bil- dung, die jüngste, schon dem Miocän angehörende Abtheilung des Freien walder Tertiärs, ist durch den Bergbau der Vereinigten Freienwalder Gruben, einerseits bei Hohen-Finow (früher auch bei Falkenberg), andrerseits bei Alt-Ranft (früher auch bei Freien- walde selbst) zur Genüge aufgeschlossen und zeigt auf den Gruben- bildern eine ganze Anzahl kleinerer Sättel und Mulden, die noch ohenein durch Verwerfungen mannichfach gestört sind. Auch diese Sattel- und Muldenbildung, wenngleich sie, wie in der Folge besprochen werden soll, in der Hauptsache auf un- gleichmässigen Druck der diluvialen Aufschüttung und des auf dieser einst lastenden Eises zurückzuführen ist, zeigt sich nicht unbeeinflusst von dem eigentlichen Eisschube. Hierfür spricht wenigstens der meist auffallend verschiedene Fallwinkel der beiden O Sattel- bezw. Muldenflügel. Während derselbe nämlich bei dem mit dem Eisschube gleichsinnig einfallenden Flügel stets, zuweilen selbst bis zur üeberkippung gesteigert erscheint, verflacht er sich andrerseits auf dem der Schubrichtung entgegengesetzten Flügel ebenso auffallend. So zeigt der in NW. — SO. -Richtung, also mit dem Thalrande bei Broichsdorf (s. die Karte) parallel streichende Sattel, den der Bergbau in über Viertelmeile Länge aus der Gegend von Hohenfinow bereits bis an’s Falkenberger Thal auf- geschlossen hat, nach dem Grubenbilde auf dem ganzen NO.- Flügel Einfallswinkel von 25, 40, 40, 25 und 32^ gegenüber einem Einfallen von 80, 90 und 80 ^ auf dem in der Richtung des Eis- schubes fallenden SW.-Flügel. Im grossen Ganzen kann man sagen, wie schon in einem kleinen Sonderbericht näher ausgeführt wurde und andrerseits in noch höherem Maasse von den Lausitzer Braunkohlen bekannt ist, dass die Lagerung gewissermaassen im 5* 08 Gr. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, umgekehrten Yerhältniss zu der Oberflächenform steht, indem meist der Anhöhe in der Tiefe eine Einmulduug des Tertiärs, dem Thale eine Sattelbildung entspricht. In gewissem Grade ist diese auf den Druck der diluvialen Aufschüttung und die Verminderung desselben im Bereich eines Thaleinschnittes zuröckzuführende Lagerung denn auch schon in dem gesammten bisher besprochenen Tertiär zu beobachten. Während all’ die dem Oberoligocän angehörenden Aufschluss- punkte soweit sie am Rande des grossen Haupt- bezw. des Oder- thaies liegen, oft schon ziemlich hoch am Abhange sich befinden, bauen die Braunkohlengruben in einiger Entfernung vom Thal- gehänge das Miocän ziemlich in gleichem oder sogar in tieferem Niveau ab. Und ebenso ist auch der ganze Sattel des Mitteloligocän, wie schon erwähnt, gewissermaassen nur eine randliche Aufpressung zum grossen Einschnitt des Oderthaies. Hauptsäclilicliste Litteratur. Rüdersdorf. Eck, Rüdersdorf und Umgegend. Eine geognostische Monographie. Mit einer Tafel Abbildungen und Versteinerungen, einer geognostischen Karte und einer Tafel mit Profilen. (Abhandl. d. geol. Specialkarte y. Preussen u. s. w. Bd. I, Heft 1.) Orth, Rüdersdorf und Umgegend. Auf geogn. Grundlage agronomisch bearbeitet. Mit einer geogn. -agronom. Karte. (Abhandl. d. geolog. Specialkarte von Preussen u. s. w. Bd. II, Heft 2.) G. Berendt und W. Dames, Geognostische Beschreibung der Umgegend von Berlin. Erläuterungen d. geol. Uebersichtskarte d. Umgegend von Berlin. 1 ; 100000. Berlin 1885. 0. Torell, Mittheil, über den Vortrag in d. Deutsch, geol. Ges. (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. XXVII, 1875, S. 961.) F. Noetling, Ueber das Vorkommen von Riesenkesseln im Muschelkalk von Rüdersdorf. (Ibid. XXXI, 1879, S. 339-354.) A. Penck, Briefl. Mittheil. (Ibid. XXXI, 1879, S. 627-631.) G. Berendt, Ueber Riesen töpfe und ihre allgemeine Verbreitung in Nord-Deutsch- land. (Ibid. XXXII, 1880, S. 56 — 59.) F. Wahnschab^fe, Blatt Rüdersdorf der geologischen Specialkarte von Preussen 1 : 25 000, nebst Erläuterungen. F. Wahnschaffe, Beitrag zur Kenntniss der Rüdersdorfer Glacialerscheinungen. (Jahrb. d. geol. Landesanstalt für 1882, Berlin 1883, S. 219 ff.) Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 69 Finkenwalde. Girard, Die norddeutsche Ebene, insbesondere^ zwischen Elbe und Weichsel. 1855, S. 57. Von dem Borne. (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. IX, S. 485 ff.) Behm. (Ibid. XVIII, 1866, S. 786.) Remele. (Ibid. XX, S. 650.) G. Berendt, Kreide und Tertiär von Finkenwalde bei Stettin. (Ibid. XXXVI, 1884, S. 866-874.) G. Kowalewski, Materialien zur Geologie Pommerns. (Jahresber. d, Vereins für Erdkunde zu Stettin 1888.) F. Wahnschaffe, Blatt Podejuch und Alt-Damm der geologischen Specialkarte von Preussen 1 : 25000 u. s. w. nebst Erläuterungen. Buckow. Plettner, [de Braunkohlenformation in der Mark Brandenburg. «(Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. IV, 1852, S. 403 ff.) R. Kusel, Die Tertiärschichten über dem Septarienthon bei Buckow. (Zeitschr. für die ges. Naturw. 35, S, 208 — 212, 1870.) R. Küsel , Die oberen Schichten des Mitteloligocäns bei Buckow. (Jahresber. über die Andreasschule. Berlin 1870.) R. Küsel, Ueber das Mitteloligocän bei Buckow. (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. XXIII, 1871, S. 659.) R. Kusel, Ueber Kalkschichten im Buckower Septarienthon. (Ibid. XXIV, 1872, S. 659.) E. Zimmermann, Mittheilung. (Ibid. XXXV, 1883, S. 628 — 630.) G. Berendt, Die bisherigen Aufschlüsse des märkisch-pommerschen Tertiärs u. s.w. (Abh. d. geol. Specialkarte von Preussen u. s. w. Bd. VII, Heft 2, S. 19—22 und 38.) A. V. Koenen, Die Fauna der unteroligocänen Tertiärschichten von Helmstädt bei Braunschweig. (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. XVII, 1865, S. 462.) A. V. Koenen, Das marine Mittel-Oligocän von Norddeuschland und seine Mol- lusken-Fauna. (Palaeontographica XVI, S. 60.) F. Wahnschaffe, Die Lagerungsverhältnisse des Tertiärs und Quartärs der Gegend von Buckow. (Abhandl. zur geol. Specialkarte von Preussen. Neue Folge, Heft 20.) F. Wahnschaffe, Blatt Müncheberg d. geol. Specialkarte von Preussen u. s. w. nebst Erläuterungen. Falkenberg und Freienwalde. Girard, Die norddeutsche Ebene u. s. w. (s. oben) S. 68 ff. Plettner, Die Braunkohlenformation in der Mark u. s. w. (s. oben) S. 174, 192, 216 u. a. Gramer, Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, Kreis Oberbarnim S. 55, 56, Kreis Sternberg S. 28. Busse, Die Mark zwischen Eberswalde, Freienwalde u. s. w. Dissertationsschrift. G. Berendt, Der oberoligocäne Meeressand zwischen Elbe und Oder. Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. XXXVIII, S. 255. 70 G. Bp:kendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, G. Berendt, Das Tertiär im Bereiche der Mark Brandenburg, Sitzungs-Berichte d. Königl. Pr. Akad. d. Wissensch. zu Berlin 1885, XXXVIII. G. Berendt, Die bisherigen Aufschlüsse d. märk.-pomm. Tertiärs u. s. w. (s. oben) S. 22-27. G. Berendt, Lagerungsverhältnisse des Diluvium und Tertiär in der Freienwalder Gegend. Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. XLIV, 1892, S. 335 und Jahres- bericht im Jahrb. d. Pr. Geol. Landesanstalt für 1891. II. Stratigraphie. K. K. In den Ansgang der 70 er Jahre fällt die allgemeine Annahme der ToRELL’schen Inlandeistheorie nnd die endgültige Verdrängung der Drifttheorie. In der vierten Auflage von Credner’s »Elementen der Geologie« vom Jahre 1878 ist noch die letztere dargestellt nnd nur in einer ganz kurzen Note auf die eben auftanchende ToRELL’sche Theorie hiugewiesen, während diese in der 1883 er- schienenen fünften Auflage bereits vollständig in ihr Recht getreten ist. Es ist heute schwer zu verstehen, wie es möglich war, dass unter dem lähmenden Banne der so lange herrschenden Drifttheorie überhaupt der Versuch gemacht werden konnte, die Ablagerungen des Quartärs zu gliedern, da man sich doch sagen musste, dass von schmelzenden Eisbergen abgelagerte Massen ohne jede Regel auf dem Boden des angenommenen Meeres zur Ablagerung gelangt sein mussten; ja, man muss sich noch mehr darüber wundern, dass die über weitere Gebiete hin als durchführbar erkannte Glie- derung nicht schon längst den Anstoss dazu gegeben hatte, die Drifttheorie als völlig ungeeignet für die Erklärung der Ablage- ruuffen Norddeutschlands zu beseitigen. Nach Annahme der In- landeistheorie trat zunächst in der Gliederung des norddeutschen Quartärs keine Aenderung ein. Wie bisher wurde eine rein stra- tigraphische Trennung der Schichten in solche des Oberen und Unteren Diluvium beibehalten, und es wurden zum Unteren die- jenigen Schichten gezählt, die unter der jüngeren Grundmoräne oder den sandigen Aequivalenten derselben (Geschiebesanden) liegen. Der Geschiebemergel war richtig als Grundmoräue des Inlandeises Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 7 1 gedeutet worden, aber trotz des Nachweises zweier Geschiebe- mergelhorizonte in Schleswig-Holstein, der Mark Brandenburg und einer noch grösseren Zahl derselben in Westpreussen, wurde das ganze Diluvium für eine einheitliche, zusammenhängende Bildung angesehen, und in keiner Weise der Versuch gemacht, wie in anderen Formationen, zu einer historischen Gliederung zu gelangen. Es waren zu jener Zeit auch bereits Ablagerungen mit organischen Resten im Diluvium bekaont, und zwar sowohl marine wie Süss- wasser-Bildungeo. Zu den ersteren gehören die Yoldiathone in der Gegend von Elbing, die ausserordentlich individuenreichen marinen Ablagerungen auf beiden Seiten des Weichselthals und eine Reihe von Ablagerungen in Schleswig-Holstein, zu den Süsswasserbil- dungen dagegen in erster Reihe die paludinenführenden Schichten der Mark Brandenburg und sodann eine Reihe von durch Valvaten charakterisirten Ablagerungen in der Umgegend von Potsdam. Welche Stellung innerhalb des Diluviums aber diese Schichten einnahmen, und wie die Lagerung derselben zwischen glacialen Ab- lagerungen zu erklären sei, darüber wurde vorläufig überhaupt noch nicht verhandelt, und es war auch ganz unmöglich, diese Frage einer befriedigenden Lösung entgegenzuführen, weil man noch nicht gelernt hatte, scharf zu unterscheiden, welche dieser organischen Reste auf primärer Lagerstätte sich befanden, welche dagegen der Zerstörung und Umlagerung solcher ursprünglichen Sedimente ihre Einfügung in jüngere glaciale Bildungen zu verdanken hatten. Am Anfang der 80 er Jahre stand bereits für Gr.-Britannien und die Alpen eine mindestens zweimalige Vergletscherung mit dazwischenliegenden Interglacialzeiten fest und bald darauf ver- mochte Penck mit grossem Scharfsinn für die Alpen eine dreifache Vergletscherung mit zwei Interglacialzeiten nachzuweisen, wodurch er zugleich in Uebereinstimmung mit Geikie gelangte, der das gleiche für Schottland ausführte. Penck und Helland waren die ersten, die darauf hinwiesen, dass auch in Norddeutschland eine mehrfache (nach Helland eine zweifache, nach Penck eine drei- jache) Vergletscherung mit langen dazwischenliegenden Interglacial- zeiten stattgefunden habe, aber es bedurfte erst noch einer grossen Zahl sorgfältiger Specialbeobachtungen und der Auffindung zahl- 72 G. Berbndt, K. Keilhack, H. Schröder iiml F. Wahnschafee, reicher entscheidender und beweisender Ablagerungen, bis alle diese mehr auf speculativem Wege gewonnenen Anschauungen hinreichend gestützt und gekräftigt aus dem Gebiete der Hypothese auf den exacten Boden der Theorie gelangen konnten. Als im Jahre 1885 Dames die bis dahin gewonnenen Ergebnisse der norddeutschen Glacialforschung in einem in den ViRCHOW-HoLTZENDORF’schen Abhandlungen erschienenen Heftchen in geschickter und über- sichtlicher Weise zusammenstellte, konnte er bereits auf Grund der in der Hauptsache durch die Arbeiten der geologischen Landes- anstalten gewonnenen Resultate zwei Eiszeiten mit einer dazwischen- liegenden Interglacialzeit als sicher annehmen. Lauenburg a/E. Eine Hauptstütze fand diese Gliederung in dem 1884 von Keilhack beschriebenen Torflager von Lauenburg, welches von einer Grundmoräne unterlagert und von diluvialen Sanden und einer zweiten Grundmoräne überlagert sein sollte. Die reiche Flora, die in diesem Torflager eingeschlossen war, zwang durch ihren Charakter zu der Annahme eines dem heutigen mindestens gleichstehenden, wenn nicht etwas wärmeren Klimas und damit nothwendig zu der Annahme, dass zur Zeit der Entstehung dieses Torflagers das Inlandeis mindestens bis tief nach Skandinavien hinein sich zurückgezogen haben musste, sodass hier von einer Oscillationsbewegung des Eises nicht mehr die Rede sein konnte, sondern eine ausgedehnte Interglacialzeit nothwendig angenommen werden musste. Dieses Lauenburger Torflager, an welches die Annahme einer Interglacialzeit anknüpft, ist in der Folge Gegen- stand lebhafter Controversen gewesen, da es sich erwies, dass eine Ueberlagerung der hangenden Sande durch eine Grundmoräne nicht zweifellos existirte. Im Verlaufe dieser Controverse versuchten Credner, Geinitz und Wahnschaffe dem Torflager ein alluviales (postglaciales) Alter zuzuschreiben, aber diese Auffassung fand wenig Anerkennung, und alle Geologen, die nachher die interessante Oert- lichkeit besucht haben, sind von dem diluvialen und interglacialen Alter desselben auf Grund der Lageruugsverhältnisse überzeugt, und auch Wahnschaffe und E. Geinitz halten jetzt das Lauen- Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 73 burger Torflager für interglacial. Durch das Auffinden der Samen von Cratopleura holsatica — Brasenia purpurea^ einer in Europa ausgestorbeuen, in Nordamerika noch lebenden nymphäazeenartigen Pflanze im Lauenburger Torflager ist das diluviale Alter desselben über jeden Zweifel hinaus erhoben worden. In Fig. 8 ist das Profil des Lauenburger Torflagers im Kuh- Grunde nach der neuesten Aufnahme desselben durch Herrn G. Müller dargestellt. In jüngster Zeit ist bei Lauenburg noch ein zweiter diluvialer Süsswasserhorizont, älter als die der ersten Interglacialzeit an- gehörenden CßrJmm-Mergelsande, von C. Gottsche aufgefunden, über den Herr G. Müller, der augenblicklich Blatt Lauenburg kartirt, folgendes schreibt: »In Folge der vielen Störungen, welche das glaciale und marine Diluvium bei Lauenburg betroffen haben, war es bisher schwer, sich ein genau zutreffendes Bild über die Schichtenfolge zu machen. Der in AusführunG bcGriffene Bau des Elbe Trave-Kanals hat bei Lauenburg Aufschlüsse geschaffen, welche das relative Alter der einzelnen Ablagerungen klargelegt haben. Wenn auch der grosse Anschnitt westlich der Palmmühle wiederum in seinem nordöst- lichen Theile eine Ueberschiebung der marinen und Süsswasser- Fig. 8. t Interglacialer Torf. dmi Obere Bank des Unteren Diluvialmergels. dSi Unterdiluvialer Spathsand. dm 8 Unterdiluvialer Mergelsand. d m2 Unterer Diluvialmergel im Liegenden des Mergelsandes. dS2 Unterdiluvialer Spathsand im Liegenden der unteren Geschiebe- mergelbank. 74 G. Berendt, K. Kbilhach, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Bildungen auf jüngeres glaciales Diluvium zeigt, so sind nach Süd- vresten hin die Schichten nur schwach gefaltet. Hier folgt unter ca. 8 Meter mächtigem CarJmm-Sand ein ca. 2 Meter mächtiger, hell- blauer, fetter Thon mit Mytilus edulis^ welcher auf der Höhe, z, B. in der Thongrube von Brand & Anker, Gipsknollen und Aus- blühungen von Eisenverbindungen und ebenso wie die Cardium- Sande vereinzelt nordische Geschiebe führt. Hierunter folgt die durchschnittlich 1 Meter starke Braunkohlenbank, die ausser Sand und Thonbeimengungen reich an Schwefeleisen ist, welches in derselben Schicht bei Brand & Anker zur Bildung von Eisen- vitriol geführt hat. Im Liegenden folgt eine 0,7 — 1,5 Meter mächtige humose Süsswasserbildung, die ausser zahllosen Süss- wasserschneckeu stellenweise sehr reich an grossen Schalenexem- plaren von Anodonta ist. Von Wirbelthieren fanden sich Fisch- schuppen und Zähne von Esox, welche jedoch auch in der Braun- kohle nebst Zähnen von Nagern angetroffen werden. An der Basis der Anodonta-hdiuk findet sich eine diatomeenreiche Schicht, die sich als weisses Band durch die ganze Baugrube hinzieht. Die liegenden Sande sind von wechselnder Mächtigkeit und sind an ihrem Ausgehenden an der Stecknitz sehr reich an Vivianit. An der Basis waren noch die sehr mächtigen fetten, schwarzen Thone erschlossen, die auch in den Ziegeleien von Brand & Anker und Basedow genutzt werden. Es ist mir bis jetzt nicht ge- lungen, irgend welche organische Beste in denselben zu finden, sodass ein bestimmtes Alter ihnen noch nicht zugewiesen werden kann. Gottsche hält sie für altdiluvial bezw. interglacial, und parallelisirt sie mit den für präglacial angesprochenen Thonen von Tesperhude. Um dies mit Sicherheit beweisen zu können, müsste man auch an dieser Stelle einen Geschiebemergel bezw. eine äquivalente Bildung darunter nachweisen. Die Thone sind zweifel- los jünger als Miocän, so dass ich geneigt bin, sie zum Pliocän zu rechnen. Das Profil der Schichten am Kanal ist in Fig. 9 dargestellt. « Ich füge hier gleich die Mittheilung an, die C. Gottsche über das ältere marine Interglacial von Lauenburg mit folgenden Worten giebt: Neuere Forschungen auf d, Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 7 5 Fig. 9. dg + dG Grand und Geschiebepackung. ds Unterdiluvialer Spathsand. dfi Unterdiluvialer Bänderthon. plc Cardiumsand. plhi Fetter Thon mit Mytilus edulis. plb Braunkohle. pla Anodontenbank, pls Sande, stellenweis Vivianit führend. Plll2 Dunkler, fetter Thon ohne Fossilien. »Lauenburg war bis zur Entdeckung der noch 2 Meilen öst- licher liegenden Vorkommnisse von Bleckede durch G. Müller der östlichste Punkt im Elbthal, von dem echt marine Diluvial- absätze bekannt waren. Der Rand des Diluvialplateaus wird auf beiden Ufern der Elbe von einem Saum mariner Ablagerungen begleitet, welche, je weiter sie sich von der heutigen Elbmün- dung entfernen , desto mehr den Charakter von Seichtwasser- absätzen an nehmen. So sind z. B. die feinen Diluvialthone mit borealer Fauna von Nindorf und Burg in Holstein, sowie von Schuppenfelde und Hakemühlen in Hannover in einer Minimal- tiefe von 20 Faden, die Austernbänke von Stade und Blankenese dahingegen in einer Maximaltiefe von 5 Faden abgesetzt, die in Hamburg erbohrten Mytilus-M.QVgG\ endlich durch Ruppia maritima als Strandbildung gekennzeichnet. Auch die Lauenburger Cardiumsande sind ein Seichtwasser- absatz; denn neben Mytilus edulis^ Cardium edule^ Tellina baltica und Onoba aculeus führen sie reichlich Hydrobia ulvae — eine Form, die nach Sars nur bis 3 Faden Tiefe hinabreicht. Auch ihre kleine von Madsen beschriebene Foraminiferenfauna spricht 76 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, nicht gegen diejse Annahme, da die beiden häufigsten Arten (^Rotalia Beccarii und Nonionina depressula) heute vorzugsweise in Brakwasser leben. Die marinen Diluvialschichten von Lauenburg sind zwar schon hei Claudius 1866 erwähnt, aber erst 1885 von Keilhack als solche erkannt. Gegenwärtig sind die Aufschlüsse schöner, als je. Das neue Kanalbett hat eine Gliederung dieser Schichten erkennen lassen, die bisher ganz übersehen war. Es sind nämlich in diesem Frühjahr in der Kanalböschung unter reichlich 5 Meter grünlicher Cardiumsande dünne lettige Schichten angeschnitten worden, die stellenweise durch Auslaugung fossilfrei erscheinen, stellenweise aber Mytilus edulis und T’Ä‘?^a-Fragmente in grösserer Zahl ent- halten. Jetzt erst hat sich herausgestellt, dass steil aufgerichtete schwarze und graue gypshaltige Thoue, die am Fahrweg bei der Palmmühle und in etwas höherem Niveau auch in der Brand & Anker’schen Ziegelei auftreten, nicht miocän sind, sondern als directe Fortsetzung dieser Mytilus-Thoue des Kanalbetts zu gelten haben. Auch die im Kaualbett unter diesen lettigen Thonen auf- tretenden »Braunkohlen« sind nicht miocän, da ich am 28. April d. J. unter dieser »Braunkohle« einen hellen Diatomeenpelit mit Bithynia tentaculata , Perca fluviatilis und grossen Potamogeton- Blättern auffand. Herr Dr. Müller, welcher der Fauna und Flora dieser Schicht neuerdings seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat, konnte denselben Pelit auch in der Brand & Anker’schen Ziegelei nachweisen. Unter diesem Diatomeenpelit tritt sowohl in der Kanalsohle, als in der ebengenannten Ziegelei ein sehr fetter schwarzer Thon mit glänzenden Absonderungsflächen auf, der zweifellos den bis 140 Meter mächtigen schwarzen Thonen entspricht, welche in unseren Hamburger Bohrungen den tiefsten Geschiebemergel vom Unteren Geschiebemergel trennen. Somit wäre der Cardiumsaud, der meist von Spathsanden, stellenweise auch von grauem, wenig mächtigen Geschiebemergel bedeckt wird, wahrscheinlich älter als der Untere Geschiebemergel, resp. interglacial I. Den scharfen Nachweis hierfür wird in diesem ungemein ge- störten Gebiet erst die Specialaufnahme erbringen können; aus Neuere Forscliuugen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschlaud. 77 demselben Grunde ist es daher auch zwecklos, ausser dem von Dr. Müller im Detail mitgetheilten Kanalprofil, in diesem Führer noch weitere Specialprofile zu beschreiben. Die Excursion wird ausser im Kanalbett die Cardiurnsande hauptsächlich in der Brand & Anker’schen Ziegelei kennen lernen, hier in schönster Entwickelung und|mit zahllosen, z. Th. noch geschlossenen Schalen aller Altersstadien. In den wegen ihrer petrographischen Aehnlichkeit damit verglichenen Mergelsanden von Kuhgrund sind marine Beste bisher nicht gefunden worden.« Zwei Jahre vor der Beschreibung der Lauenburger Torflager waren durch Keilhack mehrere Ablagerungen diluvialen Alters mit ziemlich reicher Flora und Fauna von einer Anzahl von Stellen der Mark Brandenburg und der Lüneburger Haide be- schrieben worden, die nach ihrer Lagerung unter der älteren Grund- moräne als präglacial gedeutet waren und zum Theil von ge- schichteten Diluvialbildungen mit nordischem Material, zum anderen Theile direct von tertiären Bildungen unterlagert waren. Keilhack hatte den Begriff »präglacial« in dem Sinne aufgefasst, dass diese Ablagerungen zu einer Zeit entstanden sein sollten, als das heran- rückende Inlandeis bereits seine fluviatilen Sedimente über weite Gebiete seines Vorlandes ausbreitete, mit seinem Bande aber noch so weit zurücklag, dass pflanzliches und thierisches Leben von dem Charakter des in jenen lacustrinen Bildungen eingeschlossenen an Ort und Stelle gedeihen konnte. Diese Schichten mit ihren orga- nischen Besten bildeten zusammen mit dem schon längst bekannten Kieshorizonte vom Kreuzberg und von Bixdorf, der mit seinen zahlreichen Säugethierresten zwischen den beiden dort entwickelten Grundmoränen liegt, die Grundlage für eine historische Gliede- rung des Diluviums in zwei Eiszeiten, eine präglaciale und eine interglaciale Zeit, und es wurden in dieses Schema auch die marinen und Süsswasserablagerungen, die man bis dahin schon gekannt hatte, hineingezwängt, so zwar, dass die Schleswig-Hol- stein’schen und Elbinger Cyprinen- und Yoldiathone der präglacialen Zeit, alles übrige der Interglacialzeit zugezählt wurde. Das nun folgende Jahrzehnt brachte die Entdeckung einer ganzen Beihe neuer Ablagerungen mit organischen Besten, theils marinen Ur- 78 G. Bkrendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Sprungs, theils im Süsswasser gebildet, in Ost- und Westpreussen, Pommern, der Mark Brandenburg, Schleswig-Holstein, Mecklen- burg, Hannover und der Provinz Sachsen, und es erwies sich allmählich der Rahmen der bis dahin angenommenen historischen Gliederung des Diluviums als zu eng. Den formalen Anstoss zu einer Erweiterung der Gliederung des norddeutschen Quartärs gaben die Auffassungen , die von Geikie in der letzten Auflage seines »Great ice age« und in noch prägnanterer Form in einem Aufsatze in Journal of geology Bd. HI, 1895 ausgesprochen wurden: dass nämlich das schottische Diluvium aus den Ablagerungen von sechs Eiszeiten und fünf dazwischenliegenden Interglacialzeiten sich zusammeusetzen sollte, und dass von diesen Eiszeiten die ersten vier nebst den dazugehörigen drei Interglacialzeiten sich in Nord- deutschland wiederfinden sollten. Geikie gliederte dabei dasjenige Gebilde, welches in Norddeutschland bisher von der Küste bis hinunter zur Provinz Posen und in den südlichen Theil der Mark Brandenburg als Oberer Geschiebemergel bezeichnet war, in zwei verschiedene Stufen, betrachtete jede derselben als die Ablagerung je einer besonderen Eiszeit und verlegte die Grenze beider in die Endmoräne, die den baltischen Höhenrücken krönt, in der Weise, dass dieselbe den äussersten Rand der vierten und letzten Ver- gletscherung bezeichnen sollte. Die GEiKiE’sche Auffassung fand im Kreise der norddeutschen kartirenden Geologen entschiedenen Widerspruch und wurde in einer von Keilhack im Einverständniss mit seinen Collegen verfassten Entgegnung bestimmt zurückgewiesen; gleichzeitig wurde aber auch bei dieser Gelegenheit betont, dass die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen und vor allen Dingen die Lagerungsverhältnisse der eine Fauna und Flora einschliessenden Schichten im Diluvium nunmehr mit Entschiedenheit dazu zwingen, von der Annahme nur zweier Eiszeiten mit einer dazwischen- liegenden Interglacialzeit abzusehen und in Uebereinstimmung mit den Forschungen in den Alpen und in Nordamerika drei Eiszeiten mit zwei Interglacialzeiten anzunehmen. Es ist im Wesentlichen dem Einfluss der alpinen Glacial- Geologie (Penck) zuzuschreiben, wenn in neuerer Zeit auch im norddeutschen Quartär die fluvioglacialen Sedimente als ebenso Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 7 9 beweiskräftig hingestellt werden, wie die ihnen entsprechenden Moränenbildungen. Der ausserordentliche Fortschritt, der darin liegt, kommt am besten zum Ausdruck, wenn man zwei De- finitionen des Begriffes »interglacial« nebeneinander setzt, von denen die eine den alten, die andere den neueren Standpunkt vertritt: Schröder schreibt 1885 ^): »Jedenfalls liefert eine Fauna oder Flora nur dann Beweise für eine Interglacialzeit, wenn sie 1) auf primärer Lagerstätte befindlich zwischen zwei Moränen liegt und 2), was das Wesentliche ist, wenn für ihre Existenz die Annahme eines gemässigten Klimas uoth- wendig erscheint, welches das Eis der voransgegangenen Ver- gletscherung zum vollständigen Rückzug, im speciellen Fall aus Deutschland, zwang.« Dagegen definirt Weber 1896 folgeuder- maassen ^): »Ich betrachte eine pflanzenfülireude Ablagerung als interglacial, wenn sie im Hangenden und im Liegenden von irgend welchen Glacialbildungen begrenzt wird, gleichgültig, ob dies Grundmoräneu, Endmoränen, fluvio-glaciale Bildungen oder dergl. sind, vorausgesetzt, dass die eingeschlosseuen Pflanzen und Thiere selbst (wenigstens ausserhalb der Centren der Vereisungs- gebiete) ein nicht ständig glaciales Klima auzeigen und am Orte oder doch in der Nähe gewachsen sind, und vorausgesetzt ferner, dass die hangenden Glacialbildungen nicht erst in späterer Zeit secundär (z. B. durch seitlichen Absturz, durch Abspülung oder dergl.) über die pflanzenführenden Schichten gerathen sind.« Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die letztere Definition die richtigere ist. Man stelle sich nur vor, dass ein langgestrecktes Torflager von einer herannahenden Eiszeit in seiner nördlichen Hälfte noch überschritten und mit Grundmoräue überkleidet wird, während die südliche Hälfte von der Eisbedeckung; frei greblieben und nur von fluvio-glacialen Sedimenten überschüttet ist. Nach der älteren Auffassung des Begrifles »interglacial« würde dann nur der nördliche Theil des Torflagers auf dieses Alter Anspruch erheben können, während der doch zur gleichen Zeit entstandene 9 Dieses Jahrbuch f. 1885, S. 236. ‘ö Abhandl. des naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen 1896, S. 484. 80 G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, südliche Theil als postglacial in Bezug auf die letzte die betreffende Stelle überziehende Eisbedeckung zu bezeichnen wäre. Der Wider- spruch liegt auf der Hand. Es ist auch gar nicht abzusehen, warum man nicht genau wie in älteren Formationen auch bei den glacialen Ablagerungen gleichaltrige Faciesbildungen als stratigraphisch gleichwerthig benutzen soll. Am schärfsten trat dieser Widerspruch in den Aeusserungen Credner’s über die geologische Stellung der von Nehring entdeckten und seither in einer umfangreichen, leider wenig übersichtlichen Litteratur behandelten Klinger Schichten zu Tage, wo der genannte Autor Seite 398 (Bericht der Kgl. sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften) erklärt, dass die das Torflager von Klinge unter- und überlagernden Sande und Grande der Lausitzer Kandfacies des alten Diluviums angehören, »also dem durch fluviatile Beisteuer und Umlagerunsr modificirten Ab- Schmelzfelde der ersten und ausgedehntesten Eisinvasion Nord- deutschlands«, während derselbe Autor vier Seiten später erklärt, dass man, da das norddeutsche Inlandeis nicht wieder bis zu der von den Klinger Torflagern eingenommenen Stelle vorgerückt sei, dieselben als postglacial betrachten müsse. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dass eine Ablagerung in der Lausitz nicht postglacial sein kann, die nach Credner’s eigenen Angaben un- zweifelhaft älter ist, als die jüngeren Grundmoränen im mittleren Theile der Provinz Brandenburg. Schon aus diesem inneren Wider- spruch geht hervor, dass der Begriff »interglacial« durchaus nicht stratigraphisch, sondern zeitlich aufzufassen ist, und dass man von einer Interglacialzeit auch für diejenigen Gebiete sprechen darf, die von der folgenden Eisinvasiou, auf die sich der Name bezieht, nicht mehr überzogen wurden. Es ist für die Verhältnisse in Norddeutschland praktisch völlig belanglos, wie weit man von der Verbreitungssphäre der nordeuropäischen Eisinvasion aus nach Süden hin die Möglichkeit des Begriffes »interglacial« ausdehnen will; es ist das eine tiieoretische Frage, die für die praktische Er- wägung und vor allen Dingen für die Gliederung der Quartär- ablagerungen Deutschlands absolut keine Kolle spielt. Die Anerkennung der Gleichaltrigkeit der fluvio-glacialeu Bild ungen mit den zugehörigen Moränenablagerungen gestattet Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 8 1 eine genauere Feststellung des Alters einer Reihe von Ablagerungen mit pflanzlichen und thierischen Resten, deren Deutung bisher theils eine unsichere, theils eine geradezu falsche gewesen war. Dahin gehören in erster Reihe diejenigen Süsswasserbildungen der Mark und der Lüneburger Haide, die Keilhack ursprünglich als präglacial angesprochen hatte, da sie säinmtlich von Sanden mit Beimengung nordischen Materials unterlagert werden, so dass es nach den heutigen Auffassungen nicht mehr möglich ist, sie als »präglacial« zu bezeichnen; sie rücken vielmehr in das Aeltere Interglacial hinauf. Zu dem gleichen Schlüsse kam auch Weber bei seinen Untersuchungen über die Ablagerungen von Honer- dingen in der Lüneburger Haide, die ihn gleichfalls zur Annahme dreier Eiszeiten nöthigten. Das Gleiche war der Fall mit den paludinenreichen Schichten, die an mehreren Stellen im Unter- gründe Berlins und seiner Umgebung erbohrt wurden. Auch sie werden von feinen Sanden und Thouen mit nordischem Material unterlagert und rücken daher gleichfalls in das ältere Interglacial auf. Aus ihnen gelangten die widerstandsfähigen Schalen der Paludina diluviana in eine ganze Reihe jüngerer fluviatiler und Moränen- Ablagerungen hinein, in denen sie nur die Rolle von Geschieben spielen. Auch eine Anzahl mariner Ablagerungen in Schleswig -Holstein, Ost- und Westpreussen mussten das »Prä- glacial« mit der Stufe des älteren Interglacial vertauschen. Einen zwingenden Beweis dafür haben neuerdings die durch Gottsche veröffentlichten Resultate in und um Hamburg ausgeführter Bohr- ungen geliefert, in denen eine mächtige Folge mariner Schichten unter dem Unteren Geschiebemergel angetroflen wurde, die ihrer- seits wieder von einer noch älteren, der ersten Eiszeit zuzuschreiben- den Moräne unterteuft werden. Auch für das jüngere Interglacial liegen heute bereits eine Reihe von Ablagerungen vor, deren Zu- ffehöriffkeit zu dieser Stufe als sicher anzunehmen ist. Die wich- O O tiffsten derselben sind in der Seite 82 und 83 ffe<»ebenen Gliede- rungstabeile verzeichnet. Auch in Bezug auf die nicht durch organische Reste als inter- glacial gekennzeichneten Ablagerungen diluvialen Alters sind be- züglich ihres Vorkommens und ihrer Einordnung in die allgemeine G Jahrbuch 18y7. Petrographische Ausbildung. Vorkommnisse. G. Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschapfe, a :cS H •xs ö =! fl

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Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutscliland. 9 1 geprägt nach N. auf und endigt dann, am Südende der Forst Glambeck mehr nordöstlich verlaufend, in grossen Blockanhäufun- gen nördlich von Gr. Ziethen. Nach kurzer Unterbrechung setzt die Moräne, mehr flächenhaft entwickelt, östlich dieses Dorfes in den Steinbergen wieder ein, ihr Rand gegen das angrenzende Sandgebiet verläuft nordostsüdwestlich und es beginnt hiermit der Nordwestflügel eines neuen Bogens — des Paarsteiner — dessen Südostflügel in den Höhen nördlich von Oderberg zu suchen ist. Dieser Hauptbogen gliedert sich in vier Specialbögen. Von den Steinbergen streicht die Moräne zunächst uordsüdlich und biegt dann nach O. zurück, um den kleinen Gr. Ziethener Bogen zu bilden, der südlich von Buchholz endet und zeitweise bei vor- rückendem Abschmelzen des Eises noch durch die Kernberge von dem folgenden Bogen getrennt gewesen sein mag. Der nach O. zurückspringende Südflügel des Gr. Ziethener Bogens ist zugleich der Nordflügel des folgenden des Senftenhütter, der über die Krausenberge in einigen stark übersandeten Kuppen westlich von Senftenhütte nach S. umbiegt, um dann in SO. bis O. -Richtung über Kirchhof Senftenhütte, Försterei Senftenthal, Tanzsaal, Katzeii- berge verlaufend nördlich vom Bahnhof Chorin zu endigen. Am Tanzsaal setzt sich dann an diesen Bogen der folgende, der Choriner Bogen an, der uns das ausgezeichnete Beispiel eines ausgeprägten Moränen- Amphitheaters liefert; eine Wanderung auf dem Endmoränenkamm südlich von Chorinchen gewährt einen überraschenden Anblick und zugleich die Ueberzeugung, dass wir in dem bogigen Steinwall dieselbe Erscheinung wie in den Moränenbogen am Ausgange der grossen Thäler in den Nord- und Südalpen, vor uns haben. Der Choriner Bogen verläuft über den Katzenberg, Hirse-, Gäsematten- und Pferdeberg in NNO. bis SSW. -Richtung, biegt dann in der Nähe des Dorfes Chorin- chen nach SO. um. Bei der Oberförsterei Chorin folgt eine weite thalartige Unterbrechung; die Moräne setzt sofort wieder ein in Choriner Weinberge und schwenkt dann allmählich über W. — O. nach NO. um, um in den Theerbrenner-, Schütte- und Plagebergen zu endigen. Letzteres Moränengebiet ist dem Choriner Bogen gemeinsam mit dem folgenden, dem Lieper. Erst in den Eich- 92 Gr. Bürendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, bergen trennen sich beide im spitzen Winkel von einander; die Moräne läuft dann fast geradlinig in NW. — SO. -Richtung senk- recht auf den Oder-Thalrand zu und biegt bei Fösterei Grenz- haus ein wenig hakenförmig nach NO. auf. Nördlich des Dorfes Liepe erscheinen direct am Oder-Erosionsrande mächtige, jedoch flächenhaft ausgedehnte Blockmassen, dieselben sind als die Ein- leitung des eigentlichen Stillstandes der Eismassen zu betrachten, der erst weiter nördlich durch einzelne hoch aufragende Berg- kuppen, den Schufuts-, Pflügst- und Steinberg bei Liepe gekenn- zeichnet wird. Eine noch weiter nach N. zurückliegende Still- standsphase stellen die Blockmassen des Fliederberges mit fast ost- westlichem Streichen dar. Ihre Fortsetzung hat die Moräne N. -Oderberg in Geschiebekuppen, die zerstreut auf einer nach N. bis S. und O. des Paarsteiner- Sees aufbiegenden Terrainwelle liegen. Der Paarsteiner Hauptbogeu ist hiermit abgeschlossen. An der Stelle, wo die Chorin-Oderberger Landstrasse die Moräne überschreitet, trennt sich vom Paarsteiner Bogen der Oder- berger; er streicht in nordsüdlicher Richtung auf das Oderthal zu und bricht im Pimpinellen-, Teufels- und Schlossberg ab. Nach der Unterbrechung durch das weite Oderthal erscheinen dann auf der Neuenhagener Oderinsel NW.— SO. -Geschiebemassen in den Höhen der Brahlitzer Forst. Bei SchiflPmühle , wo sich ein schmaler Durchlass durch die Endmoräne beflndet, macht sie einen scharfen Knick und streicht durch einzelne Geschiebe- kuppen gekennzeichnet, in SW. — NO. -Richtung über den Granit- berg bis dicht südlich Alt-Glietzen. Blockmassen, die am Oder- erosionsrande herauskommend, bei Alt- Rüdnitz in der Neumark Vorkommen, stellen die Verbindung der Uckermärker und Neu- märker Moräne her. Letztere verläuft über das Städtchen Mohrin, S. -Soldin, Berlinchen in W. — O. bis WSW. — ONO. -Richtung und biegt, zwischen den Städten Woldenberg und Arnswalde nur durch vereinzelte übersandete Kuppen markirt nach N. auf, um bei Nörenberg^) in Pommern den uckermärkisch-neumärkischen Moränengürtel abzuschliessen. b K. K.: »Id sehr typischer Weise ausgebildet uüd auf sehr eugem Raume zusanimengedrängt, sehen wir die verschiedenen Aufschüttungsformen des Inland- Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschlaud. 9ä Denn von hier ab beginnt der hinterpommersche Moräneiizng, der in ausgesprochener Parallelität mit der Ostseeküste SW. — NO. gerichtet bis in die Gegend O.-Bütow nach der Grenze der Pro- vinz Westprenssen zieht. Von hier ab sind die Beobachtnngen eises, und zwar aus der Zeit der letzten Invasion desselben im vorderen Hinter- pommern in der Gegend zwischen Stargard und Nörenberg. Die Morphologie desselben ist auf dem TJeber.-^ichtskärtchen 1:300000 dargestellt. In diesem Ge- biete folgen von Westen nach Osten die ebene Grundmoränenlandschaft, die kurzwellige Grundmoränenlandschaft und die Sandebene. Auf der ebenen Grundmoränenlandschaft liegen viele Hunderte von Drumlins, zwischen denen zwei je 20 Kilometer lange Asar sich durchziehen. Das westlichere derselben ist überwiegend aus Sanden, das östlichere dagegen fast ausschliesslich aus Granden zusammengesetzt, die, soweit die Aufschlüsse es erkennen lassen, eine horizontale Schichtung besitzen. Zu den am schönsten ausgebildeten Theilen des östlicheren Grandes gehören die südlich von Jakobshagen gelegenen Feuerberge, die als schmaler, gerader Kamm von 2 Kilometer Länge sich genau von Werten nach Osten erstrecken und im Osten in dem Hügelgewirr der Moränenlandschaft verschwinden. Die Moränenlandschaft selbst ist in ganz aus- gezeichneter Weise zwischen Kashagen und Nörenberg zur Ausbildung gelangt, einem Gebiete, welches auch dadurch bemerkenswert!! ist, dass sich hier ein Richtungswechsel im Gebiete der Moränenlandschaft und der Endmoräne voll- zieht, insofern als beide bei Nörenberg aus der nordsüdlichen in eine nord- östliche Richtung übergehen. In dem Aussenwinkel dieses Knies liegt der grosse Enzigsee, der wohl als Stausee aufzufassen ist und aus der Vereinigung mehrerer, jedenfalls subglacialer Rinnen hervorgezogen ist. Die von Süden herauf- kommende und 3 Kilometer nordöstlich von Nörenberg wieder einsetzende End- moräne ist vor dem See selbst nicht zu beobachten, da sie hier unter mächtigen fluvio-glacialen Sedimenten verborgen liegt. Den Beweis dafür erbringt ein Auf- schluss in nächster Nähe des Bahnhofes Nörenberg, der unter groben Sanden und Granden typische Blockpackung zeigt. Wenn man sich bei Nörenberg auf die Endmoräne begiebt und ihr in der Richtung auf Dramburg folgt (Fig. 11), so hat man mehrfach Gelegenheit zu sehen, wie sich aus der Mo- ränenlandschaft heraus tief eingeschnittene Schmelzwasserrinnen durch eine Lücke in der Endmoräne hindurch in das Gebiet der nach Osten und Süden anschliessenden grossen Sandebene hineinbegeben. Die Endmoräne selbst ist in diesem Theile theils als ein kuppig- welliges, dicht mit grossen Geschieben be- schüttetes Gebiet, zum Theil aber auch in Form von schmalen, hohen, aus Ge- schiebepackungen bestehenden Kämmen entwickelt. Ausserordentlich schön ist in diesem Gebiete auch der Gegensatz zwischen der reich bewegten Moränen- landschaft und der unmittelbar sich anlehnenden, einförmigen meilenweiten Sand- ebene. Hier weite Ebene, dort denkbar complicirteste Geländeformen, — hier Nadelwald, dort Laubwald, — hier ganz vereinzelte Dörfer, dort zahllose Einzel- siedlungen, hier steriler Sand- und Kiesboden, dort der fruchtbare, weizenfähige Boden des Geschiebemergels. 94 G. Berbndt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschafpe, Moränenlandschaft. Endmoräne. Sandr. Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 95 sehr lückenhaft, jedoch scheint es, dass die Moräne einen südwärts gerichteten Bogen beschreibt, zu welchem der Unterlauf der Weichsel in ähnlicher Beziehung steht, wie der Unterlauf der Oder zu dem Uckermärkisch -Neumärkischen Moränengürtel. Jedoch sind wie gesagt die Beobachtungen nicht ausreichend. Links der Weichsel liegen bis in die Gegend von Schwetz einige Andeutungen vor; rechts der Weichsel sind zuverlässige Beobachtungen zwischen Neidenburg und Orteisburg vorhanden, während die Angaben über Endmoränen in der Nähe der grossen Ostpreussischen Seen noch der näheren Untersuchung bedürfen. Den eben in seinem Verlauf beschriebenen Moränenzug hat man mit Recht als »grosse südbaltische Endmoräne« bezeichnet. Ihr gegenüber treten die anderen bisher bekannt gewordenen Moränen an Bedeutung sehr zurück. Durch Mecklenburg zieht, bereits im Herzogthum Lauenburg bei Mölln beginnend, in circa 30 Kilometer südwestlichem Abstand von der Hauptmoräne eine zweite Endmoräne, welche die gleiche Richtung einhält, aber mehrfach unterbrochen ist, bis in die Gegend von Neu-Ruppin. Durch das Zusammenströmen des Havel- Thaies und des weiten Thorn-Eberswalder Hauptthaies unterbrochen, darf man ihre Fort- setzung vielleicht in den block- und grandreichen Gebieten des Barnim-Plateaus S. Preienwalde vermuthen und somit hierin die Verbindung der südmecklenburgischen und der Neumärkisch- Posenschen Endmoränen, die allerdings in sehr geringere Ge- schlossenheit bei Zielenzig, Schwiebus und Lissa, ja bis an die russische Grenze beobachtet sind, annehmen ^). Ebenso treten nördlich der südbaltischen Hauptmoräne mehr- b Neuerdings 'will jedoch Keilhack den Zusammenhang dieser Moränen und einiger Blockpackungspunkte im Fläming und der Altmark in anderer Weise auffassen, eine Auffassung, der auch in dem hydrographischen Theil dieser Arbeit Eechnung getragen ist. Er theilt mir brieflich mit: »Die östliche Fort- setzung der südmeckl. -barnim-neumärkischen Endmoräne suche ich über Betsche und Opalenica und sehe ich in den Endmoränen bei Wreschen. Diejenigen der Linie Priment-Lissa- Pieschen scheinen einem südlicheren Zuge anzugehören, und die- jenigen des Fläming und der Altmark endlich dem vierten und südlichsten. Jedem der vier Züge der Endmoränen entspricht eines der vier grossen Längs- thäler südlich des Höhenrückens.« 96 G. Beeendt, K. Keilhaci^, H. Schröder und F. Wahnschappe, fach Repetitionen auf. Sie sind in Mecklenburg und Hinter- pommern lind namentlich innerhalb des Uckermärkisch-ueumärki- schen Moränengürtels beobachtet. Aus der Gegend von Pürsten- werder ziehen scharf ausgeprägte Blockzüge über Boitzenburg in NW.-SO.-Richtung nach dem Südende des Uecker-Thaies, schwen- ken um dasselbe nach N. auf und theilen sich gabelförmig, um nach einer weiten Unterbrechung O. Angermüude wieder zu be- ginnen. Die Moräne liegt hier wieder nach N. auf, erreicht W. Schwedt ihren nördlichsten Punkt, um dann in SO. -Richtung die Oder zu überschreiten und SW. Königsberg i. d. Neumark in der Grund moränenlandschaft der grossen Hauptmoräne zu verschwin- den. Ein weiter nach N. zurückliegender Moränenzug ist mehr auf der rechten Oderseite entwickelt; die Endmoräne wird hier durch die sandigen Höhen S. Fiddichow vertreten und hat ihre Fortsetzung in den Blockpackungszügen N. Lippehne in der Neu- mark. Lieber eine fernere Rückzugsetappe des Inlandeises sind die Ansichten noch nicht geklärt. Die Wallberge, die in einer Zone von Rostock bei Mecklenburg bis Pyritz in der Neumark bekannt sind, werden von Einigen für Asar von Anderen für Endmoräne erklärt. Der Verfasser hält auch heute noch au letz- terer Ansicht fest und zwar veranlasst ihn dazu das stellenweise Zusammenschliessen dieser Wallberge (Durchragungszüge) zu deut- lichen Bögen und deren Stellung zu den Rinnensystemen und grossen Thälern der Uckermark und Vorpommerns, Selbst im hinterpommerschen Küstengebiete finden sich noch echte End- moränen mit Blockpackungen, z. B. bei Gülzow, die dem letzten Stillstände des Eises auf deutschem Boden entsprechen. Aus dem Vorhandensein mehrfacher hintereinander liegender . Wiederholung der Endmoräne, namentlich aus dem Auftreten einer oder mehrerer Moränen südwärts der Hauptmoräne, geht mit Evidenz hervor, dass die »grosse südbaltische Endmoräne« nicht das Ende einer Vergletscherung, sondern nur eine der vielen Stillstandsphasen des abschmelzenden letzten Inlandeises repräseii- tirt. Ebenso wenig ist die südlichste Moräne als ein solches zu betrachten, denn die nordwärts derselben befindliche Grundmoräue greift vielfach durch die Lücken der Endmoräne durch und er- Blockpackung N. -Finow. Neuere Forsclmngen auf cl. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 97 Jahrbuch 1897. 7 Fig. 13. 1)8 G. Behendt, K. Keiliiack, H. Sciiködek und F. Waiinschaefe, streckt sich ununterbrochen weit nach S. Die beschriebenen Moränen sind also nicht Endmoränen im engeren Sinne, sondern nur Rückzugsmoränen . Dass dieselben thatsächlich der letzten Vergletscherung angehören, geht vor Allem daraus hervor, dass die Blockpackung, dieser charakteristische, aber nicht ständige Be- gleiter der Endmoränen, sowohl vertical als horizontal in den normalen Geschiebemergel übergeht, der in weiter Ausdehnung hinter den Moränen die Oberfläche bildet und all- seitig als die Grundmoräne der letzten Ver- ofletscherung aufgefasst wird. O O O Die Blockpackung (Fig. 12) besteht nur selten aus wirr über- und nebeneinander ge- lagerten Blöcken von über Kopfgrösse bis zu mehreren Kubikmeter Inhalt. Meistens sind die Lücken zwischen den Blöcken vielmehr durch ein lehmig-grandiges Bindemittel ausge- füllt und mehrfach kann man sie geradezu als einen steinigen Geschiebemergel bezeich- nen. Ihre Mächtigkeit steigt bis 10 Meter und mehr, meistens ist sie jedoch geringer. Häufig (Fig. 13) liegt sie direct dem nor- malen Geschiebemergel auf, die Kuppen der Berge bildend oder sie bedeckt flächeuhaft ausgebreitet mehr als Blockbestreiiung die Lücken zwischen den aus reiner Blockpackiing bestehenden Kämmen und Wällen der End- moräne. Selten zeigt die Blockpackung Schichtung (Fig. 14) oder ist mit geschichteten Bildungen in einer Weise verknüpft (Fig. 15), dass die Gleichzeitigkeit der Entstehung beider zweifellos ist, oder sie wird auch von geschich- teten Bildungen und normaler Grundmoräne bedeckt (Fig. 16). Fig. 14. Steingrube N. Liepe im Oderthalrande. Neuere Forschungen auf d, Gebiete cl. Glacialgeologie in Norddeutscliland. 99 100 Gr- Berendt, K. Keilhack, H Schröder und F. Wahkschaffe, Fig. 15. Belauf Netteigraben. Blatt Gr. -Ziethen. 1 : 200. X + X F -^ X X Geschiebe über Kopfgrösse bis kleine Oberer Sand. Gerölle mit lehmigem Bindemittel. Fig. 16. Steinberge westlich Gr. -Ziethen. 1 : 200. N.Vi/. X X + + + X a b c d a Sandiger Geschiebemergel mit zahlreichen Sand- und Grand-Einschlüssen und wenigen Steinen. 5^Thonstreifige Sande, die von zahlreichen Verwerfungen durchsetzt sind, c Normale Grund- moräne. d Blockpackung. Von Joachimsthal bis Oderberg ist io die Blockpackimg häufig eine Bank normalen Geschiebemergels eingeschaltet und zwar in der Art, dass zu oberst G/2 — Meter Blockpackung, als- dann 2 — 3 Meter Geschiebemergel und darunter erst die Haupt- blockpackung folgt. Dieses an vielen Punkten beobachtete Profil beweist, dass während der im Allgemeinen als Stillstand aufzu- fassenden Periode vielfach Oscillationen des Gletscherrandes und damit Absatz normaler Grundmoräne stattgefunden hat. Neuere Forschungen auf d. Gebiete cl. Glacialgeologle in Norddeutschland. 101 Mehrere tiefere Aufschlüsse in der Endmoräne haben gezeigt, dass das untere Diluvium die Erhebung, auf welcher die Block- packung meist gelagert ist, mitmacht; ja an manchen Punkten stossen die unterdiluvialen Sande und Thonmergel sogar durch die oberdiluvialen Bildungen durch (Fig. 17 u. 18). Dieses Lage- rungsverhältniss ist nur durch einseitigen Druck des Gletscherrandes beim Stillstände und namentlich durch Schub beim zeitweiligen Vorrücken während einer Oscillation erklärbar. Es sind also ausser den Endmoränen, die durch reine Aufschüttung entstanden sind, auch Staumoränen vorhanden; ja häufig mögen Aufschüttung und Stauung gleichzeitig gewirkt haben, um das eigenthümlich wallartige Relief der Moräne zu schaffen. Als oberflächlichste Bildung, welche die ganze Endmoränen- höhe stellenweise, namentlich in der Uckermark überzieht, ist schliesslich der obere Sand zu erwähnen. Er zeichnet sich durch das seltene Auftreten von Schichtung aus; sehr häufig hat er ganz das Aussehen des sogenannten Geschiebesandes der Mittelmark, eine in sich gleichmässige, mittelkörnige Sandmasse mit regellos darin vertheilten kleinen und grossen Geschieben. Jedenfalls hat bei seiner Bildung in begrenzten Bahnen fliessendes Wasser kaum mitgewirkt, wie auch daraus hervorgeht, dass der obere Sand sich an keine Höhenlage hält. Man kann in dem oberen Sande das letzte Residuum der ausgewaschenen Grundmoräne oder den Nie- derschlag der in und auf dem Eise befindlichen Sande, Gerölle und Geschiebe am Ende der Stillstandsperiode erblicken. Was das topographische Auftreten der Endmoränen betrifft, so pflegen sie vielfach in wall- und kammartiger Entwicklung vor- zukommen und überragen dann mehr oder minder ihre Umgebung, obwohl sie häufig unbekümmert um die Terrainverhältnisse tiefe Thäler überschreiten und unter Mooren und Seen zu verschwinden scheinen. Wenn auch häufig Endmoränen die höchsten Punkte des baltischen Höhenzuges einnehmen, so ist der Fall doch auch b Die BezeiclmuDgen Oberes und Unteres Diluvium drücken keine Alters- beziehung etwa zur letzten und vorletzten Vergletscherung, sondern ein Lage- rungsverhältniss aus. Fig. 17. Steinberge westlich Gr. -Ziethen. 1 : 100. Oberer Geschiebemergel. Oberer Geschiebesand. Geschiebespaltung Moor. Unterer Sand. (Endmoräne). Neuere For.=clmngeii auf d. Gohiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 1 03 liiliilig, du«8 «ic von dm Höhen der hinter ihnen befindlichen Grund moränenlandschaft und ebenso von Höhen vor ihnen erheb- lich überragt werden. Die Uckennärkischen Moränen scheinen sich vor anderen namentlich dadurch auszuzeichnen, dass sich bei ihnen geologisches und topographisches Verhalten fast völlig deckt. In grossen, deutlichen Bogen erheben sich hier die Endmoränen- züge bis 50 Meter über die nächste Umgegend. b) Grundmoränenlandschaft. Sind so die Endmoränen durchaus nicht in allen Fällen topo- graphisch markante Gebilde, so haben sie in anderer Hinsicht durchaus eine hervorragende topographische Bedeutung insofern, als sie die Scheide bilden zwischen 2 wesentlich von einander unterschiedenen Landschaftsformen: der Grund moränenlandschaft und der Haidesandlandschaft (Sandr). Durch ganz Norddeutschland, in Schleswig-Holstein und Ost- preussen ebenso wie in der Mark schliesst sich an die Endmoräne nach dem Innern der Bögen zu die aus einem fast unentwirrbaren und richtungslosen Nebeneinander von Hügel und Senke, Berg und Thal bestehende aus der Alpengeologie hinreichend bekannte »paysage morainique«. Der Norddeutsche hat sich daran gewöhnt, dieses Gebiet nach seinem hervorstechendsten petrographischen Charakter als »Gr u n d moränenlandschaft« zu bezeichnen. In ihr liegen vielfach die höchsten Erhebungen Norddeutschlands und in ihm wurzelt zum grössten Theil der Reichthum Norddeutschlands an landwirthschaftlichen Erzeugnissen. Die »Grundmoränenland- Schaft« ist die Wasserscheide zwischen der Ostsee und dem di- luvialen Thorn-Eberswalder Längsthal; mit ihr fällt das Gebiet abflussloser Becken (Grundmoräneuseen) zusammen. Ausserordent- lich charakteristisch sind an vielen Stellen des Höhenzuges inner- halb dieser Gebiete die zahlreichen Durchragungen, in denen ge- schichtetes unterdiluviales Material, sogar mit Fauna z. B. in Ost- preussen, die sonst die Oberfläche bildende Grundmoräne durch- b Um der Angabe der Himmelsrichtungen enthoben zu sein, gebrauche ich »vor« und »hinter der Endmoräne« in dem Sinne, dass ich mich in der Strö- inungsrichtung des Inlandeises auf der Moräne stehend deuke. 1 04 Gr- Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, stösst. In jeder oberflächlich als Lehm erscheinenden Kuppe scheint z. B. nördlich des Paarsteiner Moränenboi^ens ein unter- diluvialer Kern zu stecken und das Unterdiluvium macht im Grossen und Ganzen alle Höhenunterschiede der Oberfläche mit, während das Oberdiluvium nur als verhüllende Decke die im All- gemeinen durch die tieferen Schichten gegebene Oberflächeuge- staltung specialisirt. In anderen Theilen scheinen die Durch- raguugen nur vereinzelt wahrscheinlich in Folge bedeutenderer O O Mächtigkeit der Gruudmoräne. c) R ü c k e n 1 a n d s c h a ft. Das Gebiet der stark coupirten Moränenlandschaft wird wohl allseitig als eine Zone vielfacher Oscillationen des Gletscherendes angesehen, eine Ansicht, die auch dadurch unterstützt wird, dass innerhalb derselben vereinzelt in bestimmter Richtung und mehr- facher Wiederholung parallel einander angeordnete Hügelreihen auftreten, die senkrecht zu der ans dem Verlauf der Endmoränen zu folgernden Bewegungsrichtung des Inlandeises stehen und so- mit auf eine Druckwirkung des Eisrandes zurückgeführt werden können. Derartige Rücken als Karnes oder Esker zu bezeichnen, verbietet der Umstand, dass sie, obwohl häufig mit einem fluvio- glacialen Kern ausgestattet, grossentheils aus Grundmoränenmaterial bestehen. Derartige » Marginal -Rücken -Lau d sch aft« ist vor- handen" im Anschluss an die grosse südbaltische Moräne östlich Joachimsthal in der Uckermark und nördlich Soldin in der Neu- mark; in ausgezeichneter Weise entwickelt zeigt sie sich in der nördlichen Uckermark bei Brüssow und nördlich Strassburg, hier vielfach mit langgezogenen Durchragungen verknüpft (Durch- ragungszone). Als directer Vertreter der Endmoräne ist sie inner- halb des Boitzenburg-Angermünder Moränenzuges S. Schwedt be- kannt. Ein weiterer Typus der durch die Ablagerung von Grund- moränen entstandenen Landschaftsformen ist die Radial- Rücken- Landschaft oder Drumlin-Landschaft. K. K. : »Erst aus wenig Gebieten Norddeutschlands ist die Drumlinlandschaft bekannt geworden. Alan versteht unter »Drum- Neuere Forschuugen auf d. Gebiete d, Glacialgeologie in Norddeutsclilaud ] 05 lins« bekanntlich Hügel von elliptischer Form und dem verschie- densten Verhältniss der beiden Achsen, deren wesentliche charakte- ristische Merkmale in ihrer Zusammensetzung aus Geschiehemergel, also Grundmoränenmaterial, und in der Parallelität ihrer Haupt- achsen bestehen. In denjenigen Gebieten, in dienen die Richtung der Eisbewegung aus der Schrammung des unterlagernden festen Gesteins sicher bestimmt werden konnte, weiss man, dass die Haupt- achsen der Drumlins diesen Schrammen und damit der Eisbewe- gung parallel verlaufen, und dieselben bilden in Folge dessen ein vortreffliches Mittel, um für bestimmte Gebiete die Beweguno^s- richtung des Inlandeises zu reconstruiren. Das grösste Gebiet nimmt die Drumlinlandschaft im westlichen Hinterpommern ein. Der südliche Theil des Kreises Greifenberg und der grösste Theil der Kreise Naugard, Regenwalde und Saatzig gehört diesem Typus an. Die einzelnen hier auftretenden Kuppen und Rücken sind so- wohl im Achsenverhältniss als in der absoluten Länge der Achsen ausserordentlichen Schwankungen unterworfen, mit der Einschrän- kung, dass innerhalb eines und desselben Gebietes die Drumlins eine leidliche Uebereinstimmung beider besitzen. Nach der Lage der Drumlins vollzog sich die Bewegung des Inlandeises in dem Ge- biete des grossen Odergletschers, zu welchem diese hinterpom- mersche Drumlinlandschaft gehört, in der Weise, dass das Eis im Küstengebiete fast allenthalben genau nord- südliche Richtung ein- hielt, dann aber fächerförmig aus einander floss und unter rechtem Winkel oder vielmehr radial auf den halbkreisförmigen Oderbogen der grossen Endmoräne zulief Diese Bewegung ist in dem fol- genden Uebersichtskärtchen (Fig. 19) des Gebietes durch Pfeile dar- gestellt worden.« Westlich der Oder ist die Drumlinlandschaft innerhalb der Uckermark nur östlich Prenzlau und am Nordostrande des Paar- steiner Sees, in beiden Fällen auch nur in wenig prägnanter Form, vorhanden. Asar. K. K. : »Im Gegensatz zu Skandinavien und Finnland gehören in Norddeutschland die Asar zu den seltenen Erscheinungen in der Glaciallandschaft, vor allem, wenn man davon absieht, die Durchragungszüge mit ihren gestauchten Kronen und ihren Ein- 106 Gr. BkkENDT, K. KkiETTACIC, H. ScIIRÖDER UTkI F. WAIINSrHAFFR, preösuiigeu von GrruDdmoränenniaterial als Asar zu betracliteu, souderu diesen.)eii mit Schröder als endmoräiienartige Bildungen ansieht. Es bleibt dann nur eine beschränkte Zahl von wallartigen, langen und schmalen Rücken übrig, deren Deutung als Asar und Fig. 19. 1 ; 1250000 . Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Nnrddentschland. 107 als Aequivalente der in Skandinavien so bezeichneten Bildungen nicht zvreifelhaft ist. Zuerst machte uns Wahnschaffe mit einem As in der Gegend von Czarnikau in der Provinz Posen bekannt. Die bestausgebildeten Asar liegen im vorderen Hinterpommern, südlich und östlich von Stargard, es sind ihrer 3. Das westlichste derselben besteht ans einer ganzen Anzahl von einzelnen Kamm- stücken, die nicht in unmittelbarem Zusammenhänge stehen, son- dern bis zu mehreren Kilometer Abstand von einander durch ebene Grundmoränenlandschaft getrennt sind. Um so schöner ist da- gegen der Zusammenhang der beiden östlicher gelegenen Asar in der Gegend von Jakobshagen, deren Lage aus dem beigegebenen Kärtchen jenes Gebietes zu ersehen ist. Beide besitzen eine Länge von mehr als 20 Kilometer und sind, das eine vor- wiegend aus Sand, das andere fast allenthalben aus groben Granden aufgebaut. Die Schichtung dieser ein bis mehrere Hundert Meter breiten Wälle ist zumeist eine horizontale, oder man beobachtet in ihnen die discordaute Parallelstructur, in der Weise, dass die einzelnen in sich gleichgeschichteten, linsenförmigen Massen an- nähernd horizontale Anordnung besitzen; doch findet sich unter- geordnet auch Steilstellimg der Schichten, und in der grossen, allerdings sehr verfallenen Kiesgrube bei Saatzig beobachtete Schröder auch eiugepresstes Grundmoränenmaterial. Eine Aehn- lichkeit mit den Schwedischen Asar liegt auch darin, dass die Stargarder auf einer oder beiden Seiten von Rinnen und Senken begleitet sind, die entweder vertorft sind oder einem heutigen Wasserlaufe als Bett dienen. Die Asar Hinterpommerns ver- laufen in der Bewegungsrichtung des Eises, die gerade hier durch die Achsenlage der Drumlins mit ziemlicher Schärfe bestimmt werden konnte. Sie sind auf die Grundmoränenebene beschränkt und verschwinden in dem Hügelgewirre der Moränenlandschaft, deren westlichen Rand sie erreichen.« d) Grundmoränenebene. Je weiter entfernt von der Endmoräne nach dem Vereisungs- centrum zu, desto mehr geht die mehr oder weniger stark coupirte Grundmoränenlandschaft xax ausgedehnte, eben- 108 Gr. Berendt, K. Keiehack, H. Schröder imd F. Wahnschaffe, flächige oder nur flachwelligförmige »Grundmoränenebene« über, die in Pommern und einem grossen Theile Ostpreiissens die Ost- seeküste umrandet. Aber auch viele Theile des mittleren Nord- dentscblands z. B. in den Provinzen Posen und Brandenburg trao;en den gleichen Charakter. e) Staubecken-Landschaft. Der geschlossene Zusammenhang der Grundmoränenlaudschaft wird vielfach — in hervorragendster Weise innerhalb des Ucker- märkisch-Neumärkischen Moränengürtels — durch weitausgedehnte ebene Flächen unterbrochen, welche meist beckenartige, flache Seen umschliessen. Die Sande und Thonmergel, welche dieselben zu- sammensetzen, lagern der jüngsten Griindmoräne auf, repräsentiren also die jüngsten Sedimente der Gletscherwässer. Die beim Rück- zuo'e vom und unter dem Eise hervortretenden Wassermasseu o stauten sich an dem Moränenwall, fanden nach S. keinen oder nur beschränkten Abfluss und mussten ihre Sedimente in den cen- tralen Depressionen der Endmoränenbögen niederschlagen. Inner- halb der Joachimsthaler Bogen liegt das grosse Staubecken des Grimmnitz-Sees; die an den Paarsteiner See sich anschliessenden Beckensande und Thoumergel greifen weit in die vielen Special- bögen des Paarsteioer Hauptbogens ein; der NNO. -gerichtete Unterlauf der Oder beginnt mit einem Staubecken innerhalb des Oderberger Bogens. In gleicher Weise beginnen in der Neumark die an die Endmoräne herantretenden Thäler, so das Königsberger Thal in einem Staubecken bei Mohrin und das Wildenbrucher Thal in einem solchen S. Schönfliess. N. Soldin bis Lippehne dehnen sich um zahlreiche flache Seen ausgedehnte ebene Flächen aus, bestehend aus feinen Sanden, Mergelsanden und Thonmergeln, die an einer Stelle Süsswasserfauna (Limnaea truncatula etc.) führen. Die Bögen der weiter zurückliegenden Moränen schliessen in sich ebenfalls beckenartige Thalbeginne, so das Ueckerthal im Boitzenburger und das Weise-Thal im Angermünder Bogen. i\uch die weit ausgedehnten Thonmergel-Ebenen der Umgegend des Madue-Sees, Pyritzer Weizacker, gehören hierher. In manchen Fällen besassen die Staubecken durch die Endmoräne hindurch Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 1 09 nach S. zu Abfluss. Das grosse Paarsteinbecken hat einen solchen über die thalartige Unterbrechung der Moräne, auf welcher das Kloster Chorin steht, benutzt und in dem vorliegenden Gebiet eine Rinne ausgefurcht, die erst nördlich Eberswalde endigt. Ebenso befindet sich an der Stelle, wo jetzt die Nordablenkung der Oder liegt, ein Gletscherwasserdurchlass durch die Oderberger Moräne. In anderen Fällen endigen diese Thäler vollständig blind an der Endmoräne so z. B. das Ueckerthal. f) Flaidesandlandschaft. Im schroflsten Gegensatz zu dem vielgestaltigen Charakter ö Ö O der Grundmoräneugebiete hinter der Endmoräne steht das Vor- land. Weite Ebenen mit geringer Oberflächenbewegung, nur durchfurcht von zahlreichen, tief eingeschnittenen und langge- streckten Rinnen bilden die öde, mit weiten Kieferforsten bestan- dene »Ilaidesandlandschaft« oder den Sandr, wie man sich diese Gebiete entsprechend den gleichbenannten Kiesebenen Islands zu bezeichnen gewöhnt hat. Durch ganz Norddeutschland begleitet dieselbe in einem verschieden breiten Streifen den Aussenrand der Moränen. Der Uebergang von dem Geschiebemergel der Grundmoränen- landschaft resp. der Blockpackung der Endmoräne in die Schotter des »Sandr« geschieht durch auskeilende Wechsellagerung bei- der, s. Fig. 13. Die von dem stillstehenden Eisrande ständig ab- schmelzenden Gletscherwässer schütteten in der Nähe der End- moräne Alassen von Geröllen und Grand in hier noch hügeligen Formen auf; je weiter man sich von derselben entfernt, um so flacher werden die Terrainwellen und das Korn der fluvio-glacialen Gebilde wird feiner, bis in noch weiterer Entfernung feine Sande und vollkommen horizontale Flächen dem Winde leichte Gelegen- heit zur Bildung von Dünen geben. Erst in weiterer Entfernung von den Endmoränen treten dann meistens wieder neue Geschiebe- mergelflächen auf. Aus den flachen Becken und schmalen Rinnen der Haidesandlandschaft, die z. Th. aus den Staubecken hinter der Endmoräne gespeist wurden, entwickeln sich Thäler, die mit 110 G. Bekkndt, K. Keiliiack, H. ScHKÖDEii iiiid F, Wahnschaffe, ihren hochgelegenen Terrassen Nebenflüsse des Norddeutschland in OW. -Richtung durchsetzenden Urstroingebietes werden. Die Seen. Durch die iin Vorhergehenden kurz skizzirten Aufschüttunos- O ö formen des Inlandeises wird die Entstehung und Gestalt der zahl- losen Seen erklärt, welche dein baltischen Höhenrücken und dessen südlich vorgelagerten Gebieten den Namen der »Seenplatte« ein- getragen haben. a) Die G r u n d m o r ä n e n s e e n sind mit ihren ausserordent- lich zerrissenen Umgrenzungen — namentlich wenn man die an die Wasserflächen sich anschliessenden Torfflächen dazu nimmt — und ebenso unregelmässigen Tiefenverhältnissen ein getreues Ab- bild der coupirten »Grundmoränenlandschaft« und treten dement- sprechend hinter den Endmoränen zum grossen Theil abflusslos auf. b) Ist das Grundmoränengebiet durch Staubeckeulandschaft unterbrochen, so erscheinen hinter den Endmoränen die Stau- seen, die mit einfach-gernndeten Umrissen und ausgesprochen flächenhafter Entwicklung eine gerinoce Tiefe verbinden. Sie sind in ausgezeichneter Weise im uckermärkisch-neumärkischen Morä- nengürtel entwickelt: Der Grimmnitz-See im Joachimsthaler Bogen, der Paarstein-See im Paarsteiner Bogen u. s. w. Ausserdem ge- hören hierher wahrscheinlich die grössten Seen Norddeutschlands. c) Befand sich an Stellen, wo der Stausee an die Moräne tritt, ein Durchlass durch dieselbe, so entwickelte sich vor der Moräne ein Rinnensee von lan^2festreckter Form und meist be- deutender Tiefe als Glefscherwasserabfluss. Auch ohne Stausee und Durchlass setzen zahlreiche Rinnen an den Endmoränen an und durchschneiden, entweder in mehrfach hinter einander liegende Stücke abgeschnürt oder in geschlossenem Thalzuge den Sandr, der Haidesandlandschaft die einzige Abwechslung verleihend. Ja die Rinnenseen sind auch bei fehlender Beziehung zu Endmoränen in den ebenflächigen Grundmoränengebieten der Mittelmark und Posens in typischer Weise entwickelt. Ihre Thalränder zeigen meist Abschnittsprofile und sind sie dann als durch horizontal gerichtete Wasserwirkung, durch Erosion, entstanden. Eine Eigen- Neuere Forschungen auf c1. Geluele d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 11] thümlichkeit der Rinne, dass sie häufig durch Landhrücken in mehrere perlschnnrartig an einander gerichtete Abschnitte zerlegt werden, mag auf vertical gerichtete, stürzende Wasserwirknng, auf Evorsiou, ziirückgeführt werden. Derartige Evorsionsseeu kommen ausserdem vereinzelt, auch ohne kettenartige Aneinander- reihung vor. Mehrfach durchsetzeu auch Erosiousrinuen die Grundmoränen- laudschaft. Meist jedoch sind in diesem Gebiet die Wände dieser Rinnen mit Grundmoräueumaterial ausgekleidet und derartige Seen oder rinuenartige Thäler sind dann als suhglaciale Gletscher- flüsse anzusehen. Hierher gehören die in die Drumlinlandschaft eingebetteten Rinnen und die radialgestellten Thäler des ucker- märkisch-neumärkischen Moränengürtels, das Ueckerthal, das Welse- thal, zum Theil auch das untere Oderthal von Oderberg ab nörd- lich, das Mantelthal etc. d) Nehmen die thalartigen Rinnen eine Richtung an, die senkrecht zu der wahrscheinlichen Eisbewegung liegt, und sind sie mit Grundmoränen ausgekleidet, so wird man ihre Entstehung auf den Druck des Eisrandes ziirückführen, namentlich wenn ihnen parallel laufend Durchragnngen oder endmoränenartige Gebilde uachgewiesen werden können. Es entstehen alsdann Faltenseen. Die verschiedenen Seentypen kommen jedoch sehr häufig mit einander vergesellschaftet vor: Der Paarsteiu-See ist in seiner An- lage, als Ausfüllung der centralen Depression des Paarsteiner Endmoränenbogens ein Grimdmoräuensee, dessen südwestliche Partien durch Stauung der Gletscherwässer und Sedimentation des Gletscherschlammes eingeengt wurden, während seine nörd- lichen und nordöstlichen Partien sich durch Erosions- und sub- glaciale Rinnen erweiterten. Hauptsächliche Litteratiir. 1886. E. Geinitz, Ueber Asar imcl Karnes in Mecklenburg. Arch. Nat. Meckl. 40, S. 115. 1888. G. Bebendt, Die südliche baltische Endmoräne in der Gegend von Joachimsthal. Jahrb. d. Preuss. geol. Landesanstalt 1887, S. 801. 112 G. Berendt, K Keilhack, H. Schröder nnd F. Wahnschaffe, 1888. F. Wahnschaffe, Zur Frage der OberflächeugestaltuDg im Gebiete der baltischen Seenplatte. Ebenda 1887, S. 161. 1888. G. Berendt und F. Wahnschaffe, Ein Ausflug in die Uckermark. Brief!. Mittheilung. Ebenda 1887, S. 363. 1888. G. Berendt, A sarbildungen in Norddeutschland. Zeitschr, d. Deutsch. geol. Ges. 1888, XL, S. 483. 1889. G. Berendt, Die beiderseitige Fortsetzung der südlichen baltischen End- moräne. Jahrb. d, Preuss. geol. Landesanstalt für 1888, S. 110. 1889. H. Schröder, Ueber Durchragungs-Züge und -Zonen in der Uckermark. Ebenda 1888, S. 166. 1889. F. Wahnschaffe, Die Bedeutung des baltischen Höhenrückens für die Eiszeit. Verhandl. d. YIII. deutschen Geographentages zu Berlin. 1890. K. Keilhack, Der baltische Höhenrücken in Hinterpommern und West- preussen. Jahrb. d. Preuss. geol. Landesanstalt 1889, S. 149. 1891. F. Wahnschaffe, Die Ursachen der Oberflächengestaitung des nord- deutschen Flachlandes. Forschungen zur deutschen Landeskunde. VI. Bd., 1. Heft. 1891. K. Keilhack, Ueber die Lage der Wasserscheide auf der baltischen Seen- platte. Petermann’s geogr. Mittheilungen 1891, Heft II. 1892. F. Wahnschaffe, Ueber einen Grandrüeken bei Lubasz. Jahrb. d. Preuss. geol. Landesanstalt für 1890, S. 277. 1894. E, Geinitz, Die Endmoränen Mecklenburgs. 1894. H. Schröder, Endmoränen in der nördlichen Uckermark und Vor- pommern. Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. 1894, S. 293. 1895. H. Schröder, Ueber Aufnahme der Blätter Gr.-Ziethen, Stolpe, Hohen- finow. Oderberg. Jahrb. d. Preuss. geol. Landesanstalt für 1893, S. LIX. 1895. K. Keilhack, Die baltische Endmoräne in der Neamark und im südlichen Hinterpommern. Ebenda 1893, S. 180. 1895. K. Keilhack, Das Profil der Eisenbahnen Arnswalde- Callies. Ebenda 1893, S. 190. 1896. L. Beushausen, Ueber die Aufnahmen der Blätter Polssen, Passow, Cunow. Ebenda 1894, S. LXII. 1896. G. Berendt, Vier weitere Theilstücke der grossen südbaltischen End- moräne. Ebenda 1894, S. 222. 1896. G. Berendt und K. Keilhack, Endmoränen in der Provinz Posen. Ebenda. 1897. C. Gagel und G. Möller, Die Entwicklung der ostpreussischen End- moränen in den Kreisen Orteisburg und Neidenburg. Ebenda 1896, S. 250. 1897. K. Keilhack, Die Driimlinland&chaft in^Norddeutschland. Ebenda 1896, S. 163. 1897. C. Gotische, Die Endmoränen und das marine Diluvium Schleswig- Holsteins. Mittheil. d. geogr. Ges. in Hamburg XIII. K. Keilhack, Die Endmoränenzüge Norddeutschlands. Himmel und Erde. Bd.X, Heft 4, S. 145. 1898. Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschiand. 113 IV. Glaciale Hydrographie. K. K. Girard gebührt das Verdienst, als Erster darauf hiugewiesen zu haben, dass das norddeutsche Flachland von einem Thalsystein durchzogen wird, welches zu dem Verlaufe der heutigen Gewässer nur in sehr losen Beziehungen steht, von Thälern, deren Verlauf im Grossen und Ganzen ein ostwestlicher ist, mit der Modification, dass diese Bichtung nur im mittleren Theile Norddeutschlauds rein zum Ausdruck gelangt, während sie im Osten ein wenig nach Norden, im Westen etwas stärker in demselben Sinne abgeleukt ist. Girard unterschied drei solcher Thäler, die später von Berendt, dessen Untersuchungen die vollkommene Richtigkeit der Girard- schen Anschauung ergaben, mit den allgemein acceptirten Namen des Glogau-Baruther, Warschau- Berliner und Thorn-Eberswalder Hauptthaies bezeichnet wurden, wozu dann noch als viertes und südlichstes das von Berendt als Breslau -Hannoversches bezeichnete Thal kommt. Berendt hatte richtig erkannt, dass diese Thäler nach einander entstanden sind und zwar so, dass das südlichste derselben das älteste ist und die nach Norden folgenden ein immer geringeres Alter besitzen, und er sprach bereits vor 20 Jahren ganz klar aus, dass diese Thäler von den Schmelzwassern des sich zurückziehenden letzten Inlandeises benutzt wurden, und dass mit dem weiteren Rückzuge desselben eine Verlegung der Abflusswege stattfand. Bei diesem Standpunkte der Erkenntniss blieb es lange Jahre hindurch und erst mit dem Fortschreiten der Specialauf- nahmen im Norddeutschen Flachlande aus dem Berliner Gebiete hinaus nach Osten und Nordosten trat eine ausserordentliche Ver- tiefung der Erkenntniss über Ursache und Entstehung dieser alten Urstromthäler ein. Insbesondere gelang jetzt die Lösung der Frage, welchem Umstande es zuzuschreiben ist, dass die grossen Ströme, die Oder und die Weichsel, mehrfach in verhältnissmässig engen, tief eingeschnittenen »Durchbruchsthälern« die zwischen je zweien der ostwestlichen Urstromthäler gelegenen Höhenrücken durch- brechen und so einen kürzeren Weg zum Meere sich bahnen konnten. Die grosse Differenz in der Höhenlage des Thalbodens Jahrbuch 1897. 8 114 Gr- Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, des Urstromthals und desjenigen des heutigen Flussthals in der Nähe dieser Ablenkungsstellen, also beispielsweise bei Niederfinow bezüglich der Oder und bei Fordon bezüglich der Weichsel, bot ausserordentliche Schwierigkeiten für die Erklärung der Stromver- legungen, und es wurden theils postglaciale Krustenbewegungen, theils Strombettveränderungen durch die • von Süden her einmün- denden Gewässer, theils gewaltsame Durchbrüche nach Norden bei Gelegenheit besonders hoch angeschwollener Wassermagsen in den Betten der Urstromthäler zur Erklärung herangezogen. Auch diese Schwierigkeiten fanden durch die von Berendt und Schröder durchgeführte Kartirung der Gegend zwischen Schwedt und Freieuwalde a/0, ihre vollkommene Lösung. Dass die grossen ostwestlichen Urstromthäler thatsächlich mit grösseren Stillständen in der Kückzugsbewegung des letzten Inlandeises Zusammen- hängen, fand seine Bestätigung in der Auffindung zahlreicher entweder in vollem Zusammenhänge befindlicher oder in ein- zelnen Stücken auftretender Endmoränen auf der Höhe der je zwei solcher Thäler von einander scheidenden Landrücken. Dem alten Breslau- Hanno ver’schen Thale entspricht eine durch kurze Eudrnoränenstücke in der Altmark und auf dem Fläming angedeutete Stillstandslage des Eises. Zum Glogau-Baruther Thale gehören die von Berendt und Keilhack in der Provinz Posen von Priment über Lissa nach Kalisch nachgewiesenen Endmo- ränen, zum Warschau- Berliner Thale die Endmoränen im Osten der Provinz Posen, nördlich von Wreschen, sowie im westlichen Theile der Provinz bei Betsche, in der Neumark bei Schwiebus und Züllichau und in der Mittelmark bei Eberswalde, und dem letzten, dem Thorn -Eberswalder Thale schliesslich entspricht der ungeheure Eudmoränenzug, der auf der Höhe der Baltischen Seenplatte sich von der jütischen bis zur russischen Grenze ver- foDen lässt und nur östlich der Weichsel noch mangelhaft be- kannt ist. Besonders die Beziehungen zwischen der zuletzt ge- nannten Endmoräne und dem jüngsten der Urstromthäler sind durch die Specialaufnahmen in Ostpreussen, in Hinterpommern, in der Neumark und Uckermark eingehend bekannt geworden, und es hat sich dabei gezeigt, dass von der Endmoräne ungeheure Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 1 1 5 Sandebenen (Sandr) sich nach Süden erstrecken, die anfangs die Hochebene bilden, schliesslich ganz unmerklich in Thäler über- gehen und als solche nord- südlich gerichtete Thäler endlich mit dem ost-westlich verlaufenden Hauptstrome sich vereinigen. In dem Gebiete zwischen Oder und Weichsel sind es vorzüglich vier solcher grossen , trichterförmigen Sandrmündungen , die sich mit dem Hauptthale verbinden, und noch heute werden alle vier von kleinen, vom Höhenrücken herabkommenden Flüsschen benutzt, nämlich vom Schwarzwasser, welches bei Schweiz, von der Brahe, die bei Bromberg, von der Küddow, die bei Schneidemühl und von der Drage, die bei Driesen das heute z. Th. von der Netze durchflossene alte Stromthal erreichen. Ganz analoge Verhältnisse herrschen, soweit bis jetzt durch die Aufnahmen in Ostpreussen im russischen Grenzgebiete bekannt geworden ist, auch dort, und ebenso wiederholt sich das gleiche Bild von Hochflächen, die durch allmählichen Uebergang in Seitenthäler des Hauptthaies sich verwandeln, in dem ganzen westlich der Oder gelegenen südlichen Theile des Baltischen Höhenrückens. Die diluvialen Thalböden dieser seitlichen Zuflüsse besitzen eine starke Neigung nach Süden und fallen im Hauptthale schliesslich mit anderen Thalsandflächen zusammen, die diesem angehören, aber vollkommen im gleichen Niveau liegen, sodass ein ursächlicher und zeitlicher Zusammen- hang beider unabweisbar ist. Es ist damit der vollkommene Be- weis erbracht, dass die ost-westlichen Urstromthäler in innigem Zusammenhänge mit Stillstandsperioden im Rückzuge des letzten Inlandeises stehen. Gleich beim Beginn der Aufnahmen im Odergebiete wurde an mehreren Stellen die Beobachtung gemacht, dass die Thal- sandflächen eines und desselben Thaies, ganz abgesehen von der in der Gefällrichtung liegenden Neigung, auch in Querschnitte des Thals nicht ein und dasselbe Niveau besitzen, sondern in wechselnden Höhen auftreten, und es wurde sehr bald erkannt, dass diese verschieden hoch gelegenen Thalsandflächen stellenweise mit steilabgeböschten Stufen aneinander abstossen, und dass ferner in den verschiedenen Gebieten eines und desselben Thaies diese alsbald als Terrassen erkannten Thalsandflächen in ihrer Höhenlage llf) G. Berendt, K. Keiehack, H. Schröder und F. Wahnschafb'E, eine ausserordentliche Uebereinstimmung zeigen. Bei der weiteren Verfolgung der einzelnen Terrassen ergab es sich nun weiter, dass dieselben in den Urstromthälern nach Osten hin allmählich an- steigen, dass sie ebenso in den vom Höhenrücken herabkommenden Thälern gegen die Endmoräne hin ansteigen und dass in dem heutigen Oderthaie jede einzelne Terrasse nach Norden hin ein plötzliches Ende findet, und zwar liegt dieses Ende an derjenigen Stelle des Thals, wo an dasselbe beiderseits eine Endmoräne her- antritt. In der Uckermark und Neumark ist die Baltische End- moräne, wie oben ausgeführt, doppelt entwickelt, d. h. es hat sich hier die Rückzugsbewegung in zwei Etappen vollzogen, wobei der Aufenthalt an der Stelle der rückwärts belegenen Endmoräne wahrscheinlich weitaus kürzer war, als an der Stelle, wo die Hauptendmoräne des Baltischen Höhenrückens liegt. Diejenige Terrasse, die sich an die letztgenannte Endmoräne (Chorin -Liepe- Hohensathen) anschliesst, bezeichnet also mit ihrer Höhenlage das- jenige Niveau, bis zu welchem die im Thorn-Eberswalder Thale sich bewegenden Wassermassen hinaufreichten; es ist das die Höhe von 40 Metern. In dieser Höhe liegt die Oberfläche des heutigen Trockenthaies bei Eberswalde, westlich von der Ablenkungsstelle der Oder, in demselben Niveau liegt die höchste Thalsaudstufe, die sich an die Lieper Endmoräne anschliesst, dieses Thalsandniveau lässt sich bis in die Gegend von Frankfurt a/0, nach Süden und bis in die Gegend von Driesen und Birnbaum im Warthe- und Netzethale nach Osten verfolgen. Erst von da ab tritt im heutigen Warthe-, Netze- und Oderthaie ein Ansteigen ein, während nach Westen hin, in der Richtung auf das heutige Rhinluch zu, die 40 -Meterstufe noch meilenweit coustant bleibt und erst in der Gegend von Oranienburg eine langsame Senkung nach Westen hin einsetzt. Wir dürfen aus diesem Verhalten der höchsten Thalsand- flächen schliessen, dass das Gebiet des heutigen Oder- und Warthebruches, welches bis 30 und mehr Meter unter dem Niveau der höchsten Thalsandstufe liegt, in der Zeit, in der der Eisrand auf der Hauptendmoränenlinie des Baltischen Höhen- rückens lag, einen ungeheuren See von vielen Quadratmeilen Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgoologie in Norddeutschland. 1 17 Oberfläche j 10 Meilen nordsüdlicher und 20 Meilen ostwestlicher Länge, und bis zu 40 Meter Tiefe bildete, einen See, in welchen von Osten her eine ungeheure Wassermenge einmündete, die sich aus den Schmelzwassern des Eisraudes zusammensetzte auf einer Linie von der Neumark bis tief nach Russland zur Wasserscheide mit dem nördlichen Eismeer und dem Aralo- Caspischen Becken, noch vermehrt durch die Weichsel und ihre Nebenflüsse, die in der Gegend von Thorn in dieses Eisrandthal einmündeteu. Von Südosten her war ein zweiter Zufluss dieses grossen Sees die Oder, und über die Eberswalder Pforte wurden die überschüssigen Wasssermassen des Sees nach Westen hin abgeführt. Das Stau- seebecken selbst diente als Reservoir für die von den einmüu- denden Strömen mitgeführten groben Massen, während bei der ungeheuren Menge der zuströmeuden Wasser in dem ganzen Becken eine so starke Bewegung herrschen musste, dass die feineren, thouigen Theile, die Gletschertrübe, nicht zum Absätze gelangen, sondern durch die Abflusspforte wieder mit entfernt werden konnten. Dieses Seebecken konnte bei der enormen Grösse der von ihm eingenommenen Fläche und bei seiner Tiefe nur unvollkommen durch die von den Zuflüssen mitcreführten Saud- und Schottermasseu ausgefüllt werden, und zwar coucen- trirte sich diese Ausfüllung da, wo grössere oder kleinere Wasser- massen in den See einmündeten, also an denjenigen Stellen, wo die Oder, der mit der Weichsel vereinigte Urstrom und die von der Endmoräne direct in den Stausee fliessenden Eis- schmelzwasser mündeten, vor allen Dingen also auch da, wo an der Stelle des heutigen »Oderdurchbruchthaies« der wahr- scheinlich stärkste subglaciale Schmelzwasserstrom dem Eisrande an der tiefsten Stelle seiner damaligen Stillstandslage entströmte. Die Ausfurchung dieses stellenweise mehrere Meilen breiten Ost- westthales setzt ausserordentlich starke Wasserkräfte voraus, aber wir sind vollkommen berechtigt, mit denselben zu rechnen, wenn wir erwägen, dass die Niederschläge eines ungeheuren Gebietes durch dieses Urstromthal schliesslich ihren Weg nehmen mussten. Alle Niederschläge, die auf der Oberfläche des Inland- eises innerhalb der durch die Eisscheide auf der Schwedisch- 113 G. Berbnpt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffe, Norwegischen Grenze eingeschlossenen Fläche fielen, ebenso wie die südlich der Finnisch-Russischen Eisscheide fallenden Niederschläge mussten ja, so weit sie nicht durch Verdunstung in die Atmo- sphäre zurückgelangten, in flüssiger Form dem Eisrande ent- strömen und sich im Randthale desselben vereinigen. Dazu kommen dann noch die von Süden nach Norden strömenden Flüsse, die gleichfalls diesen Weg zu nehmen gezwungen waren, das heisst also mit anderen Worten, die Wassermassen, die durch diese Urstromthäler sich bewegten, mussten mindestens so gross gewesen sein, wie die gesammten Wassermengen aller in die Ostsee einmündenden Ströme Skandinaviens, Finn- lands, Russlands und des nordöstlichen Deutschlands. Wenn aber, wie wahrscheinlich, die Niederschlagsmengen während der Eiszeit beträchtlicher waren wie heute, so müssen wir uns diese Wassermassen noch mit dem entsprechenden Factor mul- tiplicirt vorstellen. Diese enormen Wasserquantitäten aber, die die grössten Ströme Europas wesentlich übertreffen, dürften zur Erklärung der grossartigen Thalausfurchung mehr als genügend sein. Es kann für unseren Zweck vollständig dahingestellt bleiben, wie weit das uns hier zunächst beschäftigende und die südlich davon gelegenen älteren Urstromthäler bereits durch die vorher- gehenden Eiszeiten angelegt oder durch tektonische Ursachen be- dingt waren. Gebiet der unteren Oder. Wir kehren nunmehr zu der Entwicklungsgeschichte des Ge- bietes der unteren Oder zurück. Nachdem das Eis, zu weiterem Rückzuge gezwungen, die Hauptendmoräne des Baltischen Höhen- rückens und die Boitzenburg- Angermünder Endmoräne verlassen hatte, zog es sich einige Meilen weit zurück, um dann abermals eine kurze Pause in der Rückwärtsbewegung eintreten zu lassen. Während dieser Pause wurde eine stark bogige Endmoräne ge- schaffen, welche in ziemlich gutem Zusammenhänge aus der Gegend nördlich Prenzlau über Pencun nach der Gegend von Pyritz ver- folgt worden ist. An diese Endmoräne schliesst sich eine Thal- sandterrasse an, die etwa 20 Meter tiefer liegt als die ältere der Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 1 1 9 Hauptendmoräne correspondirende Thalsandstufe, und dadurch den Beweis liefert, dass durch diese Rückzugsbewegung eine Senkung des Wasserspiegels um den gleichen Betrag stattgefunden haben muss. Hier liegt der einzige noch unklare Punkt in der Entwicklungsgeschichte dieser Terrassen und Thäler, denn es ist nicht möglich, unter den heutigen Verhältnissen einen Abfluss dieser um 20 Meter mit ihrem Spiegel tiefer liegenden Wasser- massen nach Westen hin aufzufinden, während ein solcher nach Norden hin zur Ostsee durch das dieselbe erfüllende und das Land südlich von ihr noch vollständig bedeckende Inlandeis noch vollkommen ausgeschlossen war. Beushausen ist geneigt, post- glaciale Krustenbewegungen zur Erklärung dieser Schwierigkeit anzunehmen, durch welche der Mangel eines heute erkennbaren Abflusses in diesem Niveau erklärlich gemacht werden soll, wäh- rend der Schreiber dieses sich einer solchen Auffassung vorläufig noch nicht anschliessen möchte. Ausserordentlich viel klarer ge- staltet sich die Fortsetzung der Greschichte des unteren Oderthals für die Zeit weiterer Rückzugsbewegung des Eisrandes. Durch die Specialaufnahmen des Verfassers östlich vom Stettiner Haff in Verbindung mit Uebersichtsaufuahmen in dem Gebiete zwischen Gollnow und Kolberg, ergänzt durch die Aufnahme eines drei Blätter breiten Streifens, der in Hinterpommern von der südlichen Abdachung des Baltischen Höhenrückens bis zur Ostseeküste sich erstreckt (in der Richtung Neu-Stettin, Bublitz, Pollnow, Schlawe, Rügenwalde), konnte die Entwicklungsgeschichte der Hydrographie Pommerns ziemlich vollständig erklärt werden. Diese Resultate, über die ich hier zum ersten Male berichte, werden in einer be- reits im Druck befindlichen, mit einer Anzahl von Karten ausgestatteten Publication der Geologischen Landesanstalt in aus- führlicherer Form demnächst veröffentlicht werden; ich beschränke mich daher hier auf eine mehr referirende Darstellung des Ganzen; ln der Gegend des heutigen Stettiner Haffes liegen, nach Osten und nach Westen hin an dasselbe sich anschliessend, ungeheuere Sandgebiete, die sich vom Haffspiegel bis auf 25 Meter Meeres- höhe erheben und an den Rändern des Plateaus noch beträcht- licher (bis zu 40 Meter) emporsteigen. Ich fasse diese im Norden 120 Or* Berendt, K. Keilhack, H. Schröder und F. Wahnschaffc, durch die Inseln Usedom und Wollin begrenzten Sandebenen zu- sammen mit dem Haff und den dasselbe umkleidenden gewaltigen Moorflächen als die centrale Depression eines im Gebiete der unteren Oder sich südlich bewegenden, gegenüber der Gesammt- heit des Inlandeises einigermaassen individualisirten Gletschers auf, den man wohl als den grossen Odergletscher bezeichnen könnte. Es haben im Randgebiete des Nordeuropäischen Inland- eises in dieser Periode des Rückzuges sicherlich ganz ähnliche Verhältnisse obgewaltet, wie am Rande des heutigen Grönlän- dischen Inlandeises mit seinen individualisirten Eisströmen, oder wie am Rande des sich zurückziehenden Nordamerikanischen In- landeises, wo ebenfalls eine Reihe grosser Eisloben unterschieden und namentlich benannt werden. Diesem grossen Odergletscher würde der halbkreisförmige Eudmoränenbogen zwischen Fürsten- werder in der Uckermark und Nörenberg im vorderen Flinter- pommern entsprechen. Den radialen Verlauf der Eisbewegung innerhalb dieses Odergletschers habe ich nach dem Verlaufe der Drumlins und Asar in dem Kärtchen Seite 106 darstellen können. Als dieser grosse Odergletscher sich auch auf der dritten oder gar vierten Endmoräne nicht länger halten konnte, erfolgte ein rascher Rückzug seines Randes bis zu einer Linie , die von der heutigen Ostseeküste nur noch etwa 25 — 30 Kilometer entfernt und durch die Lage der Städte, resp. Ortschaften Plathe, Gülzow, Pribbernow, Alt-Sarnow, durch den Südrand der Inseln Usedom % und Wollin, weiterhin durch die Lage von Friedland in Mecklen- burg und Demmin in Vorpommern gekennzeichnet ist. Die Linie dieses Stillstandes ist durch typische Endmoränenstücke und durch Endmoränen - artige Durchragungen hinreichend charakterisirt. Durch diesen Rückzug des Eises wurde der grössere Theil der centralen Depression vom Eise frei. Da der Boden derselben aber zu einem grossen Theile unter dem Niveau des heutigen Meeresspiegels lag, so musste diese gewaltige Wanne sich alsbald mit den Schmelzwassern des Eises füllen und zwar so weit, bis die Wasser entlang dem Eisrande einen Abfluss finden konnten. Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass diese Ab- flusslinie sich jetzt nicht mehr südlich vom Baltischen Höhen- Neuere Forschungen auf d. Gebiete d. Glacialgeologie in Norddeutschland. 121 rücken befand, sondern vielmehr am Fusse seiner nördlichen Abdachung zwischen ihm und dem an diesen Fnss sich au- lehnenden Eisrande , und zwar muss die niedrigste Stelle dieses Abflnssweges in einer Meereshöhe von etwa 20 — 25 Meter ge- legen haben. Die Lage dieses Abflussweges wird durch das Mecklenburgisch -Pommersche Grenzthal, welches bei Friedland aus der centralen Depression des Haffes heraustritt und bei Ribnitz etwas östlich von Rostock die heutige Ostsee erreicht, bezeichnet. Durch diese Tieferlegung des Abflussniveaus musste die bei 40 Meter Meereshöhe gelegene Eberswalder Pforte uafür- lich sofort ausser Thätigkeit gesetzt werden, uuen um Spaltenfüllungsmaterial handeln, das in den Hohlraum stürzte, schon ehe der Basalt in ihm aufstieg. Bei den erwähnten Vor- kommnissen steht der Basalt mit seinen Einschlüssen von Bunt- ' Sandstein in der Formation des letzteren an. Man braucht also für die Einschlüsse keine sehr bedeutenden Transporte im Magma anzu nehmen. Ebenso ist es bei dem schon im ersten Theil dieser Arbeit erwähnten Vorkommen an der Sababurg im Reinhards- walde. Der Basalt des gleichfalls schon beschriebenen Hohen- und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 21 berges bei Bühne sitzt auf Keuper. Es sei hier noch über den Basalt vom Bühl bei Weimar nördlich vom Habichtswalde berichtet, der sich über Röth erhebt. Ich fand in dem dortigen Feldspathhasalte prächtig säulenförmig abgesonderten, gelhlich- weissen Sandstein. Die Säulen waren vier- auch sechseckig oder unregelmässiger und etwa 3 — 4 Centimeter stark. Ihre Sandstein- natur ist noch erkennbar. In anderen Einschlüssen dieses Basaltes hat man ganz dichte, dunkelgraue, mattglänzende Massen vor sich, die am Contact mit dem Eruptivgestein öfter mit einem schwarzen Glasgeäder erfüllt sind. Es sind stark veränderte, thonige Sandsteine. An den Contactstellen weicht der Basalt wesentlich von dem normaler Ausbildung ab. Der gewöhnliche Basalt des Vorkommens ist nicht porphyrisch, zeigt reichlich ziemlich breite Plagioklasleisten, zwischen letzteren unregelmässige Augitsäulen und -körner, ferner etwas zurücktretend unregel- mässig gestaltete Olivine, verhältnissmässig grosse Erzstriche und -platten, Apatitnadeln und zuweilen intersertale, kleine, braune Glaszwickel. In den Grenzzonen hat sich der Basalt eiuestheils ausire- sprechen rnikroporphyrisch entwickelt. Das Gesammtgefüge ist ein viel feineres geworden, und aus einem Untergründe heben sich in dieser Grösse sonst nicht beobachtete Olivinkrystalle heraus, oft mit scharfen, krystallographischen Umrissen oder als Bruch- stücke. Manche grossen Olivine fallen durch eigenthümlich skelett- förmiges Wachsthum auf. Die Grundmasse besteht in der Haupt- sache aus schmalen Feldspathleisten, kleinen Augitkörnern und -säulchen, sowie Erzkörneru. Grünlichgraue, zwischengeklemmte Fetzen mögen Glas gewesen sein. Die Verdichtung des Gefüges geht im Basalt z. Th. ausserordentlich weit, so dass man nur mit Mühe bei starker Vergrösserung die hellen Feldspathleisten, Erz- und Augitkörner und zarten Glasgrund beobachten kann. Gele- gentlich zeigen sich einige grössere Plagioklasleisten. In anderen Fällen hat sich der Basalt in der Contaetnähe sehr glasreich ausgestaltet. Vielfach mögen Einschmelzungen der Saud- steinsubstanz sich mit dem Basaltmagma gemischt haben. In reich- lichem Glase schimmern viele, schmale Plagioklasleisteu, monokline, 22 F. Rinne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser lichte, violettgraue Aiigite in strahligen Längs- und zuweilen scharf durch 00 P (110), 00 P 00 (100) und 00 P (X (010) begrenzten Quer- schnitten, Erzstriche und -punkte, um welche das sonst kaffee- braune Glas wie auch zuweilen um die Augite oft aufgehellt ist. Globulite sind reichlich da. Olivineinsprenglinge fehlen. Zuweilen werden in diesen glasigen Basalten die Feldspathleisten sehr schmal. Sie sind dann hin und wieder stark gekrümmt, ähnlich wie man es bei Trachyten sieht. Ihr eventuell auch trikliner Charakter tritt durch mehrfache Zwillingsbildung und merkliche Auslöschungs- schiefe nicht heraus. Die Mikrostructur der eingeschlossenen Sandsteine selbst giebt bei dem Vorkommen vom Bühl zur näheren Besprechung keine Veranlassung. Der Muschelkalk gliedert sich zuweilen an Basaltberge an, die ihn vor Zerstörung geschützt haben, umgiebt als randlich bloss gelegte Unterlage grössere Keuperschollen, ist z. Th. auch in grabenförmigen Versenkungen erhalten geblieben. Von Contacterscheinungen durch Basalt ist in erster Linie die Umänderung des Kalkes am Heiligenb erge beim Meissner zu erwähnen, wo Basaltgänge Muschelkalk durchsetzen. (Vergl. Skizze S. 35.) Es ist hier das Sediment auf 1 — 2 Meter vom Salbande aus gerechnet in eine Art grau und schwarz gebän- derten Marmor umgewandelt, wie es schon den älteren Autoren bekannt war. Früher war ein schöner Contact zwischen Muschelkalk und Basalt am Kratzenberge bei Cassel aufgeschlossen, wo ein schmaler Limburgitgang in NS. das Sediment durchsetzte. Ich habe s. Z. Grenzstücke geschlagen, an denen eine Art Schieferung des Basaltes parallel zum Salbande zu erkennen war. Eine Berührung von Muschelkalk und Basalt im Ausschnippe - thal bei Dransfeld hat bereits 1841 Hausmann i) beschrieben und auch abbilden lassen. Der etwa 3 Fuss mächtige Lagergang ist in Wellenkalk eingeschaltet. Nach Hausmann erwies sich das Sediment im unmittelbaren Liegenden des Basaltes merklich härter als im directen Hangenden und als das Gestein 4 Fuss von der b Studien d, Güttiug. Vereins bergm. Freunde IV, 247, 1841. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 23 oberen Grenzfläche, auch specifisch schwerer (2,74 gegen 2,67). Es hinterliess 8,33 pCt. Rückstand, während der Kalk unmittelbar über dem Gange 3,66 pCt. und der 4 Fuss höher gelegene 2,86 pCt. Rückstand ergab. Es handelt sich nach Hausmann wohl um eine Verkieselung besonders im Liegenden, die aber auch nach, nicht, wie Hausmann meint, bei der Eruption stattgefunden haben kann, ebenso wie eine Anreicherung an Bitumen, das im Gegensatz zu dem gewöhnlichen, gelblich grauen Kalk die Grenzzonen zum Basalt bläulichgrau erscheinen lässt. Von Einschlüssen von Kalk in Basalt vom Weissholz bei Lütgeneder berichtet Möhl ^), dass sie z. Th. in späthigen Kalk umgewandelt seien, auch in einem Falle Chondrodit geführt haben. Wollastonit wird ebenfalls erwähnt. Vom Hübel bei Ehrin gen lagen mir von Dr. Leppla ge- sammelte Contactstücke zwischen Basalt und unterem Muschel- kalk vor. Die Grenztheile des Kalkes sind von Basaltadern erfüllt, die sich u. d. M. als limburgitisch erwiesen. Vom Hübel ist sonst Feldspathbasalt bekannt. Der dichte Kalkstein zeigt u. d. M. in der Nähe der Basalttheile ein gröberes, marmorartiges Gefüge. Ein Mal wurde an der Grenze zwischen Basalt und Kalk ein Kranz sechsseitiger, langer, farbloser Säulchen bemerkt. Ihre Form spricht für hexagonales System, indess wurde, vielleicht wegen der Dünne des Präparates nnd schwacher Doppelbrechung der Gebilde, auf den Längsschnitten keine optische Wirkung erkannt. Hexagonales CaSiOe liegt, nach der schwachen Doppel- brechung zu urtheilen, nicht vor. Wohl nicht unmittelbar bei den Eruptionen entstanden, aber vielleicht ursächlich mit ihnen zusammenhängend, sind Ver- kieselungen von Muschelkalk, wie man sie besonders schön in der Nähe des Hohen Hägens bei Dransfeld beobachten kann, wo Trochitenkalk seine charakteristischen Versteinerungen sehr schön verkieselt aufweist. Man verdankt Hausmann ^) eine besondere Abhandlung über Quellengebilde in Begleitung des *) N. Jalirb. f. Mineralogie 1874, 799. Studien des Gotting. Vereins bergm. Freunde VII, 139, 1858, Abliandl. der Königl. Gesellsch. d. Wissensch. zu Göttingen VHI, 1858, 24 F- Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Basaltes. Möglicherweise ist die Kieselsäure - Ablageruog, wie bereits oben erwähnt ist, ganz unabhängig vom Basalt, und eine Verknüpfung beider geschieht nur durch den Umstand, dass Basalte und Quellen auf Spalten aufgestiegen sind. Kieselige Ablagerungen in Form von Chalcedon finden sich auch in Hohlräumen von Basalt selbst und in seinen Tuffen. Hausmann erwähnt z. B. schön blauen Chalcedon aus dem Basalt- conglomerat des Höllengrundes bei Münden, vom Rosenbühl zwischen Meissner und Eschwege, Chloropal vom Meenser Steinberge (bei Dransfeld), Opal aus Basaltconglomerat vom Ochsenberge bei Dransfeld, aus dem Basalte von Mittelhof bei Gensungen, Saug- kiesel aus dem Basalte von Meensen. Keuper tritt gegen den Buntsandstein und auch gegen den Muschelkalk im Basaltgebiete zurück. Nur auf der Warburger Börde sind die Basaltdurchbrüche durch eine weit ausgedehnte Platte von Gesteinen dieser Formation erfolgt. Von besonderem Interesse sind in Bezug auf die basaltischen Durchbrüche die Keuperreste, die in grabenartigen Versenkungen im Buntsandstein- oder Muschel- kalkgebiet sich hinziehen, insofern als sie den SO. — NW.- bezw. NNO. — SSW. -Verlauf der für die Basalteruptionen so wichtigen Störungen am deutlichsten anzeigen. Ein bekannter Muschelkalk- Keupergraben erstreckt sich 30 Kilometer lang in SO. — N W.-Rich- tung über Fulda nach dem Vogelsberg. In NNO. — SSW. verläuft der durch das Geisterthai gekennzeichnete Keupergraben zwischen Meissner und Hirschberg (s. Skizze S. 35) ähnlich wie der durch die Untersuchungen von A. v. Koenen auch in seinen inter- essanten Einzelheiten bekannt gewordene, mehr N.-S. streichende Leinethalbruch mit seinen eingestürzten Muschelkalk-, Keuper- und Liasschollen. In grösserem Maasse sich offenbarende Contact Wirkungen von Basalt am Keuper sind mir nicht bekannt geworden. Reich- lich Einschlüsse von Keupergesteinen führt z. B. der Hüssen- berg bei Eissen, dessen Berührung mit den bunten Mergeln ganz vortrefflich aufgeschlossen ist (vergl. Fig. 18 u. 19, S. 62 u. 63). Grünlichgraue und gelbliche Bruchstücke sind oft in dem Basalte des genannten Berges zu beobachten. Auch in den Dünn- und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 25 schliffen erscheinen sie wieder. Bei sehr dünnen Präparaten erkennt man zuweilen, dass kleine, frühere Mergelbröckchen aus winzigen, verrundeten Körnchen und Säulchen eines hell grau- gelben Augits mit schiefer Auslöschung und einem hellen, iso- tropen, wohl glasigen Untergründe bestehen. Kalkspathschüppchen sind zuweilen eingewandert. Jura. Von der ehemals wohl über das ganze Basaltgebiet ausgebreiteten Liasbedeckung sind nur wenige Fetzen noch er- halten (vergl. Fig. 1 , S. 7). Zuweilen giebt der Basalt Kunde von einstiger grösserer Ausdehnung dieses Sedimentes. So be- richtet Moesta^), dass der in Buntsandstein stehende Basalt des Fetzberges, nordwestlich vom Habichtswalde, »zahlreiche Brocken von Liasschiefer und Kalk mit Versteinerungen eingeschlossen ent- hält«. »Der Basalt ist stellenweise ganz erfüllt von diesen Bruch- stücken, die auffälliger Weise eine erkennbare Umänderung ihrer petrographischen Beschaffenheit nicht erlitten haben«. Möhl 2^ giebt vom Schwarzbiegel, nördlich vom Habichtswald, an, dass hier Basalt aus Wellenkalk ragt und Liassandstein mit Gryphaea arcuata u. s. w. enthält. Dogger und Malm, sowie die ganzen Kreidebildungen kommen für das Basaltgebiet nicht in Betracht ^). T erti ärablagerungen haben um so grössere Bedeutung. Dass mit den Basalten häufig tertiäre Bildungen vergesellschaftet sind, hat schon Hausmann hervorgehoben. Der Basalt hat seine sonst vielfach zerstörte Unterlage wie ein Schild gegen die Erosion ge- schützt. Nicht immer aber haben die basaltischen Eruptionen einen tertiären Untergrund gehabt. So ruht der Basalt der Hünen- burg bei Eiterhagen unmittelbar auf Buntsaudstein, ein Beweis, dass schon vor der Eruption die Schichtenfolge des Muschelkalks, Keupers und Juras vielleicht auch Tertiärgebirge von hier fort- geführt war. Nach Beyschlag^) führte nämlich ein in Mitten der b Jahrb. d. Königl. preuss. geol. Landesanst. für 1883, S. 58. b Verhandl. d. Kais. Königl. geol. Reichsanst. 1871, 257. b Ueber ein geschwemmte Kreidegesteine berichtet Bevsciilag (dieses Jahrb. f. 1889, LXXIII.) b Erläuterungen zu Blatt Melsungen 1891, S. 19. 26 F. Rinne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Basaltdecke im Tiefsten eines Steinbruches niedergebrachtes Bohrloch zu der Gewissheit, dass zwischen Basalt und Buntsandstein kein Tertiär erhalten ist. Anderseits haben stellenweise die Schichten dieser unter Basalt lagernden Formation, so am Hirschberg bei Gross -Almerode nach UthemannI), eine Mächtigkeit bis zu 400 Meter. Ein grosses wissenschaftliches und auch wirthschaftliches Interesse haben die Contactersche inungen zwischen Basalt und Tertiär, besonders zwischen diesem Eruptivgestein und den Braunkohlen. Klassische Vorkommnisse sind in dieser Hinsicht der weitberühmte Meissner und der Hirschberg. Als interessantes Vorkommen ist in neuerer Zeit der Stellberg bei Wattenbach hinzugekommen. In den Erläuterungen zu den betreffenden geo- logischen Karten haben Beyschlag und Moesta diese Verhält- nisse gebührend gewürdigt^). Eine Zusammenfassung und neuere Erfahrungen sind von Uthemann veröffentlicht worden. Da an den angeführten Orten die Interessen der Petrographie und des Bergbaus zusammenfallen, sind die Contactverhältnisse in beson- ders schöner Weise sichtbar geworden. Am Meissner lagert eine noch bis 157 Meter dicke Basalt- decke auf einem bis 30 Meter mächtigen Braunkohlenflötz, das über sich als Zwischenlage zum Basalt noch eine 30 Centimeter bis 1,5 ja 3 Meter dicke, kohlige, schwefelkieshaltige Thonschicht, den »Schwühl« der Bergleute, trägt. Der Basalt ist im Contact stets dicht befunden. Auf der Höhe des Berges findet sich Dolerit. Der Schwühl ist durch die Einwirkung des Basaltes verworren stängelig abgesondert, die Braunkohle bis auf allerdings nur 2 bis 5^2 Meter veredelt. Man wird mit Uthemann als Grund für diese in Anbetracht der riesigen Dicke der Basaltdecke gering- fügige Mächtigkeit der Umänderungszone annehmen können, dass der Lavastrom gegen die Unterfläche eine Erstarrungskruste bil- dete und so ein weites Eingreifen der Umänderungen verhinderte. b Abhandl. d. Königl. preuss. geol. Landesanst., Neue Folge, Heft 7, 1892, S. 12. 2) Vergl. auch Moesta, Geol. Schilderung der Gegend zwischen Meissner und Hirschberg. Dissert. 1867. ufld den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 27 Der Grad der Umwandlung der Braunkohle stuft sich vom Schwühl aus gerechnet ab: Stangenkohle, Glanzkohle, Schwarz- kohle, verdichtete Braunkohle. In den veredelten Kohlen finden sich Pechkohlenstreifen. Es sind verkohlte Holzreste. Die Veränderung der Kohlen entspricht der künstlichen Ver- kokung. Der Aschengehalt in rother Braunkohle beträgt nach Uthemann 7,47 pCt., in Schwarzkohle 6,50 pCt., in der Stangen- kohle 16,24 — 22,97 pCt., der Gehalt an aschenfreiem Koks in der Braunkohle 44,59 pCt. , in der Schwarzkohle 47,76 pCt., in der Stangenkohle 63,80 — 73,10 pCt., der Gehalt an flüchtigen Bestand- theilen in der Braunkohle 47,94 pCt., in der Schwarzkohle 45,74 pCt., in der Stangenkohle 10,76 — 13,23pCt. Das specifische Gewicht fand Uthemann bei Braunkohle zu 1,188, bei Schwarzkohle 1,247, bei Stangenkohle 1,516 — 1,533. Im Hi rschberg bei Gross- Almerode sind den mächtigen Tertiärablagerungen eine Anzahl Kohlenflötze eingelagert, die z. Th. von einem bis 1 25 Meter breiten Basaltgange durchsetzt sind, ohne in der Lagerung gestört zu sein (vergl. Fig. 13, S. 55). Der Gang ist nicht einheitlich, sondern setzt sich aus zahllosen Aesten zusammen, welche die sedimentären Massen umschlingen. Diese in den Gang anfgenommenen, in ihrer Lagerung aber auch wenig gestörten Massen, sowie die an die Ganggrenzen stossenden Neben- gesteine sind umgewandelt, und zwar sind die Sande und Thone bis auf 1 Meter hin gehärtet, die Braunkohlen aber bis 40 Meter vom Gange veredelt. Bituminöse Alaunthone sollen theilweise geröstet sein. Die aus ihnen abzuleitenden Lösungen haben den Basalt später zersetzt und einen weissen Thon zu Wege gebracht, der mit Sulfaten imprägnirt ist. Stangenkohle bildet nur schmale Bänder am Basaltgange; es folgt reichlich Schwarzkohle und schliesslich Braunkohle. Am Stellberg bei Wattenbach i) hat ein Intrusivgang ein Kohlenflötz von unten her veredelt. Anderseits hat auch 9 Vergl. ausser der Abhandlung von Uthemann (Abhandl. der Königl. preuss. geol. Landesanst. Neue Folge, Heft 7), die Mittheilungen von Beyschlag über Aufnahmen in Hessen (Jahrb. der Königl. preuss. geol. Landesanst. für 1887, LXI). 28 F. liiNNE, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser stellenweise eine Basaltdecke die Braunkohle von oben verändert (vergl. Fig. 11, S. 51), wo sie dem Flötze auf geringe Entfernung nahe kam. Abgesehen von diesem doppelt metamorphosirten Tbeile des Koblenflötzes nimmt mithin der Wirkungsgrad in dem 5 Meter mächtigen Flötze von unten aus gerechnet allmählich ab. Die Umänderung greift etwa 3 — 3^2 Meter in die Braunkohle ein. Stangenkohle ist nicht häufig. Von grossem Interesse ist die An- gabe Uthemann’s über den Verbleib der natürlichen Destillatious- producte, insofern der Genannte nachweisen konnte, dass über den Edelkohlen, welche die flüchtigen Bestandtheile bis auf einen Best von circa 17 pCt. verloren haben, das Flötz aus Kohlen mit einem Maximum dieser Stoffe besteht, so dass anschaulich zu ver- merken ist, dass die aus den unteren, dem Basalte nahe liegenden Kohlen verjagten Bestandtheile sich in den oberen Horizonten des Flötzes wieder verdichtet haben. Nähere Angaben über die drei interessanten Vorkommnisse am Meissner, Hirsch berg und Stellberg findet man in der mehr- fach erwähnten Abhandlung von Uthemann, au dessen Darstellung der obige Ueberblick angeschlossen ist. Auch im Habich tswal de hat Basalt vielfach die Braunkohle günstig umgewaudelt, wie es schon die älteren Autoren Schaub, Strippelmann u. A. erwähnen. In dem vortrefflichen Werke K. C. V. Leoniiard’s: Basaltgebilde findet man Zusammen- stellungen. Der Plinweis auf die erwähnten typischen Vorkomm- nisse am Meissner, Hirschberg und Stellberg möge hier ge- nügen. Es seien jedoch die schönen Untersuchungen von v. Lasaulx^) hier noch erwähnt, welcher im besonderen Hinblick auf die Con- tactmetamorphoseu am Meissner solche mit Hülfe von Hohofen- schlacken uachgemacht hat. Die natürlichen Kohlen am Meissner ergaben : b Poggesdokf’s Aimal. Bd. 141, 141, 1870. 29 und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. I. II. III. IV. V. c 80,40 78,14 62,20 59,92 59,92 II 3,30 3,73 5,28 5,66 5,02 S,0,N .... . 5,t)7 4,03 22,75 26,12 27,89 Bitumen . . . 0,73 0,83 — — — Asche 9,90 13,27 9,77 8,30 7,77 Specifisches Gewicht 1,412 1,397 1,286 1,201 1,210 I betrifft prismatischen Antliracit, II eigentliche Stangen- kohle, III Glanzkohle, IV und V Braunkohle. Braunkohle III enthält 1,5 pCt. Bitumen, IV und V solches »reichlich«. In drei hessische Tiegel wurde Braunkohle gepackt, die Kohlenlage zweier Tiegel auch mit einer Y2 starken Thonschicht versehen und nun Hohofenschlacke in und über die Tiegel ergossen. Der Thon bildete nachher einen »Sch wühl« wie am Meissner, die Braun- kohle darunter war tiefschwarz und stäno^elio^ geworden. Die chemische Untersuchung ergab die Umänderung der Braunkohle (mit 59 pCt. C und 31 pCt. flüchtigen Bestaucltheileu), wie aus den Analysen ersichtlich: I. II. C 80,36 79,21 H ...... . 3,04 3,13 N,S,0 1,20 3,44 Asche ... . 15,40 14,22 Specifisches Gewicht — 1,363 Nach Rdsenthal 1) . stellt sich der Aschengehalt der Edel- kohlen der Casseler Gegend geringer als der der gewöhnlichen Braunkohlen, während man von vornherein das Umgekehrte er- warten könnte, da bei der Contactmetamorphose die Aschen- bestandtheile nicht, wohl aber andere Stoffe verjagt werden, so dass erstere nach der Umänderung in den Kohlen eine relative Anhäufung erfahren mussten. In solchen Fällen wird man mit Rosenthal schliessen, dass die Aschenbestandtheile zum grossen Theil erst nach der Umänderung in die porösen Braunkohlen, aber nur in Spuren in die dichten Edelkohlen infiltrirt sind. 9 Zeitschrift f. pract. Geologie 1893, S. 378. 30 F. Rinne, Üeber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Auch die tertiären Gesteine sind in der Nachbarschaft der Ba- salte zuweilen verkieselt, ähnlich wie es beim Muschelkalk erwähnt ist. Ohne auch hier eine unmittelbare Verknüpfung der Basalterup- tionen mit solchen Kieselbildungen als sicher annehmen zu wollen, sei auf einige hierher gehörige Angaben hingewiesen, so auf Ver- kieselungen, welche tertiäre Sande erfahren, auf Kieselsinter im Anthracit des Meissners und verkieselte Hölzer im Tertiär des Hirschberges und Meissners. An einem interessanten Vorkommen bei Böddiger unfern Wabern habe ich mehrfach sehr schöne, weisse, verkieselte Hölzer und ferner grau und gelblich gefärbte Opalmassen gesammelt, die lose, dicht über dem Dorfe Böddiger in den Feldern reichlich liegen. Ich verdanke die genauere Kenntniss dieses schon von den älteren Autoren erwähnten Fund- ortes Herrn Dr. Denckmann. Die diluvialen und alluvialen Bildungen im Basaltgebiete haben für die hier in Kede stehenden Verhältnisse nicht die Be- deutung der älteren bezw. mit dem Basalt gleichalterigen Ablage- rungen. Die basaltischen Eruptionen hörten in der Tertiärzeit auf. Der Untergrund des Basaltgebietes birgt auch Eruptiv- gesteine, wie es durch anstehende Massen bekannt ist und wie aus Einschlüssen in Basalt und basaltischen Tuffen geschlossen werden muss. Granite kommen als Bruchstücke im Basalt von Burg- hasungen, des Erzeberges bei Balhorn und von Wolfshagen vor. Die betreffenden Stücke verdanke ich Herrn Dr. Leppla. Vom H ohenberg bei Bühne hatte ich schon früher solche angegeben. Es sind alle im Ganzen helle Gesteine mit gelblichweissem Feldspath, rauchgrauem oder weisslichem t^uarz und mit eiuem Geäder oder sumpfartigen, schwarzen Flecken, w^elche dunkler Glimmer beim Einschmelzen geliefert hat. Im Granit von Burg- hasungen findet sich neben Orthoklas reichlich trikliner Feldspath. Recht zierlich erscheinen hier Neubildungen kleiner, nach einer oder zwei Richtungen lamellirter Plagioklase in der Form wie man sie bei Orthoklaseiuschlüssen in Basalten öfter sieht. Die Durchschnitte liegen in gelbbraunem Glase mit dunklen Spiuellen. und deli angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 31 Dies aus Biotit eutstandene Glas ist ziiweileu durch hellere und dunklere Schlieren fluidal. Es enthält im Contact mit Quarz oft Säulchen von hier monoklinem Augit. Wo verriindete Quarze am Feldspath liegen, gewahrt man zuweilen um den Quarzkern einen breiten, hellen, isotropen Schmelzhof. Bemerkenswerth ist der sehr kleine Winkel der optischen Axen, welchen die Orthoklase im Granit von Wolfshagen zeigen. Wahrscheinlich hat man es mit einer Hitzewirkung zu thun. Pegmatitartige Quarzfeldspathgesteine kommen z. B. in den Basalten vom Häuschenberg bei Rothwesten und des Hohen- berges bei Bühne als Einschlüsse vor, auch im Basalt des Bauns- berges bei Cassel und im Basalttuff des Steinbruches an der Wand im Habichtswalde. Ein pegmatitartiger Habitus wird durch das Zusammenvorkommen von mehr oder minder grossen Körnern eines gelblich-weissen, trüben, seltener klaren Feldspaths mit groben Massen rauchgrauen Quarzes hervorgerufen; jedoch fehlt Glimmer. Der Quarz bildet Körner oder umschlingt in krummschaligen Lagen den Feldspath und ist auf den Bruch- flächen der Stücke öfter in parallelen Zügen zu erblicken. Nicht selten haben diese Einschlüsse einen durch eine krümelige Struc- tur des Feldspaths bedingten nur lockeren Zusammenhalt. An- dere Stücke sind compact und fest. Der gelblich-weisse Feld- spath, der besonders bei den Stücken vom Häuschenberge zu- weilen wallnussgrosse Körner mit nach 0 P (001) schaligem Auf- bau bildet, wurde für Orthoklas gehalten, doch gaben solche Proben keine deutliche K-Reaction, zeigten auch in Schliffen Zwillingslamellirung. Zerdrückt man die Feldspathe der pegma- titartigen Massen und bettet die Bruchstücke in Oel ein, so kann man oft Blättchen mit dichtgedrängten, schmalen Lamellen beob- achten. Auf OP (001) findet man Schiefen der Auslöschung von etwa 2^2 — 00 P 00 (010) solche von etwa 8^ und zwar nach der Umgrenzung zu urtheilen im positiven Sinne gelegen. Allem Anschein nach nimmt also am Aufbau dieser pegmatitartigen Massen ein dem Oligoklas nahestehender Feldspath einen sehr wesentlichen Antheil. In einem Stück vom Häuschenberg wurden rothe Granatkörner bemerkt. 32 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Gabbro, Norit, Aiigitdiorit. In einzelnen Basalten und Tuffen finden sich Plagioklas-Augitgesteine, welche ich unter dem nöthigen Vorbehalt als protogene Bildungen oder Uraiisscheidungen basaltischer Massen im ersten Theile dieser Arbeit bezeichnet habe. Eine Reihe neuer Funde ist inzwischen hinzugekommen. Es sind die Vorkommnisse, wie früher, auch hier bei den Basalten selbst (S. 73) erörtert, wenn auch in dem Bewusstsein, dass sich die protogene Natur der Stücke nicht streng beweisen lässt. Von einzeln im Basalt oder BasalttuflP liegenden, dem Basalt fremden Mineralien ist hauptsächlich Quarz zu nennen. Seine Contactverhältnisse sind schon im ersten Theile dieser Ar- beit ausführlich behandelt. Es sei hier noch eigenthümlicher Ein- schlüsse eines körneligen, licht am ethy stfarben en Quarzes gedacht, wie sie nach mir vorliegenden, der Königl. preussischen geologischen Landesanstalt gehörenden Stücken im Tuffe des Steinbruches an der Wand im Habichtswalde Vorkommen. Auch ich habe an Ort und Stelle solche Quarze gesehen. Ferner er- scheint hier weisslicher Quarz. Erwähnt seien dann noch ausser Brauukohlenquarziten im Tuff am Kuhberge (Habichtswald), Milch- quarze von Gangcharakter im Tuffe bei Böddiger. Beziehungen zwischen dem Auftreten der Basalte und dem Aufbau des Untergrundes. Bekanutermaassen bringt man Dislocationen und Eruptionen mit einander in ursächliche Verknüpfung, und zwar, entgegenge- setzt den älteren Anschauungen in der Art, dass man die Erup- tionen als Folsjeerscheinuiiffen der Schichtenstörum^en auffasst. Von letzteren erscheinen Schollensenkunffen als die wohl am meisten verbreitete Art. Solche sich senkende Erdrindentheile werden durch Spalten in Theilstücke gegliedert, und es ist damit die MögliGikeit gegeben, dass eruptive Massen in vielen schmalen Hohlräunien emporsteigen, z. Th. selbst bis zur Erdoberfläche, und dass somit Eruptionsgebiete mit Ergussgesteinen entstehen. Wie oft erörtert ist, stehen Faltungen vielfach mit solchen Senkungen in Verbindung. Als eine den Schichtengrundriss ver- und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 33 kleinernde Bewegung schaffen erstere für die Senkungen Raum, und deshalb mögen, obwohl das Bestreben nach Senkungsbewe- gungen in der Erdkruste das allgemeinere und ursprüngliche ist, diese letzteren oft erst durch Faltungen ausgelöst werden und ihnen nachfolgen. Es ist einleuchtend, dass durch Faltungen, z. B. schon durch verschieden starke oder gar entgegengesetzt ge- richtete Wölbung der Schichten, die Möglichkeit zur Bildung grosser Hohlräume im Erdinnern gegeben ist. Erfüllen sich diese mit Magmenmassen, so können Tiefengesteine entstehen. Man könnte somit geneigt sein, Schichte n senkunge n als günstig für das Zustandekommen grösser er Eru ptions- felder mit Ergussgesteinen, Schichtenfaltung als ge- eignet für die Bildung von vereinzelten liegenden Tiefen- geste in smassen anzusehen. Und es mag dies im grossen Ganzen zutreffen. Allerdings muss man betonen, dass eine Verall- gemeinerung in dem Sinne, dass Senkungen nur Bildungen von Er- gussgesteinen, Faltungen nur solche von Tiefengesteinen veranlassen, natürlich nicht zulässig ist, denn einmal können auch Schichten- senkungen grössere flache Hohlräume im Erdinnern schaffen, wenn der Zusammenhalt parallel den Schichtflächen gelöst wird. Anderseits ist es, wie A. v. Koenen nachdrücklich hervorgehoben hat, nicht wohl denkbar, dass, wenigstens in den oberen Hori- zonten der Erdrinde, Faltungserscheinungen ohne Spaltenbildungen vor sich gehen, und so können, nach bekannter Annahme, von im Innern der Erdkruste befindlichen und mit Tiefengesteinen er- füllten Hohlräumen nach oben mit Eruptivgesteinen gefüllte Spalten sich erstrecken, die vielleicht sogar Oberflächenergüssen als Wege gedient haben. SuESS hat, wie bekannt, in seinem »Antlitz der Erde« entsprechende »Denudationsreihen« vorge- führt. Abgesehen von dem Falle einer »Aufschmelzuug« , setzen ja mit Tiefengesteinen erfüllte Hohlräume auch Spalten nach unten als Zufuhrwege für tiefer gelegene Magmen voraus. Wo solche Zufuhrwege fehlen, müssen die inneren Faltungsräume leer bleiben. Als Ursache für das Empordringen der Schmelz- flüsse aus der Tiefe an die Erdoberfläche wird man das Schollen- Jahrbuch 1897. [3] 34 F. Rinne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser absinken wohl nicht in Anspruch nehmen können, wenigstens nicht in der Art, als ob die sich senkenden Gesteinsmassen durch ihr Gewicht eruptives Material in den entstandenen Spalten emporgepresst und zum Ausfliessen aus den Spaltenmündungen auf der Erdoberfläche gebracht hätten. Eine allein der Schwer- kraft gehorchende, sich senkende und auf die Oberfläche von ba- saltischen Magmenmassen sinkende Gesteinsscholle würde auf dem schwereren Basalt schwimmen und nicht im Stande sein, durch ihr drückendes Gewicht basaltisches Magma zum Ausfluss zu bringen. Aus der Beobachtung, dass gerade in und an Senkungs- feldern Ergussgesteine häufig auftreten, darf man zunächst wohl nur auf das reichliche Vorhandensein gangbarer Wege zur Ober- fläche schliessen. Die Ursache für das Emporsteigen der Laven muss wohl in anderen bei Faltungen ja auch erklärlichen drücken- den Kräften und im Sinne Reyer’s u. A. in der Entwickluno^ absorbirter Gase und Flüssigkeiten gesucht werden. In dem in Rede stehenden Gebiete haben, abgesehen von etwaigen archäischen Bildungen, Eruptionen von Ergussgesteinen bereits in paläozoischen Zeiten stattgefunden. Die devonischen und wie man annimmt auch noch culmischen Diabase Nordwest- deutschlands haben in ihrer geologischen Erscheinung unverkenn- bare Aehnlichkeiten mit den tertiären Basalten. Es ist wahr- scheinlich, dass auch das Auftreten der Diabase eine tektonische Ursache gehabt hat. Zusammenbrüche und Senkungen nach Auf- thürmung des SuESs’schen caledonischen Gebirges mögen den Diabaseruptionen Wege geschaflfen haben. Die ausgiebigen Fal- tungen nach Abschluss der Culmperiode öffneten Hohlräume für gewaltige Magmenmassen, wie sie durch Erosion nunmehr im H arze als Tiefengesteine von Granit und Gabbro zwischen den aufgeblätterten paläozoischen Schichten blossgelegt sind. Die sich in der Zeit des Rothliegenden reichlich ausbreitenden Ergussge- steine waren vielleicht mit Gebirgssenkungen verknüpft, die sich an die Faltungsprocesse angereiht haben mögen. Nach der langen Ruhepause während der ganzen mesozoischen Zeit machten sich bekanntlich die gebirgsbildenden Kräfte von Neuem geltend durch Faltung der bislang nicht in ihrer horizontalen Lagerung 35 und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. gestörten mesozoischen Schichten und durch sich anschliessende Schollenbewegungen nach unten. Die tertiären Störungen schafften Wege für die Basalte. Es mussten sich letztere ihre Bahn durch einen verwickelt aufgebauten Unter- fi^rund suchen. Ihre Erscheinung auf der heu- tigen Erosionsfläche ist aber natürlich wesent- lich bestimmt durch die Tektonik der sammt dem Zechstein auf den paläozoischen discordant liegenden mesozoischen Sedimente. Besonderes Interesse haben die Vorkomm- nisse, welche unmittelbar an bedeutsame Stö- rimgsstreifen angegliedert sind, wie vor allen die grossartigen Ergüsse des Meissners und des Hirschberges, welche an der Seite einer viele Meilen langen, in NNO. — SSW.-Bichtung verlaufenden Grabenversenkung stehen. Fig. 4 stellt in schematischer, verkleinerter Wiedergabe ein Profil durch diesen Graben- bruch zwischen dem Hirschberg und Meissner dar, wie es durch die Darlegungen von Moesta und Beyschlag klar gestellt ist. Das von letzterem Forscher der Erläuterung zu Blatt Gross- Almerode beigegebene Profil liegt der obigen Skizze zu Grunde ^). Während das Sen- kungsfeld von basaltischen Eruptionen wenig- stens auf der jetzigen Oberfläche nichts merken lässt, erhebt sich auf der Westseite der Hirsch- bergbasalt auf einer Spalte. In ihrem Weiter- streichen finden sich die Basalte des Stein- berges, Bilsteins und Klotzes, während die b Der Meissner ist am Tiefsten des Basaltes hier mit einem Zufuhrkanal versehen, der abgesehen von der etwaigen Andeutung eines solchen, wie sie der Fried- richstollen gegeben hat (vergl. S. 43), natürlich will- kürlich und mit dem nöthigen Vorbehalt hineingezeich- net ist. [3=^] Schematische Skizze der Gegend des Meissners und Hirschberges. Nach Bevschlags Profilzeichnung. 36 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Ostspalte durch die Basaltergüsse am Vogelheerd, Heiligenberg und Schwimelstein in ihrem Laufe gekennzeichnet ist. SO.-NW.-Beihen von Basaltbergen bezw. -gangen, wie sie nach A. v. Koenen auch in der BhÖn auftreten, fehlen in dem hier zu behandelnden Gebiete nicht. So trifft man in der von Graul geschilderten Sollingspalte, die sich bei Bodenfelde in NW. -Richtung erstreckt, verschiedentlich Vorkommnisse von Ba- salt. Ein SO.-NW.'Gang ist vortrefflich am Hüssenberg bei Eissen aufgeschlossen, ein anderer am Ittersberg in der Gegend von Gudensberg. Schon ScROPE hatte die Ansicht, dass Muldenspalten für Eruptionen besonders günstig sind^), da bei ihnen der Hohlraum nach unten klaffend sich verbreitert. Nach A. v. Koenen befördern in der That solche Spalten besonders häufig Basaltmassen zur Oberfläche ^). An einer ganzen Reihe von Orten wurde von ihm ein Einfallen der Sedimentunterlagen gegen den auflagernden Basalt beobachtet. Beyschlag spricht sich über den Gegensatz zwischen Mulden- und Sattelspalten im Basaltgebiete dahin aus, dass »die von nach unten divergirenden Spalten begrenzten Grabenbrüche in der Muldenlinie durch Nachsinken hangender Schichten zu breiten Versenkungsthälern sich ausbilden, während die parallel der Sattellinie verlaufenden Spalten von nai^h unten convergirenden Sprüngen begrenzt, sich als einfache oder parallele, in der Ober- flächengestaltung wenig hervortretende Risse, oft ohne auffallende Einsenkiing, darstellen. Die letzteren Spalten — den Sattellinien parallel laufend — zeichnen sich besonders häufig dadurch aus, dass sie dem emporsteigenden Basaltmagma den Ausweg boten«. Es ist hier heranzuziehen, dass sehr wahrscheinlich die AuS“ bildung von oberflächlich zur Geltung kommenden Mulden und Sätteln der Tertiärfaltung nur Dyas, die mesozoischen und ev. tertiären Schichten betrifft. Die nordöstlich streichenden paläo- G. Roulett Scrope, Ueber Vulkane. 1825. 2. Aufl. 1862. Deutsch v, A. v. Kloeden. 1872, S. 39. 2) Dieses Jahrbuch für 1885, S. 72. 2) Erläuterungen zu Blatt Gross- Almerode. 1886, S. 33. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 37 zoischen Schichten sind wohl durch die tertiären gebirgsbildenden Kräfte im grossen Ganzen nicht neu gefaltet, sondern durch Spalten zerstückelt und mit ihrer Last jüngerer Sedimente z. Th. versenkt. Regelmässige Schichtenaufrichtungen tertiärer Faltung werden sich wahrscheinlich nur in der auf den aufgerichteten paläozoischen Schichten discordant ruhenden Hülle jüngerer Ge- steine in ausgedehntem Maasse finden. Der eigenthümliche Ver- band der in NO. streichenden alten Schichten mit den vielfach SO. also senkrecht zu ihnen laufenden oder etwa nach N. strei- chenden jüngeren Gesteinen legt schon die Auflassung nahe, dass die scheinbaren Sättel und Mulden grösseren Maassstabes in den mesozoischen Schichten in Wirklichkeit aus Schollen bestehen, die durch Spalten, wenigstens in den »Sattel- und Muldenlinien« ge- trennt sind, welche Auffassung bekanntermaassen A. v. Koenen durch Erörterung anderer von ihm studirter Verhältnisse immer mehr begründet hat. Die eigentlichen Vorrathsräume basaltischen Materials sind selbstverständlich in grosser Tiefe unter den sedimentären Ge- steinen zu suchen. Es stieg an vielen Orten auf den archäische, paläozoische, mesozoische auch tertiäre Schichten durchsetzenden Spalten empor, durchbrach somit auf vorgezeichneten Wegen, zuweilen vielleicht sich auch selbst Bahnen schaffend oder er- weiternd, die Sedimente, Spalten erfüllend, mit Vulkanen sie im Falle localer explosiver Thätigkeit besetzend, oder sie mit dem erstarrten Schmelzflüsse wie mit einem Pflaster eine Schnittwunde bedeckend. Bezüglich des Alters der Basalteruptionen ist nicht uninter- essant zu lesen, wie schon 1820 Keferstein eine geologisch junge Ausbruchszeit annahm. Er schreibt i): »Diese Empor- steigung der basaltischen Massen und Emporhebung der Flötze geschah zu einer Zeit, wo die Flötze des Muschelkalks und der Braunkohlen-Formation bereits gebildet waren und erfolgte wohl erst hier die Bildung der Hauptthäler des Schiefergebirges, wie des Thals des Rheins, der Mosel u. s. w. durch Zerreissung.« 1) Leonhard’s Taschenbuch 1820, Bd. 14, 2. Abth,, S, 349, 38 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Nach A. V. Koenen hat man den Beginn der Spaltenbildung in die Miocäuzeit zu verlegen. Die SO.-NW. -Spalten sind die äl- teren, die NS. -Gräben die jüngeren Bildungen. Auch Beyschlag hält die Basalte für miocäne Bildungen, entscheidet sich aber nicht für einen allgemeiner gültigen Altersunterschied der beiden Hauptstörungen. Natürlich werden die Schichtenaufrichtungen und Schollensenkungen lange Zeiträume angedauert haben. Wie bekannt, entstanden nach A. v. Koenen Verwerfungen noch in diluvialer Zeit. Eine längere Fortdauer der Schichtenbewegung wird schon durch das diluviale Alter benachbarter rheinischer Vulkane nahe gelegt. Dass nach Bildung der Basalte noch Stö- rungen vorkamen, bemerkt man an Verwerfungen, welche Basalte oder ihre Tuffe durchsetzen, wie man sie nach Leppla 1) am Knüll und bei Burghasungen in der Nähe des Ha- bichtswaldes beobachten kann. Eine vortrefflich aufgeschlossene Spalte mit schönen Harnischwänden fand ich im Basalttuff des Hüssenberges bei Eissen. Sie streicht NW.-SO. und fällt steil gegen NO. ein. Geologische Erscheinungsart der Basaitvorkommnisse. Schilderung typischer Beispiele. Schon manche der älteren Autoren brachten die Basaltvor- kommnisse mit Spaltenzügen in der Erdkruste in Zusammenhang. Da eine Spalte oft nicht auf ihrer ganzen Länge geklafft haben wird, so erklärt sich in bekannter Art der Aufbau einzeln lie- gender Eruptivmassen, während bei weithin offenen Spalten die Gangnatur deutlicher sich offenbart. Da bei nur an vereinzelten Stellen offenen Spalten sich die Eruptionsthätigkeit örtlich concen- trirt, werden solche Stellen Veranlassung zu vidkanischen Auf- schüttungen geben können, deren Aufbau explosiver Thätigkeit zuzuschreiben ist. Doch lässt sich das schwerlich verallgemeinern; man kann sich sehr wohl vorstellen, dass auch aus einer örtlich verhältnissmässig sehr beschränkten, offenen Stelle einer Spalte sehr grosse, ruhige Ergüsse erfolgen können. b Pieses Jahrbuch für 1889, LXIX. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 39 In Hinsicht auf die Zuführung basaltischen Materials zur Erdoberfläche sind die Basaltschlöte interessant. In eingehender Darstellung hat Branco über eine grosse Anzahl vertical niedersetzender, im Querschnitt rundlicher, mit basaltischem und zersprengten sedimentären Material gefüllter Kanäle berichtet, welche in der Gegend von Urach in Schwaben Vorkommen, und die der genannte Forscher als Explosionsröhren kennzeichnet. Sie sind nach Branco unabhängig von Spalten, nicht als örtliche Erweiterungen solcher aufzufassen, vielmehr als selbst- ständige durch die Gewalt vulkanischer Explosionen ausge- bohrte Röhren anzusehen. Es lag nahe , nach analogen Bil- dungen dieser eigenthümlichen Erscheinungen, die mir auf dem Ausfluge der Deutschen geologischen Gesellschaft 1896 in ein paar Beispielen bekannt wurden, unter den norddeutschen Vor- kommnissen zu suchen. Ein ausgezeichnetes Beispiel für einen niedersetzenden Schlot fand ich im Hüssenberg bei Eissen. Der Kanal steht mit seinem aufgeschlossenen Ende in Gypskeuper und ist mit basal- tischen Auswürflingen und Bruchstücken sedimentärer Gesteine ausgefüllt. Auch verzweigen sich basaltische Gänge in dem tulF- artigen Ausfüllungsmaterial. Eine genauere Beschreibung ist weiter unten (S. 60) gegeben. Vor Allem wichtig ist aber die deutliche Verbindung dieses runden Schlotes mit einem auf 100 Meter zu verfolgenden Basaltgang (vergl. Fig. 17, S. 61). Hiernach kann dieser Schlot vielleicht nur eine rundlich umschriebene Er- weiterung einer Spalte vorstellen. Der erwähnte Basaltgang streicht in einer Mächtmkeit von 1 — 2 Meter an den Hüssenbero^ heran, setzt in ihn hinein, ist aber auf der anderen Seite nicht zu sehen, also wohl geschlossen, sodass kein Basaltmagma hier ein- dringen konnte. Vielleicht endigt die Spalte auch im Berge. Zur näheren Beurtheilung ist S. 60 u. f. zu vergleichen. Ueber einen anderen Basaltschlot, im Lamms berge, west- 9 Branco, Schwabens 125 Vulkan-Embryonen. 1894, (Jahreshefte d. Ver~ eins f. vaterl. Naturk. in Württemberg, 1894/95,) 40 F. Rinne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser lieh Volkmarsen, berichtet Leppla ^). Der Eruptionskanal wird allseitig von mittlerem Buntsandstein umgeben und hat etwa 50 bis 70 Meter Durchmesser. Von Wichtigkeit ist Leppla’s Bemerkung, dass eine Seite der Begrenzung sich als deutliche Verwerfungs- spalte zeigt Kuchenbüch beobachtete im »Lammersberg« bei Volkmarsen »drei trichterförmige Höhlungen, deren zwei nördlich gelegene sich nach oben vereinigten, deren südliche aber von jenen durch einen etwa 20 Meter betragenden Buntsandsteinrücken ge- trennt ist. Der eigentliche Basalt ist fast ringsum von einem Tuffmantel von wechselnder Mächtigkeit — 20 Centimeter bis 4 Meter — umgeben. Das Tuffgestein besteht aus Basaltmasse mit darin eingekneteten Buntsandsteinbrocken«. Ein Basaltschlot in der Blauen Kuppe bei Eschwege ist schon S. 16 erwähnt und abgebildet. Auch bei ihm sind Anzeichen vorhanden, dass er auf einer Spalte oder mehreren steht. Moesta vermuthet eine gangförmige Verbindung zwischen der Blauen Kuppe und dem benachbarten Staufenbühl. Ferner kann man an einer Stelle im veränderten Sandstein stark umgebogene Schichten neben Basalt beobachten, die den Eindruck einer ausgezeichneten Schleppung machen, wie sie an Spaltenwänden vorkommt. Aller- dings könnte es sich hier auch um eine Erweichungserscheinung des schmelzenden Sandsteins handeln. Auch die älteren Autoren sprechen bei der Beschreibung der Blauen Kuppe von Gangbil- duno:en im Sandstein. Ich setze bei dieser Gelegenheit hierunter nach Leonhard (Basaltgebilde) eine Skizze, die ein keilförmiges Anschwellen des Basaltes nach unten und eine Apophyse zeigt. Man erkennt, dass eine vollständige Analogie der erwähnten mit den schwäbischen Basaltschlöten nicht statt hat, da bei ersteren in Anbetracht der Verbindung des basaltischen Materials mit Dieses Jahrbuch für 1889, LXVIII. 2) Nach brieflicher Mittheiluug hält Herr Dr. Leppla die Spaltenbildung für älter als die Basalteruption wegen der plattigen Absonderung des Basaltes in der Nähe der Spaltenwand und auch weil mechanische Zertrümmerung im Basalt fehlt, während sie im Buntsandstein sehr häufig ist, 3) Dieses Jahrbuch für 1890, 95, und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 41 Spalten die Auffassung der Schlote als Spaltenerweiterungen nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen ist. Die Deutung der Fig. 5. Blaue Kuppe bei Eschwege. Nach Leonhard. Uracher Schlote wird selbstverständlich durch die erwähnten Bei- spiele nicht berührt. Schwieriger wird die Auffassung, wenn nicht wie bei den an- gegebenen Beispielen grosser Steinbruchsbetrieb einen Einblick in den Aufbau der Eruptivmassen gestattet. Es sei zunächst hier noch beachtenswerther Vorkommnisse gedacht, über welche Leppla kurz berichtet i). Man wird unwillkürlich an die Uracher Explosions- massen erinnert, wenn dieser Forscher von eigenthümlichen Tuffen spricht, welche, wie z. B. am Ofenberg, westlich Wolfshagen, kleinere Basaltkerne umgeben. Sie stehen im Gegensatz zu den gewöhnlichen, geschichteten Tuffen. »Neben diesen Tuffen trifft man häufig um die kleineren, isolirten Basaltvorkommnisse (z. B. am Ofenberg, westlich Wolfshagen) lockere, scheinbar unge- schichtete, sehr grobe Anhäufungen von Basaltblöcken, Olivinein- schlüssen, Bruchstücken des Nebengesteins und Mineralausschei- dungen (Glimmer, Hornblende u. s. w.). Das äussere Ansehen, der Mangel an Schichtung, die ungleiche Grösse der einzelnen Gesteinsbrocken unterscheiden diese tufiartigen Gesteine von den mit Hülfe des Wassers abgelagerten, geschichteten Tuffen. Im b Dieses Jahrbuch für 1889, LXVIII. 42 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Kern dieser Anhäufungen steckt in der Regel das eigentliche Eruptivgestein. An einigen anderen Stellen (Wallenstein am Knüll, Züschen in Waldeck u. s. w.) bemerkt man kleine, zum Theil gangartige, d. h. eine vorwaltende Längserstreckung besitzende Vorkommen von wenig verkitteten, ungleich grossen Basalt- brocken und Bruchstücken des Nebengesteins, also im Allgemeinen Gesteine, welche den vorbeschriebenen tnffartigen Massen gleich- stehen. Als Reste von zur Tertiärzeit auf horizontaler Unterlage abgesetzten Tuffen können diese Anhäufungen nicht angesehen werden, denn ihr heutiges Auftreten steht in keiner Beziehung zum Verbreitungsgebiet der tertiären Ablagerungen, verdanken sie vielmehr der Erosion. Auch die Längsform der Vorkommen spricht dagegen. Dasjenige von Wallenstein erhebt sich aus der Sohle eines nicht eben breiten, ziemlich tiefen Thaies im Bunt- saudsteingebiet. Ein anderes, dasjenige am Waldrand 1200 Meter westlich Züschen, fällt unmittelbar mit einer Verwerfungsspalte zusammen. Man wird daher zu der Annahme gezwungen, dass diese Trümmerwerke von Basaltmaterial Spalten beziehungsweise Eruptionskanäle ausfüllen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass es sich mit den unmittelbar vorher beschriebenen tuffartigen Massen ähnlich verhält.« Es sei hier auch der Ziegenberg im Habichtswalde noch angeführt, der nach Strippelmann i) aus einem Basaltpfeiler und Fig. 6. b Leonhard, Basaltgebilde I, S. 315. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 43 rundum letzteren bekleidenden Basaltconglomerat besteht. Ich gebe hierneben ein Profil wieder, das nach den Angaben Strippel- mann’s von K. C. v. Leonhard in seinem Werke über die Basalt- gebilde veröflfentlicht ist. Aus neuerer Zeit stammen Angaben über den Ziegenberg von Rosenthal ^). Letzterer erwähnt, dass das Braunkohlenflötz an diesem Berge den Basaltkern wie ein Trichter umgiebt. Auf einem Profil erscheint das Flötz wie in den Schlund hineingezogen, und es wird von Rosenthal die Yermuthung ausgesprochen, dass dies in der That beim Erkalten und Schrumpfen der gluthflüssigen Basaltmasse geschehen sei. Es lässt sich vielleicht auch aunehmen, dass nach Bildung des Hohlraumes randlich sich die Schichten, der Schwerkraft Folge leistend, in ihn hineinsenkten. Das unten- stehende Profil ist nach der schematischen Skizze Rosenthal’s ge- fertigt. Fig. 7. Ziegenberg, Habicbtswald. Nach Rosenthal. Verschieden gedeutet ist eine pilzförmige Basaltmasse, welche durch den Braunkohlenbergbau am Meissner angefahren ist. Die gewaltige, einst vielleicht 300 Meter mächtige, eruptive Decke dieses Berges sendet nach unten eine 110 Meter dicke Basaltmasse aus, welche mit einer horizontalen Strecke vom Friedrichstollen aus an ihrer Grenze kreisförmig umfahren wurde. Die Grenzfläche zwischen Basalt und tertiärem Sand neigt stets nach dem Inneren des Stiels und zwar unter dem beträchtlichen Winkel von 40 bis 80®. Moesta^) glaubte mit zweifelloser Sicherheit in diesem Ba- saltstiel eine Ausbruchsstelle des Meissnerbasaltes zu erkennen. 0 Zeitschr. für prakt. Geologie 1893, S. 378. 2) Geologische Schilderung der Gegend zwischen Meissner und Hirschberg. Diss. 1867. 44 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Beyschlag hält die betreffende Basaltmasse für eine durch Ein- fluss von oben entstandene Ausfüllung einer napfförmigen Ver- tiefung des Untergrundes, auf welcher der Basalterguss stattfand. Es ist nicht zu erhoffen, dass eine ganz sichere Erkenntniss der interessanten Erscheinung alsbald erfolgen wird, da es nicht im Interesse des Bergbaues liegt, die Unterfläche des event. Napfes bloss zu legen, denn nach der Vertiefung zu verdrückt sich das Kohlenflötz. Es erreicht fast nirgends mehr die Stollenebene am Basalt. Besonders in Anbetracht der steilen Neigung der trichter- förmigen Grenze zwischen Basalt und Nebengestein bin ich ge- neigt, das Vorkommen mit dem nöthigen Vorbehalt für einen in die Tiefe setzenden Schlot zu halten. Ob bei Annahme der merkwürdigen Basaltmasse als Basaltstiel die Ausfüllung eines reinen Explosionsrohres vorliegt oder ob eine Spaltenerweiterung anzunehmen ist, hat der Bergbau nicht sicher ergeben. Eine seitliche Fortsetzung des Pilzes in eine Spalte ist aber bislang nicht gefunden. In einer überaus reichlich von Spalten durchsetzten Gegend hat es wohl mehr Wahrscheinlichkeit, von vornherein ein Empordringen von Ergussmassen auf Spalten an- zunehmen eher als ein actives Durchbrechen der Decke mittelst eines Explosionsrohrs, da ja in den Spalten Wege für die emporge- drückten Magmen Vorlagen, die dann aber wohl hier und da örtlich weiter ausgeblasen sein mögen. Auch A. v. Koenen erblickt in dem erwähnten Vorkommen am Meissner einen Zuflusskanal. G ä n g el Solche Bildungen finden sich als Quer- und als Lagergänge ; na- türlich erscheinen erstere schon wegen der meist wenig geneigten Schichtenlage häufiger als letztere. Der Verlauf der Quergänge im Streichen ist auf kürzere Strecken zuweilen schnurgerade. Einen S-förmig gewundenen Gang zeichnet Schwarzenberg auf einer »petrographischen Skizze«, gelegentlich der Schilderung des Ahnethals im Habichts- walde. Interessant ist ein unvermitteltes seitliches Abspringen ‘) Erläuterungen zu Blatt Allendorf 1886. Studien des Gotting. Vereins bergm. Freunde, II, 195, 1828. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 45 und verschobenes, zur ersten Richtung paralleles Fortsetzen, wie man es früher an einem Basaltgange am Kratzenberge bei Cassel beobachten konnte. Besonders reichlich setzen die Gange in nord südlich er Richtung auf, entsprechend dem Längsverlauf des Senkungs- feldes. Erwähnt seien als Beispiele ein nach Uthemann 125 Meter breiter Gang, der durch den östlichen Hirschberg hindurchstreicht und durch Bergbau aufgeschlossen ist, der bereits genannte Gang am Kratzenberg bei Cassel, der nur einige Fuss Mächtigkeit besitzt, einer auf dem Gr. Schreckenberg bei Zierenberg. Als Rückgrat eines förmlichen Berges stellt sich der NS.-streichende Basalt des Backenberges bei Gün- tersen (Dransfeld) dar. Auch die älteren, südost-nordwestlich verlaufenden Spalten sind zuweilen als basaltische Narben deutlich zu verfolgen. Auf etwa 100 Meter bloss gelegt ist ein nur etwa 1 — 2 Meter breiter Gang, der in den Hüssenberg bei Eissen hineinläuft und als niedrige Mauer aus Gypskeuper hervorragt, ln derselben tektonisch wichtigen Richtung erstreckt sich ein pe- trographisch interessanter Gang am Ittersberg (Gegend von Gudensberg). Seine Mächtigkeit beträgt etwa 15 Meter. In der Mitte ist seine Masse in horizontale Säulen gegliedert, die aus compactem Basalt bestehen. Nach den Salbändern zu fehlt die prismatische Absonderung, und es stellt sich allmählich eine immer blasenreichere Entwicklung ein, bis schliesslich im Contact mit den Tufimassen, welche den Gang einschliessen, an der rechten und linken Gangseite ein Basalt mit grossen Blasenräumen er- scheint. Wie schon beim letzteren Falle ist ein Auftreten von Gängen festen Basaltes inmitten von Tuffmassen eine ziemlich häu- tige Erscheinung. Es verlieren sich dann öfter die Beziehungen der Gangrichtung zu der Tektonik des Untergrundes. Die Erup- tivmassen sind in Spalten gedrnngen , die in sehr verschiedenen Richtungen im Tuff aufgerissen sind , haben solche Spalten in dem lockeren Material wohl auch oft selbst erweitert oder geschaffen. Mau wird hierbei bedenken müssen, dass es sich bei der Eruption der basaltischen Massen um Flüssigkeiten handelte, in denen ein 46 F. Rixne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser auftreibender Druck sich gleichniässig in die Verästelungen fort- pflanzte. Gangbildungen in Tuffen findet man z. B. im Hüssenberg bei Eissen, wo man radial gestellte und schiefeingelagerte Gang- platten vortrefflich studiren kann. In der Nähe des schon er- wähnten Ittersberges birgt die kleine Erhebung des Pusbalges an der Landstrasse zwischen Holzhausen und Gudensberg einige recht deutliche Gangbildungen im Tuff. Es gewinnt dies Vor- kommen Interesse dadurch, dass mehrere parallele Gänge, zwei aus compactem Gestein bestehende von je 3 Meter Mächtigkeit und zwei mit blasigem Basalt von nur etwa je 20 Centimeter Dicke in parallelem Verlaufe sich im Tuffe zeigen. Im Tuffe des Abhanges bei Böddiger findet sich fernerhin ein gut auf- geschlossener Gang. Er besteht wie die am Pusbalge aus Leucit- basalt. Ein besonders prächtiges Demonstrationsbeispiel eines Basalt- ganges bietet ein Steinbruch zwischen Hirzstein und Hohebaum im Habich tswalde dar. Durch Steinbruchsarbeiten ist die Basalt- Fig. 8. Teufelswand, Habichtswald. j und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. platte schön blossgelegt. Sie ragt als halmeukammartige »Teiifels- wand« empor und setzt in den Tuff des Steinbruclies hinein, wie m die Abbildungen Fig. 8 und 9 zeigen. Die Mächtigkeit des Ganges o o Fig. 9. Teufelswand, IJabichtswald. beträgt etwa ^/4 Meter, sein Streichen ist ONO. — WSW. Gegen Süden hängt der Gang ein wenig über. Stellenweise ist eine Absonderung des Basaltes in horizontale Säulen gut zu sehen. 48 F. Rinne, tJeber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Bei nahe bei einander gelegenen Gängen wird es sich oft iiin Verästelungen desselben magmatischen Ergusses handeln. Das merkwürdigste Beispiel bietet in dieser Hinsicht der schon erwähnte Gang am Hi rschberg dar. Ich setze hierunter nach Uthemann eine Skizze, welche die merkwürdige Verzweigung, wie sie in der Schlüsselstollen-Strecke beobachtet wurde, zur An- schauung bringt. Fig. 10. Hirschbergbasaltgang in Kohle. Schlüsselstollener Grundstrecke. Basalt schwarz, Kohle lihiirt. Die Stösse der Strecke sind in die Ebene der Streckensohle ge- klappt gedacht. Eine astartige Verzweigung von Basalt gab schon Strippel- MANN^) vom H abichtsspiel im Habichts walde bekannt. Sie erstreckte sich in ein Braun kohlenflötz. Verschiedentlich konnte die tektonisch bemerkenswerthe That- sache festgestellt werden, dass keinerlei Störungen des Neben- geste iiis am Gange sich zeigten. In grosser Deutlichkeit kann man dies am Hüssenberggange, der in Keuper steht, beobachten. Aehnliches wird bereits 1824 von Hausmann erwähnt, und beim Kohlenbergbau hat man nach Uthemann^) ein Gleiches am grossen Hirschberger Gange beobachtet. (Vergl. Fig. 13, S. 55.) Bei der Erklärung für solche Verhältnisse wird vielleicht berücksichtigt werden müssen, dass gerade in Spalten, deren Spalten wände sich nicht ausgiebig bewegt haben, ein Aufquellen von Magmen er- leichtert ist. Denn in Folge von weiteren Bewegungen der Schollen an einander, wird es leichter zu Verstopfungen der Spalten kommen, als wenn nach dem Sprunge ihre gegenseitige Lage gewahrt bleibt. 0 Studien des Göttinger Vereins bergm. Freunde, IV, 355, 1841. 2) Ebenda, I, 524, 1824. 2) Abhandl. d. Königl. preuss. geol. Landesanst., N. F., Heft 7, 1892. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 49 Lagergänge. Hin und wieder bieten tiefe Erosionsein- schnitte Gelegenheit zur Wahrnehmung, dass in der Nähe von grösseren Basaltmassen die triadischen oder auch tertiären Sedi- mente von Lagergängen durchschwärmt sind. Die Entstehung solcher intrusiven Massen hängt gewiss vielfach mit der von den Basalteruptionen unabhängigen und ihr vorausgehenden Spalten- bildurig zusammen. Bei Senkungen von Schichtenfolgeu, wie sie sich in der hessischen Senke ja in grossartigem Maasse vollzogen haben, kann es sehr wohl zur Bildung von flachen Hohlräumen parallel 'der Schichtung kommen, wenn der Zusammenhalt parallel den Schichtflächen beim Absinken gelöst wird, und in solche Räume können sich Magmen von Querspalten aus ergiessen. Auch ist es verständlich, dass Querspalten bei ihrem Aufreissen in vielleicht schon gelockerte Schichtenfugen seitlich abspringen, um vielleicht verschoben ihre frühere Richtung wieder aufzunehmen. Es ist aber vielleicht auch nicht ausgeschlossen, dass zuweilen, wie bereits erwähnt, die Basaltmassen selbst sich ihre Wege pa- rallel den Schichtfugen gebahnt haben. Beyschlag^) hegt die Meinung, dass eine Anzahl der hes- sischen Basaltergüsse »wohl niemals Oberflächenergüsse gewesen sind, sondern Intrusiv-Massen, Einpressungen, die seitlich von Spalten aus in Buntsandstein, Muschelkalk oder Tertiärschichten injicirt wurden«. Die Structur der Lagergangbasalte ist in den mir be- kannt gewordenen Fällen eine dichte, zuweilen blasenreiche. Der Wärmeschatz der Gangmassen wurde schnell an die Umgebung abgegeben, sodass doleritische Gesteine in diesen zwar tief ge- legenen, aber verhältnissmässig kleinen Räumen nicht entstehen konnten. Verfasser will hiermit nicht der Meinung Ausdruck geben, als ob bei geringem Magmenvolumen nie grobgebaute Ge- steine sich verfestigen könnten. Die Entwicklung von Krystallen überhaupt und die Herausbildung besonders grosser Individuen erscheint zwar ausser von der chemischen Natur von einer nicht zu raschen Abkühlung einerseits bedingt zu sein, anderseits aber b Dieses Jahrbuch f. 1887, LXIV. Jahrbuch 1897. [4] 50 F. Rinne, Üeber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser von den mehr oder weniger unbekannten y>agents cristallisateurs« abzuhängen, sodass mehrere Umstände in einander greifen. Von solchen Lagergängen sei zunächst das jetzt allerdings nicht mehr wie früher besonders günstig aufgeschlossene, schon 1841 von Hausmann!) beschriebene und abgebildete Vorkommen im Ausschnippe thal am Fusse des Basalt tragenden Ochsen- berges bei Dransfeld erwähnt. Es ist 3 Fuss mächtig, säulig senkrecht zu dem umschliessenden Wellenkalk abgesondert. Schwarzenberg^) beschrieb anschaulich flötzförmigen Basalt im Muschelkalk des Ahnethaies im Habichtswalde als einen Begleiter von Quergängen. Eine Lage war 4 Zoll, eine zweite l'^/4 Fuss, eine dritte 4 Fuss mächtig. Die beiden letzteren er- wiesen sich in der Mitte dicht, an den Rändern blasig und zu- gleich deutlich schieferig parallel zu den Schichten des Kalksteins. Dass es sich hier um Lagergänge, nicht um Lager handelt, ist aus dem Alter des Nebengesteins ersichtlich. Schwieriger wird diese Unterscheidung bei Vorkommnissen in den tertiären Gesteinen selbst. Hier kann die Gangnatur durch die Beob- achtung der Zugehörigkeit zu durchsetzenden Quergängen und aus Contacterscheinungen bekundet werden. Das erstere gelang bei dem von Strippelmann^) beschriebenen Lagergange am Ha- bichtsspiel im Habichtswalde. Von einem Hauptgange geht nach ihm dort ein Gang in ein Braunkohlenflötz ab. Er streicht und fällt im Allgemeinen wie das Kohlenflötz, doch nähert er sich bald mehr der First, bald mehr der Sohle. Er hat in nächster Nähe die Braunkohle auf allerdings nur 1/2 Zoll in Glanzkohle verwandelt, in der Nähe des Ausganges vom Hauptstamm auf etwa 2 Fuss. Besonders interessant sind die Verhältnisse eines Basaltlagerganges am Stellberge bei Wattenbach. Man ver- dankt sowohl Beyschlag^) als auch Uthemann^) eine Schilderung des Vorkommens. Nach letzterem setze ich hierunter eine Skizze. Studien d. Gotting. Vereins bergm. Freunde, IV, 1841, 247. 2) Ebenda, II, 1828, 195. 3) Ebenda, IV, 1841, 355. Dieses Jahrbuch f. 1887, LXIII. Abhandl. d. Königl. preuss. geol. Landesanst., N. F., Heft 7, 1892. 51 und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. Fig. 11. Stell berg bei Wattenbach. Nach Uthemann. Das Braunkohlenflotz ist senkrecht gestrichelt. Der Stellberg besitzt eine Basaltdecke und birgt in sich ein Kohlenflötz. Ein intrusiver Basaltlagergang von 6 — 10 Meter Mächtigkeit hat das letztere von unten umgeändert. Es breitet sich dieser Gang zum Theil unmittelbar auf dem mittleren Bunt- sandstein aus, z. Th. hat er noch eine Lage tertiären Sandes unter sich. Er ist in diesen Sand eingeschoben und hat das den Sand überlagernde 3 — 4 Meter mächtige Flötz veredelt. Auch sendet er Apophysen durch den von Bitumen sch^varz gefärbten Sand bis weit in das Kohlenflötz. Wo der Basaltlagergang auf dem Buntsandstein ruht, kann man nach Uthemann plattige Ab- sonderung des Eruptivgesteins parallel zu den Schichten des Sand- steins wahrnehmen. Scheingänge. In den Berichten über gewaltige Ausbrüche z. B. auf Island findet man die Angabe, dass Lavaströme stellenweise Thäler und Flussläufe ausgefüllt haben, sodass gangförmige Basaltfülhmgen nachgeahmt erscheinen, in Wirklichkeit aber keine Spaltenfüllungen von unten, wie man sie bei echten Gängen voraussetzt, vor- liegen, sondern Ausfüllungen von Hohlformen von oben. Solche Füllungen von Vertiefungen auf der Erdoberfläche durch feurige Schmelzflüsse können sich sehr wohl auch zur Tertiärzeit in dem in Rede stehenden Gebiete vollzogen haben, und es hat Beyschlag verschiedentlich auf solche Vorgänge hingewiesen. Bereits S. 44 ist seine Erklärung des pilzförmigen Anhanges an die Meissner- decke erwähnt worden. Manche andere sog. »Basaltrücken« sind nach dem genannten Forscher ausgefüllte Erosionsräume innerhalb der tertiären Süsswasserablagerungen. Ein solches in ein Kohlen- [4^] 52 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser flötz eingesclmittenes, mit Sand und Kies erfülltes Bachbett ist in der Brannkoblengrube Stellberg bei Wattenbach bekannt geworden. Uthemann erwähnt ein tertiäres Thal im südlichen Theile der Hirschberger Mulde. Es ist mit tertiären Gesteinen, Basalttuffen, verkittendem Basalt und durchquerenden Basaltgängen erfüllt. Anderseits hält Beyschlag das Gewirre von gangartigen Basaltmassen, wie sie sich in den tertiären Sauden des Hirsch- berges finden, für Ausfüllungen von ContractionsrissCn, die sich in dem feuchten, durch überfliessende Lava austrocknenden Sande bildeten, und dann, wie gesagt, von oben mit dem basaltischen Magma erfüllt wurden. Decken und Lager. Das im bildlichen und wörtlichen Sinne hervorragendste Beispiel für Basaltdecken im hessischen Senkungsfelde ist der Meissner. Von Neptunisten und Vnlkanisten ist er oft bei den Erörterungen über die Entstehung der Basalte als Beweismittel ano;eführt. Das Vorkommen ist bereits bei der Schilderung von Contact- metamorphosen (S. 26) erwähnt, und es sei hier auf diese Be- schreibung verwiesen. Die Decke hat noch jetzt bis 157 m Dicke. Nimmt man mit Bey^schlag an, dass der grobkörnige Basalt der Hochebene etwa in der Mitte des Ergusses gebildet ist, so würde eine einstige Mächtigkeit von etwa 300 Meter Vorgelegen haben. Die jetzige Länge der Basaltplatte beträgt noch etwa 4 Kilometer, ihre grösste Breite etwa 1 Kilometer. Sie wird von den Seiten in Folge der Erosionsprocesse unterhöhlt und stürzt mit oft steilen Abbrüchen auf die Abhänge des Berges. Einzelne Stollen, welche von den Seiten des Berges aus unter die Basaltdecke führen, hatten an 100 Meter Basaltgerölle zu überwinden. Wo der Bergbau anstehenden Basalt angetroffen hat, erwies sich letzterer von dichter Structur. Baschere Wärmeabgabe ver- anlasste augenscheinlich, wie öfter angenommen ist, an diesen Grenzen feines Korn des Erstarrungsproductes. Auf der Hoch- ebene, also vom Liegenden etwa 150 Meter entfernt, findet sich. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 53 wie erwähnt, Dolerit. An steilen Abbruchen kann man die Extreme und ihre Uebergänge sammeln. 1817 schreibt Hundes- HAGEN^) vom »Weisenstein« am Meissner: »Diese beinahe senk- rechte, einige hundert Fuss hohe, Felswand besteht oben aus einem sehr schönen, dicliten Grünstein, in welchem Flornblende« (in Wirklichkeit Augit) »und Feldspath noch deutlich zu unter- scheiden sind, erstere aber im Gemenge bei weitem vorwaltet. Der tiefste Punkt dieser Felswand hingegen ist aus dichtem Basalt zusammengesetzt. Unter den am Fuss dieses Berges vor- findlichen, zahlreichen Bruchstücken oder Gerollen findet man nicht bloss Grünstein und Basalt, sondern hauptsächlich auch den Uebergang beider in einem basaltischen Gestein, und es ist also keinem Zweifel unterworfen, dass Grünstein und Basalt in den allmählichsten Abstufungen in einander übergehen«. Da sich keine Anzeichen dafür gefunden haben, dass die Basaltdecke des Meissners aus über einander geflossenen Lava- strömon besteht, würde man annehmen müssen, dass ein ge- waltiger, als ein Ganzes erstarrender Erguss vorlag, und es wäre dann die Meissnerdecke vielleicht ein Material zum Studium magmatischer Differenzirung unter der Wirkung des durch ver- schiedene Temperaturverhältnisse in’s Spiel tretenden osmotischen Druckes. Hier sei auf die Angaben Moesta’s^) hingewiesen, nach welchen Si02 gefunden wurde beim Dolerit 54,39 pCt. (Ge- sammtsumme der Bestandtheile 99,62 pCt.) bezw. 50,36 pCt. (Ge- sanimtsumme 101,35 pCt.), beim Basalt 49,14 pCt. (Gesammtsumme 101,53 pCt.), 48,22 pCt. (Gesammtsumme 101,44 pCt.), 48,28 pCt. (Gesammtsumme 100,49 pCt.), 46,91 pCt. (Gesammtsumme 101,08 - pCt.). Die spec. Gewichte waren für Dolerit 2,852 und 2,934, für Basalt 2,941, 3,23, 2,896, 2,901. Allein es scheint hierbei bezüglich des geologischen Aufbaues berücksichtigt werden zu müssen, dass auch Gangbildungen in der Meissnerbasaltmasse verkommen. Nach Uthemann^) erstreckt sich an der Westseite des Meissners erst in NW.-, dann in N.- 9 Leonhard’s Taschenbuch 1817, 53. 2) Erläuterungen zu Blatt Aliendorf 1886. 3) Abhandl. d. Königl. preuss. geol. Landesanst., N. F., Heft 7, 1862. 54 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser RiclituDg zur Kitzkammer ein 100 Meter mächtiger Gang und bildet stellenweise eine breite Mauer, die an der Kitzkammer 30 Meter hoch ist und in horizontale und geneigte Säulen abge- sondert ist. Ein zweiter, aber nicht mit aller Bestimmtheit er- kannter Gang würde sich mit nördlichem Streichen im Bransroder Revier hinziehen. Dass Gangbildungen dichten Basaltes im Dolerit des Meissners aufsetzen, ist mir durch ein Handstück bekannt geworden. Es kann sich sehr wohl um Nachschübe beim Erlöschen der Eruption oder um spätere selbständige Ausbrüche hierbei handeln. Ein Profil durch den Meissner nach Uthemann möge hier eingereiht werden. Der Erguss ist in eine Spalte verlängert. Fig. 12. Meissner. Nach Uthemann. Tertiär punktirt. Koblenflötz senkrecht gestrichelt. In mancher Beziehung dem Meissner ähnlich ist sein etwas niedrigerer Nachbarberg, der Hirschberg bei Gross -Alme- rode. Auch bei diesem Vorkommen hat der Braunkohlenbergbau günstige Aufschlüsse geschaffen, über welche eingehender von Beyschlag^) und Uthemann berichtet ist. Der Basaltdecken- rest des Hirschberges ist nicht wie der des Meissners nordsüdlich gestreckt, sondern im Umriss rundlich gestaltet. Als Ausfüllung der Ausbruchsspalte kann man mit Beyschlag einen durch Berg- bau aufgeschlossenen, 50 Meter mächtigen, SSO. — NNW. strei- chenden Gang ansehen. Die Mittheilungen Uthemann’s über den grossen Hirschberger Gang sind bereits S. 48 erwähnt. Wie am Meissner ist die jetzige Deckenoberfläche am Hirsch- berg doleritisch, der Bergbau, welcher sich natürlich im Liegenden des Basaltes hält, hat stets dichten Basalt angetroffen. Gang- 0 Erläuterungen zu Blatt Gross-Almerode 1886. Abhandl. d. Königl. preuss. geol. Landesanst., N. F., Heft 7, 1892. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 55 bildungen durchsetzen anscheinend den Dolerit. Ich fand sogar am Hirsch- berg auf der Seite gegen Romerode Basalt mit typischer Lavaoberfläche, so- dass vielleicht örtlich mehrere Lava- ströme über einander geflossen sind. Ein nach dem ÜTHEMANN’schen sche- matisch angefertigtes Profil möge die Verhältnisse am Hirschberg erläutern und nebenbei die kolossale Mächtig- keit der Tertiärablagerungen, die bis 400 Meter geht, veranschaulichen. Von ausgedehnteren Decken und Lagern zeichnet sich eine Anzahl durch prächtige Säulen gl iederung aus. Vortretflich aufgeschlossen ist in dieser Hinsicht ein Basaltlager bei Rhünda, in dem ein grosser Steinbruchsbetrieb umgeht. Fig. 14 giebt eine Anschauung von den Ver- ^ hältnissen. Die prismatische Absonde- rung ist in idealer Weise entwickelt. Die senkrechte Stellung aller Säulen be- stätigt die Lagernatur des Vorkommens. Die in regelmässigster Weise neben einander stehenden Prismen haben eine aufgeschlossene Länge von über 40 Meter, und das Liegende des Basaltes ist noch nicht erreicht. Nach Denckmann^) ist der Basalt von thonigen und sandigen Massen über- lagert, und nach oben folgt wieder Basalt. Wegen ihrer besonders ausgezeich- neten Absonderungsverhältnisse möge hier zunächst noch die Basaltdecke 0 Dieses Jahrbuch für 1888, XCV. Hirschberg. Nach Uthemann. Tertiär punktirt. Kohlenflötze senkrecht gestrichelt. 56 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Basaltlager bei Rhünda, unfern Gensungen. Fig. 15. Steinbruch im oberen Ahnethal, Habich tswald. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 57 im oberen Ahnethal des Habichtswaldes angeführt sein. Grosse Steinbrüche und der Wasserriss des Ahnebaches machen die senk- rechten Säulen auf weite Strecken sichtbar. Von seltener Deut- lichkeit ist hier eine plattige Absonderung des Basaltes, die sich oft mit der säuligen derart verbindet, dass sie die Prismen durch kleinere, horizontale Abschnitte in flach sphäroidische Kuchen', ja häufig sogar in dünne, sehr ebene Platten zerlegt, wie Fig. 15 zeigt. Die V erwitterung macht die plattige Absonderung besonders deutlich, wie ja durch diesen Process auch die Schichtung von Sedimenten oft herausgehoben wird. Einzelne rothbraune Basalt- wände der Steinbrüche machen auch aus geringer Entfernung ganz den Eindruck eines typisch plattig geschichteten Sediments. Andere zeigen diese scheinbare Schichtung und dabei einzelne Basaltkugeln , die wie zur Hälfte in die Wand eingedrungene Kanonenkugeln aussehen. Ganz besonderes Interesse erwecken Basaltdecken, welche in Folge schneller Erstarrung zum Theil glasig entwickelt sind. A. Denckmann 1) berichtet : »Am linken Ufer der Ohe oberhalb der Thonwaarenfabrik westlich Frielendorf, auf der Feldmark zwischen Frielendorf, Todenhausen und dem Sendberge, sowie ganz besonders in dem W aldgebiete zwischen Neuenhain, Michels - berg und Todenhausen werden sämmtliche Basalte von massenhaft angehäuftem Tachylit überlagert. Das Gestein selbst ist doleritisch schlackig. Der Tachylit tritt in der Weise auf, dass er die Binde über kopfgrosser, nach dem Centrum zu unregelmässig prismatisch abgesonderter Basaltkugeln bildet. Zwischen den Kugeln be- findet sich gelber Palagonit.« Unter der freundlichen Führung von A. Denckmann habe ich dies höchst interessante, weit ausgedehnte Basaltglasgebiet näher kennen gelernt. Eine petrographische Beschreibung ist weiter unten (S. 86) gegeben. Hier sei noch die von Denckmann erwähnte kugelige und zugleich prismatische Absonde- rung hervorgehoben. Ich^) habe sie ganz ähnlich auch bei *) Dieses' Jahrbuch für 1889, LXIV. Neues Jahrbuch f. Mineralogie, Beilage-Band X, S. 388. 58 F- Rinne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser mitteldevonischen Diabasen der Gegend von Goslar im Harz be- obachtet. Aus dem hessischen Basaltgebiet finde ich solche Ab- sonderung noch von Schwarzenberg^) angegeben. Er beschreibt von Basalten aus dem Ahnegraben im Habichtswalde plattig kugelige Stücke, die säulenförmig an einander gereiht sind. »Die Lage dieser Säulen ist convergirend, sodass sie gleichsam ihre Richtung wie die Radien einer Kugel nehmen. Die plattgedrückten kugeligen Stücke aber sind in diesen Säulen so gruppirt, dass die grösseren Berührungsflächen der auf einander liegenden plattge- drückten Kugeln nur als Theile grosser concentrisch-schaaligen Absonderungsflächen einer grossen Basaltkugel erscheinen.« Während das erwähnte Vorkommen der Frielendorfer Basalte eine Glasdecke hat, findet man Glasbildungen bei einem inter- sedimentären Lavalager bei Böddiger auf der Unter- fläche des Ergusses. A. Denckmann^) erwähnt, es lässt »sich zwischen den tertiären Sanden und Thonen zunächst auf dem linken Ufer der Ems, dann auf dem linken Ufer der Eder bis etwa 1 Kilometer südlich Neuen-Brunslar ein Basaltlager verfolgen, dessen Gestein sich durch Grobkörnigkeit und schlackige Structur auszeichnet«. Ich habe dies interessante Vorkommen mehrfach besucht und gebe weiter unten (S. 85) eine petrographische Schilderung des Gesteins. Im Wasserriss bei Böddiger hat das Lager an 20 Meter Mächtigkeit. Auf der Sohle der Basaltmasse findet man hier den von A. Denckmann angegebenen Basalt- vitrophyr. Er ist aussen erdig gelb, auf dem Bruch ein schön schwarzes Glas. Man kann das Lager gut an der Geländekante gegen die Ems verfolgen, und beobachten, wie es allmählich ge- ringere Dicke zeigt und bei einem zweiten Wasserriss im Westen von Böddiger nur noch 1 — 5 Meter mächtig ist. Eine aus- gezeichnete kugelige Absonderung fällt bei dem Basalte stellen- weise besonders auf. Im Osten des Dorfes Böddiger hat sich die Eder durch das Lager hindurchgefressen. Man findet den charakteristischen, grossblasigen und auch compacten Feldspath- 1) Studien d. Göttinger Vereins bergm. Freunde II, 1828, S. 200. Dieses Jahrbuch für 1888, CI. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 59 basalt wie auf der linken, so auch auf der rechten Thalseite wieder, und zwar besonders gut aufgeschlossen an einem Steil- abfalle am Bache bei der Domäne Mittelhof. Bei so alten Ergüssen, wie sie in den tertiären Basalten des in Untersuchung stehenden Gebietes vorliegen, sind in Folge weitgehender Zerstörung der ursprünglichen Oberflächentheile drastische Anzeichen für den Lavacharakter vieler Ergüsse nicht häufig. Um so mehr gewinnen die vereinzelten Vorkommnisse Bedeutung, bei denen charakteristische Lavaoberflächen noch erhalten sind. Ein besonders schönes Beispiel lernte ich durch A. Denckmann kennen. Es befindet sich in einem Steinbruche bei Felsberg, an der Westseite des Basaltkegels, an welchen dieser Ort sich lehnt. Man gewahrt in dem betreffenden Stein- bruche Basalt in schräg aufsteigenden Säulenbündeln. Nach oben ist er unregelmässig zerklüftet und mit einigen Lavalagen bedeckt, die in wunderbar guter Erhaltung die charakteristische Fluss- structur des zäh fliessenden, feurigflüssigen Materials bewahrt haben. Die einzelnen Lavalagen sind oft nur handhoch und zeigen oben und auch auf ihrer Unterseite die Fluidalerscheinungen. Fig. 16 stellt eine Stelle dar. Ueber diesen Lavaströmen ist wieder Basalt in groben, grossen Kugeln zu erkennen. Es sei schliesslich noch erwähnt, dassicliFlusserscheinu ngen z. B. noch bei der ausgedehnten Basaltdecke fand, die sich bei Borken im sogenannten Blumenhain weithin erstreckt. Zahlreiche Steinbrüche gewähren Einblicke in die geologische Natur des Vorkommens. Man erkennt, wie die Basaltmasse in vertical stehende, oft bis Meter dicke Säulen gegliedert ist, welch’ letztere daneben häufig noch eine ausgezeichnete, plattenförmige Absonderung erkennen lassen, sodass der Basalt zu Sitzplatten verwandt wird. Weiterhin zeigt sich stellenweise reichlich stark blasiger Basalt mit Hohlräumen, die zuweilen die ungewöhnliche Länge von 12 Centimeter bei einer Dicke von U/2 Centimeter erreichen. Schliesslich gewahrt man auf der Oberfläche mancher solcher schlackigen Blöcke vortrefflich die Flusserscheinungen des zäh fliessenden Magmas. 60 F. Kinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Fig. 16. Lavastrom. Felsberg. Es möge hier noch vermerkt sein, dass auch an der grossen Feldspathbasaltmasse des Hirschberges sowie am Buschhorn bei Neuenhain Lava mit gekröseartiger Oberfläche gefunden werden kann. Centralstellen vulkanischer Thätigkeit. Während die jüngeren rheinischen Vulkane oft noch so überaus anschaulich ein fast unversehrtes Bild soeben erloschener eruptiver Thätigkeit gewähren , bedarf die Erscheinung der öst- licher gelegenen Basaltberge ausgedehnter Ergänzungen. Verein- zelte Beispiele von Vulkanresten sind aus dem Vogelsberg und der Rhön geschildert worden. Anzeichen dafür, dass an bestimmt zu bezeichnenden Stellen vulkanische Centralpunkte vorhanden waren, fehlen auch im nördlicher gelegenen Basaltgebiete nicht. Ein ganz besonders ausgezeichnetes, überaus günstig aufge- schlossenes Vorkommen ist in dieser Hinsicht der Hüssenberg und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. b 1 bei EisseD, ein aus einer flachen Gypskeuperplatte sich viel- leicht 40 Meter heraushebender, für sich gelegener, rundlicher Hügel, in dem ausgedehnter Steinhruchshetrieb umgeht, und dessen innerer Aufbau vortrefflich zu erkennen ist. Bei der Annäherung an den Berg fällt zunächst ein etwa 100 Meter deutlich zu verfolgender 1 — 2 Meter breithr Basalt- ffang; auf, der in NW. — SO. streicht und in den Beru^ hinein verläuft. Fig. 17 stellt ihn und den Hüssenberg im Hintergründe dar. Sein Verlauf im Grase ist durch Personen bezeichnet. Fig. 17. Hüssenberg bei Eissen. *An einer Stelle sendet der Gang eine kurze (bezw. nur auf wenige Meter sichtbare) Apophyse aus. Wo er am Abhang emporsteigt, bemerkt man neben ihm die nicht gestörten bunten Schichten des Gypskeupers. Die Spaltenfüllung besteht aus dichtem, compacten oder auch porösen Basalt, der stellenweise, besonders in der Nähe des Hüssenberges, erfüllt ist mit Neben- gesteiusbruchstücken. 62 F- Finne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Der eigentliche Hüssenberg besteht aus einem Mantel aus Auswurfsmaterial, innerem festen Basaltkern und einer Reihe von Basaltgängen, welche den lockeren Mantel durchschwärmen. Ver- schiedentlich bloss gelegte Grenzflächen des Lapillimantels gegen den Keuper stehen annähernd senkrecht, und wo von letzterem irgend grössere Strecken blossgelegt sind, fällt er vom Berge ab und erweist sich verschiedentlich in Staffeln, von den Basaltmassen aus gerechnet, abgesunken. Diese kranzförmig den Hüssenberg abschneidenden Verwerfungen sind wegen der wechselnden Farben in den Gypskeuperschichten vortrefflich zu beobachten. Eine charakteristische Grenzstelle zwischen Basalt und Sediment ist in Fig. 18, eine andere in Fig. 19 wiedergegeben. Fig. 18. Hüssenberg bei Eissen. In Fig. 19 ist links der Kern basaltischer Massen und rechts der staffelförmig abgesunkene Keuper sowde ihre senkrechte Grenz- fläche zu erkennen. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 63 Fig. 19. Hüssenberg bei Eissen. Der aus Auswurfsmaterial bestehende Mantel hat durch Kalkspathverkittung grössere Festigkeit erlangt. Durch dieses Bindemittel wird ein Haufwerk von Basaltknollen von Wallnuss- bis Kirschgrösse vereinigt. Auch grössere Knollen erkennt man, und das Mikroskop zeigt anderseits, dass eine Unzahl kleiner, rundlicher Basaltkörner das tuffartige Gestein mit zusammensetzen. Besonders deutlich treten die Basaltknollen auf angewitterten Flächen als kugelige Gebilde heraus. Es handelt sich bei ihnen zweifelsohne um Lapilli, die in riesiger Anzahl aus dem vulkanischen Schlot ausgeworfen wurden. Die Dünnschliffe zeigen, dass die kleinen Auswürflinge meist schlackig und glasig ent- wickelt waren. Ihre Hohlräume sind wie die Zwischenräume der Basaltkörner durch Kalkspath verkittet. Viele der Knollen haben, wie oft vulkanische Bomben, einen Kern, hier aus einem grossen Augitkrystall, einer Olivinknolle oder einem Keuperstückchen be- stehend. Fig. 20 stellt solche Auswürflinge dar. 64 F. iliNNE, Üebor norddeutsclie Basaite aus dem Gebiete der Weser Fig. 20. Lapilli. Hüssenberg bei Eissen. Bei manchen dieser kleinen Bomben wiegt der Kern stark vor. Besonders um die Augitkerne findet sich häufig nur eine geringe Bekleidung des Projektils durch dünn aufliegende Basalt- masse. Offenbar haben die jetzigen Kerne, als sie aus dem Magma herausgeschleudert wurden, Theile des flüssigen Basaltes mitgerissen, die dann als Umhüllung des Geschosses meist glasig erstarrten. Reichlich finden sich ferner zwischen den überwie- genden Basaltknolleu grössere und kleinere, weissliche und gelb- liche Keuperstücke, die zuweilen 1 Meter und mehr Durchmesser erreichen. Zuweilen sind sie hohl oder löcherig. Manche Wände sehen durch diese Sedimentstücke förmlich gefleckt aus. In grosser Menge findet man in dem Tuff grünlich -schwarze Augitkörner, oft von Wallnussgrösse, hin und wieder Olivinknollen und auch Quarze mit verrundeter Oberfläche. Hiernach hat man im Hüssenberg ein schönes Beispiel einstiger explosiver Thätigkeit, die sich aller Wahrscheinlichkeit iiüd den angrenzeoden Gebieten der Werra und Fulda. (^5 nach allfeiner hierfür günstigen Stelle einer SO. — NW.-Spalte ent- spann. Durch diese Explosionen scheint ein förmlicher Schlot ausgeblasen zu sein. Entweder wurden die Keuperschichten um den Explosionskanal herum gehoben, wobei sie staffelförmig zer- brachen, oder sie sanken um den Basaltberg als kleinen Horst staffelförmig ab. In den Lapillimantel sind feste Gangbasalte eingezwängt. Es zeioft mithin der Hüssenberg im Kleinen sehr übersichtlich die Verhältnisse, wie man sie auch für grössere Vulkane annimmt. Es durchschwärmen die Gänge festen Basaltes den lockeren Fig. 21. Jahrbuch 1897. [5] 66 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Mantel in verschiedenen Kichtungen ; einige verlaufen etwa radial, andere stellen sich als schräg im Tuff liegende Platten dar. Der erste Fall ist in Fig. 21 dargestellt. Eine schräg liegende Gangplatte bringt die Skizze Fig. 22 zur Anschauung, die ich meinem Amtsgenossen Schleyer ver- danke, der sie nach einer Photographie frenndlichst entworfen hat. Fig. 22. Schliesslich ist interessanter Weise auch ein fester Basaltkern im Hüssenberg zugängig. Von oben senkt sich ein kreisförmiger, etwa 10 Meter im Durchmesser haltender Schlot wohl 10 Meter in den Berg hinein. Er ist von senkrechten oder gar überhängenden Wänden eingefasst und nur durch eine jedenfalls künstliche Scharte zugängig. Da Steinbruchsarbeiten öfter Kraterformen Vortäuschen, will ich diesen Kanal nicht als Vulkanschlot in Anspruch nehmen. Wenn allerdings, wie nach allem anzunehmen, am Hüssenberg einer bestanden hat, wird er sich wohl an Stelle dieser eigen- und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 67 tbttmliclien, centralen Röhre befunden haben. Der Boden der Einsenkiing besteht aus festem Basalt. Auf alle Fälle bietet sich im Hüssenberge bei seinem jetzigen Zustande ein vortrefflich aufgeschlossenes, übersichtliches, kleines Demonstrationsbeispiel einer vulkanischen Centralstelle mit innerem festen Basaltkern, umgebenden Mantel aus Auswurfsmaterial und Ganacbildungen dar. Die Deutung des Basaltganges, welcher auf den Hüssenberg zu st reicht, kann allerdings verschieden ausfallen. Anscheinend setzt er in den Lapiliimantel des Berges hinein. Entweder ist nun die Spalte, welche er im Keuper ausfüllt, die Eruptionsspalte für den Hüssenberg, die Entstehung dieser Spalte also vor die Zeit der Bildung des Basaltberges zu legen, oder die Spalte ist erst nach Aufschüttung des Berges entstanden, also nicht seine Eruptionsspalte. Das jetzige Ausfüllungsmaterial der Spalte, der Basaltgang, ist bei einem Hineinsetzen in den Tuff natürlich jünger als dieser. Es könnte aber dennoch die Spalte schon vor Aufschüttung des Berges bestanden haben und fortgesetzt auch nach dem Auswurf der Lapilli noch weiter thätig gewesen sein, der Art, dass die Eruptionsspalte innerhalb des Explosionsberges in seinem Lapiliimantel neu aufriss und sich mit empor- quellendem Basalt füllte. Es lässt sich aber auch die entgegen- gesetzte Meinung hören , dass die in Rede stehende Spalte erst nach der Bildung des Hüssenberges entstand und ihn durchsetzte. Dann würde seine Eruptionsspalte noch vermisst werden , und möglicherweise läge ein Explosionsrohr nach Art der schwä- bischen Vulkanembryonen Branco’s vor. Eine Schilderung des Hüssenberggesteins ist S. 92 u. f. gegeben. Gewisse Basaltvorkommnisse lassen sich durch die Stellung ihrer O Basaltsäulen als Centralpunkte erkennen. Von idealer Regel- mässigkeit und ungemein günstig aufgeschlossen ist der B ü h 1 bei Weimar, nördlich vom Habichtswalde, ein für sich am Aus- gange des Ahnethaies liegender Bergkegel , in den ausgedehnter Steinbruchsbetrieb einen guten Einblick gestattet. Die Basaltsäulen sind hier wie in einem riesigen Meiler ge- stellt. Die augenblicklich der Bergachse zunächst sichtbaren [5*] 68 F. Finne, Ueber norddeutsche Basalte aus deiiF Gebiete der Weser neigen unter 45^ und mehr, nach aussen zu stellt sich rundum allmählich geringere Neigung bis zu etwa nur 50 ein, ja, an ein- zelnen äussersten Stellen liegen die Prismen horizontal oder selbst ein wenig nach dem Berge zu einfallend. Nicht selten ist übrigens der Verlauf der schlanken Säulen ein leicht geschwun- gener, wie z. B. an der durch Fig. 23 wiedergegebenen Stelle. Fig. 23. Die Aufschlüsse lassen an den tieferen Stellen des in Rede stehenden Berges stets schlanke, etwa 30— 40 Centimeter dicke Säulen erkennen ; in den oberen Theilen des Bergkegels werden die Prismen mit ziemlich scharfem Absatz gegen die fein geglie- derten unteren Massen viel ungefüger und erscheinen undeutlicher und viel dicker säulenförmig abgesondert. Der Säulendurchmesser beträgt hier — 1 Meter und mehr. Es treten diese Verhältnisse auf dem Bilde, Fig. 24, gut heraus. Bühl bei Weimar, nördlich vom Habichtswalde. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 69 Fig. 24. Bühl bei Weimar, nördlich vom Habichtswaldo. Hiernach kann der Biüil bei Weimar mit seiner ganz aus- gezeichneten Meilerstructnr als der Typus eines vulkanischen Centralpuuktes gelten, dessen Erosion soweit vorgeschritten ist, dass der Mantel lockeren Auswurfsmaterials entfernt, und die tiefer liegende Basaltmasse, die unter dem abkühlenden Einflüsse des durchbrochenen Gesteins regelmässig säulenförmig sich abson- derten, zum Vorschein gekommen ist, während die hier noch er- haltene, unregelmässiger gekühlte, obere Bergmasse die Säulenform weit gröber zeigt. 70 F. Rinne, Ueber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser In die oben erwähnten Typen der geologischen Erscheinung gliedert sich eine grössere Reihe der untersuchten Basaltvorkomm- nisse ein, die alle anzuführen bei dieser Betrachtung nicht beab- sichtigt ist. Bei vielen genügen aber die noch vorhandenen Reste des früheren Ganzen nicht mehr, die einstige geologische Natur zu bestimmen, und es bleibt z. B. zunächst Vermuthung oder näherer Untersuchung Vorbehalten, ob die hochaufragenden , wild zerrissenen Massen des Scharfensteins bei Gudensberg in Hessen, des Madersteins in seiner Nähe mit ihren wechselnden Säulen- stellungen Gang- oder Deckenbildungen darstellen. Die Erosion hat ohne Zweifel seit der jetzt weit entrückt liegenden Zeit, in der das norddeutsche Basaltgehiet ein thätiges Eruptionsfeld mit grossen Vulkanen, riesigen Lavaergüssen und weit verbreiteten Tuffmassen darstellte, ausserordentlich umgestal- tend gewirkt. Für die abfliessenden Gewässer haben sich neue Wege gebildet. Die jetzigen Flussläufe haben sich nach A. v. Koenen erst nach den miocänen Basalteruptionen zur Pliocänzeit angelegt. Ein sehr anschauliches Bild für die Durchnag ung eines Lavastroms durch einen Flusslauf bietet sich bei Böddiger unfern Wabern dar, wo die Eder aus einem weiten, dem Boden eines Sees gleichenden Becken durch einen Engpass, den beiderseits gleichartiger Basalt begrenzt, ahfliesst. An ein grossartiges Beispiel der Erosion im norddeutschen Basaltgebiet sei durch Erwähnung des Vogelsberges erinnert. Man verdankt A. Streng die Kenntniss, dass diese Basaltmassen aus über ein- ander geflossenen Lavaströmen , Tutfen u. s. w. bestehen. In seiner Geologie von Deutschland schreibt LepsiuS: Der Vogels- herg »ist der Rest eines grossen tertiären Vulkans, welcher in seinem Aufbau dem Aetna gleichend, diesen 3312 Meter hohen sicilianischen Vulkan jedenfalls einst an Höhe bedeutend über- ragte, da der Vogelsberg mit seinen Lavaströmen einen Flächen- raum von ca. 40 Quadratmeilen, der Aetna nur einen solchen von ca. 20 Quadratmeilen bedeckt. Die nagenden Gewässer haben diesen einst so mächtigen Vulkan im Laufe langer Zeiten bereits so stark abgetragen, dass die grösste Höhe des Vogelsberges nur noch 781 Meter über dem Meere und ca. 600 Meter über der und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 71 Triasimterlage aufsteigt. Die Böschung des kuppelförmig auf- steigenden Vogelsberges ist bereits so flach geworden, dass sie im Mittel nur 10 36' beträgt. Aetna und Vesuv besitzen dagegen Böschungswinkel von 25 — 30^ im Mittel.« Aehnlich haben aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Ver- witterungsprocesse in den weiter nördlich gelegenen Gegenden ihr Zerstörungswerk gethan. Das lose herausgeschleuderte Ma- terial ist vielfach fortgeführt, die festen Basaltkerne, zuweilen von ihnen ausstrahlende Gänge sind zu Tage getreten, die Aus- füllung der Spalten im Triasuntergrunde ist sichtbar geworden, und. Decken sind in Theilstücke zerlegt. Zuweilen kann die mi- kroskopische Untersuchung einigen Anhalt zur Reconstruction grösserer Massen aus ihren Theilstücken geben. So sammelte ich z. B. in der Nähe von Fritzlar an sechs Stellen Nephelinbasalt, so am Eckerich, Merzenberg und an verschiedenen Punkten bei der hellen Warte und auf dem Hellen. Zwischen Eckerich und Merzenberg befindet sich ein tiefes Thal. Es ist in die Basalt- decke und in den unterliegenden Röth hineingefressen und hat die früher zusammenhängenden Gebilde zertheilt. Der landschaftliche Charakter mancher Gegend des Basalt- gebietes wird besonders durch Basaltkegel geschaffen, die als Erosionsreste auf breitem Sedimentsockel ruhen. Als ideales Bei- spiel sei hier der prächtige, weiten Umschau über die Warburger Börde gewährende Desenberg erwähnt. Er ist in der Skizze Fig. 25 dargestellt, welche mein Amtsgenosse Mohrmann nach einer Photographie gütigst angefertigt hat. Die geologische Erscheinung der Basalttuffe ist im Vorstehenden beiläufig verschiedentlich erwähnt. Wesentlich verschieden erscheinen diese Massen je nachdem sie Schichtung zeigen oder nicht. Letzterer Fall liegt bei den von Leppla er- wähnten Tuffen vom Ofenberg bei Wolfshagen, von Züschen u. a. O. vor (vergl. oben S. 41), ebenso wie bei den Lapilli, die den Mantel des Hüssenberges bei Eissen bilden. Die Ab- bildung Fig. 22 S. 66 giebt den Eindruck solcher Massen wieder. Die geschichteten Tuffe anderseit mögen in der Fig. 26 darge- stellt werden, zu der ich das Original Herrn Dr. Leppla verdanke. 72 1*^ Rinne, Uebcr norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Fig. 25. Desenberg bei Warburg. Fig. 26. Basalt über geschichtetem Tuff. Eichelskopf bei Holzhausen (Homberg), und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 73 Mikroskopische Untersuchungen. Bezüglich der mikroskopischen, petrographischeu Verhältnisse einer grossen Reihe von Basalten des in Rede stehenden Gebietes sei auf den ersten Theil dieser Arbeit verwiesen. Es sei jedoch gestattet, hier noch einige Zusammenfassungen vorzunehmen und über manche inzwischen von mir neu untersuchte Vorkommnisse zu berichten, welch’ letztere ich selbst besucht habe, oder von denen mir von den Herren Prof. Dr. Beyschlag und Dr. Leppla gesammelte und gütigst überlassene Proben Vorlagen. Protogene Bildungen. Von diesen Urbildungen der basaltischen Magmen kommen folgende in Betracht. Protogene Augite. Sie sind z. Th. monoklin z. Th. rhombisch. Die letzteren sind meist von einer gelblichgrünen Contactzone umgeben, die aus Olivin und auch Glas hauptsächlich besteht. Die mikroskopischen Verhältnisse sind bereits im ersten Theile dieser Arbeit S. 10 — 19 geschildert. Von Vorkommnissen wurden damals erwähnt der Hohenberg bei Bühne und der Burgberg bei Grebenstein. Als reicher Fundpunkt einzeln in Basalt oder Tuff liegender, grosser, monokliner und rhombischer Augite von Körnerform hat sich noch der Hüssenberg bei Eissen und auch der Westberg bei Hofgeismar erwiesen. In einem grossen Augitkorn aus dem Tuffe des Pusbalges bei Gudensberg wurde ein Mal eine 1 Centimeter lange und etwa 1 Millimeter dicke Apatitsäule beobachtet. Eine förmliche grössere, compacte Knolle grüulichschwarzer, unregelmässig umrandeter Augite lag im Feldspathbasalt des Baunsberges bei Cassel vor. Kleinere Aggregate finden sich im Leucitbasalt des Selber ges, 1 Kilometer nördlich Burg- hasungen. Eine grössere, löcherige Augitconcretion aus dem Tuffe des Kuhberges im Habichtswalde zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen Körner monokliner, im dünnen Schliffe graugrün durch- scheinender Augite zu gelbbraunem Glas erstarrtes Magma ein- 74 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser gedruDgen ist. Das Glas ist durch verschlungene, hellere und dunklere Färbungsstreifen fluidal und umschliesst ganz eigen- thümlich rundlich zerlappte und verästelte Olivinskelette. Protogene Hornblenden. Hornblendebasalte fiuden sich, wie bekannt, ziemlich reichlich in der Rhön. Die Hornblenden machen in ihnen den Eindruck eines förmlichen Gemengtheils, der allerdings oft in Begriff stand, vom Magma wieder verschluckt zu werden. In den Basalten des in Rede stehenden Gebietes erscheint die Hornblende nur selten, und dann mehr wie ein Fremdling. Man findet sie vereinzelt z. B. in dem schaumigen Basalt des Asch im Habichtswalde, im Basalte südöstlich Wolfshagen an der Strasse nach Istha, im Tuff des Pusbalges bei Gudensberg. Die verrundete Oberfläche der Hornblenden deutet ihre Bestandunfähigkeit im Basaltmagma an. Protogene, dunkle Glimmer kommen ziemlich reichlich im Tuff* und weniger häufig im Leucitbasalt selbst am Pusbalge bei Gudensberg vor in Gestalt bis etwa 2 Centimeter grosser, je nach der Dicke schwarzer oder brauner Blätter, die zuweilen hexagonalen Umriss aufweisen. Sie haben einen kleinen Winkel der optischen Axen. Auch die grossen Biotite aus dem Leucitbasalt des Solberges bei Burghasungen seien hier erwähnt. Protogene Hornblende - Augitmassen. Eine solche fand sich z. B. im Feldspathbasalt am Forstwege bei der Wand im Habichtswalde. Im Schliffe wird etwa 1 Quadratcentimeter von ihr eingenommen. Man erkennt, wie die Hornblende einen einheitlich orientirten, braunen Untergrund bildet, und wie in diesen nicht unter sich parallel gelagerte, auch nicht zusammenhängende, graugrünliche, monokline Augite in Körnerform eingebettet sind. Beide Minerale sind, abgesehen von Schaaren kleiner Bläschen und schlauchförmiger Einschlüsse, recht rein. Im Tufi'e des Bürgel bei Böddiger kommen ähnliche Concretionen aus Hornblende und monoklinem Augit vor. Auch schwarzes Erz erscheint in ihnen. Die Hornblende hat im vor- liegenden Dünnschliff eine eigenthümlich schmutzig gelblichbraune Farbe. und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 75 Protogene Hornblende-Aiigit-Biotitmassen. Man findet sie in kleinen Stücken im Tuffe des Pnsbalges bei Gudensberg. Hornblende und Angit erscheinen wie in den Concretionen der Wand. Der Glimmer hat im Dünnschliffe die Farbe der basaltischen Hornblende. Krystallographische Formen kommen keinem der Gemengtheile zu. Sie liegen in körnigem Gemenge neben einander. Stark vorwaltend zeigt den dunklen Glimmer eine hierher- gehörige Concretion aus dem Basalte des Ofenberges bei W olfsh agen. Eine schöne, grosse, etwas bröckliche Hornblende-Biotit- bombe liegt mir aus dem Basalttuffe des Steinbruches an der Wand im Habichts walde vor. Protogene Oli v in - A ugitmassen (Oli vi n k n ollen). Diese bekannten Knollen halte ich in den von mir untersuchten Fällen für alte Ausscheidungen des Basalt magmas. Man wird aber von Fall zu Fall zu entscheiden versuchen müssen, da es ja selbstverständlich nicht ausgeschlossen ist, dass in anderen Vorkommnissen Einschlüsse von Lherzolith vorliegen. Unter- suchungen an den Olivinknollen im Nephelinbasalte des Hohen- berges bei Bühne Hessen mich die Ausscheidungstheorie dieser Olivinmassen annehmen, besonders weil bei diesem wenig ausge- dehnten Fundpnnkte eine grosse Verschiedenheit der Knollen in Bezug auf Korngrösse und Mineralbestand gegen die Einordnung dieser Gebilde zu einem bestimmten Gesteine sprach. Weiterhin fanden sich in gewissen Olivinknollen grosse, unregelmässig um- randete, monokline Augite ganz ähnlich denen, welche für sich im Hohenbergbasalte öfter Vorkommen, und an deren protogenen, ba- saltischen Natur man nicht zweifeln möchte. Andere Erwägungen und die Beschreibung der eigenthüm- lichen Umänderungen in den Knollen sind im ersten Theile der Arbeit zu finden. Von reichen Fundpunkten für Olivinknollen seien hier noch angeführt vor allem der Alp stein bei Kirch- hosbach (gewöhnlich bei Sontra genannt), dessen Basalt zu- weilen ganz von ihnen erfüllt erscheint. Reichlich lagen mir Olivinknollen vor, die als Bomben im 76 F. Rinne, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Tuffe des Kuhberges eingebettet waren. Ausser solchen mit ziemlich groben, schön grünen Olivinkörnern finden sich hier häufiger solche von sehr heller, licht graugrüner Farbe und im Allgemeinen sehr feinem Korn. Um so mehr heben sich aus ihnen grössere, dunkle Bronzite und Spinelle heraus. Manchen Olivinen dieses Fundortes ist eine durch Verwitterung hervor- gerufene stroh- oder erbsengelbe Farbe eigen, wie sie sich auch bei Olivinknollen aus dem Feldspathbasalt des Wan d basaltes zu- weilen findet. Von mikroskopischen Verhältnissen ist bei den Kuhbergknollen eine zuweilen stark hervortretende wellige und streifige Auslöschung des Olivins zu erwähnen, die ihn mutatis mutandis fast wie Plagioklas erscheinen lässt, ferner das Vor- kommen dunklen Glimmers in manchen Knollen. Er tritt zu- weilen schon makroskopisch deutlich durch nesterförmige An- reicherung der Blättchen heraus. In einer Knolle war er gleich- mässig vertheilt. In dünnen Schliffen bewegt sich sein Pleochrois- mus in hellgelblichen und bräunlichgelben Tönen. Der Winkel der optischen Axen ist kaum geöffnet. Der Spinell ist im Dünn- schliffe grünlichbraun durchsichtig. Die Schlackenrinde um die Kuhberger Olivinknollenbomben erweist sich als glasiger Feld- spathbasalt mit mikroporphyrischen Einsprenglingen von Olivin und Augit. Die gelblichbraune Basis führt zahllose Stacheln und Säulchen monoklinen Augits; dunkle Erzkörner sind verhältniss- mässig spärlich in ihr vertheilt. Auch die Feldspathleisten sind klein, schmal und ziemlich vereinzelt. Durch rothe Verwitterungsfarbe fallen die Olivine in den Knollen der kleinen Kuppe über dem Bilsteinborn (Blatt Besse) auf, förmlich ockerig zersetzt sind die Olivine einer Knolle im schlackigen Limburgit des So 1 berge s nördlich Burgh asu ngen am Habichtswalde. Auch der Basalt selbst ist kräftig braunroth, weil seine mikroskopischen Olivine von einer zarten, in rothen Tönen pleochroitischen Hülle umkleidet sind. Von anderen Fundpunkten von Olivinknollen seien noch kurz erwähnt der Limburgit des Desenberges bei Warburg, der Feldspathbasalt des Sandkopfes bei Nordshausen (Blatt Besse), der des Mordsberges bei Kirchberg, der Limburgit des und (ien angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. 77 Hoiligenberges bei Wabern, der Leiicitbasalt von Böddiger lind vom Fraiizosengeliege bei Grosseuritte. ProtogenePlagiokla s- A ii g i t m a s s e n. GabbroartigeKnollen z. Tb. mit, z. Th. ohne Olivin habe ieh aus dem Nephelinbasalt des Hohenberges im ersten Theile dieser Arbeit beschrieben und, wie dort vermerkt ist, »mit der Reserve, die bei dem Mangel der näheren Kenntniss der Processe in der Erdtiefe überhaupt und in Anbetracht des ungewöhnlichen Feldspathgehaltes der Knollen hier insbesondere angebracht ist«, zu den Tiefenausscheidungen der Basalte gestellt. Auch bei diesen Stücken war die stark wechselnde Erscheinung eine für die Deutung schwer in’s Gewicht fallende Thatsache. Im Anschluss an diese ^abbroartiojen Knollen möchte ich an dieser Stelle, bei der Besprechung protogener Bildungen, mit dem- selben Vorbehalt noch andere Plagioklasgesteine als Tiefenaus- scheidungen beschreiben. In den Tuffen des Habichtswaldes (Aschgraben ober- halb der neuen Drusel, Berg amt) sowie auch in denen bei Böddiger (Bürgel) fanden sich ziemlich reichlich, in der Litte- ratur »Syenit« genannte, kleinere, bis faust- und kopfgrosse Ge- steinsstücke, welche durch weisslichen oder klaren Feldspath und tiefgrünlichschwarzen Augit weiss und schwarz gefleckt erscheinen. Seltener sind die Stücke durch Ueberwiegen des dunklen Gemeng- theils bei feinem Korn schwärzlichgrau. Der helle Feldspath bildet den Untergrund für die dunklen unregelmässigen Augitkörner, die in einzelnen Durchschnitten oder zu Haufon vereinigt hervortreten, zuweilen in schmalen etwa centimeterlangen Körnchenzügen dem Gestein eine Art Parallel- structur verleihen. Der Feldspath ist durchweg Plagioklas. Er bildet rundlich eckige Körner, seltener einen kleinkörnigen Grus, aus dem sich einzelne grössere, auch unregelmässig umrandete Krystalle herausheben. Zwillingslamellirung nach dem Albitgesetz ist allgemein verbreitet; öfter werden zwei Lamellenzüge bemerkt. Die Lamellen keilen sich gern wie die Zinken eines Kammes aus. Die Auslöschungsschiefen sind gross. Fig. 27 möge ein Beispiel darstellen. 78 1^- Kin’nk, lieber norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser Fig. 27. Plagioklas- Augitknolle. Alte Ausscheidung im Basalt. Der Augit wird monoklin und rhombisch befunden. Einzelne Stücke führen nur monoklinen Augit (Bürgel), andere nur rhom- bischen (solche aus dem Druselthal), wieder andere zumeist mono- klinen und dazu einzelne Durchschnitte von rhombischem. Beide Ausritarten haben Körnerform. Der monokline Augit ist im Dünnschliffe bei dickeren Schnitten tiefmoosgrün , bei dünneren heller grün. Zuweilen wechselt die Farbenstärke in demselben Krystall. Pleochroismus ist auf Quer- schnitten deutlich. Schwingung || Achse b grün, _L Achse b gelb- lich. Längsschnitte zeigen kaum Pleochroismus. Die Aus- löschungen liegen sehr schief zu den parallelen Spaltrissen nach GO P (110). Eingeschaltete Zwillingslamellen sind selten. Zuweilen ist die Auslöschung wellig. Der rhombische Augit zeigt vortrefflichen Pleochroismus aut Längsschnitten in den röthlichen und grünlichen Tönen des o o ITypersthens. Die erste Mittellinie ist die negative. Die Sub- 79 und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. stanz der Feldspathe sowie Aiigite ist meist ziemlich rein. In beiden erscheinen zuweilen Schaaren von Flnssigkeitseinschlttssen, auch Gasporen, im rhombischen Angit spärlich die bekannten braunen, zarten Blättchen. Mehr oder minder reichlich zeigt sich in den Schliffen ferner zuweilen Erz in Lappen und Körnern , öfter randlich mit recht- winklig umgrenzten Vorsprüngen versehen. Titanit kommt zu- weilen in Körnern oder grob spitzrhombischen Durchschnitten vor. Hin und wieder sind die Angite durch den umschliessenden Basalt nmgeändert. Der monokline löst sich dann randlich öfter in rundliche, kleine Körner auf, der rhombische bekommt einen Saum aus kleinen Olivinen, wie sie im ersten Theile dieser Ar- beit öfter erwähnt sind. In dem Olivingrus hat man noch Ge- legenheit Magnetitkörnchen, auch gelbbraunes Glas zu beobachten. Die Gesteine mit monoklinem und die mit rhombischem Angit gehören ihrer ganzen Erscheinung nach zusammen. Die letzteren könnte man noritische Tiefenausscheidungen des Ba- saltes nennen; da der tiefgrüne monokline Angit keinen Diallag- charakter hat, kann man die ihn führenden Gesteine kaum als gabbroartige Tiefenproducte, eher als pyroxendioritische bezeichnen, obwohl anderseits der Verband von Plagioklas und Angit sowie der trikline Feldspath selbst in ihrer Erscheinung ganz gabbro- artig sind. Besonders hervorheben möchte ich noch das Vorkommen von Plagioklas-Augitkn ollen im Basalte des Wattenberges, insofern als hier zwischen Plagioklaskörnern der Knolle im Dünnschliffe grünlichgraue, monokline Augite liegen, ganz von der Art, wie sie der umgebende Basalt selbst führt. Höchstens tritt als Unter- schied zwischen dem Augit der Knolle und dem des Basaltes eine bei letzterem zuweilen deutlichere krystallographische Umgren- zung des Minerals heraus. Glaseinschlüsse kommen im Augit der Knolle und des Basaltes vor, ebenso, wenn auch reichlicher in der Knolle als im Basalt in den Augit eingewachsene, kleine Olivinkörner, die auf engeren Bezirken zuweilen parallel liegen. In der Knolle scharen sich Erzvierecke gern zu Haufen bei einander. Man kann die hervorgehobenen Gleichartigkeiten in der Knolle 80 F. Rinne, Ueber norJ deutsche Basalte aus dom Gebiete der Weser und im Basalt als ein für die Deutung der Knolle als Basaltans- sclieidnng günstiges Moment verwertlien. Dass die Basaltaiigite aus zerspratzten Knollen stammen, ist mir nicht wahrscheinlich, da die zugehörigen Feldspathe aus der Knolle im Basalte fehlen. Die Mannichfaltigkeit der in Rede stehenden Bildiino^en wird noch erhöht durch Hornblende führende Plagioklas-Aiigit- g esteine. Sie finden sich, wenn auch spärlich in dem oben er- wähnten Vorkommen vom Berg amt im Habichtswalde, bei dem sowohl monokliner als rhombischer Augit zu verzeichnen ist, ferner rechnen hierher Stücke ans dem Steinbrnche der Wand i m H abi chts w ald e. Es sind solche Knollen von fast trachytartigem Aeusseren. Man erkennt klaren Plagioklas, rhombischen Augit und bereits makroskopisch unregelmässig vertheilte, grünlichgraue, fast wie Fetzen gewisser Thonschiefer aussehende, bis 1 Centi- meter grosse Körner, die sich u. d. M. als monoklinen Augit aus- weisen. Er ist durch viele Einschlüsse, wohl von Flüssigkeiten mit Bläschen, trübe und besonders randlich von gelblichbrauner Hornblende in Tupfen und Streifen durchwachsen, welch’ letztere auch für sich in den Schliffen in unregelmässigen Lappen, Fetzen und Körnern vorkommt. Sie ist monoklin, mit Auslöschungs- schiefen bis 16^ und in gelblichen und bräunlichen Tönen pleo- chroitisch. Im Uebrigen ist die Mineralführung in den verschie- denen Schliffen auch desselben Stückes wechselnd, so dass ein Mal monokliner Augit allein vorkommt, ein ander Mal auch rhombischer. Die Mannichfaltigkeit wird ferner noch durch Oli- vin erhöht, der sich in Körnerhaufen oder längeren Strahlen bei den in Rede stehenden Massen findet. Selten wurde hier grüner Spinell in Tupfen und in schlauchförmiger Gestalt beobachtet. Es erscheint angebracht, zum Schluss nochmals auf die Man- iiichfaltigkei t in der Zusammen Setzung der in Rede stehenden »Knollen« in den Basalten hinzu weisen. Man findet solche aus Augit, aus Hornblende, aus Hornblende und Augit, aus Horn- blende und Biotit, aus Hornblende, Augit und Biotit, aus Augit, Bronzit und Olivin (Olivinknollen), aus Plagioklas und Augit, aus Plagioklas und Bronzit, aus Plagioklas, Augit und Bronzit, aus Plagioklas, Augit, auch Bronzit und Hornblende, z. Th. sind auch die Plagioklas führenden Knollen olivinhaltig, kurzum es ist imd den angrenzmiden Gebieten der \Verra und Fulda. 81 eine grosse Mannichfaltigkeit und doch wieder ein gewisser Zu- sammenhang in der Mineralführung vorhanden, so dass man all diesen Massen eine gemeinsame Entstehung zuschreiben möchte. Die Einreihung zu verschiedenen, bestimmten, vom Basalt einge- schlossenen Gesteinen erscheint mir nach der Untersuchung der in Rede stehenden Massen eben wegen ihrer Mannichfaltigkeit auch bei demselben Vorkommen und wegen ihrer Anklänge und Ueber- gänge zu einander weniger angebracht als die Annahme ihrer Natur als alte Ausscheidungen. Eine Schwierigkeit in dieser Hinsicht bereitet ein Stück aus dem Basalttuffe bei der Wand im Habichts walde. Es zeigt auf einer Seite eine Art schriftgranitischen Granit, aus gelblich- weissem Feldspath und grauem Quarz bestehend, und auf der anderen ein Plagioklas-Augitgestein mit Anzeichen von Parallel- structur nach der Grenzfläche zum »Granit«. Wollte man diesen als Gangbildung im Plagioklas-Augitgestein deuten, so fiele na- türlich hiermit wohl die Annahme, dass letzteres eine Basaltaus- scheidung sei. Es kann aber ebensowohl der Schriftgranit ein Einschluss im Magma sein, au welchen sich die Tiefenausschei- dung angesetzt hat. Weiterhin ist zu vermerken, dass es allerdings öfter nicht ge- lingen wird, stark umgeänderte Einschlüsse und alte Ausschei- dungen sicher aus einander zu halten. Das tritt, wie bekannt, z. B. bei den interessanten, vulkanischen Bomben des Monte Somma am Vesuv hervor. Aehnliche Stücke wie die dieses be- rühmten Fundortes kann man z. B. im Tuftsteinbruche der Wand im Habichtswalde sammeln, wo au dunklen Glimmer reiche Stücke vom allgemeinen Habitus der Sommafunde Vorkommen. Erwähnt sei schliesslich bei Erörterung der alten Ausschei- dungen der Basalte, dass im Basalte des Kuhberges im Ha- bichts walde ein gut taubeneigrosses, rundliches Stück Titan- eisenerz gefunden wurde. Die Basalte. Ueber die petrographischen Verhältnisse der Basalte, beson- ders des am meisten nördlich ffele> Verkieselung von — 23* Seite Mucronatenkreide 39 Myophoria cordissdides . 113*, 119* » costata 141* » elegans 119* » laevigata . . 119*, 124* » orbicularis 119*, 124*, 125* » ovata 124* » vulgaris 113*, 124*, 133* Myophoriendolomit . . . . . XLI » -schichten .... 156* Mytilus edulis . . . . . . 74, 75 » -Thone 76 N. Natica Gaillardoti 113* » gregaria . 113*, 122*, 124* Nautilus bidorsatus 158* Nebenspalten 133* Nephelinbasalt .... 91*, 93*, 99 » -Melilithbasalt .... 99* Nonionina depressula . . . . . 76 Norit im Basalt 32* O. Oderstauseee ....... 125 Oderthal, unteres — . . . 109, 118 Oligocän ........ 63, 65 » Mittel — . . XL VII, 58, 60 Olivin- Äugitmassen, protogene — 75* » -Knollen 75*, 104* Onoba aculeus 75 Oolithbank 111* 157* Opal 24* 30* Orbicularisschichten 157* Orgel, geologische — .... 49 Ortlioceras sp . XXX Orthoklas im Granit 9 Ostrea decemcostata 136* » sp 104*, 113* P. Palagonit 57* Paludinenführende Thone ... 83 Pecten bißdus 104* » decussatus 104* » discites , . 113*, 122*, 124* [11*3 164 Sach-Register. Seite Pectimculus obovatus 104* Per ca fluviatilis 76 Petrographische Verhältnisse der Basalte 81* Pisidium amnicum 34 Pflanzenreste XXXII Phyllit 3, 16 Plagioklas - Augitgesteine, horn- blendeführende — .... 80* Plagiokias-Augitmassen, protogene 77*, 78* » im Granit .... 10 Planorbis marginatus 34 Pleurotomaria Hausmanni . . .113* Pliocän 74 Posidonia Becheri XXX Postglacial 80, 82 Porphyrtuff XXXVII Potamogeton 76 Praeglacial 77, 81, 83 Protogene Bildungen im Basalt . 73* Q. Quadratenkreide 39 Quarz im Granit ...... 9 » » Basalt 32* » -feldspathgestein im Basalt 31* Quarzit 3, 6, 14 » -conglomerat . . . XXXVII Quellungserscheinungen .... 59 R. Radialrückenlandschaft . . . XLVI Randthal 126 Rangifer grönlandicus . . . 28, 30 Renthier 28 Rhizocorallium commune . . . 136* Riesenkessel 49 Rinnen XL VII, LI » Subglaciale — . . . . 111 » -seen 110 Röth XLIII, XLIV, 103* 107*, 156* Rogensteine XXXIX Rotalia Beccarii 76 Rothliegendes XXXVII Rudistenkalk 39 Seite Rücken, Basalt — 51* » -landschaft XLVI, LXII, 104 Ruppia maritima ...... 75 Rutil im Knotenschiefer ... 16 S. Saaleschotter 140* Säugethierfaiina, Diluviale — . 82 Säulengliederung der Basalte . 55* Sand, oberer — 101 » Stettiner — '. . . . XLYIl Sandr XLV, XLIX, L, LIX, LXIX, 109, 115 Sandstein, Flötzleerer — XXVII, XXX Sattel 154* » -spalten ... 36*, 156*, 158* 151* 24* 127* 51* 51 33* 117 32* XXXVII . 45 27^' 9"^ 36 LVII, 53 . 12* . 139* . 36* XXXIII . 123* . 125* . 10* 27* . LXI . 108 Sattel, Tannrodaer . . Saugkiesel Schaumspath .... Scheingänge, Basalt — . Schichtenstörungen, glaciale — Schmelzflüsse, Empordringen d Schmelzwasserstrom . . . Schollensenkungen . . , Schotter Schrammensysteme . . Schwarzkohle Senkungsfeld, hessisches — Senon Septarienthon .... X Sillimanit Spalten Spalte, Solling — . . . I Spirifer mediotextus . . Spiriferina hirsuta . . » sp Staffelförmiges Absinken Stangenkohle .... Staubecken . . . . . » -Landschaft . Stausee . XLVII, 110, 117, 122, 125 Steinsalz XLIII Stettiner Sand XLVII Störung, Leuchtenburg— 151*, 156*, 158* Stratigraphie des Diluvium . . 70 Sach-Register. Seite Stromatoporen . . . XXVIII, XXIX Stromatoporoidenfacies .... 158* Störung, Alter der Kahlaer — . 155* Störungen, Stadt Remdaer — . 153* » Tektonische — ... 130* » Tertiäre — .... 35* Sösswasserkalke, Diluviale — 82, 83 » -schichten. Diluviale — 74, 82 System, Rheinisches 8* T. Tachylit 57* Thalbildung LXVIIt Thal, Breslau-Hannover’sches — 113 » Glogau-Baruther — . . . 113 » Königsberger — . . . . 108 » Thorn-Eberswalder Haupt — 113 » Warschau-Berliner — . . 113 » Wildenbrucher — ... 108 Thalsand 22, 115 » -System 113 » -thone 84 Tektonische Störungen .... 130* Tellina baltica 75 Tenuisbank 158* Terebratulabank . . . 123*, 157* Terebratula vulgaris 118*, 123*, 125* Tertiär 25*, 63, 103*, 104*, 105*, 119*, 120* 155* Terrassen XXXVII, XXXVIll, XLVIII, XLIX, LII, LIV, 115, 123, 124 Terrasse, Hohensaathener — . . 23 » Schwedter — .... 23 Thonmergel ........ 84 » Gerölle von — . . 23 Thon, Glindower — 84 » Paludinenführender — . 83 165 Seite Tiefengesteine 33* Titaneisenerz 81* Torf, diluvialer — 72 Torflager, diluviale — . . . 82, 83 Trias 130* Tuff . . 13* 32* 71*, 104* 116* Tuffmassen . 46* U. Ueberschiebung .... XXXIV ürsus sp 26 Urstrom XLIX » -thäler ... 113, 121, 127 » -thal, Pommersche . . 122 V. Valvata piscinalis 34 Valvatenmergel 82 Verkieselung 30* » von Muschelkalk . 23* Verwerfung . . XXXIV, 38*, 132* » -sreihen 157* Vitrophyr 58* 85* Vulkane 3* Vulkanische Bomben .... 63* Vulkanischer, Centralstellen — Thätigkeit 60* W. Wallberge 96 Wellenkalk . . . 111*, 117*, 124* Werksteinbänke 157* Wiesenkalk 28 Wirbelthiere im Diluvium auf se- cundärer Lagerstätte .... 21 Y. Yoldiathone 77 Orts - Register, {Die MeHStm-IMätter sind gesperrt gedruckt. — Die Zahlen der Seiten^ welche Ahhildungen^ Profile etc, enthalten,, und die Tafelnummern sind gedruckt.) Seite Seite A. Arnswalde . . 92 Aachen . . .... 1 Asch .... . . 74*, 94*, 100* Adelebsen 98* Aschgraben . . 77* Adolphsburg . XLI, XLITI Aske . . . . XXXV Ahlberg . . 96* Atzelstein . . 96* Ahnenberg . 9.5* Atzenhausen 98* Ahnethal 50*, 56*, 57*, 96^, 109*, Auf dem Hellen 99* 110* 122* Augusthof . . ..... LXV Alpstein . . 18*, 75* 9G* Ausschnippethal . . 22* 50*, 96* Alsberg . . . . . XXXVII Altenbauna . . . . . . 99* B. Altenberga . 145* 156* 158* Baalskopf . . 6 » -er Grund . 144* 147* ßabin . . . . LVI Altenburg 96* Backen berg . . .... 45* 96* Altenvörde . . . . . XXXI Bäbelin . . . 89 Alt-Falkenberg LVI Bäingsen . . . ..... XXIX Alt-Giietzen . . ... 25, 92 Bärenberg . . 91* Alt- Grape . LV, LVI, LXII Bärwalde . . XLV Altlay . XXXV, XXXVI Bahn . . . . LXII Altmark . . . . 83, 95, 114, Balhorn . . . 30* Alt- Ran ft 67 Balve . . . XXVII Alt-Rüdnitz . 92 Balver Wald XXVIl Alt-Sarnow . 120 Bandinsee . . XLVII Amelieth . . 95* Baranowen . . LXXII Angermünd e . . . . XLVl Battenberg . . .... 94*, 100* Angermünde 96 Baunsberg . . . . 31*, 73*, 96* Anklam . . 123 Beelitz . . . . . LV, LXI, LXII Apenrade 89 Beidorf . . . 82 Apolda . . 152* Belgard . . , 122 Arnshall . . . . . . XLIII Beigen . . . LI Orts-Register. 167 Seite Bellin XLV Belzig 83 Bergamt 77=*', 80=*= Berlin 83 Berlinchen 92 Bernkastel . . XXXV, XXXVII Berssel . 38 Besse . . . 76=*=, 92=*=, 96=*=— 101=*= Betsche 95, 114 Beyersdorf LV Beyersdorf ..... LXI — LXIII Beyersdorfer Endmoräne XLVII, LVIII Bilstein 35% 96=*=, 100=*= » -born 76=*= Birnbaum 116 Blankenburg 154* Blankenese 75, 82 Blankenfelde L Blankenhain 151* — 153*, 155*, 157* Blaue Kuppe 16*, 17* 40*, 41* 96*, . 100* Bleckede 75 Blotte Bürgel . 100* Blumenhain .... 83*, 95* 96* Blumenholz ........ 89 Blumenstein 100* Bockedra 154* Bocksgeil . 100* Bodenfelde .... 36*, 82*, 96* Bodenhausen ....... 97* Bodnitzberg 154* Bödiger 30*, 32*, 46*, 58*, 70* 74*, 77* 85*, 96* 100* Boitzenburg 96 Borgentreich 99* Borken .... 59* 83*, 95*— 97* Brackeberg 96* Brahe 115 Bramburg 96* Brand 110*, 123* Brandenburg 77 Brasselberg 14*, 100* Bredde XXXIV Breiteberg 19*, 96* Breitenbach 98* Bremen 83 Seite Breslau-Hannover’sches Thal . . 114 Britz 82 Brockhausen . . . XXVII, XXIX Broicksdorf 67 Bromberg H5 Brügge XLVI Brüssow XLVI, 104 Brunsberg 96* Bublitz 119 Buckow 60 Bühl . . 21*, 67*— 69* 96* 129* Bühne 21*, 30*, 31*, 73*, 75*, 99* Bühr XXVIll Bühren 98*, 99* Bürgel 74* Bütow 93, 122 Burg in Holstein 75 Burgberg 73*, 99* Burgen XXXV Burghasungen 30*, 38*, 76*, 95*, 99*, 100*, 101* Buschhorn . . . 60*, 86*, 95*, 96* Buschstein 86*, 96* C. Calderberg . 110*, 123*, 124*, 129* Cassel 100* Cassel 22*, 31*, 45* 73* 96* 97* 109*, 111*, 115* 129* Charlottenhof XLV Chorin 89, 91, 116 Chorinchen . 91 Colbitzsee LV Cornelimünster 7, 18 Czarnikau ........ 107 D. Dachsberg 96* Danziger Bucht 125 i Darmietzel XLIX ! Darre XLIX Daseburg .... 99* 100*, 101* Danndorf 47 Daumensee LXIII Deilinghofen . . . XXVIl, XXIX Deisselberg 96* 168 Orts-Kegister. Seite ] Delstern .... XXXITI, XXXIV 1 Demmin 123 Desenberg . 71^ 72*, 76*, 100* Detzem . XXXV, XXXVI, XXXIX j Deute 101* j Dienstedt 153* Dissen 101* Dimmern LXV Dohlenstein . . . 134*, 135*, 136* Dockenhude 83 Dörnberg 12*, 97*, 99*, 101* 110* 122*, 129* Dörnberggruppe 122* Dörenhagen 98*, 99* Dössel 99* Drage 115 Dransberg 96* Dransfeld . 22*-24*, 50*, 96*— 99* Driesen 115, 116 Drössnitz 151* Druselthal 116* Dusemond XXXV E. Eberswalde , . . 114, 116 Eckerich . .... 99* Eckenstein .... 100* Eckerburg . . . . 41 Eckerich . . ... 71* Eckernberg . . . LXIII Eder . . . . 58*, 70* Ehlen . . . . . . 110* Elbe-Trave-Kanal .... 73 Elberfelder Kalk . . . XXIX Ehrenstein .... 153* Ehringen . . 23*, 97* Ehrsten . , . 110*, 125* Ehrstener Berg . . 104* 122* Eichberge .... 92 Eichelshagen . . . LXI, LXII Eicheskopf .... 72* Eichwerder . . . XLVI Eilpe . . XXXIII, XXXIV Eissen 24*, 38*, 39* 45* 46* 61*, 71*, 73*, 92*, 99* 101* Eiter hagen . . 25*, 97* Seite Elben 100* Ems 58* Emser Berg 95*, 99* Enneper S rasse XXXI Ennepethal . . . XXXIII, XXXIV Epterode 96* Eggegebirge 9* Erlenloch . 96* Erzeberg 30* Escheberg 100* Eschwege 16*, 17*, 40*, 41*, 96*, 100* Essigberg 96* Eutin 89 E. Fahrenbusch ..... 96*, 100* Falkenberg 60 Fahrenkrug 82 Falkenwalde . . . . ‘ . XLV Falkenbach 8 Fauler Graben . . . XLVI, XL VII Feldberg 89 Felsberg 59*, 60*, 96* Fetzberg 25* Fiddichow ........ 96 Finkenwalde . . . 52, 53, 55, 56 Finkenwalder Buchheide ... 58 Firnskuppe 94*, 100* Fischbachthal 7 Flachswinkel LIX Fläming 83, 95, 114 Flensburg 89 Fordon 114 Frankfurt a/0 116 Franzosengehege 77*, 92*, 95* 100* » -hohl XXVIII Frauenstuhl XXVIll Freienwalde a/0 62, 1 14 Friedland 121, 123 Frielendorf . . . 57*, 88*, 97*, 99* Fritzlar 97* Fritzlar . 71*, 92* 98*, 99*, 101* Frohnüssenberg 38 Fromm ershausen 100* Frönsberg XXVIII Fürstenfelde ..... XLV Orts-Register. 169 Seite Fürstenfelde XLV Fürstenwald . . 103*, 110*, 125* Fürsten Werder 96 Fulda 3* G. Gänsemattenberg 91 Gahrenberg 97* Galgenberg . . . LXIll, 127*, 140* Galgenfeld 97* Garbnicken 28 Geismar 99* Gensungen 24*, 94*, 96* 98* 101* Gernkopf 97* Geunitz 153* Gevelsberg . . . XXXI— XXXIII, Giesenbühl 97* Glambeck 91 Glasow XLVII Gleichen 101* Glimmerode 97* Glogau Baruther-Thal . . 114, 127 Glomm ethal 83 Glückmühle 148*, 149* Giieuss 154* Göllner See ‘ LI GÖrzke 83 Göschwitz 154* Göttingen 96* Goldberge LXX Gollnow . 119 Gommern 46, 47 Seite Grevesmühlen 89 Grimnitz-See 108, 110 Gr.-Almerode 35* Gr.-Almerode 26*, 27*, 55*, 96*, 97*, 109* Grossen-Bornholt 82 Gr.-Cronau LXIV Gr.- Fahlenwerder . . . XLYIII Gr.-Freden 24 Gr.-Gudenberg . 91* Gr.-Herbsthaus 12* Gr.-Kröbitz . . . . . 150*, 158* Gr.-Mölln LXI, LXII Grossenritte . . 77*, 97*, 98*, 100* Gr.-Schönberg ....... 98* Gr.-Schreckenberg . . . 45*, 101* Gr.- Staufenberg 98* Gr. Steinberg 98* Gr.-Tychow 122 Gr.-Ziethen XLVI Gr.-Ziethen 91, 100, 102 Grüne ........ XXVIll Grünthal XXVIII Gudensberg 36*, 70* 73*— 75*, 97* 99*— 101* Gülzow 96, 120 Günsterode 98* Güntersen 45*, 96* Guhden XLV Gumperda 154* H. Gornow .... Habichtsspiel . 48*, 50*, 94*, 101* Goslar .... .... 37, 58* Habichtsstein 97* Gossow .... . . . L, XLV Babichtswald 10*, 28*, 50* 77* Gottbüren . . . 96* 96*— 101*, 109*, 122* Göttern .... 154* Hadamar . . . 92*, 94*, 100* Grabow .... LIV Hadersleben . 89 Grab owe n . . . . . . LXVIll Hängen . . 100* Grafrath .... . . . XXXIII Häuschenberg . . . 12*, 31*, 101* Grebenstein . . . . . 73*, 99* Hakemühlen 75 Grefische Burg 97* Hangartstein 110* 122*, 125*, 127*, Gregersdorf . . . . . . . LXX 129* Greifenberg i/P. . . .... 105 Hagen . . XXXI Greiffenberg i/ü. . . . . XLVI Hagen . . . . . XXXI-XXXIV Greuda .... 144* 156*, 158* Hahn . 101* 170 Orts-Register. Seite Seite Halbe . . 26, 82 Hohe Hagen . . 23*, 97* Hamburg 75 Hohenberg 20*, 30*, 31*, 75*, 99* Hamm . . 83 Hohenburg . . .... 73* Haspe . . . XXXI Hohenfeld . ., ... XLVHI Harleshausen . . . 96* 97*, 101* Hohenfinow . . .... 67 Hartwald XXXVI Hohengras . . . . 85*, 97* Harzrand 36 Hohenstein . . . . 99*, 122* Hasenberg . . . LXIV, 92*, 100* Hohenziethen . .... LIX Hasenbeutel . 96* Holsteinkopf .... 97* Haspe . . XXXI, XXXIII, XXXV Holthausen . . .... 48 Hasperbach . XXXIII Holzhausen . . . . 72*, 101* Havelthal .* 95 Holz-See . . . . LXI, LXII Hattenburg . 101* Homberg . . .... 72* Haukuppe 97* Hombressen . . . 96*, 98*, 101* Hedemünden 97* Honerdingen .... 83 Heideberg LVI Hornissen berg . . 140*, 149* Heidenburg . XXXVI Hoof .... 100*, 101* Heilenbecke . XXXIII Hübel .... .... 23* Heiligenberg 22* 36*, 77*, 94*, 97* Hüssenberg 24*, 36*, 38*, 39*, 45*, 101* HeilingeD 154* Heimarshausen 97* Heldrastein XLI, XLIII HelfeDstein 97* Helle Warte ....... 99* Hemer . XXX Hengeisberg ........ 97* Henrichsberg .... 120*, 127* Hertingshausen 100* Herzogenhügel . . . . 5, 6, 8, 14 Hessische Senke 7* Hessenberg 97* Hill 8 Hillthal 5 Hilwartshausen 97* Hinterpommerscher Moränenzug . 93 Hirseberg 91 Hirschberg 26*, 27*, 35* 48*, 54*, 55*, | 60*, 97*, 109* I 46*, 60*, 61*, 62*, 63*, 65*, 66*, 71*, 73*, 92*, 93*, 95*, 99*, 101* Hüoenberge LIII, LX Hünenburg 25*, 97* Hüttenberg 94*, 101* Hundisburg 47 I. Igelsbett 99* Ihlower Berge 89 llkesknüll 105* Iserlohn XXVII Iserlohn . XXVIII, XXX-XXXHI Isinger LV, LVI Istha 74* Ittersberg . . . . 36*, 45*, 97* J. Hirzstein . . . . . . . 12*, 97* Jägersdorf . . . . LXVIll Hölle 122* Jakobshagen . . 107 Höllengrund . . 24* Jasenitz .... Höllenküppel . . 126* Jauer Höunethal . . . .... XXIX Jellinghausen . . . XXXIII Hofgeismar . . . . 73*, 98*— 101* Joachimsthal . . . . 89 Hohebaum . . . . . . 12*, 97* 1 Junkernkopf . . Orts-Register. 171 Seite Seite K. Köselitz .... Kaffzig .... . . 122 Köwerich . . . . . . XXXVII Kahla . . . . 143% 145% 154* Kolberg .... Kahla . . . 130% 135*, 140*, 158* Koschenberg . . 48 Kahla Bahnhof . .150* Kottenhain . . . . . 151*, 154* Kalgen .... . . 29 Krangen .... 125 Kalisch .... . . 114 Kranichfeld . . 153* Kalkhorst . . . . . 89 Kranichfeld . . . . . . . . 151* Kammerberg . . . . 97* Krauseiche . . . . . . . LXIII Karpathen . . . . . L Kratzenberg 22*, 45 *, 94*, 97*, 101*, Karthaus .... . . 122 110*, 114*, 116* Karzig .... . XLVII Kratzwick 59 Kasholz .... XXXVII Krebs-See, Gr. — 25 Katzenberge . . . . 91 Kremerbruch . . 122 Katzenstein . 97*, 101% 122*, 129* Kreuzberg . , . 77 Kaufunger Wald . . . 98* Krevtsee .... 89 Kehreiche . . . . . 96* Krobitz .... 157* Keilhau .... . . 153* Krönigsköpfe . . 127* Kellcrwald ... . . 9* Krotoschin . . , 47 Kerkow .... . . LTX, LXllI Kückelhausen . . . XXXI, XXXIV Kerstenbrügge . . . XLIX Küddow .... 115 Kesselberg XXXIll, 101*, 151*, 154* Külte . . . 92% 100* Kesslar .... 151*, 154* Kuhberg 12*, 32% 73*, 76*, 81% 97* Kiel . . 89 Kuhkoppe . . . 97* Kircliberg . . 76*, 98* Kutzdorf .... . . . . XLIX Kirchditmold . . . .110* Kyffhaide . . . LIX Kirchhosbach . . . 18 *, 75*, 96* Kitzkammer . . , . . 54* L. Kiwitten .... . . 82 Lägerdorf . . . 48 Kl. -Bucha . . . . . 154* Lambach . . . 97* Kl.-Gudenberg . . . . 97* Lammersdorf . . 1, 2 Kl. -Kochberg . . . . 154* Lammersberg . . 100* Kl. -Krobitz . . . . . 149* Lammsberg . . . . 39% 92*, 97* Kl.-Staufenberg . . 98* Lauenburg a/E. 72, 73, 75, 82, 83 Kl, -Steinberg . . . . 98* Leine . . . LV, LVI Kl.-Zschocher . . . . 47 Leinethal .... 10* Klicken a/E. . . 82 Lenderode . . . . .... 97* Klimkowo . . . . LXIII Lenderscheid . . . 97*, 98* Klinge .... . . 83 Lengsfeld . . . 157* Kloppsee .... . XLVII Lennethal . . . . . XXVIII Klotz . . 35* Lenzen .... . . . . 29, 83 Klüsserath . . XXXVI , XXXVIII Lerchenberg . . 98* Knüll 38*, 42* Leuchtenburg . . 134*— 136*, 158* Knöllchen . . . . . 127* 1 Leuchtenburgmulde 153* Königsberg N/M. , . . LI Leuchtenburgstörung 151% 156*, 158* Königfeberg N/M. . . . . 96 Leutra .... . . 153*, 154* 172 Orts-Register. Lichtefleck .... Seite . . . XLVIH Lichte Heide . . . 96*, 98*, 101* Lichtenau . . . .... 97* Lichter-Bacb . . . . . XXXVI Liebenfelde . . . . . . . XLVII Liebitz-Rinne . . . . . . . LV Liepe 23, 92, 99, 116 Lieser . . XXXVIII Lieserthal .... . . XXXVII Lindenberg . . . . . 110* 118* » bei Rössel .... 82 Linsingen . . . . . . 86*, 96* Lipjpehne . . . . . . . XLVII Lippehne . . .96, 108 Lissa ... 95, 114 Löbschütz . . . . . 132*, 143* Lössel . . XXVIII Lohberg .... 98* Loist . . . LXII Lomno . . . . . . . . LXVH Losch nitz . . . ! 151*, 152*, 154* Lottersberg . . . . .... 101* Louisenhof . . . . . . . XLVII Ludwigseck . . . . . 96*—99* Ludwigseck . . . . .... 98* Lübbesee . . . XLVII Lübecker Bucht . .... 123 Lüneburger Haide ... 77, 83 Lüssenberg . . . . .... 151* Lütgeneder . . . . . . 23*, 99* Lütjen-Bornholt .... 82 M. Maderstein . . . . . . 70*, 101* Madue-See . . . . .... 108 Magdala .... 154* Magdalenz .... . . . LXIX Maldeuten . . . . .... 28 Malsburg .... 98* Mantelthal . . . . . . LII, LIV Marburg .... 12* Marwitz er Fliess . . . . . XLVHI Marienau . . . . . . . . XLVII Mariendorf . . . . . . 96*, 100* Marienwerder . . . . LXI, LXIII Martinsrode . . . . .... 153* Seite Mattenberg 98* Meckfeld 150*— 152* Mecklenburg 96 Mecklenburgisch - Pommersches Grenzthal 121 Meensen .... . 24*, 96*, 98* Meenser Steinberg 24* Meiningen . . . . . . . XLHI Meissner 22*, 26*, 35*, 43*, 52*, 54*, 97*, 98* Melsungen . . . . . 97*, 98* Menden .... . . . . XXVII Mensguth . . . . . . . LXII Mensguth . . . . . . . LXV Merxhausen . . . . . . 95*, 99* Merzenberg . . . . . . 71*, 99* Messen thin . . . ... 59, 124 Metze . 97*, 99*, 101* Michelsberg . . . 57* Miesbach .... 6 Mietzelfelde . . . XLVII Mietzelthal . . . . . . . XLVII Milda ..... . . 150*, 151* Milspe . XXXI, XXXIII, XXXIV Mittelhof .... . . . 24*, 98* Modtken .... . LXX, LXXH Medtker Thal . . . LXIX, LXXI Mölln Mohrin .... . . . . XLV Mohrin .... . ... 92, 108 Mosel XXXV, XXXVII Moselthal .... . . . XXXVIII Morbach . . . XXXV, XXXVI Mordsberg . . . . . . 76*, .98* Mordthal .... 150* Müggelheim . . . . . . . . 82 Mühlenberg . . . 99* Münden .... . 24*, 82*, 98* Münzenberge . . L Muschacken . . . . . . LXVH Muschacken . . . . LXVII-LXIX . N. Nachrodt .... . . . XXVIII Nabern .... . . . . XLIX Nacken .... . . . 99*, 100* Orts-Register. 173 Seite Nänkel . 101* Naugard 105, 123 Nebelbecke ........ 110* Neidenburg LXIX Nennhausen bei Rathenow ... 83 Nennsdorf 154* Netzethal 116 Neudamm XLVIll Neudamm . XLVIII Neuenburg i/Westpr 82 Neudeck bei Freystadt .... 82 Neuenbrunslar 58* Neuenhagen 25 Neuenhain -. 57*, 60*, 86*, 95*, 96* Neu-Glietzen 25 Neu-Grape LXI Neumagen XXXV Neumagen . . . XXXVII, XXXIX Neumark LVI Neumark XLV, 92, 96, 108, 114, 116 Neumühl- Kutzdorf .... XLVIII Neu-Ruppin 95 Neusei 101* Neustettin 119 Nidden 29 Nieder-Emmel XXXV Niederfinow 114 Niedenstein . . . 98*, 99*, 100* Niedensteinerkopf 98* Nienstedten 83 Nindorf 75 Nörenberg . . ... . . . 93, 94 Nordhausen LI, 76*, 98* O. Oberellenbach . . . . . 19*, 96* Ober-Listingen . . , . . . 99*- 101* Ober-Meiser ... 110* Oberohe .... Obersynderstedt . , 151* Ochsenberg . . . , . . . 24*, 98* Oder . . . 108, 109, 113, 118, 125 Oderthal XLIX, 116 Oderberg 23, 89, 92 Seite Oberberg-Bralitz 22 Oderinsel, Neuenhagener — . . 92 Oese XXIX, XXX Ofenberg 41*, 71* 75* Opalenica 95 Oranienburg 116 Orlamünde .... 133*, 153* Orzycfluss LXXII Osterode 153* Osthausen . . . . 153*, 154* Otterwisch 47 P. Paarstein 91 Paarstein-See . . . 108, 110, 111 Palmmühle 76 Paradiesgrund 37 Peenethal 123 Petersberg 37 Pfaffenberg . . . 133*, 135*, 138* Pferdeberg 91 Pfingstberg ........ 92 Piesport .... XXXVI, XXXVIII Pillingsen XXVIII Pimpinellenberg 92 Pieschen 95 Plageberge 91 Plathc 120 Plinz ....... 143*, 158* Pölich XXXV, XXXVI Pölitz 59 Pollno w 119, 122, 125 Posen 33, 114 Posener Moränen 95 Postenberg . . . 110*, 122*, 125* Potsdam 82 Preetz 89 Prenzlau 105 Pribbernow 120 Priment 95, 114 Prinzenbau .' 98* Prinzenborn 119* Puppengehege 96* Pusbalg . . . 46*, 73*— 75*, 100* Pyritz 96 174 Orts- Register. Seite Seite Q. Rügenwalde . . . . .... 119 Quartschen . . XLVIII Rummelsburg . . . .... 122 Quartschen . . . XLIX Rummy . . . LXVI Rupprechtsberg . . .... LXI R. Raboldshausen S. Rackitt . . LXI, LXll Saatzig ... 105 Rambacli . . . . XLIII Saale .... 154* Rammeisberg . 110* 117* Sababurg . . . . . . 20*, 96* Randowthal . . LIV, 121 Salmthal . . XXXVIll Raschung . . LXIV Sandbusch . . . . . 100* 101* Rathenow ... 83 Sandebeck . . . . .... 100* Regen w aide . ... 105 Sandkopf . . 76* 98* Rehnitz . . . . XLVl Sawadden . . . . ... LXVIII Rehnitzer Klietzsee . . . . XLVII Sawadder See . . . . . . LXVIl Reichenfelde ... LIV Schanze , 94*, 100*, 101* Reinhardswald 20*, 82*, 96*, 97* 98* Scharfenstein . . . , . . 70*, 101* 100* 101* Schartethal . . . , 110* Reinstädter Bach . . . . . . 140* Schenkelsberg . . 101* Rendsburg . ... 89 Schiffmühle . . . . 92 Rettberg 99* Reusch Werder LXVIl Rheda-Lebathal 125 Rhön 12% 60*^ Rhünda ..... 55*, 56*, 98* Ribnitz 121 Riechheimer Berg 154* Riveoich XXXVI Rixdorf 27, 77, 82 Rodias . . 147*^, 148*, 157*, 158* Roggen LXVIl, LXXII Röhrchen LV Roericke LI, LIV, LV Rohrberg 101* Rohrsdorf LVII Romberg XXXV Rondel XXXV Rosenberg 100*, 101* Rosenbühl 24* Rosenthal. . . . XLVl, XLVIII Rostock . 96 Rothwesten . . . . 12*, 31*, 101* Rott 4, 7 Rudolstadt .... 153*, 154* Rudolstadt 154* Rüdersdorf 43 Schilling . 33, 34 Schinderberge LXII Schlafwinkel XLVlll Schlawe 119 Schlegelsburg XLVl Schleswig 89 Schleswig - Holsteinisch - Mecklen- burgischer Moränengürtel . . 89 Schlossberg 92, 98* Schmieden 154* Schneidemühl 115 Schnellmannshausen .... XLIII Schoben-See LXVI Schöneberg 98* Schönfliess N.-M XLIX Schönüiess LI, 108 Schorn . . . . Schütteberge . . Schuppenfelde . . Schreckenberg . . Schufutsberg . . Schwarzenberg . . Schwarzenborn Schwarzenstein . . Schwarztiegel . . Schwarzwasser . 110^^ 97’ 98* 91 75 122* 92 122* -99* 100* 25* 115 Orts-Register. 175 Seite Schwedt . . . . . . XLVI Schwedt .... . . . . 96, 114 Schwedter Terrasse 23 Schweinsberg . . 98* Schweinsbusch . . 101* Schwerte . . . . . . . XXX Schweiz .... 115 Schwichow . . . 82 Schwiebus . . . . . . . 95, 114 Schwimelstein . . 36* Schwochow . . LV Schwochow . . . . . . LV, LXII Schwühl .... 26* Segeberg .... 48 Seitenroda . . . 133* 135*, 158* Selbecke .... . . . . XXXI Selchow .... LIII Semmelberg . . . 98* Sendberg . . . 57 Senftenhütte . . 91 Senftenthal . . . . . . . . 91 Sesebühl .... 98* Sieben Brunnen 123* Siebertshausen . . 98* Sichelbach . . . 98* Simonsdorf . . . . . . . XLVIl Sontra .... 18* Soldin .... . . XLV, XLVI Soldin .... . XLVI, 92, 108 Soldiner See . . . . . . XLVIl Solberg 73* 76*, 95*, 99*, 100*, 101* Solsberg .... 74* Solling .... . . . 82*, 95* Sommerberg . . . 12*, 99* Sonnenberge . . LIV Spohrbach . . . 6, 8 Stade 75 Stadt-Remda 153* Stadt-Remda . . 154* Staffelde . . . . XLVI, XLVIII Stahlberg . . . . 98*, 110*, 123* Stapelburg . . . . ... 39, 41 Stargard i/P. . . 107 Staufenberg . . . . 98*, 110* 123* Stecknitzthal . . 123 Steinberg bei Liepe ..... 92 Seite Steinberg .... 98% 101* Steinberg Bahnhof 98 Steinhorst 98* Stein wehr L Stellberg . . 26*, 27*, 50*, 51*, 98* Stempel . 12* Stettiner Haff 119, 123 Stöfs 82 Stoppelbeig XXX VII Strassburg i/U 104 Streitswalde 29 Strelasund . 123 Stresow LI Stronzbusch XXXVI Sundwig XXVII, XXIX T. Tannenköppel . . 110*, 111*, 114* Tannenwald 97* Tanzsaal . 91 Tarbeck 82 Taubenkaute 13* Teichberg 99* Teichel 153* Tesperhude 74 Teufelsberg .... LIX, LXllI, 92 Teufelswand 46*, 47* Teutoburger Wald 100* Theerbrennerberge 91 Thiergarten bei Cassel .... 110* Thorn 117 Thorn-Eberswalder Thal . . 95, 114 Todenhausen . . . 57*, 86*, 99* Treffurt XXXIX Treffurt XLII Trendburg 96* Trittenheim ... XXXV, XXXVI Tromlitz 154* Tron .... XXXVI— XXXVIll Tronthal ........ XXXV Trüffelsbühl 122* U. Uchtdorf LII Uckermark XLV, 116 Uckermärkisch - Neumärkischer Moränengürtel 89 176 Orts-Register. Seite Uckerthal 96, 108, 1 11 Uerzig XXXVII Illleschen LXVIII V. Varzin 122 Veldenz .... XXXV, XXXVI Velpke 47 Venwegen 7 Verneis XXXIII Vicht 7, 18 Vichtbach 8 Vietnitz XLV, XLVI Vörde XXXl-XXXIII Vogelheerd 36* Vogelsberg . . . 3*, 10*, 60*, 70* Volkmarsen 40* Volmethal XXXI, XXXIll, XXXIV Vossberge XLV W. Wabern . . . 30*, 77*, 96* 100* Wachenkdpfel 99* Wahlershausen 1 10* Wallenstein 42*, 99* Wand 12*, 31* 73*, 75*, 76*, 80*, 81, 99* Warburg 76*, 99* Warbui-ger Börde 71* Waren 89 Warmbrunn 48 Warmethal 109* Warpel 99* Warschau-Berliner-Thal . 114, 127 Wartenberg .... XLV, XLIX Wartenberg LI, LVI Wartenburg LXII Wartenburg LXII Warthethal 116 Wattberg 100* Wattenbach . . . 26*, 27*, 50*, 51* Wattenberg 79*, 99* Wehlheiden 116* Weichsel 95, 113 Weichselthal 127 Seite Weimar . 21*, 67*, 96*, 129*, 154* Weinberg . . . 1 10*, 1 1 1*, 1 16* vv ei&seusLuiu Weissholz . . . . 23*, 99* Weitersdorf . . .... 154* Wellerode . . . . 98*, 99* Welsethal . . 108, 109, 111 Werblitz . . . . . . XLVI Werkel . . . .... 99* Wermingser Thal . . XXVIII Weser .... .... 3* Westberg . . . . 73*, 99* Westerweyhe .... 83 Westhofen . ’ . ... XXX Westig . . . XXVII, XXIX Westiger Bach . . . XXVIII Wientzkowen . LXIX, LXX Wieps .... . . . LXIV Wiershausen .... 98* W ildenbruch . . LII, LIII Wildenbruch . . . . LX Wildteich . . . 151*, 155* W i 1 h e 1 m s h ö h e 96*, 98*, 100*, 101, 103* 109* Wilhelmsthal . 103* 110* Wilhelm swalde . .... LIII Winkel . . . XLVIII Winterhof . . . . XXVIll Wintrich . . . . XXXVII, XXXIX Wittersroda . . .... 154* Wittlich . . . . . XXXV Wittlidier Mulde . . XXXVII Wokellen . . . .... 28 Woldenberg . . .... 92 Wolfshagen . .... 97* Wolfshagen . . . 30*, 71*, 74*, 75* Wreschen . . . . . 95, 114 Wurchow . . .... 102 Wuthenow . . . . . XLVII Z. Zedlitz Felde . . .... 124 Zeigerheim . . .... 153* Ziegen b erg . . . . 42*, 43* Ziegenkopf . . .... 99* Zielenzig . . . .... 95 Orts-Register. 177 Seite Seite Zierenberg . . . 99*, 100* 101* Zimnowo . . LXIII Zierenberg 45% 91*, 95*, 97*, 100*, Zöpel . . . 28 101* Zollener See XLVII Ziethen-See . . . . LXI Züllichau . . Zilly 37 Züschen . . 42*, 71* Zimmerplatte . . . 99* Zwabitz . . 140*, 142*, 157* 158* Jahrbuch 1897. ■12] Druckfehler und Berichtigungen. Seite XXIX Zeile 11 von oben lies: » caespitosum ; auch scheint« statt »caespi tosum, scheint auch« » LVII, » 16, » » » » senkrecht« statt »entgegengesetzt«. » 113*, » 19, » » » » CO2 « » »Si O2 «. » 132*, » 1, » » » »n ordöstlich « » »nordwestlich«. » 138*, » 11, » unten » » » » » 145*, » 4, » oben » N.-S. » NW. - SO. Tafel II. () = Obere Grenze der Mjophorien schichten in mui. A. W. Sch ade ’s Buchdruckerei in Berlin S., Stallschreiberstr. 45/46. Dasl der Gebend zwischen Fal Jahrb. d. kpl.Preuss.geol. Landesaast.u. Ber^akad.1897. von G. E Mltfef-Oligocän Sf^pfat*ienfhon u. Sffitfinet* Sancf, Ober-Oli^ocän. ölimmepsand u - ^roöfp ({uapzsand. Mrocän Braunkohifn, letffin u. Sande. VnfeperSan ö^schh Taf I. Pertiär kenber^ und Freienwalde yo. iOT»Qn rl+ 1 : J15000. TOf>o zo^aAfe^rr, Hölten-Diluvium Tbai-Diluvium ^ Alluvium d, Thon u. ebpmer^e/ Oberer Sand und Oeschiehemerjeü- Thaiemnd und Orand . Ahschismmalson , Tarf^ Seh/ick Jalirb.d. 10,1.7)reus3. ^eol.LaadesansLu.Ber^akadlSS/. Blockpackun^ Hoheniw-djche dze Sande, uml TTionje fföchste-Terrasse. BlockpadkimgieffTeiten. der Staidcdten. Maafssta 3fütLer€-Terrass6. Medere -Terrasse. Attubvium. JfocMtäehc. und Wasser. 1 ) 1:125 000 Uebersiclitslcarte der M^oränerL-L,aru Jahrb. d. Kgl. geol. Landesanst. u. Bergakad. 1897. Uebersiclitskarte der Moränen -Landschaft bei Körenberg in Pommern. Jalirb. d, Kgl. geol. Landesansl. u. Bergakad. 1897. Tafel III. Lscliaft bei Körenberg in Pommern Tafel III. Geolo^isc '©ieiiiii sidJ vonDcKKi i: fiO StettinerSancL. Septarienthjon , 2.77t. iinter dünner Decke yoTtGesdaebemergeL. ZJht.Dil. JBocTiste - Mittelste - Tiefste - T e rr a s s e d. e s Thal Standes. Geologische Karte djer Seilehi sidUitbi 'ü'ttn flljlti: •raiOrK-Keilliack. tie Karte illiack. 000. 20 Ä5 3o7cm. zj dzz] mu Sand. Ob. Gesjrat. Kalksdiiefer ( Schaumkalk, Schmzä). y Gypslager in mm a Anschwemmung der jetz. Gewässer: Aue - und Wiesenlehm. Flussgeschiebe und - Sand. Verwerfungen. Jahrbuch d. Königl. geolog. Landesanstalt u. Bergakademie 1897. Proi Pfaffenberg Sm = Mittlerer Buntsandstein. So = Rölh. q = Myophoriensi T = Werksteinbänk Prot Höhe wesH. Zwabifz. Hornissen berq Sm = Mittlerer Buntsandstein, So = Röth y — Gips im Röt mm = Mittlerer Muschelkal Bod nifzberg. So = Röth. q = Myophorienschichten, Obere Grenze in mii i T — Werksteinbank, x — Scliaumkalk. mm = 1 Pro: Bo d nifzberg. Eingang ins Mordfha f. So = Röth. q — Myophorienschichten, Obere Grenze in mui. mui =1 X = Schaumkalk, mm = Mittlerer Muschelkalk, mo i = Trochi Maassstab = 1:12500. Hö Jahrbuch d. Königl. geolog. Landesanslalt u. Bergakademie 1897. Tafel Profil 3. Bodmfzöer^. 4!tenbdrgaer Grund. Höhen zwischen Rodiasu.Mfenberga. So = Röth. Q ■= MyophovienschichteD, Obere Grenze in mu ns u i = Unterer Wellenlcalk. mus = Obernr Wollcnkalk. T =■ Werksteinbank, x = Schaiimkalk. mm *= Mittlerer Muschelkalk, ak = Alluvialer Kalktuff. Profil 4. So = Ruth, q ~ Myopborienschic X = Sclmumkalk. mm = Obere Grenze in mui, mui = Unterer Muschelkalk. mu2 = Oberer Wellenkalk, t = Worksteinbänke. :k-rer Muschelkalk, mo i = Trocliitenkalke. mo 2 = Nodoaenschichten. ak = Alluvialer Kalktuff. Maassstab = 1:12500. Hohen in. preuss. Dec.-Fuss. i Tafel VI. il 1. Leuchfenbvrg. 3hichten, obere Grenze in mui. mui — Unterer Wellenkalk, e. mu2 = Oberer Wellenkalk. 11 2. Thal wesH. Greuc/a. Strasse Greuda -AHenberga h. mul = Unterer Wellenkalk. mu2 == Oberer Wellenkalk, k. m 0 1 = Trochitenkalke. U3. ID ul = Unterer Wellenkalk. mu2 ^ Oberer Wellenkalk. [Mittlerer Muschelkalk, ak = Alluvialer Kalktuff. i von Rodias Juterer Muschelkalk. mu2 = Oberer Wellenkalk, r = Werksteinbänke, -tenkalke. mo 2 = Nodosenschichten. ak — Alluvialer Kalktuff. -hen in preuss. Dec. -Fuss. £ 1100 X A/.O. 800 ' ; 'i K